Trotz Impfung gibt es Corona-Ausbrüche in mehreren Altenheimen Positive Befunde trotz Impfungen. Die Vorsichtsmaßnahme der Einrichtung des Ludwig-Steil-Hofes gilt noch bis Ende der Woche. Auch in anderen Altenheimen gelten strenge Schutzmaßnahmen. Karsten Schulz,Ingrun Waschneck,Frank Hartmann Lübbecker Land. Bundesweit gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Altenheime und weitere Senioreneinrichtungen angeblich die Pandemiewellen überwunden hätten und nunmehr sich langsam wieder öffnen könnten. Vor allem die Bundeskanzlerin und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machen immer wieder Hoffnung darauf, dass nach der „Durchimpfung" der Einrichtungen „das Schlimmste vorüber ist". ESPELKAMP Das stimmt nicht in allen Fällen, wie das jüngste Beispiel des Volkeninghauses, einer Einrichtung der Diakonischen Stiftung des Ludwig-Steil-Hofes, zeigt. Dort musste Einrichtungsleiterin Peggy Meerkötter-Puller nach Anweisung des Gesundheitsamtes und der Heimaufsicht die Einrichtung vorübergehend schließen. Auch andere Senioreneinrichtungen wie das Caritas-Pflegezentrum St. Agnes in Hunteburg sowie Pflege-, Betreuungs- und Reha-Einrichtungen im Kreis Minden-Lübbecke werden von Corona-Ausbrüchen heimgesucht. „Sehr geehrte Angehörige, Besucherinnen und Besucher des Volkeninghauses, ich muss Sie darüber informieren, dass wir zurzeit einige positive Befunde bezüglich SARS-Covid-19 in unserem Hause haben. Für das ganze Volkeninghaus ist ab sofort bis zur weiteren Abklärung vom Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke ein komplettes Besuchsverbot ausgesprochen worden. Ich bitte um Ihr Verständnis", schrieb die Leiterin auf der Homepage. Eine ähnliche Situation habe es bisher im übrigen Kreisgebiet noch nicht gegeben, verlautet aus der Mindener Kreisverwaltung. Die Corona-Situation in den Alten- und Pflegeheimen habe sich zuletzt deutlich entspannt, auch die Zahl der Todesfälle sei glücklicherweise stark gesunken. Beides dürfte vor allem an den Impfungen liegen, darauf weist Florian Hemann von der Pressestelle des Kreises hin. Im Falle der angesprochenen Einrichtung hätten „nicht alle Bewohner und Mitarbeitende das Impfangebot in Anspruch genommen". Unter den jetzt infizierten Personen seien sowohl Menschen mit als auch ohne Impfschutz. Dass sich auch nach einer Impfung Personen noch mit Corona infizieren können, sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen und sei im Kreisgebiet schon in anderen Einrichtungen vorgekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufe die Erkrankung dann „sehr viel milder oder sogar ganz symptomfrei", so Florian Hemann. Das Volkeninghaus des Ludwig-Steil-Hofes ist zunächst bis zum Freitag, 9. April, für den Besucherverkehr gänzlich geschlossen. Dies sei mit den Behörden, der Heimaufsicht und dem Kreisgesundheitsamt als „reine Vorsichtsmaßnahme" so abgesprochen worden, machte Leiterin Peggy Meerkötter-Puller im Gespräch mit der NW deutlich. Der „rege Austausch" habe auch über Ostern stattgefunden. Unter den Betroffenen befänden sich sowohl positiv getestete Mitarbeiter,Bewohner und Besucher. Auch geimpfte Personen waren wieder positiv. Insgesamt hätten gut 80 Prozent aller Bewohner an den Impfaktionen im Hause teilgenommen. Alle neu zugezogenen Personen würden entsprechend nachgeimpft. Es handele sich hier um einen „laufenden Prozess, um so früh wie möglich das Virus einzudämmen". Meerkötter-Puller weist darauf hin, dass das Volkeninghaus einen „palliativen Schwerpunkt" aufweise. Ebenso gebe es einen Schwerpunkt im Bereich der Demenz: „Wir versuchen, das Bestmögliche und Würdevollste für die Bewohner vor Ort zu entwickeln. Man kann die Menschen aber nicht einfach einsperren, um sie vor sich selbst und andere zu schützen." PR. OLDENDORF „Wir haben glücklicherweise weder in unserem Haus in Pr. Oldendorf noch in Bad Essen zurzeit Bewohner oder Mitarbeiter, die Corona-positiv sind", sagt Rebecca Jung, Pressesprecherin der Dr.-Becker-Unternehmensgruppe als Betreiberin der Heime. Sie habe nach Rücksprache mit den Einrichtungsleiterinnen der beiden Vitalis-Wohnpark-Häuser, Katja Lammert und Susanne Hommers, erfahren, dass nach wie vor auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet werde. „Unsere Mitarbeiter tragen Masken, wenn sie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen sind", erklärt Jung. Und für Besucher gelte nach wie vor, dass zunächst ein Termin vereinbart sowie vor Ort ein Schnelltest gemacht werden müsse. „Beim Besuch des Angehörigen muss dann eine FFP2-Maske getragen werden", so die Pressesprecherin. LÜBBECKE Im evangelischen Alten- und Pflegeheim der Diakonie am Kirchplatz in Lübbecke war es im November zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Fünf Bewohner und fünf Mitarbeiter waren betroffen, „obwohl wir ein engmaschiges Einlass- und Kontrollsystem haben und nur FFP2-Masken tragen", sagte Heimleiterin Birgit Rahe damals. Die Betroffenen mussten in eine 14-tägige Quarantäne. Zudem wurden auch alle anderen der knapp 100 Bewohner und 90 Mitarbeiter zeitnah getestet. Auf Nachfrage, wie es zu dem Corona-Ausbruch kommen konnte, sagte Rahe damals, ein hundertprozentiger Schutz sei nicht möglich: „Wir sind ein offenes Haus und Besuche von Angehörigen sind möglich." Das gilt auch aktuell, denn seit November hat es Rahe zufolge keinen weiteren Corona-Fall mehr gegeben. 90 Prozent der Bewohner und der Mitarbeiter seien geimpft, sagte Birgit Rahe am Dienstag: „Das gibt viel Sicherheit." Darüber hinaus ließen sich die Bewohner regelmäßig testen, auch jeder Besucher werde getestet, was gut ankomme: „Dann müssen Bewohner und Angehörige nicht nach Blasheim." Besuche sind jederzeit möglich, es gelte „freie Zeiteinteilung", so Rahe.

Trotz Impfung gibt es Corona-Ausbrüche in mehreren Altenheimen

Für einen Besuch im Volkeninghaus des Ludwig-Steil-Hofes in Espelkamp gelten strenge Auflagen. © Foto: LSH / Kapries

Lübbecker Land. Bundesweit gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Altenheime und weitere Senioreneinrichtungen angeblich die Pandemiewellen überwunden hätten und nunmehr sich langsam wieder öffnen könnten. Vor allem die Bundeskanzlerin und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machen immer wieder Hoffnung darauf, dass nach der „Durchimpfung" der Einrichtungen „das Schlimmste vorüber ist".

ESPELKAMP

Das stimmt nicht in allen Fällen, wie das jüngste Beispiel des Volkeninghauses, einer Einrichtung der Diakonischen Stiftung des Ludwig-Steil-Hofes, zeigt. Dort musste Einrichtungsleiterin Peggy Meerkötter-Puller nach Anweisung des Gesundheitsamtes und der Heimaufsicht die Einrichtung vorübergehend schließen. Auch andere Senioreneinrichtungen wie das Caritas-Pflegezentrum St. Agnes in Hunteburg sowie Pflege-, Betreuungs- und Reha-Einrichtungen im Kreis Minden-Lübbecke werden von Corona-Ausbrüchen heimgesucht.

„Sehr geehrte Angehörige, Besucherinnen und Besucher des Volkeninghauses, ich muss Sie darüber informieren, dass wir zurzeit einige positive Befunde bezüglich SARS-Covid-19 in unserem Hause haben. Für das ganze Volkeninghaus ist ab sofort bis zur weiteren Abklärung vom Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke ein komplettes Besuchsverbot ausgesprochen worden. Ich bitte um Ihr Verständnis", schrieb die Leiterin auf der Homepage.

Eine ähnliche Situation habe es bisher im übrigen Kreisgebiet noch nicht gegeben, verlautet aus der Mindener Kreisverwaltung. Die Corona-Situation in den Alten- und Pflegeheimen habe sich zuletzt deutlich entspannt, auch die Zahl der Todesfälle sei glücklicherweise stark gesunken. Beides dürfte vor allem an den Impfungen liegen, darauf weist Florian Hemann von der Pressestelle des Kreises hin.

Im Falle der angesprochenen Einrichtung hätten „nicht alle Bewohner und Mitarbeitende das Impfangebot in Anspruch genommen". Unter den jetzt infizierten Personen seien sowohl Menschen mit als auch ohne Impfschutz. Dass sich auch nach einer Impfung Personen noch mit Corona infizieren können, sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen und sei im Kreisgebiet schon in anderen Einrichtungen vorgekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufe die Erkrankung dann „sehr viel milder oder sogar ganz symptomfrei", so Florian Hemann.

Das Volkeninghaus des Ludwig-Steil-Hofes ist zunächst bis zum Freitag, 9. April, für den Besucherverkehr gänzlich geschlossen. Dies sei mit den Behörden, der Heimaufsicht und dem Kreisgesundheitsamt als „reine Vorsichtsmaßnahme" so abgesprochen worden, machte Leiterin Peggy Meerkötter-Puller im Gespräch mit der NW deutlich. Der „rege Austausch" habe auch über Ostern stattgefunden. Unter den Betroffenen befänden sich sowohl positiv getestete Mitarbeiter,Bewohner und Besucher.

Auch geimpfte Personen waren wieder positiv. Insgesamt hätten gut 80 Prozent aller Bewohner an den Impfaktionen im Hause teilgenommen. Alle neu zugezogenen Personen würden entsprechend nachgeimpft. Es handele sich hier um einen „laufenden Prozess, um so früh wie möglich das Virus einzudämmen".

Meerkötter-Puller weist darauf hin, dass das Volkeninghaus einen „palliativen Schwerpunkt" aufweise. Ebenso gebe es einen Schwerpunkt im Bereich der Demenz: „Wir versuchen, das Bestmögliche und Würdevollste für die Bewohner vor Ort zu entwickeln. Man kann die Menschen aber nicht einfach einsperren, um sie vor sich selbst und andere zu schützen."

PR. OLDENDORF

„Wir haben glücklicherweise weder in unserem Haus in Pr. Oldendorf noch in Bad Essen zurzeit Bewohner oder Mitarbeiter, die Corona-positiv sind", sagt Rebecca Jung, Pressesprecherin der Dr.-Becker-Unternehmensgruppe als Betreiberin der Heime. Sie habe nach Rücksprache mit den Einrichtungsleiterinnen der beiden Vitalis-Wohnpark-Häuser, Katja Lammert und Susanne Hommers, erfahren, dass nach wie vor auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geachtet werde.

„Unsere Mitarbeiter tragen Masken, wenn sie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen sind", erklärt Jung. Und für Besucher gelte nach wie vor, dass zunächst ein Termin vereinbart sowie vor Ort ein Schnelltest gemacht werden müsse. „Beim Besuch des Angehörigen muss dann eine FFP2-Maske getragen werden", so die Pressesprecherin.

LÜBBECKE

Im evangelischen Alten- und Pflegeheim der Diakonie am Kirchplatz in Lübbecke war es im November zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Fünf Bewohner und fünf Mitarbeiter waren betroffen, „obwohl wir ein engmaschiges Einlass- und Kontrollsystem haben und nur FFP2-Masken tragen", sagte Heimleiterin Birgit Rahe damals.

Die Betroffenen mussten in eine 14-tägige Quarantäne. Zudem wurden auch alle anderen der knapp 100 Bewohner und 90 Mitarbeiter zeitnah getestet. Auf Nachfrage, wie es zu dem Corona-Ausbruch kommen konnte, sagte Rahe damals, ein hundertprozentiger Schutz sei nicht möglich: „Wir sind ein offenes Haus und Besuche von Angehörigen sind möglich."

Das gilt auch aktuell, denn seit November hat es Rahe zufolge keinen weiteren Corona-Fall mehr gegeben. 90 Prozent der Bewohner und der Mitarbeiter seien geimpft, sagte Birgit Rahe am Dienstag: „Das gibt viel Sicherheit." Darüber hinaus ließen sich die Bewohner regelmäßig testen, auch jeder Besucher werde getestet, was gut ankomme: „Dann müssen Bewohner und Angehörige nicht nach Blasheim." Besuche sind jederzeit möglich, es gelte „freie Zeiteinteilung", so Rahe.

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