Storchendrama in Volmerdingsen: Rotmilan tötet Küken im Horst an der Düsteren Straße Nicole Sielermann Bad Oeynhausen (nw). Endlich, endlich wollte Bad Oeynhausen nicht mehr als weißer Fleck auf der Storchenlandkarte erscheinen. Erstmals brütete ein Storchenpärchen auf dem Horst an der Düsteren Straße. Der Nachwuchs schlüpfte – und wurde am Mittwochmorgen brutal getötet. Ein Rotmilan griff das Kleine, das von den Storcheneltern allein im Nest gelassen wurde, an. „Das Kleine sieht schlimm aus“, sagt Landschaftswart Erwin Mattegiet, der von Christiane Röckemann informiert wurde. Offenbar handelte es sich bei dem Storchenpaar um brutunerfahrene Tiere. Oftmals stundenlang ließen sie ihren Nachwuchs alleine – und das bei der brütenden Sonne die vergangenen Wochen. „Dabei waren wir auf einem guten Weg, nicht mehr Storchenprovinz zu sein, sondern wollten wie alle anderen Kommunen, endlich Storchendorf sein“, berichtet Mattegiet von der Freude über den Nachwuchs in Volmerdingsen. Das Kleine ist erfolgreich geschlüpft – damit hat Bad Oeynhausen den Status zwar erreicht, aber der Abflug habe nicht mehr geklappt. Schon während der Brutphase beobachtete „Storchenmutter“ und Nachbarin des Horstes, Christiane Röckemann, die häufige Abwesenheit der Altstörche. „Rabenstörche“ nennt Erwin Mattegiet, der auch im Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ aktiv ist, sie. „Das Weibchen war die meiste Zeit weg“, hat er erfahren. Währenddessen habe das Männchen ausgeharrt. Keine Seltenheit. Bei Störchen kommt es durchaus vor, dass der Vater häufiger die Bewachung des Horstes übernimmt. Der wurde übrigens 2017 geboren und beringt. „Das Weibchen scheint noch jünger zu sein“,vermutet Mattegiet. Pfingsten zum Beispiel seien beide Tiere mehr als fünf Stunden weggewesen und hätten das Junge in der Hitze allein gelassen. „Normalerweise breiten die Elterntiere bei solcher Hitze auch die Flügel über dem Nachwuchs aus.“ Mittwochmorgen dann nutzte der Rotmilan, der unweit des Storchenhorstes brütet, die Einsamkeit des Kükens aus – und griff an. Augenzeugen waren die beiden Naturfreunde Ulrich Wehmeier und Reinhard Scheibenhuber. Sie versuchten noch durch Klatschen, den Greif, der über dem Horst kreiste, zu vertreiben, mussten aber schließlich mit ansehen, wie dieser das Kleine attackierte, aus dem Nest holte und zu Boden warf. „Dabei waren wir so stolz auf unsere Rotmilan-Brut“, sagt Mattegiet. „Aber so ist die Natur.“ Der Greif gehört auch zu einer bedrohten Vogelart und brütet ebenfalls unweit der Störche in einem kleinen Wäldchen. Offenbar war er auf Nahrungssuche für seinen Nachwuchs. „Der Rote Milan wirdvon Naturfreunden oft in der Wulferdingser Bachaue bei Jagdausflügen beobachtet.“

Storchendrama in Volmerdingsen: Rotmilan tötet Küken im Horst an der Düsteren Straße

Der Rotmilan kreist über dem Horst an der Düsteren Straße und greift schließlich das alleinzurückgebliebene Storchenküken an. Foto: Reinhard Scheibenhuber © Reinhard Scheibenhuber

Bad Oeynhausen (nw). Endlich, endlich wollte Bad Oeynhausen nicht mehr als weißer Fleck auf der Storchenlandkarte erscheinen. Erstmals brütete ein Storchenpärchen auf dem Horst an der Düsteren Straße. Der Nachwuchs schlüpfte – und wurde am Mittwochmorgen brutal getötet. Ein Rotmilan griff das Kleine, das von den Storcheneltern allein im Nest gelassen wurde, an. „Das Kleine sieht schlimm aus“, sagt Landschaftswart Erwin Mattegiet, der von Christiane Röckemann informiert wurde. Offenbar handelte es sich bei dem Storchenpaar um brutunerfahrene Tiere. Oftmals stundenlang ließen sie ihren Nachwuchs alleine – und das bei der brütenden Sonne die vergangenen Wochen.

„Dabei waren wir auf einem guten Weg, nicht mehr Storchenprovinz zu sein, sondern wollten wie alle anderen Kommunen, endlich Storchendorf sein“, berichtet Mattegiet von der Freude über den Nachwuchs in Volmerdingsen. Das Kleine ist erfolgreich geschlüpft – damit hat Bad Oeynhausen den Status zwar erreicht, aber der Abflug habe nicht mehr geklappt.

Schon während der Brutphase beobachtete „Storchenmutter“ und Nachbarin des Horstes, Christiane Röckemann, die häufige Abwesenheit der Altstörche. „Rabenstörche“ nennt Erwin Mattegiet, der auch im Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ aktiv ist, sie. „Das Weibchen war die meiste Zeit weg“, hat er erfahren. Währenddessen habe das Männchen ausgeharrt. Keine Seltenheit. Bei Störchen kommt es durchaus vor, dass der Vater häufiger die Bewachung des Horstes übernimmt. Der wurde übrigens 2017 geboren und beringt. „Das Weibchen scheint noch jünger zu sein“,vermutet Mattegiet. Pfingsten zum Beispiel seien beide Tiere mehr als fünf Stunden weggewesen und hätten das Junge in der Hitze allein gelassen. „Normalerweise breiten die Elterntiere bei solcher Hitze auch die Flügel über dem Nachwuchs aus.“

Mittwochmorgen dann nutzte der Rotmilan, der unweit des Storchenhorstes brütet, die Einsamkeit des Kükens aus – und griff an. Augenzeugen waren die beiden Naturfreunde Ulrich Wehmeier und Reinhard Scheibenhuber. Sie versuchten noch durch Klatschen, den Greif, der über dem Horst kreiste, zu vertreiben, mussten aber schließlich mit ansehen, wie dieser das Kleine attackierte, aus dem Nest holte und zu Boden warf. „Dabei waren wir so stolz auf unsere Rotmilan-Brut“, sagt Mattegiet. „Aber so ist die Natur.“ Der Greif gehört auch zu einer bedrohten Vogelart und brütet ebenfalls unweit der Störche in einem kleinen Wäldchen. Offenbar war er auf Nahrungssuche für seinen Nachwuchs. „Der Rote Milan wirdvon Naturfreunden oft in der Wulferdingser Bachaue bei Jagdausflügen beobachtet.“

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