Schaumburger Jäger schießen so viele Wildschweine wie noch nie Stefan Rothe Landkreis Schaumburg. Die Jäger in Schaumburg haben in der abgelaufenen Jagdsaison 2019/20 so viele Wildschweine abgeschossen wie noch nie zuvor. Nach Angaben von Hermann Platte war es eine Strecke von kreisweit 1.826 Exemplaren. Das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahr. „Dabei liegen wir schon seit Jahren auf einem recht hohen Niveau“, berichtet der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Schaumburg. In der Saison 2018/19 waren 1.500 Wildschweine geschossen worden, in der Saison zuvor 1.600 Schwarzkittel. In den Jahren von 2000 bis 2010 seien es hingegen immer zwischen 1.200 und 1.300 Tiere gewesen. Autobahn A2 ist ein potentielles Einfallstor für gefährliche Tierkrankheit „Es gibt einfach zu viele Wildschweine, dagegen müssen wir etwas machen“, begründet Platte die große Strecke. Bei der Absenkung der Schwarzwildpopulation spiele die drohende Afrikanische Schweinepest eine maßgebende Rolle, erläutert der Jagdexperte: „Die rückt aus Osteuropa immer näher.“ In Schaumburg stelle die A 2 ein mögliches Einfallstor dar. „Da gibt es viel Lkw-Verkehr etwa aus Polen und Russland, weggeworfene Speisereste und auch Viehtransporte könnten ursächlich für die Eintragung des Virus sein“, schildert Platte. Und fügt hinzu: „Je weniger Wildschweine es bei uns gibt, desto geringer ist die Übertragungswahrscheinlichkeit.“ Gefährlich werden kann die Schweinepest vor allem Beständen an Hausschweinen, die bei einem Eintrag des Virus gekeult werden müssten. Die Intensivierung der Bejagung wird nach Darstellung von Platte in Niedersachsen auf zwei Wegen unterstützt: Zum einen erhalten Hundeführer, die ihren Jagdhund bei revierübergreifenden Jagden einsetzen, eine finanzielle Anerkennung von 25 Euro je Hund und Jagdtag. Zum anderen wird Revierinhabern eine Prämie von 50 Euro für jedes „Mehr“-Schwein gewährt, das über der durchschnittlichen Strecke dreier Vorjahre hinaus erlegt wird. Wildschweine verursachen schwere Schäden auf den Äckern Ein weiteres Motiv neben der Afrikanischen Schweinepest, viele Wildschweine zu schießen, sind laut Platte „die immensen Schäden, welche die Tiere auf den Äckern anrichten“. Im Zweifel könne der zuständige Jagdpächter dafür zu einem finanziellen Ausgleich herangezogen werden. Daher rühre auch ein Interesse, die Bestände geringer zu halten. „Wir Jäger geben uns wirklich große Mühe, die Bestände zu reduzieren“, betont der Chef der Kreisjägerschaft. Einen Grund für die große Schwarzwild-Population sieht Platte in den milden Wintern der vergangenen Jahre. „Dadurch haben die Frischlinge sehr gute Chancen, in weit höherem Maße zu überleben als das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.“ Außerdem fänden die Tiere durch die mittlerweile in der Region Schaumburg zahlreichen und großen Äcker mit Mais „Futter in Hülle und Fülle“. Das seien für die Schwarzkittel geradezu paradiesische Zustände. Nur eine leichte Zunahme hat es nach Angaben von Platte im Jagdjahr 2019/20 im Landkreis beim Rehwild gegeben. Hier wurden 2.386 Tiere zur Strecke gebracht, 50 mehr als im Jahr zuvor. Rot- und Damwild, in anderen niedersächsischen Wäldern durchaus in nennenswerter Zahl vorhanden, spielten in Schaumburg so gut wie keine Rolle, sagt Platte.

Schaumburger Jäger schießen so viele Wildschweine wie noch nie

Die Überlebenschancen für Frischlinge sind aufgrund der milden Winter sehr hoch. Foto: imago © imago images/blickwinkel

Landkreis Schaumburg. Die Jäger in Schaumburg haben in der abgelaufenen Jagdsaison 2019/20 so viele Wildschweine abgeschossen wie noch nie zuvor. Nach Angaben von Hermann Platte war es eine Strecke von kreisweit 1.826 Exemplaren. Das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahr. „Dabei liegen wir schon seit Jahren auf einem recht hohen Niveau“, berichtet der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Schaumburg. In der Saison 2018/19 waren 1.500 Wildschweine geschossen worden, in der Saison zuvor 1.600 Schwarzkittel. In den Jahren von 2000 bis 2010 seien es hingegen immer zwischen 1.200 und 1.300 Tiere gewesen.

Autobahn A2 ist ein potentielles Einfallstor für gefährliche Tierkrankheit

„Es gibt einfach zu viele Wildschweine, dagegen müssen wir etwas machen“, begründet Platte die große Strecke. Bei der Absenkung der Schwarzwildpopulation spiele die drohende Afrikanische Schweinepest eine maßgebende Rolle, erläutert der Jagdexperte: „Die rückt aus Osteuropa immer näher.“ In Schaumburg stelle die A 2 ein mögliches Einfallstor dar. „Da gibt es viel Lkw-Verkehr etwa aus Polen und Russland, weggeworfene Speisereste und auch Viehtransporte könnten ursächlich für die Eintragung des Virus sein“, schildert Platte. Und fügt hinzu: „Je weniger Wildschweine es bei uns gibt, desto geringer ist die Übertragungswahrscheinlichkeit.“ Gefährlich werden kann die Schweinepest vor allem Beständen an Hausschweinen, die bei einem Eintrag des Virus gekeult werden müssten.

Wildschweine richten auf landwirtschaftlich genutzen Flächen große Schäden an. Foto: imago - © imago images/Panthermedia
Wildschweine richten auf landwirtschaftlich genutzen Flächen große Schäden an. Foto: imago - © imago images/Panthermedia

Die Intensivierung der Bejagung wird nach Darstellung von Platte in Niedersachsen auf zwei Wegen unterstützt: Zum einen erhalten Hundeführer, die ihren Jagdhund bei revierübergreifenden Jagden einsetzen, eine finanzielle Anerkennung von 25 Euro je Hund und Jagdtag. Zum anderen wird Revierinhabern eine Prämie von 50 Euro für jedes „Mehr“-Schwein gewährt, das über der durchschnittlichen Strecke dreier Vorjahre hinaus erlegt wird.

Wildschweine verursachen schwere Schäden auf den Äckern

Ein weiteres Motiv neben der Afrikanischen Schweinepest, viele Wildschweine zu schießen, sind laut Platte „die immensen Schäden, welche die Tiere auf den Äckern anrichten“. Im Zweifel könne der zuständige Jagdpächter dafür zu einem finanziellen Ausgleich herangezogen werden. Daher rühre auch ein Interesse, die Bestände geringer zu halten. „Wir Jäger geben uns wirklich große Mühe, die Bestände zu reduzieren“, betont der Chef der Kreisjägerschaft.

Einen Grund für die große Schwarzwild-Population sieht Platte in den milden Wintern der vergangenen Jahre. „Dadurch haben die Frischlinge sehr gute Chancen, in weit höherem Maße zu überleben als das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.“ Außerdem fänden die Tiere durch die mittlerweile in der Region Schaumburg zahlreichen und großen Äcker mit Mais „Futter in Hülle und Fülle“. Das seien für die Schwarzkittel geradezu paradiesische Zustände.

Nur eine leichte Zunahme hat es nach Angaben von Platte im Jagdjahr 2019/20 im Landkreis beim Rehwild gegeben. Hier wurden 2.386 Tiere zur Strecke gebracht, 50 mehr als im Jahr zuvor. Rot- und Damwild, in anderen niedersächsischen Wäldern durchaus in nennenswerter Zahl vorhanden, spielten in Schaumburg so gut wie keine Rolle, sagt Platte.

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