Klassenfahrten sind Geschichte: Schloss Baum in Bückeburg stellt Betrieb ein Michael Werk Bückeburg (szlz). Über Jahrzehnte ist die idyllisch im Schaumburger Wald bei Rusbend gelegene Freizeit- und Tagungsstätte Schloss Baum eine beliebte Location für Klassenfahrten und etwa Veranstaltungen kirchlicher Gruppen gewesen. Zudem fanden dort regelmäßig kleine, aber feine Konzerte und – jeweils im Sommer – unterhaltsame Freiluft-Theateraufführungen statt. Seit März 2020 dümpelt die vom Evangelischen Jugendwerk Schaumburg-Lippe betriebene Einrichtung jedoch im Corona-Lockdown – und es ist beschlossene Sache, dass das Haus nicht wieder aufgemacht wird. Corona ist aber nur einer von mehreren Gründen, die diesbezüglich eine Rolle spielen. Ziel sei immer gewesen, eine schwarze Null zu schreiben, sagt Klaus-Dieter Kiefer, der Vorsitzende des Evangelischen Jugendwerks Schaumburg-Lippe. Seit März vergangenen Jahres habe man aber – abgesehen von ein paar eingegangenen Stornogebühren und erhaltenen Landes-/Bundesmitteln – keine Einnahmen mehr erzielt. Laufende Kosten habe man jedoch weiterhin. Exemplarisch verweist er auf die Personalkosten. Demnach ist Klaus Bratherig-Harms, der Leiter der Freizeit- und Tagungsstätte, zwar in Kurzarbeit, für die geringfügig beschäftigten Mitarbeiter indes kann der Verein keine Kurzarbeit anmelden; deren Gehälter sind also weiterhin zu zahlen. „Corona hat das verschärft, was wir sowieso vorhatten: Wir wollen Schloss Baum nicht weiter betreiben“, erklärt Kiefer. Ein Grund für diese Entscheidung ist ihm zufolge, dass der Verein in den nächsten zehn Jahren insgesamt etwa 150.000 Euro in die Modernisierung der Gebäude investieren müsste; beispielsweise, um die heutzutage nicht mehr zeitgemäßen Gemeinschaftsduschen durch Einzelduschen zu ersetzen. Darüber hinaus führt er an, dass Bratherig-Harms vermutlich 2023 in den Ruhestand wechseln wird, was dann ein „Riesenverlust“ für die Freizeit- und Tagungsstätte wäre. Hinzu kommt laut Kiefer, dass der langjährige Pachtvertrag für die im Eigentum der Fürstenfamilie zu Schaumburg-Lippe stehende Immobilie Schloss Baum vom Evangelischen Jugendwerk Schaumburg-Lippe zum 31. Dezember 2022 gekündigt werden kann. Nach Angaben von Kiefer ist dies denn auch der Termin, zu dem der Verein den Pachtvertrag kündigen wird. Am kommenden Montag indes wird sich der Vorstand des Evangelischen Jugendwerks Schaumburg-Lippe mit Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke treffen, um darüber zu beraten, wie es in Anbetracht der finanziellen Situation weitergehen soll: Vonseiten des Vereins habe man die Befürchtung, insolvent zu werden und nicht mehr selbst handeln zu können, sagt Kiefer. Die Frage sei daher, wie die Schaumburg-Lippische Landeskirche den Verein unterstützen könne, damit die nun bereits zu Ende März 2021 beabsichtigte Schließung der Freizeit- und Tagungsstätte sozial verträglich gestaltet werden könne. Letzteres bezieht sich auf die insgesamt fünf dort tätigen Beschäftigten – einschließlich Bratherig-Harms, der seit rund 30 Jahren die Leitung des Hauses inne hat: „Es ist auch eine Verantwortung, die wir da haben“, betont Kiefer.

Klassenfahrten sind Geschichte: Schloss Baum in Bückeburg stellt Betrieb ein

Keine Konfirmandenfreizeiten, keine Jugendfreizeiten, keine kleinen, aber feinen Konzerte mehr: Die Freizeit- und Tagungsstätte Schloss Baum wird Ende März endgültig geschlossen. Foto: Raimund Cremers © raimund cremers

Bückeburg (szlz). Über Jahrzehnte ist die idyllisch im Schaumburger Wald bei Rusbend gelegene Freizeit- und Tagungsstätte Schloss Baum eine beliebte Location für Klassenfahrten und etwa Veranstaltungen kirchlicher Gruppen gewesen. Zudem fanden dort regelmäßig kleine, aber feine Konzerte und – jeweils im Sommer – unterhaltsame Freiluft-Theateraufführungen statt. Seit März 2020 dümpelt die vom Evangelischen Jugendwerk Schaumburg-Lippe betriebene Einrichtung jedoch im Corona-Lockdown – und es ist beschlossene Sache, dass das Haus nicht wieder aufgemacht wird. Corona ist aber nur einer von mehreren Gründen, die diesbezüglich eine Rolle spielen.

Ziel sei immer gewesen, eine schwarze Null zu schreiben, sagt Klaus-Dieter Kiefer, der Vorsitzende des Evangelischen Jugendwerks Schaumburg-Lippe. Seit März vergangenen Jahres habe man aber – abgesehen von ein paar eingegangenen Stornogebühren und erhaltenen Landes-/Bundesmitteln – keine Einnahmen mehr erzielt. Laufende Kosten habe man jedoch weiterhin. Exemplarisch verweist er auf die Personalkosten. Demnach ist Klaus Bratherig-Harms, der Leiter der Freizeit- und Tagungsstätte, zwar in Kurzarbeit, für die geringfügig beschäftigten Mitarbeiter indes kann der Verein keine Kurzarbeit anmelden; deren Gehälter sind also weiterhin zu zahlen.

„Corona hat das verschärft, was wir sowieso vorhatten: Wir wollen Schloss Baum nicht weiter betreiben“, erklärt Kiefer. Ein Grund für diese Entscheidung ist ihm zufolge, dass der Verein in den nächsten zehn Jahren insgesamt etwa 150.000 Euro in die Modernisierung der Gebäude investieren müsste; beispielsweise, um die heutzutage nicht mehr zeitgemäßen Gemeinschaftsduschen durch Einzelduschen zu ersetzen. Darüber hinaus führt er an, dass Bratherig-Harms vermutlich 2023 in den Ruhestand wechseln wird, was dann ein „Riesenverlust“ für die Freizeit- und Tagungsstätte wäre. Hinzu kommt laut Kiefer, dass der langjährige Pachtvertrag für die im Eigentum der Fürstenfamilie zu Schaumburg-Lippe stehende Immobilie Schloss Baum vom Evangelischen Jugendwerk Schaumburg-Lippe zum 31. Dezember 2022 gekündigt werden kann. Nach Angaben von Kiefer ist dies denn auch der Termin, zu dem der Verein den Pachtvertrag kündigen wird.

Am kommenden Montag indes wird sich der Vorstand des Evangelischen Jugendwerks Schaumburg-Lippe mit Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke treffen, um darüber zu beraten, wie es in Anbetracht der finanziellen Situation weitergehen soll: Vonseiten des Vereins habe man die Befürchtung, insolvent zu werden und nicht mehr selbst handeln zu können, sagt Kiefer. Die Frage sei daher, wie die Schaumburg-Lippische Landeskirche den Verein unterstützen könne, damit die nun bereits zu Ende März 2021 beabsichtigte Schließung der Freizeit- und Tagungsstätte sozial verträglich gestaltet werden könne. Letzteres bezieht sich auf die insgesamt fünf dort tätigen Beschäftigten – einschließlich Bratherig-Harms, der seit rund 30 Jahren die Leitung des Hauses inne hat: „Es ist auch eine Verantwortung, die wir da haben“, betont Kiefer.

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