Stute von Koppel verschwunden - waren Pferdediebe am Werk? Noah Brümmelhorst Lübbecke (nw). Es klingt wie in einem Krimi. In der Nacht von Freitag auf Samstag konnten vier Pferde in Lübbecke-Eikel aus ihrer Wiese ausbrechen. Oder wurden sie mutwillig aus der eingezäunten Koppel entlassen? Noch in der Nacht konnten drei der vier Pferde von Streifenfahrzeugen der Polizei eingefangen werden. Doch die Stute Piko war nicht bei den drei Tieren, die sich mitten in der Nacht Richtung Blasheimer Markt verirrt hatten. Wo ist diese Stute? Wo ist Piko? Das fragt sich auch ihre Besitzerin Isabelle Körtner. Piko ist eine 16-jährige unauffällige, braune Oldenburger Stute, die hinten links am Fuß einen weißen Fleck hat. Die Blesse des Tieres geht schief nach rechts ins Nasenloch. Haben Pferdediebe das Tier mitgenommen? Die Stute gelte als zutraulich, fast schon stumpf. Ob sie von Pferdedieben mitgenommen wurde? Die Spurenlage ist dünn, die Verwunderung groß. Als Melanie Dammholtz, die die Tiere von Isabelle Körtner bei sich in Eikel unterstellt, am Samstagmorgen gegen 3.45 Uhr von der Polizei geweckt wurde, ahnte sie noch nichts. Mit dem Polizeifahrzeug ging es in Richtung Lübbecke. Auf der B 65 zwischen dem Blasheimer Markt und der Fleischerei Reinköster kesselten drei Streifenwagen die Pferde ein, schildert Dammholtz ihre Erlebnisse. Nur fiel ihr gleich auf, dass anstatt den vier Pferden, die auf der Koppel waren, nur drei bei den Beamten standen. „Aus Mullbinden hatten sich die Polizisten Halfter gebaut, mit denen sie die Tiere festgehalten haben", erklärt Dammholtz. Mehr als 20 Personen haben bei der Suche geholfen Am nächsten Morgen ging die Suche los. Überall haben die Vlothoerin Isabelle Körtner und Melanie Dammholtz zusammen mit bis zu 20 Personen nach dem Tier gesucht. Da sich Melanie Dammholtz im internationalen Tierschutz engagiert, habe sie direkt etliche Facebook-Nachrichten an europäische Tierschutzvereine geschickt, in der Hoffnung, sollte die Stute gestohlen worden sein, dort gefunden zu werden. Auch Isabelle Körtner postete in dutzenden Facebook-Gruppen ihre Suchanzeige. Mehr als 3.000 Mal sei der Aufruf nun schon in den Gruppen geteilt worden, nur leider hat niemand etwas gesehen. Die Bekannten, Verwandten und Freunde hätten im gesamten Umkreis jeden Graben abgesucht. Piko habe sich schließlich auch verletzen oder stürzen können, wenn die Pferde ohne Fremdverschulden ausgebrochen sind. Doch sie bleibt weiter verschwunden. Am Dienstagabend reiste Kerstin Held von den „Spürhunden NRW" nach Lübbecke. Mit zwei Hunden habe sie die Fährte der Stute aufnehmen wollen – ohne Erfolg. Nach circa 100 Metern auf einem frisch gemähten Feld hinter der Wiese endet die Spur abrupt. Wurde dort Piko auf einen Anhänger geladen und mitgenommen? Für Isabelle Körtner wird das immer wahrscheinlicher – zu „99,9 Prozent", wie sie selbst sagt. „Dass auch die anderen Pferde entlassen wurden, könnte ein Ablenkungsmanöver gewesen sein", erklärt Körtner den Ausbruch der anderen Tiere, die allesamt entweder weniger Wert wären, körperlich stark angeschlagen sind oder zu auffällig für einen ausländischen Verkauf sind. Mit Spürhunden wurde nach der Stute gesucht Merkwürdig bleibt aber die Tatsache, dass auch Piko viele körperliche Probleme habe. Dadurch würde der Wert des Tieres sinken, mehr als 2.500 Euro könne man für die Stute nicht mehr verlangen. „Das Pferd ist eigentlich in Rente", sagt Körtner. Auch habe es in den vergangenen Woche keine Pferdediebstähle in der Umgebung gegeben, erklärt Dammholtz. Dennoch mache Piko einen gesunden Eindruck, ist groß gewachsen und könne ohne das Hintergrundwissen noch teuer verkauft werden. Besitzerin Isabelle Körtner kann seit Tagen an nichts mehr denken und hofft, dass ihre Piko bald gefunden wird – wohlauf. Wer Hinweise hat, wo Piko sein könnte, kann sich an folgende Telefonnummer wenden: (01 52) 53 73 69 94.

Stute von Koppel verschwunden - waren Pferdediebe am Werk?

Die Pferdebesitzerin Isabelle Körtner (l.) sucht mit ihrer Bekannten Melanie Dammholtz nach Piko. Die Stute war bei Melanie Dammholtz in Lübbecke-Eikel untergestellt. © Noah Brümmelhorst

Lübbecke (nw). Es klingt wie in einem Krimi. In der Nacht von Freitag auf Samstag konnten vier Pferde in Lübbecke-Eikel aus ihrer Wiese ausbrechen. Oder wurden sie mutwillig aus der eingezäunten Koppel entlassen? Noch in der Nacht konnten drei der vier Pferde von Streifenfahrzeugen der Polizei eingefangen werden. Doch die Stute Piko war nicht bei den drei Tieren, die sich mitten in der Nacht Richtung Blasheimer Markt verirrt hatten. Wo ist diese Stute? Wo ist Piko? Das fragt sich auch ihre Besitzerin Isabelle Körtner.

Piko ist eine 16-jährige unauffällige, braune Oldenburger Stute, die hinten links am Fuß einen weißen Fleck hat. Die Blesse des Tieres geht schief nach rechts ins Nasenloch.

Haben Pferdediebe das Tier mitgenommen?

Die Stute gelte als zutraulich, fast schon stumpf. Ob sie von Pferdedieben mitgenommen wurde? Die Spurenlage ist dünn, die Verwunderung groß. Als Melanie Dammholtz, die die Tiere von Isabelle Körtner bei sich in Eikel unterstellt, am Samstagmorgen gegen 3.45 Uhr von der Polizei geweckt wurde, ahnte sie noch nichts.

Mehrere Meter Stromzaun liegen auf dem Boden, die Litze scheint durchgeschnitten worden zu sein, vermutet Körtner. Hierdurch müssen die Tiere entkommen sein. - © Noah Brümmelhorst
Mehrere Meter Stromzaun liegen auf dem Boden, die Litze scheint durchgeschnitten worden zu sein, vermutet Körtner. Hierdurch müssen die Tiere entkommen sein. - © Noah Brümmelhorst

Mit dem Polizeifahrzeug ging es in Richtung Lübbecke. Auf der B 65 zwischen dem Blasheimer Markt und der Fleischerei Reinköster kesselten drei Streifenwagen die Pferde ein, schildert Dammholtz ihre Erlebnisse. Nur fiel ihr gleich auf, dass anstatt den vier Pferden, die auf der Koppel waren, nur drei bei den Beamten standen. „Aus Mullbinden hatten sich die Polizisten Halfter gebaut, mit denen sie die Tiere festgehalten haben", erklärt Dammholtz.

Mehr als 20 Personen haben bei der Suche geholfen

Am nächsten Morgen ging die Suche los. Überall haben die Vlothoerin Isabelle Körtner und Melanie Dammholtz zusammen mit bis zu 20 Personen nach dem Tier gesucht. Da sich Melanie Dammholtz im internationalen Tierschutz engagiert, habe sie direkt etliche Facebook-Nachrichten an europäische Tierschutzvereine geschickt, in der Hoffnung, sollte die Stute gestohlen worden sein, dort gefunden zu werden. Auch Isabelle Körtner postete in dutzenden Facebook-Gruppen ihre Suchanzeige. Mehr als 3.000 Mal sei der Aufruf nun schon in den Gruppen geteilt worden, nur leider hat niemand etwas gesehen.

Die Bekannten, Verwandten und Freunde hätten im gesamten Umkreis jeden Graben abgesucht. Piko habe sich schließlich auch verletzen oder stürzen können, wenn die Pferde ohne Fremdverschulden ausgebrochen sind. Doch sie bleibt weiter verschwunden.

Am Dienstagabend reiste Kerstin Held von den „Spürhunden NRW" nach Lübbecke. Mit zwei Hunden habe sie die Fährte der Stute aufnehmen wollen – ohne Erfolg. Nach circa 100 Metern auf einem frisch gemähten Feld hinter der Wiese endet die Spur abrupt. Wurde dort Piko auf einen Anhänger geladen und mitgenommen?

Für Isabelle Körtner wird das immer wahrscheinlicher – zu „99,9 Prozent", wie sie selbst sagt. „Dass auch die anderen Pferde entlassen wurden, könnte ein Ablenkungsmanöver gewesen sein", erklärt Körtner den Ausbruch der anderen Tiere, die allesamt entweder weniger Wert wären, körperlich stark angeschlagen sind oder zu auffällig für einen ausländischen Verkauf sind.

Mit Spürhunden wurde nach der Stute gesucht

Merkwürdig bleibt aber die Tatsache, dass auch Piko viele körperliche Probleme habe. Dadurch würde der Wert des Tieres sinken, mehr als 2.500 Euro könne man für die Stute nicht mehr verlangen. „Das Pferd ist eigentlich in Rente", sagt Körtner. Auch habe es in den vergangenen Woche keine Pferdediebstähle in der Umgebung gegeben, erklärt Dammholtz. Dennoch mache Piko einen gesunden Eindruck, ist groß gewachsen und könne ohne das Hintergrundwissen noch teuer verkauft werden.

Besitzerin Isabelle Körtner kann seit Tagen an nichts mehr denken und hofft, dass ihre Piko bald gefunden wird – wohlauf.

Wer Hinweise hat, wo Piko sein könnte, kann sich an folgende Telefonnummer wenden: (01 52) 53 73 69 94.

Piko ist in der Nacht von Freitag (19. Juni) auf Samstag (20. Juni) spurlos verschwunden. Die Stute ist 16 Jahre alt, 175cm groß und sehr brav. - © Isabelle Körtner/ Repro: Noah Brümmelhorst
Piko ist in der Nacht von Freitag (19. Juni) auf Samstag (20. Juni) spurlos verschwunden. Die Stute ist 16 Jahre alt, 175cm groß und sehr brav. - © Isabelle Körtner/ Repro: Noah Brümmelhorst
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