Schule aus Holz: Neubau der IGS in Rinteln schreitet voran Kerstin Lange Rinteln (szlz). Lkw für Lkw ist in den vergangenen Tagen auf die Baustelle der neue IGS an der Burgfelsweide in Rinteln gefahren. Riesige Pakete wurden abgeladen und auf dem Gelände verteilt und gestapelt. Unter der weißen Verpackungsplane versteckt sich „ein kleiner Wald“, wie der Bauleiter feststellte. Es ist das Holz für die Wände der neuen Schule. Geliefert wird es von der Firma Grossmann aus Rosenheim, die bereits Einiges an Holz am Firmensitz in Wandelemente verwandelt hat, die fertig angeliefert werden. „Die Teile bestehen aus Vollholz. Verleimte Sperrholzflächen werden zu Wänden für die IGS“, verrät Fritz Klebe, Dezernet des Kreisbauamts. Das Material habe gute statische und Schallschutzeigenschaften, die man berechnen und messen könne. Wie viel Holz genau für den Neubau benötigt wird, hat Klebe nicht in den Akten stehen. „Gebaut werden knapp 6900 Quadratmeter Wände, davon wurde das Holz für 2500 Quadratmeter bereits geliefert“, so der Kreisbaudezernent. Deckenbalken und -stützen sowie Vollholzquerbalken würden noch kommen. Ausgeschrieben wurden das Holz und die Arbeiten europaweit. Das Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft im Süden Deutschlands oder aus Österreich. Weite Lieferwege gibt es laut Klebe nicht. Die Firma Grossmann, die den Auftrag vom Landkreis Schaumburg bekommen hat, habe das beste Angebot abgegeben. „Und in Süddeutschland hat man viel Erfahrung mit dem Holzbau und davon können wir sicher profitieren, denn in Rinteln bauen wir die größte Holzschule in Norddeutschland“, erzählt Klebe. Während die Wände aus Brettsperrholz bestehen, die Balken und Stützen aus Vollholz, wird die Fassade aus Lärchenholz aus dem eigenen Forst gebaut. „Der Landkreis Schaumburg ist der einzige Landkreis in Niedersachsen, der einen eigenen Forst hat. Dieses Holz können wir jetzt sehr gut nutzen“, so Klebe. Ohnehin gibt es derzeit, aufgrund des Borkenkäferbefalls, der Stürme und der Trockenheit der vergangenen Monate, eine Holzschwemme auf dem Markt. Die Preise für Holz sind im Keller. „Das heimische Lärchenholz wird in einem Sägewerk in der Region verarbeitet und dann nach Rinteln geliefert“, so Klebe. Das hat allerdings noch etwas Zeit, denn zunächst muss schließlich die Tragkonstruktion stehen. Danach kommt die Schalung. Rund 300 Festmeter Lärchenholz werden dafür benötigt. „Das Holz ist zunächst honigfarben, wird aber mit der Zeit grau“, erklärt Klebe. Trotzdem soll es nicht gestrichen werden – auch, um den Graueffekt bereits von Beginn an zu bekommen. „Das Holz wird mit der Zeit ohnehin grau. Aufgrund der Witterung an der Nord- und Westseite schneller als im Süden“, weiß Klebe. Dafür habe man sich aber bewusst entschieden. „Das wird für manchen sicher eine kleine kulturelle Zumutung, aber nur streichen, weil man die Optik haben will, das wäre nicht sinnvoll, denn es wäre nicht nachhaltig und außerdem teuer“, so der Kreisbaudezernent. Man wolle in Rinteln ein Beispiel für nachhaltiges Bauen schaffen. An einer Stelle werde das Lärchenholz wohl auch sehr lange in einem honigfarbenen Ton strahlen, nämlich unter dem Terrassenbereich. „Da kommt kein Regen hin und deshalb wird das Holz dort wohl hell bleiben“, so Klebe. Auch diese Unterschiede würde ein Holzhaus ausmachen. Dass es keinen Sinn hat, ein Holzhaus zu streichen, zeige die Erfahrung aus früheren Zeiten. „Damals standen die Häuser Hunderte von Jahren und es war nichts dran“, so Klebe. Übrigens: In die fertigen Holzelemente der Firma Grossmann werden später Fenster der Firma Fricke aus Nienstädt eingesetzt.

Schule aus Holz: Neubau der IGS in Rinteln schreitet voran

Die riesigen, in weißen Kunststoffplanen verpackten Sperrholzbretter, werden von den Lkw abgeladen und auf der IGS-Baustelle gelagert. © Foto: Kerstin Lange

Rinteln (szlz). Lkw für Lkw ist in den vergangenen Tagen auf die Baustelle der neue IGS an der Burgfelsweide in Rinteln gefahren. Riesige Pakete wurden abgeladen und auf dem Gelände verteilt und gestapelt. Unter der weißen Verpackungsplane versteckt sich „ein kleiner Wald“, wie der Bauleiter feststellte.

Es ist das Holz für die Wände der neuen Schule. Geliefert wird es von der Firma Grossmann aus Rosenheim, die bereits Einiges an Holz am Firmensitz in Wandelemente verwandelt hat, die fertig angeliefert werden.

„Die Teile bestehen aus Vollholz. Verleimte Sperrholzflächen werden zu Wänden für die IGS“, verrät Fritz Klebe, Dezernet des Kreisbauamts. Das Material habe gute statische und Schallschutzeigenschaften, die man berechnen und messen könne.

Wie viel Holz genau für den Neubau benötigt wird, hat Klebe nicht in den Akten stehen. „Gebaut werden knapp 6900 Quadratmeter Wände, davon wurde das Holz für 2500 Quadratmeter bereits geliefert“, so der Kreisbaudezernent. Deckenbalken und -stützen sowie Vollholzquerbalken würden noch kommen.

Ausgeschrieben wurden das Holz und die Arbeiten europaweit. Das Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft im Süden Deutschlands oder aus Österreich. Weite Lieferwege gibt es laut Klebe nicht. Die Firma Grossmann, die den Auftrag vom Landkreis Schaumburg bekommen hat, habe das beste Angebot abgegeben.

„Und in Süddeutschland hat man viel Erfahrung mit dem Holzbau und davon können wir sicher profitieren, denn in Rinteln bauen wir die größte Holzschule in Norddeutschland“, erzählt Klebe.

Während die Wände aus Brettsperrholz bestehen, die Balken und Stützen aus Vollholz, wird die Fassade aus Lärchenholz aus dem eigenen Forst gebaut. „Der Landkreis Schaumburg ist der einzige Landkreis in Niedersachsen, der einen eigenen Forst hat. Dieses Holz können wir jetzt sehr gut nutzen“, so Klebe.

Ohnehin gibt es derzeit, aufgrund des Borkenkäferbefalls, der Stürme und der Trockenheit der vergangenen Monate, eine Holzschwemme auf dem Markt. Die Preise für Holz sind im Keller.

„Das heimische Lärchenholz wird in einem Sägewerk in der Region verarbeitet und dann nach Rinteln geliefert“, so Klebe. Das hat allerdings noch etwas Zeit, denn zunächst muss schließlich die Tragkonstruktion stehen. Danach kommt die Schalung. Rund 300 Festmeter Lärchenholz werden dafür benötigt. „Das Holz ist zunächst honigfarben, wird aber mit der Zeit grau“, erklärt Klebe.

Trotzdem soll es nicht gestrichen werden – auch, um den Graueffekt bereits von Beginn an zu bekommen.

„Das Holz wird mit der Zeit ohnehin grau. Aufgrund der Witterung an der Nord- und Westseite schneller als im Süden“, weiß Klebe. Dafür habe man sich aber bewusst entschieden. „Das wird für manchen sicher eine kleine kulturelle Zumutung, aber nur streichen, weil man die Optik haben will, das wäre nicht sinnvoll, denn es wäre nicht nachhaltig und außerdem teuer“, so der Kreisbaudezernent. Man wolle in Rinteln ein Beispiel für nachhaltiges Bauen schaffen.

An einer Stelle werde das Lärchenholz wohl auch sehr lange in einem honigfarbenen Ton strahlen, nämlich unter dem Terrassenbereich. „Da kommt kein Regen hin und deshalb wird das Holz dort wohl hell bleiben“, so Klebe. Auch diese Unterschiede würde ein Holzhaus ausmachen.

Dass es keinen Sinn hat, ein Holzhaus zu streichen, zeige die Erfahrung aus früheren Zeiten. „Damals standen die Häuser Hunderte von Jahren und es war nichts dran“, so Klebe. Übrigens: In die fertigen Holzelemente der Firma Grossmann werden später Fenster der Firma Fricke aus Nienstädt eingesetzt.

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