"Schrebergartenbande": 19-Jähriger bleibt für 17 Monate hinter Gittern Rinteln/Bückeburg (szlz). Im Prozess gegen die sogenannte „Schrebergartenbande“ sind am vierten Prozesstag die Urteile gegen die vier angeklagten jungen Leute verkündet worden. Für den Haupttäter (19 Jahre) verhängte das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Ulf Kranitz eine Jugendstrafe von 17 Monaten und ahndete damit mehr als 30 Taten des Rintelners. Zugleich bleibt der Haftbefehl gegen den jungen Mann aufrechterhalten, er sitzt seit Juni in Untersuchungshaft. Verurteilt wurde er jetzt vor allem für eine Serie von rund zwei Dutzend Einbrüchen in Gartenlauben, die er im Jahr 2018 unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, nämlich Amphetaminen, begangen hatte. Der 19-Jährige, der in diesem Zusammenhang die WhatsApp-Gruppe „Schrebergartenbande“ erstellte, wurde darüber hinaus für weitere Vergehen aus dem Jahr 2019 belangt. Hierbei handelte es sich um Körperverletzung und Beleidigung von Polizisten sowie Aggressionsdelikte gegenüber seiner damaligen Freundin. Diese erlitt beim gravierendsten Vorfall durch einen Faustschlag einen Kieferbruch. Hohe kriminelle Energie wurde dem Rintelner schließlich bei Diebstählen im Parkhaus am Pferdemarkt attestiert. Dort schnitt er unter anderem das Verdeck eines BMW Cabrio auf und erbeutete aus dem Wageninneren diverse Gegenstände. Vor dem Jugendschöffengericht legte der Rintelner ein umfassendes Geständnis ab. Dem Vernehmen nach muss er sich demnächst einem weiteren Verfahren stellen. Neben ihm auf der Anklagebank saßen noch andere Teilnehmer der Chat-Gruppe, die aber lediglich bei zwei beziehungsweise drei Einbrüchen mitgewirkt hatten. Die beiden 20 Jahre alten Männer müssen dafür 30 Arbeitsstunden ableisten respektive 300 Euro zahlen. Kranitz sprach von einer „Denkzettelfunktion“ für die jungen Leute und von „dilettantischer, unprofessioneller Tatausführung“. Zum Teil sei uraltes, wertloses Werkzeug geklaut und auch weggeschmissen worden. Ebenfalls 30 Stunden muss eine Schülerin (19) arbeiten. Sie wurde wegen Beihilfe in zehn Fällen verurteilt, weil sei bei den Einbrüchen Schmiere gestanden hatte. Aus Platzgründen fanden die vier Prozesstage nicht beim Amtsgericht in Rinteln statt, sondern in den Räumlichkeiten des Landgerichts Bückeburg. Diese Verlegung war notwendig, um die coronabedingten Abstandsregeln einhalten zu können. Mit anfangs knapp 20 Prozessbeteiligten wurde in einem großen Sitzungssaal mit Trennwänden und weiteren strengen Auflagen verhandelt.

"Schrebergartenbande": 19-Jähriger bleibt für 17 Monate hinter Gittern

Unter anderem ist der 19-Jährige in mehrere Schrebergärten eingebrochen. Symbolbild: Pixabay © pschwemling

Rinteln/Bückeburg (szlz). Im Prozess gegen die sogenannte „Schrebergartenbande“ sind am vierten Prozesstag die Urteile gegen die vier angeklagten jungen Leute verkündet worden. Für den Haupttäter (19 Jahre) verhängte das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Ulf Kranitz eine Jugendstrafe von 17 Monaten und ahndete damit mehr als 30 Taten des Rintelners. Zugleich bleibt der Haftbefehl gegen den jungen Mann aufrechterhalten, er sitzt seit Juni in Untersuchungshaft. Verurteilt wurde er jetzt vor allem für eine Serie von rund zwei Dutzend Einbrüchen in Gartenlauben, die er im Jahr 2018 unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, nämlich Amphetaminen, begangen hatte.

Der 19-Jährige, der in diesem Zusammenhang die WhatsApp-Gruppe „Schrebergartenbande“ erstellte, wurde darüber hinaus für weitere Vergehen aus dem Jahr 2019 belangt. Hierbei handelte es sich um Körperverletzung und Beleidigung von Polizisten sowie Aggressionsdelikte gegenüber seiner damaligen Freundin. Diese erlitt beim gravierendsten Vorfall durch einen Faustschlag einen Kieferbruch.

Hohe kriminelle Energie wurde dem Rintelner schließlich bei Diebstählen im Parkhaus am Pferdemarkt attestiert. Dort schnitt er unter anderem das Verdeck eines BMW Cabrio auf und erbeutete aus dem Wageninneren diverse Gegenstände. Vor dem Jugendschöffengericht legte der Rintelner ein umfassendes Geständnis ab. Dem Vernehmen nach muss er sich demnächst einem weiteren Verfahren stellen.

Neben ihm auf der Anklagebank saßen noch andere Teilnehmer der Chat-Gruppe, die aber lediglich bei zwei beziehungsweise drei Einbrüchen mitgewirkt hatten. Die beiden 20 Jahre alten Männer müssen dafür 30 Arbeitsstunden ableisten respektive 300 Euro zahlen. Kranitz sprach von einer „Denkzettelfunktion“ für die jungen Leute und von „dilettantischer, unprofessioneller Tatausführung“. Zum Teil sei uraltes, wertloses Werkzeug geklaut und auch weggeschmissen worden. Ebenfalls 30 Stunden muss eine Schülerin (19) arbeiten. Sie wurde wegen Beihilfe in zehn Fällen verurteilt, weil sei bei den Einbrüchen Schmiere gestanden hatte.

Aus Platzgründen fanden die vier Prozesstage nicht beim Amtsgericht in Rinteln statt, sondern in den Räumlichkeiten des Landgerichts Bückeburg. Diese Verlegung war notwendig, um die coronabedingten Abstandsregeln einhalten zu können. Mit anfangs knapp 20 Prozessbeteiligten wurde in einem großen Sitzungssaal mit Trennwänden und weiteren strengen Auflagen verhandelt.

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