Umzugspläne gestoppt: Staatsbad-GmbH Bad Oeynhausen bleibt im Haus des Gastes Jörg Stuke Bad Oeynhausen (nw). Es war eine in Teilen leidenschaftlich geführte Debatte. „Das klingt ja, als wenn es um den Untergang des Abendlandes ginge“, sagte Volker Brand, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Dabei stand auf der Tagesordnung des Hauptausschusses unter Punkt 7 ein eher nüchtern anmutendes Thema: Änderung des Nutzungskonzeptes für den Nordbahnhof. Konkret ging es um den Umzug der Staatsbad GmbH, die laut Beschluss der alten Ratsmehrheit aus 2018 eigentlich in diesem Jahr in den sanierten Nordbahnhof umziehen sollte. Doch die Umzugspläne sind gestoppt, das Staatsbad soll im Haus des Gastes bleiben. Das war die erste Entscheidung nach der Kommunalwahl, mit der das neue Bündnis aus CDU und Grünen – assistiert von der FDP – die neuen Kräfteverhältnisse in der Bad Oeynhausener Kommunalpolitik demonstrierte. Zu Beginn der Diskussion hatte Kurt Nagel, Fraktionsvorsitzender der CDU, noch einmal die Argumente angeführt, die nach Ansicht von CDU und Grünen für den Verbleib der Staatsbad GmbH im Haus des Gastes sprechen: Die Fläche im Bahnhof reiche für eine zeitgemäß auftretende Touristen-Information nicht aus. Die Nutzungsgewohnheiten ankommender Gäste hätten sich so verändert, dass eine solche Präsenz am Bahnhof auch nicht notwendig sei. Und die durch einen Umzug frei werdenden Fläche im Haus des Gastes hätten sich nicht anderweitig nutzen lassen, da ja die zweite Staatsbad-Organisation, der städtische Eigenbetrieb, weiterhin dort seine Büros behalten sollte. Auch eine räumliche Trennung der beiden Staatsbad-Betriebe spreche gegen den Umzug, so die CDU. Dann schlug die Stunde der – neuen – Opposition. Die SPD legte einen schriftlichen Kompromissvorschlag vor, der zumindest zwei Staatsbad-Arbeitsplätze für eine Touristen-Information im Bahnhof vorsieht. Ein weitergehender Umzug der Staatsbad GmbH solle geprüft werden, so der Kern des Gegenvorschlags, der im Briefkopf noch die Kennung des alten Vierer-Bündnisses von SPD, BBO, UW und Linken trug, im weiteren aber als reiner SPD-Vorschlag gekennzeichnet war. „Diese Debatte ist für die Stadtentwicklung von Bad Oeynhausen nicht ganz unwichtig“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Olaf Winkelmann. Ansatz für die Umzugspläne sei die Frage gewesen, wie man den Nordbahnhof beleben könne. „So ist die Idee entstanden, die Touristen-Info in den Bahnhof zu verlegen. Dort ist der meiste Publikumsverkehr“, so Winkelmann. „Und darüber waren wir uns alle einig, auch die CDU“. Erst in der weiteren Diskussion, in der sich das damalige Fünferbündnis (noch mit den Grünen) auf den kompletten Umzug der Staatsbad GmbH in den Bahnhof festgelegt habe, sei die CDU dann nicht mehr mit im Boot gewesen. Wortreiche Unterstützung bekam die SPD von Reiner Barg, dem Fraktionsvorsitzenden der BBO (Bürger für Bad Oeynhausen). „Das war 2018 kein Schnellschuss, sondern eine gut überlegte Entscheidung“, sagte Barg. „Wir wollten eine nachhaltige Nutzung für den Bahnhof finden.“

Umzugspläne gestoppt: Staatsbad-GmbH Bad Oeynhausen bleibt im Haus des Gastes

Das Staatsbad zieht doch nicht in den Ostflügel des Bad Oeynhausener Bahnhofs um. Foto: Ulf Hanke © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen (nw). Es war eine in Teilen leidenschaftlich geführte Debatte. „Das klingt ja, als wenn es um den Untergang des Abendlandes ginge“, sagte Volker Brand, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Dabei stand auf der Tagesordnung des Hauptausschusses unter Punkt 7 ein eher nüchtern anmutendes Thema: Änderung des Nutzungskonzeptes für den Nordbahnhof. Konkret ging es um den Umzug der Staatsbad GmbH, die laut Beschluss der alten Ratsmehrheit aus 2018 eigentlich in diesem Jahr in den sanierten Nordbahnhof umziehen sollte. Doch die Umzugspläne sind gestoppt, das Staatsbad soll im Haus des Gastes bleiben. Das war die erste Entscheidung nach der Kommunalwahl, mit der das neue Bündnis aus CDU und Grünen – assistiert von der FDP – die neuen Kräfteverhältnisse in der Bad Oeynhausener Kommunalpolitik demonstrierte.

Zu Beginn der Diskussion hatte Kurt Nagel, Fraktionsvorsitzender der CDU, noch einmal die Argumente angeführt, die nach Ansicht von CDU und Grünen für den Verbleib der Staatsbad GmbH im Haus des Gastes sprechen: Die Fläche im Bahnhof reiche für eine zeitgemäß auftretende Touristen-Information nicht aus. Die Nutzungsgewohnheiten ankommender Gäste hätten sich so verändert, dass eine solche Präsenz am Bahnhof auch nicht notwendig sei. Und die durch einen Umzug frei werdenden Fläche im Haus des Gastes hätten sich nicht anderweitig nutzen lassen, da ja die zweite Staatsbad-Organisation, der städtische Eigenbetrieb, weiterhin dort seine Büros behalten sollte. Auch eine räumliche Trennung der beiden Staatsbad-Betriebe spreche gegen den Umzug, so die CDU.

Dann schlug die Stunde der – neuen – Opposition. Die SPD legte einen schriftlichen Kompromissvorschlag vor, der zumindest zwei Staatsbad-Arbeitsplätze für eine Touristen-Information im Bahnhof vorsieht. Ein weitergehender Umzug der Staatsbad GmbH solle geprüft werden, so der Kern des Gegenvorschlags, der im Briefkopf noch die Kennung des alten Vierer-Bündnisses von SPD, BBO, UW und Linken trug, im weiteren aber als reiner SPD-Vorschlag gekennzeichnet war.

„Diese Debatte ist für die Stadtentwicklung von Bad Oeynhausen nicht ganz unwichtig“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Olaf Winkelmann. Ansatz für die Umzugspläne sei die Frage gewesen, wie man den Nordbahnhof beleben könne. „So ist die Idee entstanden, die Touristen-Info in den Bahnhof zu verlegen. Dort ist der meiste Publikumsverkehr“, so Winkelmann. „Und darüber waren wir uns alle einig, auch die CDU“. Erst in der weiteren Diskussion, in der sich das damalige Fünferbündnis (noch mit den Grünen) auf den kompletten Umzug der Staatsbad GmbH in den Bahnhof festgelegt habe, sei die CDU dann nicht mehr mit im Boot gewesen. Wortreiche Unterstützung bekam die SPD von Reiner Barg, dem Fraktionsvorsitzenden der BBO (Bürger für Bad Oeynhausen). „Das war 2018 kein Schnellschuss, sondern eine gut überlegte Entscheidung“, sagte Barg. „Wir wollten eine nachhaltige Nutzung für den Bahnhof finden.“

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