Staugefahr in OWL: Ein heißer Ferienstart steht bevor Matthias Bungeroth Bielefeld (nw). Ungeachtet der Turbulenzen um die jüngsten Corona-Ausbrüche beim Fleischbetrieb Tönnies bereiten sich viele Menschen in Ostwestfalen-Lippe auf den Sommerurlaub vor. Denn am kommenden Wochenende starten in Nordrhein-Westfalen die großen Schulferien. Und viel spricht dafür, dass es im wörtlichen wie übertragenen Sinne ein heißer Start in die schönste Zeit des Jahres wird. „Man möchte nach der ganzen Zeit mal raus", sagt Stauforscher Michael Schreckenberg. „80 Prozent der Deutschen wollen an die Nord- und Ostsee", weiß der Professor an der Universität Duisburg-Essen. 90 Prozent der Quartiere dort seien ausgebucht. Schreckenberg rät allen, die es vermeiden können, nicht unbedingt am Freitagnachmittag loszufahren. „Das ist der schlimmste Tag der Woche." Auch andere Bundesländer starten in die Sommerferien Zudem starten am selben Wochenende auch in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein die Sommerschulferien, wie Ralf Collatz, Sprecher des ADAC in Ostwestfalen-Lippe, sagt. Dass es auf den Straßen ziemlich voll werden könnte, darauf deutet auch eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des bayerischen Zentrums für Tourismus hin, die Collatz zitiert. Danach steht für die Deutschen im Sommer 2020 das Auto als Verkehrsmittel zur Fahrt in die Ferien mit 71 Prozent an erster Stelle. Vor einem Jahr habe diese Zahl noch bei 50 Prozent gelegen. So warnen die Experten vor allem davor, am kommenden Freitag in der Stoßzeit zwischen 13 und 20 Uhr auf die Straße zu gehen. Zudem sei die Staugefahr am Samstag von 11 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 20 Uhr am größten. Michael Wannow, Verkehrsexperte des ADAC in OWL, rät antizyklisch zu fahren, also am frühen Morgen oder am späten Abend. „Dafür sprechen weniger Verkehr und angenehme Temperaturen." Wegen der Hitze ausreichend Getränke mitnehmen Denn neben vollen Straßen müssen die Autofahrer zudem noch mit hochsommerlichen Temperaturen rechnen, die den Stress auf der Urlaubsreise noch einmal vergrößern werden. Der Rat der Experten demzufolge: ausreichend Getränke im Auto mitzuführen, „aber kein süßes Zuckerzeug", wie Collatz warnt. Mineralwasser und ungesüßter Tee seien die besten Erfrischer. Wie immer sind die wichtigen Autobahnen Richtung Norden und Süden besonders staugefährdet. Dazu warnt Schreckenberg davor, nicht gerade zu solchen Uhrzeiten an den Ballungsräumen Hamburg, Köln, Frankfurt und München vorbeizufahren, zu denen dort mit Pendlerverkehr durch Berufstätige zu rechnen ist. „Ich rechne damit, dass wir massiv Verkehr haben werden", fasst der Stauexperte seine Prognose zusammen. Die Routinen beim Reisen haben sich verändert Dies gelte, auch wenn angesichts der Corona-Situation die genaue Vorhersage des Verkehrsvolumens in diesem Sommer schwierig sei. „Die Corona-Pandemie hat auch beim Reisen Routinen verändert", sagt Tilo Voigt, Ingenieur der Stabsstelle Baustellenkoordination in der Verkehrszentrale des Landesbetriebs Straßen NRW. Um den Reiseverkehr nicht zu behindern, will der Landesbetrieb die Reiserouten dennoch von kurzfristigen Baustellen frei halten. „Unsere großen Maßnahmen sollten die Verkehrsteilnehmer aber dennoch bei der Planung berücksichtigen", so Voigt. Um eine Vorstellung von dem Volumen des Reisestroms zu vermitteln, der sich an diesem Wochenende in Bewegung setzen könnte, wartet Schreckenberg mit dieser Zahl auf: Die Bürger Nordrhein-Westfalens repräsentierten etwa ein Fünftel der Bevölkerung Deutschlands. Die Straßen NRW-Verkehrszentrale warnt ausdrücklich vor hohem Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen, die in Richtung der Küsten führen wie die A1, die A31, die A40, die A57 und die A61. Informationen zur Verkehrslage und Reisezeitverlusten gibt es unter: www.verkehr.nrw. Stauschwerpunkte in NRW Straßen NRW warnt vor Behinderungen vor allem auf diesen Autobahnen:A 33, Bereich Paderborn Auf der A1, Bereiche Dortmund/Unna, Osnabrück und Bremen sowie Gevelsberg/Hagen Auf der A3 im gesamten Abschnitt zwischen Köln und Oberhausen (beide Fahrtrichtungen) sowie ab dem Ruhrgebiet in Richtung der Niederlande und in Höhe Arnheim. A 3 Richtung Süden. Im Großraum Köln auf den Autobahnen A1, A3, A4 und A57. A 45: Neubau der Lennetalbrücke bei Hagen, Arbeiten zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Süd. Bis zur Landesgrenze Hessen ist mit Behinderungen zu rechnen. (bth)

Staugefahr in OWL: Ein heißer Ferienstart steht bevor

Fahrzeuge stehen auf der Autobahn im Stau. © picture alliance/dpa

Bielefeld (nw). Ungeachtet der Turbulenzen um die jüngsten Corona-Ausbrüche beim Fleischbetrieb Tönnies bereiten sich viele Menschen in Ostwestfalen-Lippe auf den Sommerurlaub vor. Denn am kommenden Wochenende starten in Nordrhein-Westfalen die großen Schulferien. Und viel spricht dafür, dass es im wörtlichen wie übertragenen Sinne ein heißer Start in die schönste Zeit des Jahres wird.

„Man möchte nach der ganzen Zeit mal raus", sagt Stauforscher Michael Schreckenberg. „80 Prozent der Deutschen wollen an die Nord- und Ostsee", weiß der Professor an der Universität Duisburg-Essen. 90 Prozent der Quartiere dort seien ausgebucht. Schreckenberg rät allen, die es vermeiden können, nicht unbedingt am Freitagnachmittag loszufahren. „Das ist der schlimmste Tag der Woche."

Auch andere Bundesländer starten in die Sommerferien

Zudem starten am selben Wochenende auch in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein die Sommerschulferien, wie Ralf Collatz, Sprecher des ADAC in Ostwestfalen-Lippe, sagt. Dass es auf den Straßen ziemlich voll werden könnte, darauf deutet auch eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des bayerischen Zentrums für Tourismus hin, die Collatz zitiert. Danach steht für die Deutschen im Sommer 2020 das Auto als Verkehrsmittel zur Fahrt in die Ferien mit 71 Prozent an erster Stelle. Vor einem Jahr habe diese Zahl noch bei 50 Prozent gelegen.

So warnen die Experten vor allem davor, am kommenden Freitag in der Stoßzeit zwischen 13 und 20 Uhr auf die Straße zu gehen. Zudem sei die Staugefahr am Samstag von 11 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 20 Uhr am größten. Michael Wannow, Verkehrsexperte des ADAC in OWL, rät antizyklisch zu fahren, also am frühen Morgen oder am späten Abend. „Dafür sprechen weniger Verkehr und angenehme Temperaturen."

Wegen der Hitze ausreichend Getränke mitnehmen

Denn neben vollen Straßen müssen die Autofahrer zudem noch mit hochsommerlichen Temperaturen rechnen, die den Stress auf der Urlaubsreise noch einmal vergrößern werden. Der Rat der Experten demzufolge: ausreichend Getränke im Auto mitzuführen, „aber kein süßes Zuckerzeug", wie Collatz warnt. Mineralwasser und ungesüßter Tee seien die besten Erfrischer.

Wie immer sind die wichtigen Autobahnen Richtung Norden und Süden besonders staugefährdet. Dazu warnt Schreckenberg davor, nicht gerade zu solchen Uhrzeiten an den Ballungsräumen Hamburg, Köln, Frankfurt und München vorbeizufahren, zu denen dort mit Pendlerverkehr durch Berufstätige zu rechnen ist. „Ich rechne damit, dass wir massiv Verkehr haben werden", fasst der Stauexperte seine Prognose zusammen.

Die Routinen beim Reisen haben sich verändert

Dies gelte, auch wenn angesichts der Corona-Situation die genaue Vorhersage des Verkehrsvolumens in diesem Sommer schwierig sei. „Die Corona-Pandemie hat auch beim Reisen Routinen verändert", sagt Tilo Voigt, Ingenieur der Stabsstelle Baustellenkoordination in der Verkehrszentrale des Landesbetriebs Straßen NRW. Um den Reiseverkehr nicht zu behindern, will der Landesbetrieb die Reiserouten dennoch von kurzfristigen Baustellen frei halten.

„Unsere großen Maßnahmen sollten die Verkehrsteilnehmer aber dennoch bei der Planung berücksichtigen", so Voigt. Um eine Vorstellung von dem Volumen des Reisestroms zu vermitteln, der sich an diesem Wochenende in Bewegung setzen könnte, wartet Schreckenberg mit dieser Zahl auf: Die Bürger Nordrhein-Westfalens repräsentierten etwa ein Fünftel der Bevölkerung Deutschlands.

Die Straßen NRW-Verkehrszentrale warnt ausdrücklich vor hohem Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen, die in Richtung der Küsten führen wie die A1, die A31, die A40, die A57 und die A61. Informationen zur Verkehrslage und Reisezeitverlusten gibt es unter: www.verkehr.nrw.

Stauschwerpunkte in NRW

Straßen NRW warnt vor Behinderungen vor allem auf diesen Autobahnen:

  • A 33, Bereich Paderborn
  • Auf der A1, Bereiche Dortmund/Unna, Osnabrück und Bremen sowie Gevelsberg/Hagen
  • Auf der A3 im gesamten Abschnitt zwischen Köln und Oberhausen (beide Fahrtrichtungen) sowie ab dem Ruhrgebiet in Richtung der Niederlande und in Höhe Arnheim.
  • A 3 Richtung Süden.
  • Im Großraum Köln auf den Autobahnen A1, A3, A4 und A57.
  • A 45: Neubau der Lennetalbrücke bei Hagen, Arbeiten zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Süd. Bis zur Landesgrenze Hessen ist mit Behinderungen zu rechnen. (bth)

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