Neonazi-Gruppe verboten Rechte Spur führt nach OWL - was steckt hinter den "Nordadlern"? Die rechtsextreme Gruppierung „Nordadler“ wurde verboten. Dabei steht auch eine Stadt im Kreis Herford im Fokus der Ermittler. Lukas Brekenkamp Berlin/Vlotho. Geht es nach dem Bundesinnenministerium, gehört der Mann aus Vlotho zu den führenden Mitgliedern der rechtsextremen Gruppierung „Nordadler", die Innenminister Horst Seehofer (CSU) mittlerweile verboten hat. In den frühen Morgenstunden durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei am Dienstag die Wohnräume des Mannes, weitere Razzien hat es in NRW in Wuppertal und Sprockhövel gegeben. Dabei wurden zwei Mitgliedern der rechtsextremen Gruppe Verbotsverfügungen übergeben – verhaftet wurden sie jedoch nicht. Sichergestellt wurde bei ihnen lauf NRW-Innenministerium vor allem Propagandamaterial, auch Datenträger sollen sichergestellt worden sein. Zudem kam es auch in Niedersachsen (Göttingen, Hannover), Sachsen (Dresden, Pirna) und Brandenburg (Brandenburg a.d. Havel, Doberlug-Kirchhain) zu Durchsuchungen. Ein Sprecher des Ministerium sagte, dass man außer einem Baseballschläger am Dienstag noch keine Waffen wie Sprengstoff gefunden habe. Bundesweit beschlagnahmt wurden PCs, Laptops und Handys. Darüber hinaus wurde NS-Literatur, Reichskriegsflaggen und andere Devotionalien wie Stahlhelme gefunden. Es ist bereits das 20. Verbot einer rechtsextremen Gruppierung – und nach „Combat18" sowie der Reichsbürger-Vereinigung „Geeinte deutsche Völker und Stämme" die dritte in diesem Jahr. Doch was steckt hinter den „Nordadlern"? Die Gruppe war laut Innenministerium vor allem im Internet und Sozialen Medien aktiv und soll so versucht haben, Internetnutzer anzuwerben. „Rechtsextremistische Vereine brauchen heute keinen Stammtisch, keinen Kassenwart und keine Satzung mehr, um ihre Ziele zu verfolgen", so Seehofer. „Vereine und Gruppierungen, die Hass und Hetze verbreiten und die Wiedererrichtung eines nationalsozialistischen Staates herbeisehnen, werde ich verbieten. Rechtsextremismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz, weder in der realen noch in der virtuellen Welt." Das Innenministerium bezifferte das Personenpotenzial der Gruppe Anfang des Jahres auf einen „mittleren zweistelligen Bereich. Doch bei Hass und Hetze schien es bei den „Nordadlern" nicht zu bleiben. Die Gruppierung wurde bereits einige Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet. In dem Bericht für das Jahr 2018 heißt es, dass es bereits mehrere Razzien gegen „Nordadler"-Mitglieder gegeben hatte, bei denen Schreckschuss-, Schlag- und Stichwaffen sichergestellt wurden. Im Internet sollen sich die Gruppenmitglieder zudem über die Beschaffung von militärischen Ausrüstungsgegenständen und Waffen sowie über die Herstellung von Sprengkörpern ausgetauscht haben. Und auch „Listen" mit politischen Verantwortlichen und Gegnern sollen angelegt worden sein, „um diese im Falle eines Staatszusammenbruchs zur Rechenschaft zu ziehen", wie es im Verfassungsschutzbericht heißt. Die Gruppierung verfolgt nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums eine nationalsozialistische Ideologie und firmiert auch unter den Bezeichnungen „Völkische Revolution", „Völkische Jugend", „Völkische Gemeinschaft" und „Völkische Renaissance". Die Rechtsextremisten bekennen sich demnach zu Adolf Hitler und anderen wichtigen Vertretern des Nazi-Regimes und nutzen Symbole und Sprache des Nazi-Regimes. Dazu plane „Nordadler" ein nationalsozialistisches Siedlungsprojekt mit Gleichgesinnten im ländlichen Raum. Nach Informationen dieser Zeitung soll ein Haus in Mackenrode (Thüringen) im Besitz der Gruppe sein, welches laut Thüringer Landesregierung für ein geplantes Siedlungsprojekt genutzt werden sollte.
Neonazi-Gruppe verboten

Rechte Spur führt nach OWL - was steckt hinter den "Nordadlern"?

In mehreren Bundesländern kam es zu Durchsuchungen: Die rechtsextreme Gruppierung "Nordadler" wurde verboten. © Pixabay (Symbolbild)

Berlin/Vlotho. Geht es nach dem Bundesinnenministerium, gehört der Mann aus Vlotho zu den führenden Mitgliedern der rechtsextremen Gruppierung „Nordadler", die Innenminister Horst Seehofer (CSU) mittlerweile verboten hat. In den frühen Morgenstunden durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei am Dienstag die Wohnräume des Mannes, weitere Razzien hat es in NRW in Wuppertal und Sprockhövel gegeben.

Dabei wurden zwei Mitgliedern der rechtsextremen Gruppe Verbotsverfügungen übergeben – verhaftet wurden sie jedoch nicht. Sichergestellt wurde bei ihnen lauf NRW-Innenministerium vor allem Propagandamaterial, auch Datenträger sollen sichergestellt worden sein. Zudem kam es auch in Niedersachsen (Göttingen, Hannover), Sachsen (Dresden, Pirna) und Brandenburg (Brandenburg a.d. Havel, Doberlug-Kirchhain) zu Durchsuchungen.

Ein Sprecher des Ministerium sagte, dass man außer einem Baseballschläger am Dienstag noch keine Waffen wie Sprengstoff gefunden habe. Bundesweit beschlagnahmt wurden PCs, Laptops und Handys. Darüber hinaus wurde NS-Literatur, Reichskriegsflaggen und andere Devotionalien wie Stahlhelme gefunden.

Es ist bereits das 20. Verbot einer rechtsextremen Gruppierung – und nach „Combat18" sowie der Reichsbürger-Vereinigung „Geeinte deutsche Völker und Stämme" die dritte in diesem Jahr.

Doch was steckt hinter den „Nordadlern"? Die Gruppe war laut Innenministerium vor allem im Internet und Sozialen Medien aktiv und soll so versucht haben, Internetnutzer anzuwerben. „Rechtsextremistische Vereine brauchen heute keinen Stammtisch, keinen Kassenwart und keine Satzung mehr, um ihre Ziele zu verfolgen", so Seehofer. „Vereine und Gruppierungen, die Hass und Hetze verbreiten und die Wiedererrichtung eines nationalsozialistischen Staates herbeisehnen, werde ich verbieten. Rechtsextremismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz, weder in der realen noch in der virtuellen Welt."

Das Innenministerium bezifferte das Personenpotenzial der Gruppe Anfang des Jahres auf einen „mittleren zweistelligen Bereich.

Doch bei Hass und Hetze schien es bei den „Nordadlern" nicht zu bleiben. Die Gruppierung wurde bereits einige Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet. In dem Bericht für das Jahr 2018 heißt es, dass es bereits mehrere Razzien gegen „Nordadler"-Mitglieder gegeben hatte, bei denen Schreckschuss-, Schlag- und Stichwaffen sichergestellt wurden.

Im Internet sollen sich die Gruppenmitglieder zudem über die Beschaffung von militärischen Ausrüstungsgegenständen und Waffen sowie über die Herstellung von Sprengkörpern ausgetauscht haben. Und auch „Listen" mit politischen Verantwortlichen und Gegnern sollen angelegt worden sein, „um diese im Falle eines Staatszusammenbruchs zur Rechenschaft zu ziehen", wie es im Verfassungsschutzbericht heißt.

Die Gruppierung verfolgt nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums eine nationalsozialistische Ideologie und firmiert auch unter den Bezeichnungen „Völkische Revolution", „Völkische Jugend", „Völkische Gemeinschaft" und „Völkische Renaissance".

Die Rechtsextremisten bekennen sich demnach zu Adolf Hitler und anderen wichtigen Vertretern des Nazi-Regimes und nutzen Symbole und Sprache des Nazi-Regimes. Dazu plane „Nordadler" ein nationalsozialistisches Siedlungsprojekt mit Gleichgesinnten im ländlichen Raum. Nach Informationen dieser Zeitung soll ein Haus in Mackenrode (Thüringen) im Besitz der Gruppe sein, welches laut Thüringer Landesregierung für ein geplantes Siedlungsprojekt genutzt werden sollte.

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