Regionale 2022: Ist sie ein Geschenk oder eine Mogelpackung? Jörg Stuke Bad Oeynhausen. "Regionale 2022" heißt das Strukturförderprogramm des Landes NRW für Ostwestfalen-Lippe. Ein Name, der einiges für das just begonnene Jahr erhoffen lässt. Auch für Bad Oeynhausen, denn die Kurstadt ist an vier Regionale-Projekten beteiligt. Allerdings sind darunter auch Projekte versammelt, die schon seit Jahren in der Planung sind. Ist die Regionale also eigentlich nur eine Mogelpackung?Für Lars Bökenkröger ist das Thema beinahe eine Herzensangelegenheit, das ihm schon begegnete, als er noch nicht Bürgermeister von Bad Oeynhausen, sondern Pressesprecher der Ostwestfalen Lippe GmbH in Bielefeld war. "Mit vier Projekten ist Bad Oeynhausen in diesem Programm sehr gut vertreten", sagt Bökenkröger. So unterschiedlich die Aktionsfelder in der Kurstadt auch sind, die vier Projekte verbindet eines: "Sie alle haben mit interkommunaler Zusammenarbeit zu tun", erklärt der Bürgermeister. Und gerade diese Kooperation mehrerer Städte bei einem verbindenden Thema sei eines der Grundziele, die die Regionale 2022 verfolge.Die Werre Neun Städte am Fluss haben sich zur Regionale 2022 zu dem Projekt „Die Werre, ein Fluss der OWL verbindet“ zusammengeschlossen. Federführend in dieser im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft ist die Stadt Bad Oeynhausen. Zum Regionale-Projekt Werre gehören in Bad Oeynhausen weitere Bausteine: der Neubau der Sielbrücke, die Umgestaltung des Werre-Unterlaufs zum "Werreauen-Park" und die Umgestaltung des Flusses oberhalb des Sielwehrs - das abgebaut werden soll - bis hinein ins Zentrum der Nachbarstadt Löhne zur "Auenlandschaft". All diese Pläne zum naturnahen Umbau der Flusslandschaft sind viel älter als auch nur der erste Gedanke an die Regionale. Sie werden zum Teil schon seit zwei Jahrzehnten in Bad Oeynhausen diskutiert. Nun aber werden sie unter diesem Label gefördert: Für die Sielwehrbrücke gibt es 2,9 Millionen Euro Fördermittel, für die Auenlandschaft schon mal eine weitere knappe Million. Dass die Werre-Pläne deutlichen Vorsprung vor anderen Regionale-Projekten haben, ist auch daran abzulesen, dass hier die Bauarbeiten für die neue Sielwehrbrücke - unmittelbar neben der alten - bereits begonnen haben und in diesem Jahr ebenso wie der Werreauen-Park auch vollendet werden sollen. Das gilt für die anderen drei Regionale-Projekte Bad Oeynhausens nicht.Die Weser "Erlebnisraum Weserlandschaft" lautet der Titel des Programms, an dem die Kreise Höxter, Lippe, Herford und Minden-Lübbecke beteiligt sind. Für Bad Oeynhausen sind hier neben dem übergreifenden Gesamtprojekt zwei Bausteine vorgesehen. Unter dem Namen "Werre-Weser-Kuss" sind verschiedene Maßnahmen zur Umgestaltung der Rehmer Insel und des Weserradwegs zwischen Werre-Mündung und dem "Alten Fährhaus" vorgesehen. "Unter anderem sollen die Bereiche für Fußgänger und Radfahrer getrennt und insgesamt die Aufenthaltsqualität verbessert werden", sagt Bökenkröger. Der darauf setzt, dass die Arbeiten dazu noch in diesem Jahr starten können. Zweiter Projektbaustein ist die Umgestaltung des Lohbuschteichs in Dehme, der an die Weser angeschlossen und so quasi zu einem "Altarm" des Flusses werden soll. Beide Bausteine aber haben derzeit noch den B-Status - das heißt, der letzte Segen, um Bestandteil der Regionale zu werden, fehlt noch. "Wir hoffen, dass diese Projekte im März den A-Status bekommen", sagt Bökenkröger. Auch diese beiden Vorhaben waren schon unabhängig von der Regionale in der Planung. Die Tourist-Info "Zukunftsfit Digitalisierung" lautet das Motto dieses Arbeitsfeldes der Regionale. Übergreifendes Ziel ist, die gesamten touristischen Angebote der Region auf einer digitalen Plattform zu versammeln. "Hier nicht mitzumachen, wäre fahrlässig", sagt Bökenkröger. Zum anderen soll das Haus des Gastes im Kurpark mit digitalen "Themeninseln" Wissenswertes über Bad Oeynhausen präsentieren. Das Herzzentrum, Angebote der Reha-Kliniken, aber auch die Geschichte von Stadt, Bad und Sole sollen in dem "digitalen Showroom" Themen sein, der mit 260.000 Euro gefördert wird und möglichst im Frühjahr 2023 fertig sein soll. Zum Projekt gehören auch Stelen mit Touch-Screen, auf dem sich Besucher über touristische Angebote informieren können. "Die erste dieser Stelen ist schon am Bahnhof aufgestellt und soll noch im Januar in Betrieb gehen", kündigt der Bürgermeister an. Kuren für Pflegende "Auszeit OWL" heißt das Projekt, in dem Konzepte zur Prävention und Rehabilitation für pflegende Angehörige erarbeitet werden sollen. Ein Personenkreis, der schon jetzt allein in NRW über 800.000 Menschen umfasst "und der wachsen wird", ist Bökenkröger überzeugt. Im Raum Bad Oeynhausen gehören bislang die Klinik Porta-Westfalica und die Löhner Berolina-Klinik zu den Kooperationspartnern des Modellprojektes. "Die Regionale ist für uns die Chance, enger mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten und Projekten wie Werre und Weser neuen Schub zu geben", lautet Bökenkrögers Resümee. "Zudem bietet uns die Regionale vorrangigen Zugang zu Fördermitteln aus verschiedensten Töpfen. Wer weiß, ob wir zum Beispiel für die Projekte an der Werre ohne die Regionale eine Förderung in dieser Höhe bekommen würden", so der Bürgermeister. Sein Urteil: "Die Regionale ist ein Geschenk für die ganze Region OWL - und auch für Bad Oeynhausen."

Regionale 2022: Ist sie ein Geschenk oder eine Mogelpackung?

Die Arbeiten zum Neubau der Sielbrücke direkt neben dem Wehr haben schon begonnen. Auch dieses seit Jahren geplante Projekt wird über die Regionale 2022 gefördert. © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. "Regionale 2022" heißt das Strukturförderprogramm des Landes NRW für Ostwestfalen-Lippe. Ein Name, der einiges für das just begonnene Jahr erhoffen lässt. Auch für Bad Oeynhausen, denn die Kurstadt ist an vier Regionale-Projekten beteiligt. Allerdings sind darunter auch Projekte versammelt, die schon seit Jahren in der Planung sind. Ist die Regionale also eigentlich nur eine Mogelpackung?

Für Lars Bökenkröger ist das Thema beinahe eine Herzensangelegenheit, das ihm schon begegnete, als er noch nicht Bürgermeister von Bad Oeynhausen, sondern Pressesprecher der Ostwestfalen Lippe GmbH in Bielefeld war. "Mit vier Projekten ist Bad Oeynhausen in diesem Programm sehr gut vertreten", sagt Bökenkröger. So unterschiedlich die Aktionsfelder in der Kurstadt auch sind, die vier Projekte verbindet eines: "Sie alle haben mit interkommunaler Zusammenarbeit zu tun", erklärt der Bürgermeister. Und gerade diese Kooperation mehrerer Städte bei einem verbindenden Thema sei eines der Grundziele, die die Regionale 2022 verfolge.

Die Werre

Neun Städte am Fluss haben sich zur Regionale 2022 zu dem Projekt „Die Werre, ein Fluss der OWL verbindet“ zusammengeschlossen. Federführend in dieser im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft ist die Stadt Bad Oeynhausen. Zum Regionale-Projekt Werre gehören in Bad Oeynhausen weitere Bausteine: der Neubau der Sielbrücke, die Umgestaltung des Werre-Unterlaufs zum "Werreauen-Park" und die Umgestaltung des Flusses oberhalb des Sielwehrs - das abgebaut werden soll - bis hinein ins Zentrum der Nachbarstadt Löhne zur "Auenlandschaft". All diese Pläne zum naturnahen Umbau der Flusslandschaft sind viel älter als auch nur der erste Gedanke an die Regionale. Sie werden zum Teil schon seit zwei Jahrzehnten in Bad Oeynhausen diskutiert. Nun aber werden sie unter diesem Label gefördert: Für die Sielwehrbrücke gibt es 2,9 Millionen Euro Fördermittel, für die Auenlandschaft schon mal eine weitere knappe Million.

Bürgermeister Lars Bökenkröger hatte schon in seinem alten Job mit der Regionale zu tun. - © Jörg Stuke
Bürgermeister Lars Bökenkröger hatte schon in seinem alten Job mit der Regionale zu tun. - © Jörg Stuke

Dass die Werre-Pläne deutlichen Vorsprung vor anderen Regionale-Projekten haben, ist auch daran abzulesen, dass hier die Bauarbeiten für die neue Sielwehrbrücke - unmittelbar neben der alten - bereits begonnen haben und in diesem Jahr ebenso wie der Werreauen-Park auch vollendet werden sollen. Das gilt für die anderen drei Regionale-Projekte Bad Oeynhausens nicht.

Die Weser

"Erlebnisraum Weserlandschaft" lautet der Titel des Programms, an dem die Kreise Höxter, Lippe, Herford und Minden-Lübbecke beteiligt sind. Für Bad Oeynhausen sind hier neben dem übergreifenden Gesamtprojekt zwei Bausteine vorgesehen. Unter dem Namen "Werre-Weser-Kuss" sind verschiedene Maßnahmen zur Umgestaltung der Rehmer Insel und des Weserradwegs zwischen Werre-Mündung und dem "Alten Fährhaus" vorgesehen. "Unter anderem sollen die Bereiche für Fußgänger und Radfahrer getrennt und insgesamt die Aufenthaltsqualität verbessert werden", sagt Bökenkröger. Der darauf setzt, dass die Arbeiten dazu noch in diesem Jahr starten können. Zweiter Projektbaustein ist die Umgestaltung des Lohbuschteichs in Dehme, der an die Weser angeschlossen und so quasi zu einem "Altarm" des Flusses werden soll. Beide Bausteine aber haben derzeit noch den B-Status - das heißt, der letzte Segen, um Bestandteil der Regionale zu werden, fehlt noch. "Wir hoffen, dass diese Projekte im März den A-Status bekommen", sagt Bökenkröger. Auch diese beiden Vorhaben waren schon unabhängig von der Regionale in der Planung.

Die Tourist-Info

"Zukunftsfit Digitalisierung" lautet das Motto dieses Arbeitsfeldes der Regionale. Übergreifendes Ziel ist, die gesamten touristischen Angebote der Region auf einer digitalen Plattform zu versammeln. "Hier nicht mitzumachen, wäre fahrlässig", sagt Bökenkröger. Zum anderen soll das Haus des Gastes im Kurpark mit digitalen "Themeninseln" Wissenswertes über Bad Oeynhausen präsentieren. Das Herzzentrum, Angebote der Reha-Kliniken, aber auch die Geschichte von Stadt, Bad und Sole sollen in dem "digitalen Showroom" Themen sein, der mit 260.000 Euro gefördert wird und möglichst im Frühjahr 2023 fertig sein soll. Zum Projekt gehören auch Stelen mit Touch-Screen, auf dem sich Besucher über touristische Angebote informieren können. "Die erste dieser Stelen ist schon am Bahnhof aufgestellt und soll noch im Januar in Betrieb gehen", kündigt der Bürgermeister an.

Kuren für Pflegende

"Auszeit OWL" heißt das Projekt, in dem Konzepte zur Prävention und Rehabilitation für pflegende Angehörige erarbeitet werden sollen. Ein Personenkreis, der schon jetzt allein in NRW über 800.000 Menschen umfasst "und der wachsen wird", ist Bökenkröger überzeugt. Im Raum Bad Oeynhausen gehören bislang die Klinik Porta-Westfalica und die Löhner Berolina-Klinik zu den Kooperationspartnern des Modellprojektes.

"Die Regionale ist für uns die Chance, enger mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten und Projekten wie Werre und Weser neuen Schub zu geben", lautet Bökenkrögers Resümee. "Zudem bietet uns die Regionale vorrangigen Zugang zu Fördermitteln aus verschiedensten Töpfen. Wer weiß, ob wir zum Beispiel für die Projekte an der Werre ohne die Regionale eine Förderung in dieser Höhe bekommen würden", so der Bürgermeister. Sein Urteil: "Die Regionale ist ein Geschenk für die ganze Region OWL - und auch für Bad Oeynhausen."

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