Schwangere fühlt sich diskriminiert Senne (nw). Die schwangere Svetlana-Sophia Schmelter erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber, die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Senne.Nachdem ihr Arbeitsvertrag nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft nicht verlängert wurde, wirft die 26-Jährige der JVA Diskriminierung und einen frauenfeindlichen Führungsstil vor. Sie zieht jetzt vor Gericht und hat sich zudem an Bundesjustizminister Heiko Maas gewandt.Die junge Frau arbeitete seit Dezember 2013 für die Justizvollzugsanstalt Senne und plante, dort auch in Zukunft eine zweijährige Ausbildung zur Justizvollzugsbeamtin zu machen. Doch als sie schwanger wurde und sie dies bei ihrem Arbeitgeber bekannt gab, ist ihr bis zum 31. Dezember 2014 befristeter Vertrag nicht verlängert worden.Für Schmelter kam dies sehr überraschend. „Mir ist Anfang November bereits zur unbefristeten Anstellung gratuliert worden - nach einer Personalratssitzung. Man hatte mir gesagt, dass ich gute Arbeit leiste und mir keinerlei Sorgen um meinen Job machen müsse.“Zehn Tage später habe sie ihre Schwangerschaft bekannt gegeben. Selbst da habe der Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes ihre Leistungen gelobt und die Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt.Nur wenige Stunden später, so die 26-Jährige, habe dieser jedoch seine Meinung geändert und ihr mitgeteilt, dass der Vertrag ausdrücklich aufgrund der Schwangerschaft nicht verlängert werden würde. Es sei ihr indes angeboten worden, sich nach der Elternzeit neu bei der JVA zu bewerben. Drei Tage später habe sie ein Gespräch mit Anstaltsleiter Uwe Nelle-Cornelsen geführt. Darin habe dieser geäußert, dass das Justizministerium eine Verlängerung des Vertrags unter gegebenen Umständen nicht akzeptieren würde. Darauf angesprochen, dass dies eine Diskriminierung darstelle, habe Nelle-Cornelsen geantwortet, das „sei auf keinen Fall möglich“.Svetlana Schmelter nahm diese Entscheidung nicht einfach hin, zog einen Anwalt zurate und verklagt jetzt das Land NRW respektive die JVA Bielefeld-Senne wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz.Zuvor seien zwei Fristen ihres Anwaltes für eine außergerichtliche Einigung mit der Zentralstelle für Rechts- und Schadensangelegenheiten verstrichen. Diese sei mit dem Fehlen einer Stellungnahme der JVA Senne begründet worden. Da sie ihren Arbeitsplatz nicht einklagen kann - der im Übrigen bereits zum 1. Dezember neu besetzt worden ist -, will sie zumindest eine Diskriminierungsentschädigung erreichen. Der Prozess ist für den 15. Mai vor dem Arbeitsgericht Bielefeld terminiert.In ihrem Brief an Heiko Maas zieht sie in Zweifel, dass der Minister ausdrücklich eine solche Weisung erlassen habe, die die Weiterbeschäftigung von Schwangeren verbiete. Sie bittet Maas daher, sich um ihren Fall zu kümmern und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass grundsätzlich weitere Diskriminierungen verhindert werden.Laut stellvertretendem Anstaltsleiter Oliver Burlage „gibt es keinen Kausalzusammenhang zwischen der Kündigung und der Schwangerschaft. Das hatte andere Gründe.“ Da es sich um ein laufendes Verfahren vor dem Arbeitsgericht handele, gebe es keine weiteren Äußerungen der Anstaltsleitung zum Inhalt der Klage.

Schwangere fühlt sich diskriminiert

Glaubt, dass sie wegen ihrer Schwangerschaft entlassen wurde: Svetlana-Sophia Schmelter. Fotomontage: Grundmann/nw

Senne (nw). Die schwangere Svetlana-Sophia Schmelter erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber, die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Senne.

Nachdem ihr Arbeitsvertrag nach Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft nicht verlängert wurde, wirft die 26-Jährige der JVA Diskriminierung und einen frauenfeindlichen Führungsstil vor. Sie zieht jetzt vor Gericht und hat sich zudem an Bundesjustizminister Heiko Maas gewandt.

Die junge Frau arbeitete seit Dezember 2013 für die Justizvollzugsanstalt Senne und plante, dort auch in Zukunft eine zweijährige Ausbildung zur Justizvollzugsbeamtin zu machen. Doch als sie schwanger wurde und sie dies bei ihrem Arbeitgeber bekannt gab, ist ihr bis zum 31. Dezember 2014 befristeter Vertrag nicht verlängert worden.

Für Schmelter kam dies sehr überraschend. „Mir ist Anfang November bereits zur unbefristeten Anstellung gratuliert worden - nach einer Personalratssitzung. Man hatte mir gesagt, dass ich gute Arbeit leiste und mir keinerlei Sorgen um meinen Job machen müsse.“

Zehn Tage später habe sie ihre Schwangerschaft bekannt gegeben. Selbst da habe der Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes ihre Leistungen gelobt und die Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt.

Nur wenige Stunden später, so die 26-Jährige, habe dieser jedoch seine Meinung geändert und ihr mitgeteilt, dass der Vertrag ausdrücklich aufgrund der Schwangerschaft nicht verlängert werden würde. Es sei ihr indes angeboten worden, sich nach der Elternzeit neu bei der JVA zu bewerben. Drei Tage später habe sie ein Gespräch mit Anstaltsleiter Uwe Nelle-Cornelsen geführt. Darin habe dieser geäußert, dass das Justizministerium eine Verlängerung des Vertrags unter gegebenen Umständen nicht akzeptieren würde. Darauf angesprochen, dass dies eine Diskriminierung darstelle, habe Nelle-Cornelsen geantwortet, das „sei auf keinen Fall möglich“.

Svetlana Schmelter nahm diese Entscheidung nicht einfach hin, zog einen Anwalt zurate und verklagt jetzt das Land NRW respektive die JVA Bielefeld-Senne wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Zuvor seien zwei Fristen ihres Anwaltes für eine außergerichtliche Einigung mit der Zentralstelle für Rechts- und Schadensangelegenheiten verstrichen. Diese sei mit dem Fehlen einer Stellungnahme der JVA Senne begründet worden. Da sie ihren Arbeitsplatz nicht einklagen kann - der im Übrigen bereits zum 1. Dezember neu besetzt worden ist -, will sie zumindest eine Diskriminierungsentschädigung erreichen. Der Prozess ist für den 15. Mai vor dem Arbeitsgericht Bielefeld terminiert.

In ihrem Brief an Heiko Maas zieht sie in Zweifel, dass der Minister ausdrücklich eine solche Weisung erlassen habe, die die Weiterbeschäftigung von Schwangeren verbiete. Sie bittet Maas daher, sich um ihren Fall zu kümmern und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass grundsätzlich weitere Diskriminierungen verhindert werden.

Laut stellvertretendem Anstaltsleiter Oliver Burlage „gibt es keinen Kausalzusammenhang zwischen der Kündigung und der Schwangerschaft. Das hatte andere Gründe.“ Da es sich um ein laufendes Verfahren vor dem Arbeitsgericht handele, gebe es keine weiteren Äußerungen der Anstaltsleitung zum Inhalt der Klage.

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