TV-Dreharbeiten auf Schloss Bückeburg lösen Feuerwehreinsatz aus Johannes Pietsch,Leonhard Behmann Bückeburg (szlz). Ob „Bach in Brazil“ oder „Der gute Göring“, „EneMe“ oder „Mata Hari – schon seit Jahren ist Schloss Bückeburg für bedeutende Kino- und Fernseh-Drehs eine begehrte Kulisse. Jetzt gesellt sich zu den auf dem Fürstensitz entstandenen Produktionen eine weitere hinzu: Zurzeit laufen dort Dreharbeiten für das von den Sendern NDR und Arte produzierte Dokudrama „Johannes Brahms“. Die Fernsehproduktion, welche Spielszenen mit Archivmaterial sowie mit Interviews kombiniert, zeigt die Entwicklung vom jungen Künstler unter den Fittichen von Clara und Robert Schumann zum gefeierten Genie der Hochromantik. Insgesamt fünf Tage wird auf Schloss Bückeburg gedreht. Dabei verwandelt sich unter anderem der weiße Saal in ein Audienzzimmer der Wiener Hofburg. Hier trifft der gealterte Johannes Brahms auf die noch kindliche Prinzessin und spätere Kaiserin Elisabeth. Aber auch Szenen aus der Hamburger Wohnung der Familie Brahms, die die Kindheit des späteren großen Komponisten beleuchten, entstehen in Bückeburg. „Es ist einfach eine tolle und unglaublich vielseitige Location“, findet Andrea Giesel, Aufnahmeleiterin und zuständig für das Location-Management vor Ort, die sich für die Dreherlaubnis gar nicht genug bei Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und seiner Frau Mahkameh bedanken möchte. „Immer wieder gerne!“ entgegnet der Hausherr. Im Mittelpunkt des rund 90-minütigen Doku-Dramas stehen der noch junge, unvollkommene Brahms und sein komplexes Verhältnis zum Komponisten-Ehepaar Robert und Clara Schumann. Als der junge Hamburger im Sommer 1853 bei diesen an die Tür klopft, ist er gerade einmal 20 Jahre alt und in der Musikszene – wie man heute sagen würde – ein Nobody. Die Schumanns sind 43 und 33 Jahre alt und in ganz Europa gefeiert. Beide fühlen sich magisch angezogen von dem noch unsicheren jungen Mann mit den weichen Gesichtszügen und den blonden Locken, in dem sie alsbald so etwas wie den Messias der deutschen Musik zu erkennen glauben. Brahms wird in die Familie aufgenommen und kümmert sich zeitweise um die Kinder, als Robert Schumann erkrankt und Clara als Solistin durch Europa tourt. Nach Schumanns Tod entscheidet sich Brahms jedoch gegen eine Ehe mit der zwölf Jahre älteren Witwe Clara und für ein Leben als Komponist. Gedreht wird auf Schloss Bückeburg unter den deutlich erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie. In den meisten Bereichen herrschen Masken- und Abstandspflicht, überwacht von einer eigens eingesetzten Hygiene-Beauftragten. An zahlreichen Stellen wurden kurzfristig Möglichkeiten zum Händewaschen und zum Desinfizieren eingerichtet. Darsteller und Crew-Mitglieder, die während der Drehszenen keine Masken tragen können, unterliegen regelmäßigen Corona-Tests. Während der alte Johannes Brahms während seiner Zeit als gefeierter Komponist und Musiker in Wien von Gedeon Burkhard gespielt wird, den die meisten durch seine Rolle als Kriminalinspektor Alexander Brandtner in „Kommissar Rex“ kennen dürften, wurde für den Part des jugendlichen Brahms der Schweizer Basil Eidenbenz verpflichtet, der tatsächlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit zeitgenössischen Abbildungen des Komponisten aufweist. Der Name des 1993 geborenen, inzwischen in London ansässigen Darstellers dürfte insbesondere beim jüngeren Publikum auf Interesse stoßen, denn Eidenbenz verkörpert in der zweiten Staffel der Netflix-Serie „The Witcher“ an der Seite von Henry Cavill den Magier Eskel. Weitere Rollen spielen Finley Berger (Brahms als Kind), Esther Zimmering (Clara Schumann), Thomas Huber (Robert Schumann) , Katrin Pollitt (Christiane Brahms) und Felix Römer (Obersthofmarschall). Regie führt Annette Baumeister, die gemeinsam mit Stefan Wilcke das Drehbuch verfasste. Ausgestrahlt werden soll der Film im Jahr 2021 auf Arte. Gestern sorgten die Dreharbeiten für einen Feuerwehreinsatz. Um 13.09 Uhr war der Löschzug der Feuerwehr Bückeburg-Stadt zum Schlossplatz alarmiert worden – die Brandmeldeanlage hatte Alarm geschlagen. Mit Blaulicht und Sirene eilten die Ehrenamtlichen zum Einsatzort. Vorsorglich rückte auch eine Rettungswagen-Besatzung aus. Feuerwehrleute rüsteten sich bereits auf der Fahrt im Löschfahrzeug mit schwerem Atemschutz aus. Jürgen Pöhler vom Einsatzleitdienst der Feuerwehr erkundete gemeinsam mit anderen Feuerwehrleuten die zunächst unklare Lage im Fürstensitz. Pöhler konnte jedoch schnell Entwarnung geben. „Bei Dreharbeiten wurde viel Theaternebel versprüht – das hat die Anlage ausgelöst. Zum Glück hat es nicht gebrannt“, sagt der Einsatzleiter. Im Schloss wird derzeit für ein von den Sendern NDR und Arte produziertes Dokudrama über das Leben von Johannes Brahms gedreht. Eigentlich, berichtet Pöhler, sei die Brandmeldeanlage vor dem Dreh ausgeschaltet worden. Während der Dreharbeiten habe sie dann aber doch ausgelöst.

TV-Dreharbeiten auf Schloss Bückeburg lösen Feuerwehreinsatz aus

Gruppenbild mit Gastgebern: Von links Gedeon Burkhard (alter Johannes Brahms), Esther Zimmering (Clara Schumann), Finley Berger (Brahms als Kind), Felix Römer (Obersthofmarschall), Basil Eidenbenz (junger Johannes Brahms) sowie das Fürstenpaar. © Foto: Pietsch

Bückeburg (szlz). Ob „Bach in Brazil“ oder „Der gute Göring“, „EneMe“ oder „Mata Hari – schon seit Jahren ist Schloss Bückeburg für bedeutende Kino- und Fernseh-Drehs eine begehrte Kulisse. Jetzt gesellt sich zu den auf dem Fürstensitz entstandenen Produktionen eine weitere hinzu: Zurzeit laufen dort Dreharbeiten für das von den Sendern NDR und Arte produzierte Dokudrama „Johannes Brahms“.

Die Fernsehproduktion, welche Spielszenen mit Archivmaterial sowie mit Interviews kombiniert, zeigt die Entwicklung vom jungen Künstler unter den Fittichen von Clara und Robert Schumann zum gefeierten Genie der Hochromantik. Insgesamt fünf Tage wird auf Schloss Bückeburg gedreht. Dabei verwandelt sich unter anderem der weiße Saal in ein Audienzzimmer der Wiener Hofburg. Hier trifft der gealterte Johannes Brahms auf die noch kindliche Prinzessin und spätere Kaiserin Elisabeth.

Aber auch Szenen aus der Hamburger Wohnung der Familie Brahms, die die Kindheit des späteren großen Komponisten beleuchten, entstehen in Bückeburg. „Es ist einfach eine tolle und unglaublich vielseitige Location“, findet Andrea Giesel, Aufnahmeleiterin und zuständig für das Location-Management vor Ort, die sich für die Dreherlaubnis gar nicht genug bei Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und seiner Frau Mahkameh bedanken möchte. „Immer wieder gerne!“ entgegnet der Hausherr.

Im Mittelpunkt des rund 90-minütigen Doku-Dramas stehen der noch junge, unvollkommene Brahms und sein komplexes Verhältnis zum Komponisten-Ehepaar Robert und Clara Schumann. Als der junge Hamburger im Sommer 1853 bei diesen an die Tür klopft, ist er gerade einmal 20 Jahre alt und in der Musikszene – wie man heute sagen würde – ein Nobody. Die Schumanns sind 43 und 33 Jahre alt und in ganz Europa gefeiert. Beide fühlen sich magisch angezogen von dem noch unsicheren jungen Mann mit den weichen Gesichtszügen und den blonden Locken, in dem sie alsbald so etwas wie den Messias der deutschen Musik zu erkennen glauben. Brahms wird in die Familie aufgenommen und kümmert sich zeitweise um die Kinder, als Robert Schumann erkrankt und Clara als Solistin durch Europa tourt. Nach Schumanns Tod entscheidet sich Brahms jedoch gegen eine Ehe mit der zwölf Jahre älteren Witwe Clara und für ein Leben als Komponist.

Gedreht wird auf Schloss Bückeburg unter den deutlich erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie. In den meisten Bereichen herrschen Masken- und Abstandspflicht, überwacht von einer eigens eingesetzten Hygiene-Beauftragten. An zahlreichen Stellen wurden kurzfristig Möglichkeiten zum Händewaschen und zum Desinfizieren eingerichtet. Darsteller und Crew-Mitglieder, die während der Drehszenen keine Masken tragen können, unterliegen regelmäßigen Corona-Tests.

Während der alte Johannes Brahms während seiner Zeit als gefeierter Komponist und Musiker in Wien von Gedeon Burkhard gespielt wird, den die meisten durch seine Rolle als Kriminalinspektor Alexander Brandtner in „Kommissar Rex“ kennen dürften, wurde für den Part des jugendlichen Brahms der Schweizer Basil Eidenbenz verpflichtet, der tatsächlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit zeitgenössischen Abbildungen des Komponisten aufweist. Der Name des 1993 geborenen, inzwischen in London ansässigen Darstellers dürfte insbesondere beim jüngeren Publikum auf Interesse stoßen, denn Eidenbenz verkörpert in der zweiten Staffel der Netflix-Serie „The Witcher“ an der Seite von Henry Cavill den Magier Eskel.

Weitere Rollen spielen Finley Berger (Brahms als Kind), Esther Zimmering (Clara Schumann), Thomas Huber (Robert Schumann) , Katrin Pollitt (Christiane Brahms) und Felix Römer (Obersthofmarschall). Regie führt Annette Baumeister, die gemeinsam mit Stefan Wilcke das Drehbuch verfasste. Ausgestrahlt werden soll der Film im Jahr 2021 auf Arte.

Gestern sorgten die Dreharbeiten für einen Feuerwehreinsatz. Um 13.09 Uhr war der Löschzug der Feuerwehr Bückeburg-Stadt zum Schlossplatz alarmiert worden – die Brandmeldeanlage hatte Alarm geschlagen. Mit Blaulicht und Sirene eilten die Ehrenamtlichen zum Einsatzort. Vorsorglich rückte auch eine Rettungswagen-Besatzung aus. Feuerwehrleute rüsteten sich bereits auf der Fahrt im Löschfahrzeug mit schwerem Atemschutz aus. Jürgen Pöhler vom Einsatzleitdienst der Feuerwehr erkundete gemeinsam mit anderen Feuerwehrleuten die zunächst unklare Lage im Fürstensitz. Pöhler konnte jedoch schnell Entwarnung geben.

„Bei Dreharbeiten wurde viel Theaternebel versprüht – das hat die Anlage ausgelöst. Zum Glück hat es nicht gebrannt“, sagt der Einsatzleiter. Im Schloss wird derzeit für ein von den Sendern NDR und Arte produziertes Dokudrama über das Leben von Johannes Brahms gedreht. Eigentlich, berichtet Pöhler, sei die Brandmeldeanlage vor dem Dreh ausgeschaltet worden. Während der Dreharbeiten habe sie dann aber doch ausgelöst.

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