Unbekannte terrorisieren nachts Rahdener Familien Rahden. Als Sabine Henze (37) an einem Abend zu Beginn der Sommerferien ihre Wäsche von der Terrasse holen will, muss sie auf ein einmal laut schreien. Weniger Meter entfernt steht ihr ein Unbekannter in ihrem Garten gegenüber. Nach ihren Angaben beginnen damit mehrere Monate, in denen der Unbekannte sie und ihre zwei Kinder beobachtet und terrorisiert. Es sind nicht die einzigen Angaben dieser Art aus dem Stadtteil Kleinendorf. Mal habe der Fremde wieder im Garten gestanden, in einem Fall soll er an den Jalousien im Wohnzimmer gerüttelt haben, sagt Henze. Auch Unterwäsche, die im Garten trocknete, werde vermisst. In einem besonders verstörenden Fall soll der Fremde auch in die Wohnung eingedrungen sein. „Wir hatten gerade neue Katzen bekommen. Die sind abgehauen und wir hinterher", sagt Henze. In der Hektik sei die Terassentür nicht abgeschlossen worden. Nach einer etwa 20-minütigen Suche im Umkreis seien die Henzes dann zurückgekommen – um festzustellen, dass jemand ihr Badezimmer benutzt hätte. „Jemand hat sein Geschäft gemacht und nicht abgespült", sagt Henze. Bei zwei der nächtlichen Vorfälle ruft Sabine Henze die Polizei um Hilfe. Doch die Beamten treffen niemanden an. Die Henzes machen sich derweil Sorgen, welche Absichten der Unbekannte verfolgt. „Am Anfang hab ich mich sehr beobachtet gefühlt und konnte kaum schlafen", sagt Henzes zwölfjährige Tochter Jouline. Nachdem die Familie aus der Nachbarschaft Gerüchte über ähnliche Vorfälle hört, beschließt Sohn Niklas (15) auf Facebook nachzufragen, ob noch jemand in Kleinendorf Probleme mit Unbekannten hat. Der Unbekannte schaut ins Schlafzimmerfenster Anton Gaab (30) meldet sich daraufhin. Auch beim Haus seiner Cousine gebe es seit Mai einen nächtlichen Besucher. Drei Mal soll er schon vorbeigeschaut haben. Das Haus liegt rund 600 Meter von dem der Henzes entfernt. Dort leben Gaabs Cousine, ihre Eltern und zeitweise auch ihr Lebensgefährte Dominik Reinhardt (24). „Das erste Mal hat mein Schwiegervater den Mann überrascht, als er morgens um halb fünf nach draußen zum Rauchen gegangen ist", sagt Reinhardt. Daraufhin sei der Unbekannte über einen Zaun geflüchtet. Beim zweiten Besuch des Fremden sei er erneut vom Schwiegervater erwischt worden. Dabei soll der Unbekannte in das Schlafzimmerfenster von Reinhardts Lebensgefährtin geguckt haben. Ebenso bei einem dritten Besuch, den die Familie mitbekommt, weil sie mittlerweile eine Videokamera im Garten aufgestellt hat. Auf dem Video, das der NW vorliegt, ist ein Mann zu sehen, der gegen kurz nach zwei Uhr nachts in den Garten der Familie geht und in das Schlafzimmerfenster blickt. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen. In den Ferien gab es vermehrt Einsätze an der Grundschule Rahden Auch Familie Henze hat ein nachts geschossenes Foto des Eindringlings – auch auf dem ist das Gesicht nicht zu erkennen. Doch das Bildmaterial weckt Zweifel daran, ob es sich um dieselbe Person handelt. Der Unbekannte bei Henzes ist dünn und wirkt jung, der Unbekannte bei der anderen Familie hat einen Bauch und sieht älter aus. Auf Nachfrage bei der Polizei Minden-Lübbecke bestätigt diese die Einsätze bei den Henzes. Zudem habe es im Juni zwei Einsätze bei einem weiteren Haushalt in der unmittelbaren Nähe beider Familien gegeben. Auch dort soll sich ein Unbekannter im Garten herumgetrieben haben. Auch dort wird niemand angetroffen. „Vor allem gab es in der Zeit der Ferien aber Einsätze um die Grundschule Rahden herum wegen alkoholisierter Jugendlicher", sagt Pressesprecher Thomas Bensch. „Diese ließen sich aber so vor Ort klären." Ansonsten sei es in dem Zeitraum der Vorfälle in Kleinendorf sehr ruhig gewesen. Die Polizei rät bei solchen Vorfällen direkt die 110 anzurufen „Wenn man den Zeitraum und die räumliche Nähe zur Grundschule betrachtet, liegt die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen den Jugendlichen dort und den gemeldeten Vorfällen gibt", sagt Bensch. „Belegen lässt sich das aber nicht." Vor allem appelliert der Polizeisprecher an die Bürger, bei derartigen Vorfällen sofort die Polizei einzuschalten. „Bei solchen Fällen sind wir auf Hinweise angewiesen. Dafür ist die 110 da."

Unbekannte terrorisieren nachts Rahdener Familien

Der oder die Täter sollen unter anderem in Fenster hineingespäht haben (Symbolfoto). © Pixabay

Rahden. Als Sabine Henze (37) an einem Abend zu Beginn der Sommerferien ihre Wäsche von der Terrasse holen will, muss sie auf ein einmal laut schreien. Weniger Meter entfernt steht ihr ein Unbekannter in ihrem Garten gegenüber. Nach ihren Angaben beginnen damit mehrere Monate, in denen der Unbekannte sie und ihre zwei Kinder beobachtet und terrorisiert. Es sind nicht die einzigen Angaben dieser Art aus dem Stadtteil Kleinendorf.

Mal habe der Fremde wieder im Garten gestanden, in einem Fall soll er an den Jalousien im Wohnzimmer gerüttelt haben, sagt Henze. Auch Unterwäsche, die im Garten trocknete, werde vermisst. In einem besonders verstörenden Fall soll der Fremde auch in die Wohnung eingedrungen sein. „Wir hatten gerade neue Katzen bekommen. Die sind abgehauen und wir hinterher", sagt Henze. In der Hektik sei die Terassentür nicht abgeschlossen worden. Nach einer etwa 20-minütigen Suche im Umkreis seien die Henzes dann zurückgekommen – um festzustellen, dass jemand ihr Badezimmer benutzt hätte. „Jemand hat sein Geschäft gemacht und nicht abgespült", sagt Henze.

Sabine Henze (m.) und ihre Kinder Niklas und Jouline haben im Garten eine Lichtanlage mit Bewegungsmelder aufgebaut, um den Unbekannten abzuschrecken. - © Jan-Henrik Gerdener
Sabine Henze (m.) und ihre Kinder Niklas und Jouline haben im Garten eine Lichtanlage mit Bewegungsmelder aufgebaut, um den Unbekannten abzuschrecken. - © Jan-Henrik Gerdener

Bei zwei der nächtlichen Vorfälle ruft Sabine Henze die Polizei um Hilfe. Doch die Beamten treffen niemanden an. Die Henzes machen sich derweil Sorgen, welche Absichten der Unbekannte verfolgt. „Am Anfang hab ich mich sehr beobachtet gefühlt und konnte kaum schlafen", sagt Henzes zwölfjährige Tochter Jouline. Nachdem die Familie aus der Nachbarschaft Gerüchte über ähnliche Vorfälle hört, beschließt Sohn Niklas (15) auf Facebook nachzufragen, ob noch jemand in Kleinendorf Probleme mit Unbekannten hat.

Der Unbekannte schaut ins Schlafzimmerfenster

Dominik Reinhardt zeigt wo der Unbekannte im Garten seiner Schwiegereltern beoabachtet wurde. - © Jan-Henrik Gerdener
Dominik Reinhardt zeigt wo der Unbekannte im Garten seiner Schwiegereltern beoabachtet wurde. - © Jan-Henrik Gerdener

Anton Gaab (30) meldet sich daraufhin. Auch beim Haus seiner Cousine gebe es seit Mai einen nächtlichen Besucher. Drei Mal soll er schon vorbeigeschaut haben. Das Haus liegt rund 600 Meter von dem der Henzes entfernt. Dort leben Gaabs Cousine, ihre Eltern und zeitweise auch ihr Lebensgefährte Dominik Reinhardt (24).

„Das erste Mal hat mein Schwiegervater den Mann überrascht, als er morgens um halb fünf nach draußen zum Rauchen gegangen ist", sagt Reinhardt. Daraufhin sei der Unbekannte über einen Zaun geflüchtet. Beim zweiten Besuch des Fremden sei er erneut vom Schwiegervater erwischt worden. Dabei soll der Unbekannte in das Schlafzimmerfenster von Reinhardts Lebensgefährtin geguckt haben. Ebenso bei einem dritten Besuch, den die Familie mitbekommt, weil sie mittlerweile eine Videokamera im Garten aufgestellt hat.

Auf dem Video, das der NW vorliegt, ist ein Mann zu sehen, der gegen kurz nach zwei Uhr nachts in den Garten der Familie geht und in das Schlafzimmerfenster blickt. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen.

In den Ferien gab es vermehrt Einsätze an der Grundschule Rahden

Auch Familie Henze hat ein nachts geschossenes Foto des Eindringlings – auch auf dem ist das Gesicht nicht zu erkennen. Doch das Bildmaterial weckt Zweifel daran, ob es sich um dieselbe Person handelt. Der Unbekannte bei Henzes ist dünn und wirkt jung, der Unbekannte bei der anderen Familie hat einen Bauch und sieht älter aus.

Auf Nachfrage bei der Polizei Minden-Lübbecke bestätigt diese die Einsätze bei den Henzes. Zudem habe es im Juni zwei Einsätze bei einem weiteren Haushalt in der unmittelbaren Nähe beider Familien gegeben. Auch dort soll sich ein Unbekannter im Garten herumgetrieben haben. Auch dort wird niemand angetroffen.

„Vor allem gab es in der Zeit der Ferien aber Einsätze um die Grundschule Rahden herum wegen alkoholisierter Jugendlicher", sagt Pressesprecher Thomas Bensch. „Diese ließen sich aber so vor Ort klären." Ansonsten sei es in dem Zeitraum der Vorfälle in Kleinendorf sehr ruhig gewesen.

Die Polizei rät bei solchen Vorfällen direkt die 110 anzurufen

„Wenn man den Zeitraum und die räumliche Nähe zur Grundschule betrachtet, liegt die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen den Jugendlichen dort und den gemeldeten Vorfällen gibt", sagt Bensch. „Belegen lässt sich das aber nicht."

Vor allem appelliert der Polizeisprecher an die Bürger, bei derartigen Vorfällen sofort die Polizei einzuschalten. „Bei solchen Fällen sind wir auf Hinweise angewiesen. Dafür ist die 110 da."

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales