Update: Krause-Gelände - fast 40 Granaten und Zünder geborgen Michael Grundmeier Espelkamp. Ganz vorsichtig nähern sich die Experten dem Teil des Geländes, wo die Kampfmittel vor mehreren Wochen gefunden worden waren. Mit einem Detektor wird nach dem gefährlichen Metall gesucht, die darüber liegende Erde mit Hacke und Hand entfernt. Die gefundenen Granaten - Durchmesser fünf, Länge 15 Zentimeter- werden in einen bereit gestellten Wassereimer gelegt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe hat bei seiner Aktion auf dem ehemaligen Krause-Gelände zehn sogenannte Zwei-Inch-Wurfgranaten gefunden. Für die Öffentlichkeit habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. Auf diese Weise soll ein Kontakt mit Luft verhindert werden, erklärt der Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg, Karl-Heinz Clemens: „Sonst kann der Phosphor im Inneren zu brennen beginnen, wie das ja schon vor einigen Wochen passiert ist." Am Ende der rund eineinhalbstündigen Aktion hat das Team etwa zehn britische Zwei-Inch-Wurfgranaten gefunden, die von einem Mörser verschossen wurden. Warum die Kampfmittel ausgerechnet auf dem ehemaligen Krause-Gelände gefunden wurden, darauf hat auch Clemens keine Antwort. „Ich kann nur sagen, dass wir sie sehr konzentriert gefunden haben, was darauf hindeuten könnte, dass sie vergraben und wahrscheinlich abgelegt wurden." Gefahr für die Öffentlichkeit hat nach Clemens Meinung übrigens nicht bestanden. Gefährlich hätte es nur werden können, wenn jemand das abgesperrte Areal widerrechtlich betreten und Brandmasse auf die Finger bekommen hätte. Das wäre aber Eigenverschulden gewesen, macht Clemens deutlich. Insgesamt ist der Truppführer sehr zufrieden mit der zweiten Aktion, das schlechte Wetter habe seinem Team „in die Karten gespielt". „Bei Sonne und 30 Grad wäre es schwieriger gewesen, wir waren also ganz froh, als wir den Wetterbericht gehört haben." Hilfreich sei auch der Bagger einer Fremdfirma gewesen, die der Dienst nach dem Abbruch der ersten Begehung angefordert hatte. Insgesamt seien bei den zwei von ihm beaufsichtigten Räumungen etwa 37 Granaten und zehn bis zwölf Zünder gefunden worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist für die Detektion und Ortung der Kampfmittel, aber auch für deren Räumung und endgültige Beseitigung zuständig. Mit Brandmunition habe man aber eher selten zu tun, sagte Clemens. Zufrieden war an diesem Morgen auch André Köster vom Gebäudemanagment der Stadt Espelkamp, der dem Kampfmittelbeseitigungsdienst die Tür zum Areal aufschloss. Die Aktion sei, wie alle anderen auch, gut verlaufen, zahlreiche Granaten hätten geräumt werden können. Auf die Frage eines Reporters, ob man vielleicht noch „richtig tief buddeln müsste", antwortete Köster, dass das unwahrscheinlich sei, weil das Gelände bis auf drei Meter umgegraben worden sei, „da sollte nichts mehr drunter liegen". Dass das Gelände eine derartige „Wundertüte an Altlasten" bereit halten würde, habe aber keiner vermutet. Nach Schadstoffgutachten und Gefährdungsanalysen habe keiner „gedacht, dass da noch was drunter liegt, dazu hätte man das Gelände komplett durchlöchern müssen." Man werde die Sache jetzt aufarbeiten, um zu schauen, „wie man es das nächste Mal besser machen kann". Schuldweisungen könne er aber nicht machen. Ob es noch Granaten gibt auf dem Gelände gibt, ließ sich nicht herausfinden. Am liebsten wäre ihm ein Blick unter die Oberfläche gewesen, sagte Köster. Die mittels elekromagnetischer Wellen durchgeführten Detektionen des Kampfmittelbeseitigungsdiensts seien aber ohne Ergebnis geblieben. Laut Köster wegen "ferromagnetischer Störeinflüsse". Nach Angaben des städtischen Mitarbeiters soll der auf diesem Teil vorgesehene Parkplatz bis Ende des Jahres fertig werden. Zuvor müssen aber noch weitere Schadstoffe beseitigt werden (teerhaltige Materialien und anderes). Die Stadt hatte das Areal vor gut elf Jahren von den Krause-Nachfahren erworben. Wirtschaftsförderer Günter Segelhorst hatte während einer Hauptausschusssitzung gesagt, dass es an dieser Stelle keine Verdachtsflächen gegeben. Die Sanierung könnte die Stadt bis zu dreieinhalb Millionen kosten.

Update: Krause-Gelände - fast 40 Granaten und Zünder geborgen

Es werden Granaten gesucht. © Michael Grundmeier

Espelkamp. Ganz vorsichtig nähern sich die Experten dem Teil des Geländes, wo die Kampfmittel vor mehreren Wochen gefunden worden waren. Mit einem Detektor wird nach dem gefährlichen Metall gesucht, die darüber liegende Erde mit Hacke und Hand entfernt. Die gefundenen Granaten - Durchmesser fünf, Länge 15 Zentimeter- werden in einen bereit gestellten Wassereimer gelegt.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe hat bei seiner Aktion auf dem ehemaligen Krause-Gelände zehn sogenannte Zwei-Inch-Wurfgranaten gefunden. Für die Öffentlichkeit habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden.

Mit Bagger, einem Detektor und Hacke versuchen die Männer die Wurfgranaten auszugraben. - © Michael Grundmeier
Mit Bagger, einem Detektor und Hacke versuchen die Männer die Wurfgranaten auszugraben. - © Michael Grundmeier

Auf diese Weise soll ein Kontakt mit Luft verhindert werden, erklärt der Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg, Karl-Heinz Clemens: „Sonst kann der Phosphor im Inneren zu brennen beginnen, wie das ja schon vor einigen Wochen passiert ist." Am Ende der rund eineinhalbstündigen Aktion hat das Team etwa zehn britische Zwei-Inch-Wurfgranaten gefunden, die von einem Mörser verschossen wurden.

Warum die Kampfmittel ausgerechnet auf dem ehemaligen Krause-Gelände gefunden wurden, darauf hat auch Clemens keine Antwort. „Ich kann nur sagen, dass wir sie sehr konzentriert gefunden haben, was darauf hindeuten könnte, dass sie vergraben und wahrscheinlich abgelegt wurden."

Gefahr für die Öffentlichkeit hat nach Clemens Meinung übrigens nicht bestanden. Gefährlich hätte es nur werden können, wenn jemand das abgesperrte Areal widerrechtlich betreten und Brandmasse auf die Finger bekommen hätte. Das wäre aber Eigenverschulden gewesen, macht Clemens deutlich.

Insgesamt ist der Truppführer sehr zufrieden mit der zweiten Aktion, das schlechte Wetter habe seinem Team „in die Karten gespielt". „Bei Sonne und 30 Grad wäre es schwieriger gewesen, wir waren also ganz froh, als wir den Wetterbericht gehört haben."

Hilfreich sei auch der Bagger einer Fremdfirma gewesen, die der Dienst nach dem Abbruch der ersten Begehung angefordert hatte. Insgesamt seien bei den zwei von ihm beaufsichtigten Räumungen etwa 37 Granaten und zehn bis zwölf Zünder gefunden worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist für die Detektion und Ortung der Kampfmittel, aber auch für deren Räumung und endgültige Beseitigung zuständig. Mit Brandmunition habe man aber eher selten zu tun, sagte Clemens.

Zufrieden war an diesem Morgen auch André Köster vom Gebäudemanagment der Stadt Espelkamp, der dem Kampfmittelbeseitigungsdienst die Tür zum Areal aufschloss. Die Aktion sei, wie alle anderen auch, gut verlaufen, zahlreiche Granaten hätten geräumt werden können. Auf die Frage eines Reporters, ob man vielleicht noch „richtig tief buddeln müsste", antwortete Köster, dass das unwahrscheinlich sei, weil das Gelände bis auf drei Meter umgegraben worden sei, „da sollte nichts mehr drunter liegen".

Dass das Gelände eine derartige „Wundertüte an Altlasten" bereit halten würde, habe aber keiner vermutet. Nach Schadstoffgutachten und Gefährdungsanalysen habe keiner „gedacht, dass da noch was drunter liegt, dazu hätte man das Gelände komplett durchlöchern müssen." Man werde die Sache jetzt aufarbeiten, um zu schauen, „wie man es das nächste Mal besser machen kann". Schuldweisungen könne er aber nicht machen. Ob es noch Granaten gibt auf dem Gelände gibt, ließ sich nicht herausfinden.

Die Männer haben eine Granate gefunden. - © Michael Grundmeier
Die Männer haben eine Granate gefunden. - © Michael Grundmeier

Am liebsten wäre ihm ein Blick unter die Oberfläche gewesen, sagte Köster. Die mittels elekromagnetischer Wellen durchgeführten Detektionen des Kampfmittelbeseitigungsdiensts seien aber ohne Ergebnis geblieben. Laut Köster wegen "ferromagnetischer Störeinflüsse". Nach Angaben des städtischen Mitarbeiters soll der auf diesem Teil vorgesehene Parkplatz bis Ende des Jahres fertig werden. Zuvor müssen aber noch weitere Schadstoffe beseitigt werden (teerhaltige Materialien und anderes).

Die Stadt hatte das Areal vor gut elf Jahren von den Krause-Nachfahren erworben. Wirtschaftsförderer Günter Segelhorst hatte während einer Hauptausschusssitzung gesagt, dass es an dieser Stelle keine Verdachtsflächen gegeben. Die Sanierung könnte die Stadt bis zu dreieinhalb Millionen kosten.

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