Unbekannte spritzen Säure in einen Obstbaum in Stemwede-Twiehausen Sonja Rohlfing Stemwede (nw). Vorsätzlich haben Unbekannte jetzt einen Obstbaum in Twiehausen beschädigt. Vor rund drei Jahren hat der Eigentümer auf seinem Grundstück eine Streuobstwiese angelegt mit Apfel-, Kirsch-, Birnen- und Zwetschgenbäumen – insgesamt neun Stück. Als er jetzt am Ostersamstag Leimringe zum Schutz vor Schädlingen anbringen wollte, ist ihm eine Beschädigung an einem Apfelbaum aufgefallen. Er sei definitiv nicht dagegen gefahren, war sich der Twiehauser ganz sicher. Darum hat er den Baum näher begutachtet. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Rinde in etwa 1,20 Meter Höhe ganz weich gewesen sei. Er habe die Stelle genauer untersucht und in dem rund acht Jahre alten Obstbaum ein mehr als Zentimeter großes Loch entdeckt, das bis über die Stammmitte hinausgehe. „Ein Specht kann das nicht gewesen sein. Der geht nicht an einen gesunden Baum“, erklärt der Twiehauser. Er ist sich sicher: „Da hat jemand ein Loch hineingebohrt und eine ätzende Flüssigkeit hineingespitzt.“ Fließspuren sind bei genauerem Hinsehen noch am Baumstamm zu erkennen. »Das hat jemand gemacht, der gegen Umweltschutz ist« Nach einer Unachtsamkeit sieht das Ganze nicht aus, sondern wie vorbereitet und vorsätzlich. Der oder die Unbekannten seien wohl auch ortskundig gewesen, vermutet der Eigentümer, der sein Grundstück unweit des Schweinemaststalls hat, dessen Baugenehmigungsverfahren seit Jahren Behörden und Gerichte beschäftigt. Das durch die Flüssigkeit zersetzte Gewebe hat der Twiehauser entfernt. „Und ich habe die Stelle sofort mit Wundbalsam behandelt“, berichtet er. An eine große Überlebenschance für den Hochstamm-Apfelbaum der Sorte Boskop glaubt er nicht. „Das hat jemand gemacht, der gegen Umwelt- und Klimaschutz ist“, erklärt der Twiehauser. Erst kürzlich hatte Bürgermeister Kai Abruszat bedauert, dass er eine Zunahme von Vandalismus, illegaler Graffiti und wilder Müllentsorgung in Stemwede feststelle. „Wir beobachten aktuell auch in anderen Bereichen eine Veränderung im Umgang der Menschen untereinander, aber auch im Umgang mit gemeindlichem Eigentum“, erklärte der Verwaltungschef bei einem Pressetermin vor knapp zwei Wochen. „Das sind Zeichen, dass sich einige – ich hoffe sehr, Menschen von außerhalb der Gemeinde – nicht mehr innerhalb der gesellschaftlichen Leitplanken bewegen. Das betrifft Achtung, Rücksichtnahme, Respekt und Wertschätzung auch gegenüber dem Eigentum Dritter“, verdeutlichte Kai Abruszat. Er rief die Gesellschaft auf, mehr als bisher aufeinander zu achten. Noch hat der Twiehauser keine Anzeige erstattet. Es sei jedoch ratsam, findet er.

Unbekannte spritzen Säure in einen Obstbaum in Stemwede-Twiehausen

Deutlich ist das Loch am Baumstamm zu erkennen. Das umliegende, zersetzte Gewebe hat der Twiehauser bereits entfernt. Foto: privat © privat

Stemwede (nw). Vorsätzlich haben Unbekannte jetzt einen Obstbaum in Twiehausen beschädigt. Vor rund drei Jahren hat der Eigentümer auf seinem Grundstück eine Streuobstwiese angelegt mit Apfel-, Kirsch-, Birnen- und Zwetschgenbäumen – insgesamt neun Stück. Als er jetzt am Ostersamstag Leimringe zum Schutz vor Schädlingen anbringen wollte, ist ihm eine Beschädigung an einem Apfelbaum aufgefallen.

Er sei definitiv nicht dagegen gefahren, war sich der Twiehauser ganz sicher. Darum hat er den Baum näher begutachtet. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Rinde in etwa 1,20 Meter Höhe ganz weich gewesen sei. Er habe die Stelle genauer untersucht und in dem rund acht Jahre alten Obstbaum ein mehr als Zentimeter großes Loch entdeckt, das bis über die Stammmitte hinausgehe.

Das Kernholz des Apfelbaums ist durch die Sachbeschädigung schwarz geworden. Die Überlebenschancen des Baums sind deshalb gering. Foto: privat - © privat
Das Kernholz des Apfelbaums ist durch die Sachbeschädigung schwarz geworden. Die Überlebenschancen des Baums sind deshalb gering. Foto: privat - © privat

„Ein Specht kann das nicht gewesen sein. Der geht nicht an einen gesunden Baum“, erklärt der Twiehauser. Er ist sich sicher: „Da hat jemand ein Loch hineingebohrt und eine ätzende Flüssigkeit hineingespitzt.“ Fließspuren sind bei genauerem Hinsehen noch am Baumstamm zu erkennen.

»Das hat jemand gemacht, der gegen Umweltschutz ist«

Nach einer Unachtsamkeit sieht das Ganze nicht aus, sondern wie vorbereitet und vorsätzlich. Der oder die Unbekannten seien wohl auch ortskundig gewesen, vermutet der Eigentümer, der sein Grundstück unweit des Schweinemaststalls hat, dessen Baugenehmigungsverfahren seit Jahren Behörden und Gerichte beschäftigt.

Das durch die Flüssigkeit zersetzte Gewebe hat der Twiehauser entfernt. „Und ich habe die Stelle sofort mit Wundbalsam behandelt“, berichtet er. An eine große Überlebenschance für den Hochstamm-Apfelbaum der Sorte Boskop glaubt er nicht. „Das hat jemand gemacht, der gegen Umwelt- und Klimaschutz ist“, erklärt der Twiehauser. Erst kürzlich hatte Bürgermeister Kai Abruszat bedauert, dass er eine Zunahme von Vandalismus, illegaler Graffiti und wilder Müllentsorgung in Stemwede feststelle.

„Wir beobachten aktuell auch in anderen Bereichen eine Veränderung im Umgang der Menschen untereinander, aber auch im Umgang mit gemeindlichem Eigentum“, erklärte der Verwaltungschef bei einem Pressetermin vor knapp zwei Wochen.

„Das sind Zeichen, dass sich einige – ich hoffe sehr, Menschen von außerhalb der Gemeinde – nicht mehr innerhalb der gesellschaftlichen Leitplanken bewegen. Das betrifft Achtung, Rücksichtnahme, Respekt und Wertschätzung auch gegenüber dem Eigentum Dritter“, verdeutlichte Kai Abruszat. Er rief die Gesellschaft auf, mehr als bisher aufeinander zu achten.

Noch hat der Twiehauser keine Anzeige erstattet. Es sei jedoch ratsam, findet er.

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