Ausbildung in Minden: Theater in Bad Oeynhausen hat zum ersten Mal eine Bühnenmeisterin Nicole Sielermann Bad Oeynhausen. Manchmal, da liegt das Gute ganz nah. In der Nachbarstadt Minden zum Beispiel. Dort absolvierte Julia Treger am Stadttheater ihre Ausbildung als Veranstaltungstechnikerin, machte ihren Meister und suchte danach eine neue Wirkungsstätte. Die fand sich in Bad Oeynhausen. Dort, wo seit Jahren die Stelle als Bühnenmeister vakant war. "Ein Sechser im Lotto", nennt das Dirk Henschel. Der Staatsbad-Betriebsleiter hatte auf dem leergefegten Markt kaum Chancen. Umso begeisterter zeigt er sich nun von der ersten Frau auf dem Posten. Eigentlich liebäugelte Julia Treger mit einer Karriere als Musikerin. Seit 20 Jahren spielt die 30-Jährige klassische Konzertgitarre und träumte immer davon, einmal Musik zu studieren und auf den Bühnen der Welt zu stehen. Jetzt steht sie vor allem hinter der Bühne. "Es waren Umwege notwendig", sagt sie schmunzelnd. Geboren in Aurich, machte sie unter anderen ein Praktikum beim Radio und kam in den ersten Kontakt mit der Technik. Das Praktikum bei einem Veranstaltungstechniker zeigte vor allem lange Arbeitstage: "Schöne, lange Tage", wie Treger bilanziert. Die Jobwahl war gefallen, das Konzert mit Rammstein vor dem geistigen Auge. Und dann? "Bin ich im Theater gelandet", erzählt die 30-Jährige lachend. Von 2010 bis 2013 absolvierte sie am Mindener Stadttheater ihre Ausbildung und schob von 2017 bis 2019 den Meister hinterher. Wer einen Meister hat, möchte auch einen eigenen Wirkungskreis. "In Minden war leider keine Stelle frei." Und so hörte sie sich um und erfuhr, dass Bad Oeynhausen schon lange einen angestellten Bühnenmeister suchte. "Ich mag Theater total gern", sagt Julia Treger. "Die haben alle einen ganz eigenen Charme." Besonders das Haus im Kurpark glänze mit einer traumhaften Lage, einer guten Größe und einer tollen Akustik. Gerade hatte Julia Treger ihren Job angetreten, als durch Corona das öffentliche Leben stillstand. Auch im Theater hob sich der Vorhang nicht mehr. "Ich habe Arbeiten aus der Sommerpause vorgezogen, am Hygienekonzept der nächsten Monate mitgearbeitet, habe Baumaßnahmen betreut und das Büro ausgemistet", bilanziert sie. In den Schränken hätte sich in den vergangenen 30 Jahren viel angesammelt. Und auch die Wand im Büro hat einen neuen Anstrich bekommen. "Hier hingen nur Autogrammkarten, die waren quasi die Tapete", sagt Treger. Die sind nun verschwunden, einige wenige der echten Stars haben den Weg in drei Bilderrahmen gefunden. Wenn in wenigen Wochen wieder Leben ins Theater zurückkehrt, wird auch Julia Treger wieder ihren Platz einnehmen. "Wenn das Bühnenbild kommt, geht es um Aufbau und Koordination", sagt sie. Dann muss sie auch mal die Leiter hoch zum Scheinwerfer. "Die Höhentauglichkeit habe ich im Theater bekommen", sagt sie augenzwinkernd. Vorher habe sie sich kaum auf eine Leiter getraut. "Da muss man durch, habe ich zu hören bekommen." Und Treger hat es geschafft: "Man gewöhnt sich dran." Vor der Vorstellung, vor der Pause und natürlich beim Abbau ist sie gefordert. Und derzeit bei den Videoclips, die das Staatsbad-Orchester in der Corona-Pause für die Zuhörer produziert. Treger: "Mittlerweile spielt das Orchester wieder in der Wandelhalle - aber die Clips auf Youtube sollen fortgesetzt werden."

Ausbildung in Minden: Theater in Bad Oeynhausen hat zum ersten Mal eine Bühnenmeisterin

Julia Tregers Wirkungsstätte ist das Theater im Park - allerdings ist die Bühnenmeisterin selten vom Publikum zu sehen. © Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Manchmal, da liegt das Gute ganz nah. In der Nachbarstadt Minden zum Beispiel. Dort absolvierte Julia Treger am Stadttheater ihre Ausbildung als Veranstaltungstechnikerin, machte ihren Meister und suchte danach eine neue Wirkungsstätte. Die fand sich in Bad Oeynhausen. Dort, wo seit Jahren die Stelle als Bühnenmeister vakant war. "Ein Sechser im Lotto", nennt das Dirk Henschel. Der Staatsbad-Betriebsleiter hatte auf dem leergefegten Markt kaum Chancen. Umso begeisterter zeigt er sich nun von der ersten Frau auf dem Posten.

Eigentlich liebäugelte Julia Treger mit einer Karriere als Musikerin. Seit 20 Jahren spielt die 30-Jährige klassische Konzertgitarre und träumte immer davon, einmal Musik zu studieren und auf den Bühnen der Welt zu stehen. Jetzt steht sie vor allem hinter der Bühne. "Es waren Umwege notwendig", sagt sie schmunzelnd. Geboren in Aurich, machte sie unter anderen ein Praktikum beim Radio und kam in den ersten Kontakt mit der Technik. Das Praktikum bei einem Veranstaltungstechniker zeigte vor allem lange Arbeitstage: "Schöne, lange Tage", wie Treger bilanziert. Die Jobwahl war gefallen, das Konzert mit Rammstein vor dem geistigen Auge. Und dann? "Bin ich im Theater gelandet", erzählt die 30-Jährige lachend. Von 2010 bis 2013 absolvierte sie am Mindener Stadttheater ihre Ausbildung und schob von 2017 bis 2019 den Meister hinterher.

Julia Treger hat bei Aufführungen im Theater im Park auch die Technik im Blick. - © Nicole Sielermann
Julia Treger hat bei Aufführungen im Theater im Park auch die Technik im Blick. - © Nicole Sielermann

Wer einen Meister hat, möchte auch einen eigenen Wirkungskreis. "In Minden war leider keine Stelle frei." Und so hörte sie sich um und erfuhr, dass Bad Oeynhausen schon lange einen angestellten Bühnenmeister suchte. "Ich mag Theater total gern", sagt Julia Treger. "Die haben alle einen ganz eigenen Charme." Besonders das Haus im Kurpark glänze mit einer traumhaften Lage, einer guten Größe und einer tollen Akustik.

Gerade hatte Julia Treger ihren Job angetreten, als durch Corona das öffentliche Leben stillstand. Auch im Theater hob sich der Vorhang nicht mehr. "Ich habe Arbeiten aus der Sommerpause vorgezogen, am Hygienekonzept der nächsten Monate mitgearbeitet, habe Baumaßnahmen betreut und das Büro ausgemistet", bilanziert sie. In den Schränken hätte sich in den vergangenen 30 Jahren viel angesammelt. Und auch die Wand im Büro hat einen neuen Anstrich bekommen. "Hier hingen nur Autogrammkarten, die waren quasi die Tapete", sagt Treger. Die sind nun verschwunden, einige wenige der echten Stars haben den Weg in drei Bilderrahmen gefunden.

Wenn in wenigen Wochen wieder Leben ins Theater zurückkehrt, wird auch Julia Treger wieder ihren Platz einnehmen. "Wenn das Bühnenbild kommt, geht es um Aufbau und Koordination", sagt sie. Dann muss sie auch mal die Leiter hoch zum Scheinwerfer. "Die Höhentauglichkeit habe ich im Theater bekommen", sagt sie augenzwinkernd. Vorher habe sie sich kaum auf eine Leiter getraut. "Da muss man durch, habe ich zu hören bekommen." Und Treger hat es geschafft: "Man gewöhnt sich dran." Vor der Vorstellung, vor der Pause und natürlich beim Abbau ist sie gefordert. Und derzeit bei den Videoclips, die das Staatsbad-Orchester in der Corona-Pause für die Zuhörer produziert. Treger: "Mittlerweile spielt das Orchester wieder in der Wandelhalle - aber die Clips auf Youtube sollen fortgesetzt werden."

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