Tauwasserschaden - zahlt die Versicherung? Ingrun Waschneck Lübbecke. Der schöne Bilderbuchwinter mit verschneiten Landschaften, blitzblauem Himmel und Sonnenschein hat so manchen erfreut und zu Spaziergängen und Rodelpartien aus dem Haus gelockt. Einigen Hausbesitzern hat er aber auch Ärger bereitet. Der feine Pulverschnee ist vom starken Ostwind zwischen den Dachziegeln auf Dach- und Spitzböden geweht worden. Wer ihn nicht umgehend entfernt hat und durch das aktuelle Tauwetter jetzt Feuchtigkeitsschäden an Wänden und Decken hat, muss dafür selbst aufkommen. Jedenfalls dann, wenn sie nicht durch nachweisbare Sturmschäden entstanden sind. „Nach dem einsetzenden starken Schneefall haben wir unseren Kunden über Facebook und Instagram geraten, auf ihren Dachböden nachzuschauen, ob sich dort Schnee befinde, diesen zu räumen und eventuell noch einen Nass-Sauger einzusetzen", sagt Nino Krone von der LVM-Versicherungsagentur Andreas Jark. „Wir hatten auch vermehrt Anrufe von Kunden, bei denen dies der Fall war." Das betraf sowohl ausgebaute als auch nicht ausgebaute Dachböden. Nicht alle hätten Verständnis dafür gezeigt, dass die Versicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen für einen Feuchtigkeitsschäden aufkomme. Schaden umgehend melden „In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar hat die Wetterdatenbank einen Sturm, das heißt ab 8 Windstärken, gemeldet", sagt Krone. Für dadurch entstandene Schäden komme der Versicherer auf. „Das können lockere, verschobene oder herabgerutschte Ziegel sein", so der Kaufmann für Versicherung und Finanzen. Kunden seien dabei in der Beweispflicht. Dafür sollten sie den Schaden umgehend melden und „die Sachlage fotografieren", rät er. Lasse sich keine Beschädigung durch den Sturm feststellen, komme die Gebäudeversicherung nicht auf. „Tauwasserschäden können nicht versichert werden", informiert Krone. Das gelte beispielsweise auch dann, wenn Regen durch ein offenstehendes Fenster eindringe. „Wir decken vieles ab, höhere Gewalt zählt aber nicht dazu", sagt Krone. Zudem hätten Versicherungsnehmer auch eine eigene Sorgfaltspflicht. "Der Blizzard und dessen Folgen waren schon ungewöhnlich" Schneedruck hingegen, der Teile des Daches aufgrund der Schneemasse beschädigen könne, lasse sich durch einen Zusatzbaustein bei der Elementarschadenversicherung einschließen, erklärt der 24-Jährige. Auch Schäden durch Überschwemmungen könnten versichert werden. „Der Blizzard und dessen Folgen waren schon ungewöhnlich, so eine extreme Wetterlage haben wir vielleicht alle zehn Jahre." Der Schnee hat auch dem Zimmermann Roger Lipinski aus Lübbecke einige zusätzliche Arbeit beschert. „Ich habe Dachgauben abgefegt und deren Übergänge zum Dach, die Kehlen, von Schnee und Eis befreit, damit kein Schmelzwasser eindringen kann", berichtet er. Nicht jedes Haus habe eine Folie unter den Ziegeln, „das ist besonders bei alten Häusern der Fall." Da habe es der feine Pulverschnee besonders leicht einzudringen. Diese Unterspannbahnen würden jedoch, so sie nicht beschädigt seien, den Schnee abfangen. „Wenn er taut, kann das Wasser darauf ablaufen und Schäden im Haus können so vermieden werden", erklärt der Zimmermann, der auch Dachreparaturen ausführt. Dachlawinen können zur Gefahr werden Tauwetter könne auch Dachlawinen auslösen, die beispielsweise für Fußgänger auf Gehwegen zur Gefahr werden könnten. „Einen Schutz vor herabfallenden Schneebrocken bieten Schneefanggitter, die oberhalb der Regenrinne angebracht werden", sagt Lipinski. Seinen Beruf konnte der Zimmermann bei dem Wetter nicht jeden Tag ausüben. „An den drei, vier freien Tagen habe ich aber den Winter genießen können."

Tauwasserschaden - zahlt die Versicherung?

Der böige Ostwind hat den Schnee durch die Ritzen der Dachpfannen bis auf den Dachboden geweht. Wenn der Schnee taut, sucht sich das Wasser seinen Weg. © Heike von Schulz

Lübbecke. Der schöne Bilderbuchwinter mit verschneiten Landschaften, blitzblauem Himmel und Sonnenschein hat so manchen erfreut und zu Spaziergängen und Rodelpartien aus dem Haus gelockt. Einigen Hausbesitzern hat er aber auch Ärger bereitet. Der feine Pulverschnee ist vom starken Ostwind zwischen den Dachziegeln auf Dach- und Spitzböden geweht worden. Wer ihn nicht umgehend entfernt hat und durch das aktuelle Tauwetter jetzt Feuchtigkeitsschäden an Wänden und Decken hat, muss dafür selbst aufkommen. Jedenfalls dann, wenn sie nicht durch nachweisbare Sturmschäden entstanden sind.

„Nach dem einsetzenden starken Schneefall haben wir unseren Kunden über Facebook und Instagram geraten, auf ihren Dachböden nachzuschauen, ob sich dort Schnee befinde, diesen zu räumen und eventuell noch einen Nass-Sauger einzusetzen", sagt Nino Krone von der LVM-Versicherungsagentur Andreas Jark. „Wir hatten auch vermehrt Anrufe von Kunden, bei denen dies der Fall war." Das betraf sowohl ausgebaute als auch nicht ausgebaute Dachböden. Nicht alle hätten Verständnis dafür gezeigt, dass die Versicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen für einen Feuchtigkeitsschäden aufkomme.

Fast könnte man es für ein Aquarell halten: Das Tauwasser hat ein Bild an der Zimmerdecke entstehen lassen. - © Ingrun Waschneck
Fast könnte man es für ein Aquarell halten: Das Tauwasser hat ein Bild an der Zimmerdecke entstehen lassen. - © Ingrun Waschneck

Schaden umgehend melden

„In der Nacht vom 6. auf den 7. Februar hat die Wetterdatenbank einen Sturm, das heißt ab 8 Windstärken, gemeldet", sagt Krone. Für dadurch entstandene Schäden komme der Versicherer auf. „Das können lockere, verschobene oder herabgerutschte Ziegel sein", so der Kaufmann für Versicherung und Finanzen. Kunden seien dabei in der Beweispflicht. Dafür sollten sie den Schaden umgehend melden und „die Sachlage fotografieren", rät er.

Lasse sich keine Beschädigung durch den Sturm feststellen, komme die Gebäudeversicherung nicht auf. „Tauwasserschäden können nicht versichert werden", informiert Krone. Das gelte beispielsweise auch dann, wenn Regen durch ein offenstehendes Fenster eindringe. „Wir decken vieles ab, höhere Gewalt zählt aber nicht dazu", sagt Krone. Zudem hätten Versicherungsnehmer auch eine eigene Sorgfaltspflicht.

"Der Blizzard und dessen Folgen waren schon ungewöhnlich"

Schneedruck hingegen, der Teile des Daches aufgrund der Schneemasse beschädigen könne, lasse sich durch einen Zusatzbaustein bei der Elementarschadenversicherung einschließen, erklärt der 24-Jährige. Auch Schäden durch Überschwemmungen könnten versichert werden. „Der Blizzard und dessen Folgen waren schon ungewöhnlich, so eine extreme Wetterlage haben wir vielleicht alle zehn Jahre."

Der Schnee hat auch dem Zimmermann Roger Lipinski aus Lübbecke einige zusätzliche Arbeit beschert. „Ich habe Dachgauben abgefegt und deren Übergänge zum Dach, die Kehlen, von Schnee und Eis befreit, damit kein Schmelzwasser eindringen kann", berichtet er. Nicht jedes Haus habe eine Folie unter den Ziegeln, „das ist besonders bei alten Häusern der Fall." Da habe es der feine Pulverschnee besonders leicht einzudringen. Diese Unterspannbahnen würden jedoch, so sie nicht beschädigt seien, den Schnee abfangen. „Wenn er taut, kann das Wasser darauf ablaufen und Schäden im Haus können so vermieden werden", erklärt der Zimmermann, der auch Dachreparaturen ausführt.

Dachlawinen können zur Gefahr werden

Tauwetter könne auch Dachlawinen auslösen, die beispielsweise für Fußgänger auf Gehwegen zur Gefahr werden könnten. „Einen Schutz vor herabfallenden Schneebrocken bieten Schneefanggitter, die oberhalb der Regenrinne angebracht werden", sagt Lipinski. Seinen Beruf konnte der Zimmermann bei dem Wetter nicht jeden Tag ausüben. „An den drei, vier freien Tagen habe ich aber den Winter genießen können."

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