Sperrstunde in Bückeburg: Wirtin will wegen Corona länger öffnen Johannes Pietsch Bückeburg (szlz). Dass die Gastronomie zu den von der Corona-Krise am stärksten gebeutelten Branchen zählt, ist kein Geheimnis. Seit der allgemeinen Erlaubnis zur Wiedereröffnung stöhnen die Betriebe unter einer Flut drakonischer Auflagen. Viele sehen daher bereits dem wirtschaftlichen Kollaps entgegen oder warfen bereits das Handtuch. Jeder dritte Gastronomiebetrieb stehe in Deutschland vor dem Aus, warnte vor einigen Tagen der Branchenverband Dehoga. 81,5 Prozent der Betriebe gaben auf eine Umfrage des Verbands an, bei Einhaltung aller Auflagen nicht mehr wirtschaftlich handeln zu können. Dazu kommen in vielen Fällen auch noch zusätzliche Einschränkungen und Auflagen aus der Vor-Corona-Zeit. Yvonne Dazenko möchte dem mit einem Appell an die Stadt Bückeburg etwas entgegensetzen: Die Wirtin des Historischen Wirtshauses „Zur Falle“ plädiert dafür, die aktuell geltende Bestimmung für die Sperrstunde vorübergehend aufzuweichen, und sammelt dafür Unterschriften. Konkret geht es der Fallen-Wirtin darum, ihre Gäste sowohl im Außenbereich in der Fußgängerzone als auch im rückwärtig gelegenen Biergarten länger als bislang erlaubt bewirten zu dürfen. Bislang sind die Tische vor dem Historischen Wirtshaus um 23 Uhr zu räumen. Im Biergarten muss sogar schon eine Stunde früher Schluss sein. „Aufgrund der wirklich schwierigen Zeit der Schließung all unserer gastronomischen Betriebe möchten wir die Stadt Bückeburg darum bitten, diesen Sommer die Öffnungszeiten in den Außenbereichen vorerst zu überdenken“, steht in dem Appell zu lesen, der derzeit in ihrem Wirtshaus zur Unterschrift ausliegt. Selbstverständlich seien die die gewünschten längeren Öffnungszeiten nicht mit Musik oder vermehrten Krach verbunden, versichert die „Falle“-Wirtin in ihrem Papier, sodass Anwohner nicht beeinträchtigt würden. „Wir sind alle geschult und in der Lage, das umzusetzen.“ Und: „Uns allen wäre geholfen, wenn wir in diesem Jahr eine andere Regelung finden würden.“ Während die verlängerten Außenöffnungszeiten nach dem Willen von Yvonne Dazenko natürlich allen heimischen Gastronomen zugute kommen sollen, steht ihr Historisches Wirtshaus auf Grund eines seit Jahren schwelenden Streits mit einem Nachbarn dabei besonders im Fokus: Der hatte vor vier Jahren juristisch durchgesetzt, dass fortan in dem Richtung Parkpalette gelegenen Biergarten keinerlei Live-Musik mehr aufgeführt und der Betrieb bereits um 22 Uhr – also eine Stunde früher als in der Fußgängerzone – beendet werden muss. Dass der auch vier Jahre später peinlich genau auf die Einhaltung der Regeln achtet und selbst „auf kleinste Verstöße förmlich lauert“, davon ist Yvonne Dazenko überzeugt: „Bei mir braucht ein Gast zwei oder drei Minuten länger draußen am Tisch zu sitzen als erlaubt, dann ist sofort die Polizei da.“ Daher hofft die Fallen-Wirtin jetzt inständig darauf, bei Rat und Verwaltung der Stadt Bückeburg mit ihrem Wunsch nach einer Ausnahmeregelung während der Pandemie Gehör zu finden. 300 Fallen-Gäste unterschrieben den Appell bereits. Wenig Verständnis hat Yvonne Dazenko dafür, wenn Gäste oder andere Angehörige ihrer Branche sich nicht an das Reglement zum Schutz vor dem Corona-Virus oder übrige Vorschriften halten. Im sozialen Netzwerk Facebook machte die resolute Gastronomin kürzlich ihrem Unmut darüber Luft, dass es in Bückeburg Gastronomen gebe, die es weder mit den Bestimmungen für die Sperrstunde noch mit einigen Bestimmungen aus der geltenden Corona-Schutzverordnung wie zum Beispiel den vorgeschriebenen Tischabstand so ganz genau nähmen. „Ich bin niemand, der jemanden anderen öffentlich anprangert und in die Pfanne haut“, so Yvonne Dazenko gegenüber dieser Zeitung. „Aber entweder halten wir uns alle an die Regeln oder keiner.“

Sperrstunde in Bückeburg: Wirtin will wegen Corona länger öffnen

Yvonne Dazenko möchte die Gäste ihres Historischen Wirtshauses „Zur Falle“ länger als 23 Uhr im Außenbereich bewirten dürfen und sammelt dafür Unterschriften. © Foto: Johannes Pietsch

Bückeburg (szlz). Dass die Gastronomie zu den von der Corona-Krise am stärksten gebeutelten Branchen zählt, ist kein Geheimnis. Seit der allgemeinen Erlaubnis zur Wiedereröffnung stöhnen die Betriebe unter einer Flut drakonischer Auflagen. Viele sehen daher bereits dem wirtschaftlichen Kollaps entgegen oder warfen bereits das Handtuch. Jeder dritte Gastronomiebetrieb stehe in Deutschland vor dem Aus, warnte vor einigen Tagen der Branchenverband Dehoga. 81,5 Prozent der Betriebe gaben auf eine Umfrage des Verbands an, bei Einhaltung aller Auflagen nicht mehr wirtschaftlich handeln zu können. Dazu kommen in vielen Fällen auch noch zusätzliche Einschränkungen und Auflagen aus der Vor-Corona-Zeit. Yvonne Dazenko möchte dem mit einem Appell an die Stadt Bückeburg etwas entgegensetzen: Die Wirtin des Historischen Wirtshauses „Zur Falle“ plädiert dafür, die aktuell geltende Bestimmung für die Sperrstunde vorübergehend aufzuweichen, und sammelt dafür Unterschriften.

Konkret geht es der Fallen-Wirtin darum, ihre Gäste sowohl im Außenbereich in der Fußgängerzone als auch im rückwärtig gelegenen Biergarten länger als bislang erlaubt bewirten zu dürfen. Bislang sind die Tische vor dem Historischen Wirtshaus um 23 Uhr zu räumen. Im Biergarten muss sogar schon eine Stunde früher Schluss sein. „Aufgrund der wirklich schwierigen Zeit der Schließung all unserer gastronomischen Betriebe möchten wir die Stadt Bückeburg darum bitten, diesen Sommer die Öffnungszeiten in den Außenbereichen vorerst zu überdenken“, steht in dem Appell zu lesen, der derzeit in ihrem Wirtshaus zur Unterschrift ausliegt.

Selbstverständlich seien die die gewünschten längeren Öffnungszeiten nicht mit Musik oder vermehrten Krach verbunden, versichert die „Falle“-Wirtin in ihrem Papier, sodass Anwohner nicht beeinträchtigt würden. „Wir sind alle geschult und in der Lage, das umzusetzen.“ Und: „Uns allen wäre geholfen, wenn wir in diesem Jahr eine andere Regelung finden würden.“

Während die verlängerten Außenöffnungszeiten nach dem Willen von Yvonne Dazenko natürlich allen heimischen Gastronomen zugute kommen sollen, steht ihr Historisches Wirtshaus auf Grund eines seit Jahren schwelenden Streits mit einem Nachbarn dabei besonders im Fokus:

Der hatte vor vier Jahren juristisch durchgesetzt, dass fortan in dem Richtung Parkpalette gelegenen Biergarten keinerlei Live-Musik mehr aufgeführt und der Betrieb bereits um 22 Uhr – also eine Stunde früher als in der Fußgängerzone – beendet werden muss. Dass der auch vier Jahre später peinlich genau auf die Einhaltung der Regeln achtet und selbst „auf kleinste Verstöße förmlich lauert“, davon ist Yvonne Dazenko überzeugt: „Bei mir braucht ein Gast zwei oder drei Minuten länger draußen am Tisch zu sitzen als erlaubt, dann ist sofort die Polizei da.“ Daher hofft die Fallen-Wirtin jetzt inständig darauf, bei Rat und Verwaltung der Stadt Bückeburg mit ihrem Wunsch nach einer Ausnahmeregelung während der Pandemie Gehör zu finden. 300 Fallen-Gäste unterschrieben den Appell bereits.

Wenig Verständnis hat Yvonne Dazenko dafür, wenn Gäste oder andere Angehörige ihrer Branche sich nicht an das Reglement zum Schutz vor dem Corona-Virus oder übrige Vorschriften halten. Im sozialen Netzwerk Facebook machte die resolute Gastronomin kürzlich ihrem Unmut darüber Luft, dass es in Bückeburg Gastronomen gebe, die es weder mit den Bestimmungen für die Sperrstunde noch mit einigen Bestimmungen aus der geltenden Corona-Schutzverordnung wie zum Beispiel den vorgeschriebenen Tischabstand so ganz genau nähmen. „Ich bin niemand, der jemanden anderen öffentlich anprangert und in die Pfanne haut“, so Yvonne Dazenko gegenüber dieser Zeitung. „Aber entweder halten wir uns alle an die Regeln oder keiner.“

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