Bad Oeynhausen Spucker zwangseingewiesen: Bad Oeynhausener in forensischer Psychiatrie Nicole Sielermann Bad Oeynhausen. Obszöne Beschimpfungen, Pöbeleien, Anspucken und inzwischen sogar tätliche Angriffe – seit Februar sorgte ein 47-jähriger Mann im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen immer wieder für Unruhe. Inzwischen konnten die Ermittler ihm 23 Taten nachweisen, bei denen der Bad Oeynhausener in erster Linie Frauen angegriffen hat. Lange waren Polizei und Staatsanwaltschaft nahezu machtlos, nun endlich gelang es, den Mann in einer forensischen Klinik unterzubringen. Erstmals berichtete die Polizei und damit auch die NW im Mai von derartigen Fällen: Ein offenbar psychisch kranker Mann hatte drei Frauen an unterschiedlichen Orten angespuckt. Der Polizei sei der Mann mittleren Alters bekannt und sie ermittele seit geraumer Zeit gegen ihn wegen gleich gelagerter Fälle, schrieb Polizeisprecher Ralf Steinmeyer damals in einer Pressemitteilung. So tauchte der Mann - ohne eine Maske zu tragen - morgens mit seinem Fahrrad an einem „Drive-In-Schalter" einer Bäckerei an der Detmolder Straße auf. Hier beugte er sich durch das Fenster und spuckte einer 44-jährigen Verkäuferin ins Gesicht. Die Frau hatte ihn zuvor auf die Maskentragepflicht hingewiesen. Zur Mittagszeit wurde ebenfalls auf der Detmolder Straße eine 61 Jahre alte Frau Opfer einer solch ekelerregenden Attacke. Hier hatte der Mann die zu Fuß auf dem Gehweg gehende Frau im Vorbeifahren angespuckt. Letztlich kam es am Abend an der Ecke Detmolder Straße/Schulstraße zum dritten Vorfall. Als eine 38-jährige Frau einen Imbiss verließ, spuckte der Radfahrer im Vorbeifahren auch dieser Frau ins Gesicht. Schon da wusste die Polizei: In den zurückliegenden Wochen ereigneten sich bereits mehrere derartiger Taten in der Kurstadt, die mutmaßlich auf das Konto des Mannes gehen. In einigen Fällen kam es zusätzlich zu Beleidigungen. Daher wurde seitdem gegen den Mann wegen des Vorwurfs der Beleidigung und vorsätzlichen Körperverletzung ermittelt. 13 Taten verzeichnete die Staatsanwaltschaft Bielefeld zu Zeiten des letzten NW-Berichtes Ende Juni. „Diverse Beleidigungen, zwei körperliche Angriffe und einen aktuellen Angriff", zählten seit März laut Sprecher Moritz Kutkuhn dazu. Meistens in der Südstadt und im Kurpark. Und immer vom Fahrrad aus. „Daraus haben wir ein großes Paket geschnürt", berichtet der Staatsanwalt. Das nun noch größer wurde. Denn die Zahl der nachweisbaren Taten ist in den vergangenen vier Wochen um weitere zehn angewachsen. Aufgrund der Anzahl der Straftaten sowie einer psychischen Erkrankung wurde der Mann unter Hinzuziehung einer Amtsärztin zunächst zwangseingewiesen und im Krankenhaus Lübbecke untergebracht. In Folge des jetzigen Beschlusses überführte man ihn in die forensische Psychiatrie. Vorausgegangen war am Mittwoch ein Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld, woraufhin der 47-Jährige dem dortigen Amtsgericht vorgeführt wurde. Dort beschloss man, ihn in einer forensischen Klinik unterzubringen. Damit endet ein Kapitel, welches in den vergangenen Monaten Polizei und Justiz erheblich beschäftigt und in der Bevölkerung für Unruhe gesorgt hatte.
Bad Oeynhausen

Spucker zwangseingewiesen: Bad Oeynhausener in forensischer Psychiatrie

Maßregelvollzug Forensik Eickelborn - hier gibt es nur schwer ein Entkommen. © Bernd Schaeperkoetter

Bad Oeynhausen. Obszöne Beschimpfungen, Pöbeleien, Anspucken und inzwischen sogar tätliche Angriffe – seit Februar sorgte ein 47-jähriger Mann im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen immer wieder für Unruhe. Inzwischen konnten die Ermittler ihm 23 Taten nachweisen, bei denen der Bad Oeynhausener in erster Linie Frauen angegriffen hat. Lange waren Polizei und Staatsanwaltschaft nahezu machtlos, nun endlich gelang es, den Mann in einer forensischen Klinik unterzubringen.

Erstmals berichtete die Polizei und damit auch die NW im Mai von derartigen Fällen: Ein offenbar psychisch kranker Mann hatte drei Frauen an unterschiedlichen Orten angespuckt. Der Polizei sei der Mann mittleren Alters bekannt und sie ermittele seit geraumer Zeit gegen ihn wegen gleich gelagerter Fälle, schrieb Polizeisprecher Ralf Steinmeyer damals in einer Pressemitteilung.

So tauchte der Mann - ohne eine Maske zu tragen - morgens mit seinem Fahrrad an einem „Drive-In-Schalter" einer Bäckerei an der Detmolder Straße auf. Hier beugte er sich durch das Fenster und spuckte einer 44-jährigen Verkäuferin ins Gesicht. Die Frau hatte ihn zuvor auf die Maskentragepflicht hingewiesen. Zur Mittagszeit wurde ebenfalls auf der Detmolder Straße eine 61 Jahre alte Frau Opfer einer solch ekelerregenden Attacke. Hier hatte der Mann die zu Fuß auf dem Gehweg gehende Frau im Vorbeifahren angespuckt. Letztlich kam es am Abend an der Ecke Detmolder Straße/Schulstraße zum dritten Vorfall. Als eine 38-jährige Frau einen Imbiss verließ, spuckte der Radfahrer im Vorbeifahren auch dieser Frau ins Gesicht. Schon da wusste die Polizei: In den zurückliegenden Wochen ereigneten sich bereits mehrere derartiger Taten in der Kurstadt, die mutmaßlich auf das Konto des Mannes gehen. In einigen Fällen kam es zusätzlich zu Beleidigungen. Daher wurde seitdem gegen den Mann wegen des Vorwurfs der Beleidigung und vorsätzlichen Körperverletzung ermittelt.

13 Taten verzeichnete die Staatsanwaltschaft Bielefeld zu Zeiten des letzten NW-Berichtes Ende Juni. „Diverse Beleidigungen, zwei körperliche Angriffe und einen aktuellen Angriff", zählten seit März laut Sprecher Moritz Kutkuhn dazu. Meistens in der Südstadt und im Kurpark. Und immer vom Fahrrad aus. „Daraus haben wir ein großes Paket geschnürt", berichtet der Staatsanwalt. Das nun noch größer wurde. Denn die Zahl der nachweisbaren Taten ist in den vergangenen vier Wochen um weitere zehn angewachsen.

Aufgrund der Anzahl der Straftaten sowie einer psychischen Erkrankung wurde der Mann unter Hinzuziehung einer Amtsärztin zunächst zwangseingewiesen und im Krankenhaus Lübbecke untergebracht. In Folge des jetzigen Beschlusses überführte man ihn in die forensische Psychiatrie. Vorausgegangen war am Mittwoch ein Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld, woraufhin der 47-Jährige dem dortigen Amtsgericht vorgeführt wurde. Dort beschloss man, ihn in einer forensischen Klinik unterzubringen. Damit endet ein Kapitel, welches in den vergangenen Monaten Polizei und Justiz erheblich beschäftigt und in der Bevölkerung für Unruhe gesorgt hatte.

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