Bad Oeynhausen Steigende Infektionszahlen: Kreis schaut genau auf Espelkamp, 2-G-Regel eher unwahrscheinlich Nicole Bliesener,Patrick Schwemling Bad Oeynhausen. 659 Menschen haben sich im Kreis in den vergangenen zwei Wochen - genauer seit dem 27. September - mit dem Corona-Virus infiziert. Eine Entwicklung, die den Mühlenkreis die höchste Inzidenz in NRW verschafft hat. Mit einer aktuellen Inzidenz von 766,7 (Stand, 7. Oktober) ist die Stadt Espelkamp trauriger Spitzenreiter. Auch in den Nachbarkommunen steigen die Zahlen wieder. In Bad Oeynhausen wurden in diesem Zeitraum 46 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. "Wo sich die Menschen infizieren, ist nicht immer eindeutig zu klären, die meisten Infektionen geschehen in großen Familien, im beruflichen Umfeld und bei privaten Zusammenkünften", sagt Kreissprecherin Sabine Ohnesorge. Verunsicherte Anrufer bei der Stadt Steigende Infektionszahlen und eine seit dem 1. Oktober geltende neue Landesverordnung, die mehr Freiheiten gewährt. "Das verunsichert die Leute", weiß Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich aus Anfragen, die die städtischen Mitarbeiter erreichen. So ist etwa die Maskenpflicht im Freien entfallen, sofern ein Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, wird das Tragen einer Maske empfohlen. In öffentlich zugänglichen Innenräumen - etwa in der Gastronomie - gilt die 3G-Regel. Besondere Abstände zwischen Tischen sind nicht mehr notwendig. Für private Zusammenkünfte gelten keine Einschränkungen mehr - es sei denn, er wird zum Tanz aufgefordert. Dann gilt für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet). Die Maskenpflicht gilt weiterhin in öffentlichen Innenräumen, im Einzelhandel und im öffentlichen Personennahverkehr sowie in Taxen. Kreis prüft 2G für Espelkamp Auf den aktuellen Hotspot Espelkamp angesprochen sagt Kreissprecherin Sabine Ohnesorge: "Weitere Maßnahmen - etwa eine Ausgangssperre oder eine Testpflicht vor Gottesdiensten - wie wir sie um Weihnachten hatten, lässt die neue Verordnung nicht zu. Wir besprechen aber derzeit mit den Verantwortlichen in Espelkamp, ob eine 2G-Regel ein Weg sein kann." Im MT-Gespräch am Freitagvormittag machte Ohnesorge jedoch klar, dass die Anordnung einer 2-G-Regel in der Regel nicht in Betracht kämen. "Die rechtlichen Hürden für die Anordnung solcher Maßnahmen sind recht hoch", teilt Ohnesorge mit. So ergeben sich die geltenden Schutzmaßnahmen aus der vom Land NRW erlassenen Coronaschutzverordnung. Die örtlichen Behörden könnten danach lediglich in besonderen Ausnahmesituationen zusätzliche strengere Regelungen vor Ort anordnen. Diese müssen aber zuvor mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW abgestimmt und von dort genehmigt werden. Ein Weg, der für die Stadt Espelkamp, vermutlich nicht gegangen wird. Im lippischen Augustdorf gab es zuletzt Inzidenzen von mehr als 1.000 - und auch dort wurde eine 2-G-Regel nicht durchgesetzt.  Für die Kontrollen der Regelungen - auch für die Qualität und die Einhaltung von eigenen Corona-Schutzkonzepten in Religionsgemeinschaften - seien grundsätzlich die Ordnungsämter der Städte zuständig. Die NW hatte am Donnerstag berichtet, dass sich Gerüchten zufolge Coronaleugner und Impfgegner in Espelkamp bewusst gegenseitig ansteckten, um sich nicht impfen lassen zu müssen und sich auf diese Weise zu immunisieren. In Bad Oeynhausen sei 2G (genesen oder geimpft) derzeit kein Thema, bestätigt Stadtsprecher Müller-Ulrich. Die Einhaltung der 3G-Regel werde stichprobenartig kontrolliert. "Wir bekommen dazu auch etliche Hinweise aus der Bevölkerung", so Müller-Ulrich. Mit der Kontrolle sind zehn Ordnungsamtsmitarbeiter befasst, die werktags und an den Wochenenden Kneipen, Cafés und Restaurants kontrollieren, aber auch weitere öffentliche Veranstaltungsorte. Kontrolliert wird im Schichtbetrieb bis 24 Uhr. Ordnungsamt kontrolliert die Gäste "Wir kontrollieren aber nicht, ob der Gastwirt am Eingang steht, sondern die Gäste", sagt der Stadtsprecher. "Hat ein Gast keinen Nachweis parat, wissen unsere Mitarbeiter, dass der Wirt nicht ordentlich kontrolliert hat." Aber auch Gäste, die sich ohne einen entsprechenden Nachweis, in einer Gaststätte aufhalten, haben mit Konsequenzen zu rechnen. Die 3G-Regel gilt bereits seit dem 17. August. "Seitdem bekommen wir immer wieder Anrufe von Menschen, die nicht richtig kontrolliert worden sind. Diesen Hinweisen gehen wir nach", macht Volker Müller-Ulrich deutlich. Die betroffenen Gastronomen erwartet dann ein Bußgeldverfahren. "Dafür benötigen aber auch die Mithilfe der Hinweisgeber als Zeugen." Aktuell hat das Bad Oeynhausener Ordnungsamt zwei Restaurants in de Kurstadt im Visier, die nicht ordentlich kontrolliert haben. Hier laufen bereits die Anhörungsverfahren. Während der Kreis für den Hotspot Espelkamp weitere Impfangebote durch mobile Teams koordiniert, sind nach Aussage von Sabine Ohnesorge für die Kurstadt in nächster Zeit keine weiteren Angebote geplant. "Ausgeschlossen ist das aber nicht", so Ohnesorge. Impfungen für nicht praxiseigene Patienten Wer sich jetzt zu einer Corona-Schutzimpfung entschließt - möglicherweise auch angesichts der ab Montag kostenpflichtigen Antigen-Schnelltests für Ungeimpfte - kann sich bei seinem Hausarzt impfen lassen. Für Menschen, die keinen Hausarzt haben, gibt es auch in Bad Oeynhausen niedergelassene Mediziner, die auch nicht praxisgebundene Patienten impfen. Gleiches gilt auch für Menschen, die ihre erste Impfung im am 30. September geschlossenen Impfzentrum erhalten haben und nun ihre Zweitimpfung benötigen. Nach Möglichkeit sollten die Impfwilligen zu ihrem Termin ihren Impfausweis, das unterschriebene Aufklärungsblatt und den Anamnese- und Einwilligungsbogen mitbringen. Blatt und Bogen können von der Internseite der KVWL (www.corona-kvwl.de) heruntergeladen werden.
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Steigende Infektionszahlen: Kreis schaut genau auf Espelkamp, 2-G-Regel eher unwahrscheinlich

Allein in den vergangenen zwei Wochen haben sich im Kreis 659 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. © David Knapp

Bad Oeynhausen. 659 Menschen haben sich im Kreis in den vergangenen zwei Wochen - genauer seit dem 27. September - mit dem Corona-Virus infiziert. Eine Entwicklung, die den Mühlenkreis die höchste Inzidenz in NRW verschafft hat.

Mit einer aktuellen Inzidenz von 766,7 (Stand, 7. Oktober) ist die Stadt Espelkamp trauriger Spitzenreiter. Auch in den Nachbarkommunen steigen die Zahlen wieder. In Bad Oeynhausen wurden in diesem Zeitraum 46 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. "Wo sich die Menschen infizieren, ist nicht immer eindeutig zu klären, die meisten Infektionen geschehen in großen Familien, im beruflichen Umfeld und bei privaten Zusammenkünften", sagt Kreissprecherin Sabine Ohnesorge.

Verunsicherte Anrufer bei der Stadt

Steigende Infektionszahlen und eine seit dem 1. Oktober geltende neue Landesverordnung, die mehr Freiheiten gewährt. "Das verunsichert die Leute", weiß Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich aus Anfragen, die die städtischen Mitarbeiter erreichen. So ist etwa die Maskenpflicht im Freien entfallen, sofern ein Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, wird das Tragen einer Maske empfohlen. In öffentlich zugänglichen Innenräumen - etwa in der Gastronomie - gilt die 3G-Regel.

Besondere Abstände zwischen Tischen sind nicht mehr notwendig. Für private Zusammenkünfte gelten keine Einschränkungen mehr - es sei denn, er wird zum Tanz aufgefordert. Dann gilt für private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet). Die Maskenpflicht gilt weiterhin in öffentlichen Innenräumen, im Einzelhandel und im öffentlichen Personennahverkehr sowie in Taxen.

Kreis prüft 2G für Espelkamp

Auf den aktuellen Hotspot Espelkamp angesprochen sagt Kreissprecherin Sabine Ohnesorge: "Weitere Maßnahmen - etwa eine Ausgangssperre oder eine Testpflicht vor Gottesdiensten - wie wir sie um Weihnachten hatten, lässt die neue Verordnung nicht zu. Wir besprechen aber derzeit mit den Verantwortlichen in Espelkamp, ob eine 2G-Regel ein Weg sein kann."

Im MT-Gespräch am Freitagvormittag machte Ohnesorge jedoch klar, dass die Anordnung einer 2-G-Regel in der Regel nicht in Betracht kämen. "Die rechtlichen Hürden für die Anordnung solcher Maßnahmen sind recht hoch", teilt Ohnesorge mit. So ergeben sich die geltenden Schutzmaßnahmen aus der vom Land NRW erlassenen Coronaschutzverordnung. Die örtlichen Behörden könnten danach lediglich in besonderen Ausnahmesituationen zusätzliche strengere Regelungen vor Ort anordnen. Diese müssen aber zuvor mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW abgestimmt und von dort genehmigt werden. Ein Weg, der für die Stadt Espelkamp, vermutlich nicht gegangen wird. Im lippischen Augustdorf gab es zuletzt Inzidenzen von mehr als 1.000 - und auch dort wurde eine 2-G-Regel nicht durchgesetzt. 

Für die Kontrollen der Regelungen - auch für die Qualität und die Einhaltung von eigenen Corona-Schutzkonzepten in Religionsgemeinschaften - seien grundsätzlich die Ordnungsämter der Städte zuständig. Die NW hatte am Donnerstag berichtet, dass sich Gerüchten zufolge Coronaleugner und Impfgegner in Espelkamp bewusst gegenseitig ansteckten, um sich nicht impfen lassen zu müssen und sich auf diese Weise zu immunisieren.

In Bad Oeynhausen sei 2G (genesen oder geimpft) derzeit kein Thema, bestätigt Stadtsprecher Müller-Ulrich. Die Einhaltung der 3G-Regel werde stichprobenartig kontrolliert. "Wir bekommen dazu auch etliche Hinweise aus der Bevölkerung", so Müller-Ulrich. Mit der Kontrolle sind zehn Ordnungsamtsmitarbeiter befasst, die werktags und an den Wochenenden Kneipen, Cafés und Restaurants kontrollieren, aber auch weitere öffentliche Veranstaltungsorte. Kontrolliert wird im Schichtbetrieb bis 24 Uhr.

Ordnungsamt kontrolliert die Gäste

"Wir kontrollieren aber nicht, ob der Gastwirt am Eingang steht, sondern die Gäste", sagt der Stadtsprecher. "Hat ein Gast keinen Nachweis parat, wissen unsere Mitarbeiter, dass der Wirt nicht ordentlich kontrolliert hat." Aber auch Gäste, die sich ohne einen entsprechenden Nachweis, in einer Gaststätte aufhalten, haben mit Konsequenzen zu rechnen.

Die 3G-Regel gilt bereits seit dem 17. August. "Seitdem bekommen wir immer wieder Anrufe von Menschen, die nicht richtig kontrolliert worden sind. Diesen Hinweisen gehen wir nach", macht Volker Müller-Ulrich deutlich. Die betroffenen Gastronomen erwartet dann ein Bußgeldverfahren. "Dafür benötigen aber auch die Mithilfe der Hinweisgeber als Zeugen." Aktuell hat das Bad Oeynhausener Ordnungsamt zwei Restaurants in de Kurstadt im Visier, die nicht ordentlich kontrolliert haben. Hier laufen bereits die Anhörungsverfahren.

Während der Kreis für den Hotspot Espelkamp weitere Impfangebote durch mobile Teams koordiniert, sind nach Aussage von Sabine Ohnesorge für die Kurstadt in nächster Zeit keine weiteren Angebote geplant. "Ausgeschlossen ist das aber nicht", so Ohnesorge.

Impfungen für nicht praxiseigene Patienten

Wer sich jetzt zu einer Corona-Schutzimpfung entschließt - möglicherweise auch angesichts der ab Montag kostenpflichtigen Antigen-Schnelltests für Ungeimpfte - kann sich bei seinem Hausarzt impfen lassen. Für Menschen, die keinen Hausarzt haben, gibt es auch in Bad Oeynhausen niedergelassene Mediziner, die auch nicht praxisgebundene Patienten impfen.

Gleiches gilt auch für Menschen, die ihre erste Impfung im am 30. September geschlossenen Impfzentrum erhalten haben und nun ihre Zweitimpfung benötigen. Nach Möglichkeit sollten die Impfwilligen zu ihrem Termin ihren Impfausweis, das unterschriebene Aufklärungsblatt und den Anamnese- und Einwilligungsbogen mitbringen. Blatt und Bogen können von der Internseite der KVWL (www.corona-kvwl.de) heruntergeladen werden.

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