Strafanzeigen im Fall Tönnies - nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Angela Wiese Bielefeld (nw). Nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen in Zusammenhang mit dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Insgesamt fünf Strafanzeigen seien bislang eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Martin Temmen am Freitag gegenüber nw.de. Das Verfahren gegen Unbekannt sei wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzungen und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet worden, so Temmen. Am Donnerstag hatte die Bielefelder Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann eine Strafanzeige gestellt. "Das Ausmaß der infizierten Beschäftigten und der große Ausbruch erklären sich nur durch eine massive Nicht-Einhaltung von Arbeitsschutzstandards, Arbeitsbedingungen sowie einer unverantwortlichen Wohn-, Unterbringungs- und Transportsituation. Nur die Nicht-Einhaltung von Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen kann so eine dramatische Entwicklung verursachen", hieß es darin. Massive Auswirkungen des Ausbruchs Vor einigen Tagen waren hunderte neuer Corona-Fälle im Schlachtereibetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück entdeckt worden - mit massiven Auswirkungen. So sind unter anderem Kitas und Schulen im Kreis Gütersloh geschlossen worden, um einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Auch in Bielefeld weitet sich der Tönnies-Skandal aus. 730 von 1.106 Tests der Tönnies-Beschäftigten waren bis Donnerstag positiv ausgefallen - und die Testungen sind längst nicht abgeschlossen. Am Donnerstag forderte der Kreis Gütersloh Amtshilfe von der Bundeswehr an. Diese stimmte zu, den Kreis bei der Reihentestung der Tönnies-Mitarbeiter unterstützen.

Strafanzeigen im Fall Tönnies - nun ermittelt die Staatsanwaltschaft

Leere LKW stehen mit teils geöffneter Laderampe auf dem Parkplatz auf dem Betriebsgelände der Fleischfabrik Tönnies. © picture alliance/dpa

Bielefeld (nw). Nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen in Zusammenhang mit dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Insgesamt fünf Strafanzeigen seien bislang eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Martin Temmen am Freitag gegenüber nw.de. Das Verfahren gegen Unbekannt sei wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzungen und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet worden, so Temmen.

Am Donnerstag hatte die Bielefelder Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann eine Strafanzeige gestellt. "Das Ausmaß der infizierten Beschäftigten und der große Ausbruch erklären sich nur durch eine massive Nicht-Einhaltung von Arbeitsschutzstandards, Arbeitsbedingungen sowie einer unverantwortlichen Wohn-, Unterbringungs- und Transportsituation. Nur die Nicht-Einhaltung von Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen kann so eine dramatische Entwicklung verursachen", hieß es darin.

Massive Auswirkungen des Ausbruchs

Vor einigen Tagen waren hunderte neuer Corona-Fälle im Schlachtereibetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück entdeckt worden - mit massiven Auswirkungen. So sind unter anderem Kitas und Schulen im Kreis Gütersloh geschlossen worden, um einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Auch in Bielefeld weitet sich der Tönnies-Skandal aus.

730 von 1.106 Tests der Tönnies-Beschäftigten waren bis Donnerstag positiv ausgefallen - und die Testungen sind längst nicht abgeschlossen. Am Donnerstag forderte der Kreis Gütersloh Amtshilfe von der Bundeswehr an. Diese stimmte zu, den Kreis bei der Reihentestung der Tönnies-Mitarbeiter unterstützen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales