Rahdenerin Adine Abrams hat Liebe zur Schokolade zum Beruf gemacht Sonja Rohlfing Rahden (nw). Eine Praline ist mit dem Gedanken erschaffen worden, den Genießer mit einem Bissen zu begeistern, sämtliche Geschmacksnerven zu stimulieren und ohne zu überfordern einen kleinen Glücksmoment zu verschaffen. Das schreibt Auftragskonditorin Adine Abrams auf ihrer Homepage. Und besser kann einfach nicht ausgedrückt werden, was bei einem Biss in die Pralinen der Rahdenerin passiert. Nämlich dann, wenn Schokolade und Frucht förmlich auf der Zunge zergehen. „Schokolade ist schon ewig mein Thema“, sagt Adine Abrams. Die ersten Pralinen kreierte die gebürtige Espelkamperin mit acht Jahren. „Die gesamte Küche und das Wohnzimmer standen voll mit Tellern, auf denen Pralinen klebten. Meine Mutter hat meine Begeisterung gesehen und deshalb kein negatives Wort dazu verloren.“ Wie bei vielen führte aber auch bei Adine Abrams der Weg nicht direkt zum Traumberuf. Zunächst lernte sie Krankenschwester. Vor etwa sechs Jahren rief Adine Abrams das „Künstler Café Wert & Würde“ im Gemeindehaus der Christus-Gemeinde in Varlheide ins Leben. Die handgemachten Pralinen und individuell gestalteten Torten der Rahdenerin gehörten von Anfang an zum Café dazu. „Das Projekt lief zwei Jahre sehr gut und ich habe mich entschieden, mehr draus für mich zu machen.“ Darum hat die Mutter zweier Kinder, die mit ihrem Mann in Kleinendorf wohnt („Mein Mann unterstützt mich sehr“), noch einmal die Schulbank gedrückt. Sie hat eine Ausbildung als Konditorin gemacht und anschließend in Bielefeld den Meistertitel erworben. „Danach habe ich in einer Bäckerei und Konditorei gearbeitet. Die Zeit dort war gut und lehrreich, aber nicht meine Welt.“ Seit rund anderthalb Jahren ist die 37-Jährige mit ihrem Kleingewerbe selbstständig. Die Kundenwünsche haben für Adine Abrams oberste Priorität. Von zuckerfrei über glutenfrei und laktosefrei bis hin zu vegan oder Bioqualität macht sie alles möglich. „Das geht nur, weil ich für jeden Kunden einzeln einkaufe.“ Bei den Zutaten setzt die Konditormeisterin auf heimische Produkte. Etliches Obst findet sie in ihrem eigenen Garten. „Ich mag es gern fruchtig.“ Bei Schokolade schwört sie auf feine Ware aus Belgien oder Frankreich. Ihre Kreationen sind durchdacht bis hin zur Verpackung. Die Kunden finden über Mund-zu-Mund-Propaganda zur ihr. „Pralinen sind mein Schwerpunkt, aber nur ein Teil dessen, was ich mache“, erklärt die Schokoladenversteherin. („Schokolade ist ein weibliches Wesen und hat Zicken und Macken.“). Nach und nach hat sie mehr und mehr drumherum gebaut, wie ihre Hochzeitstorten. Sie gibt aber auch Kurse über die Volkshochschule. „Das kommt gut an zum Beispiel bei Junggesellenabschieden.“ Da sich die Schokoladenkünstlerin nicht komplett auf ihre Auftragskonditorei und die Kurse verlassen möchte, fährt die 37-Jährige zweigleisig. „Ich arbeite halbtags als Chef-Patissier in einem Vier-Sterne-Hotel.“ Adine Abrams habe sich schnell und problemlos in das Team eingegliedert, freuen sich Christian Hodde und Lara Dolezik-Hodde von Tiemanns Hotel. Besonders positiv hervorzuheben sei ihr mutiges Engagement, auch neue Wege zu beschreiten und ungewöhnliche Kreationen auszuprobieren. „Wegen Corona herrscht im Hotel Kurzarbeit. Alle meine Kurse und alle Hochzeitsfeiern sind abgesagt. Da habe ich schon eine Träne vergossen“, gibt Adine Abrams zu. Von 100 Prozent auf null ausgebremst zu werden, das sei schwer gewesen. „Ich bin kein Typ für Langeweile.“ Nach der ersten Schockstarre kam jedoch die Kreativität zurück. „Ich mache jetzt kleine 22er Törtchen mit sechs Stücken für zu Hause“, erklärt Adine Abrams, die ebenfalls das Nähen wieder für sich entdeckt hat. Ihr neuestes „Forschungsgebiet“ sind pikante Kekse mit Rosmarin und Parmesan oder mit Pistazien und Frischkäse. „Solche Spielereien sind in einer klassischen Konditorei nicht möglich. Ich habe jetzt eine Nische gefunden, in der ich mich ausleben kann und kreativ sein darf, ohne dass mich jemand einbremst“, freut sich Adine Abrams. Immer wieder etwas auszuprobieren, zieht sich eben durch den Lebenslauf der Rahdenerin. Soweit weg ist sie mit ihrer Auftragskonditorei gar nicht von ihrem ersten Beruf als Krankenschwester, findet sie. „Ich darf Menschen verwöhnen, jetzt mit Schokolade“, sagt Adine Abrams und schmunzelt. OWL ist innerhalb Deutschlands eine „Konditoren-Hochburg“ bei den Meisterlehrgängen. Insgesamt ist die Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (HWK OWL) im Regierungsbezirk Detmold zuständig für Meisterprüfungen in derzeit 15 Handwerksberufen. Im Schnitt werden etwa 900 Prüfungen pro Jahr in Bielefeld abgelegt, teilt die HWK OWL mit. Etwa jeder sechste neue Meister ist eine Frau.

Rahdenerin Adine Abrams hat Liebe zur Schokolade zum Beruf gemacht

Adine Abrams aus Rahden hat sich in den Beruf Konditor verliebt. © Foto: Sonja Rohlfing

Rahden (nw). Eine Praline ist mit dem Gedanken erschaffen worden, den Genießer mit einem Bissen zu begeistern, sämtliche Geschmacksnerven zu stimulieren und ohne zu überfordern einen kleinen Glücksmoment zu verschaffen. Das schreibt Auftragskonditorin Adine Abrams auf ihrer Homepage. Und besser kann einfach nicht ausgedrückt werden, was bei einem Biss in die Pralinen der Rahdenerin passiert. Nämlich dann, wenn Schokolade und Frucht förmlich auf der Zunge zergehen.

„Schokolade ist schon ewig mein Thema“, sagt Adine Abrams. Die ersten Pralinen kreierte die gebürtige Espelkamperin mit acht Jahren. „Die gesamte Küche und das Wohnzimmer standen voll mit Tellern, auf denen Pralinen klebten. Meine Mutter hat meine Begeisterung gesehen und deshalb kein negatives Wort dazu verloren.“ Wie bei vielen führte aber auch bei Adine Abrams der Weg nicht direkt zum Traumberuf. Zunächst lernte sie Krankenschwester.

Vor etwa sechs Jahren rief Adine Abrams das „Künstler Café Wert & Würde“ im Gemeindehaus der Christus-Gemeinde in Varlheide ins Leben. Die handgemachten Pralinen und individuell gestalteten Torten der Rahdenerin gehörten von Anfang an zum Café dazu. „Das Projekt lief zwei Jahre sehr gut und ich habe mich entschieden, mehr draus für mich zu machen.“

Darum hat die Mutter zweier Kinder, die mit ihrem Mann in Kleinendorf wohnt („Mein Mann unterstützt mich sehr“), noch einmal die Schulbank gedrückt. Sie hat eine Ausbildung als Konditorin gemacht und anschließend in Bielefeld den Meistertitel erworben. „Danach habe ich in einer Bäckerei und Konditorei gearbeitet. Die Zeit dort war gut und lehrreich, aber nicht meine Welt.“ Seit rund anderthalb Jahren ist die 37-Jährige mit ihrem Kleingewerbe selbstständig.

Die Kundenwünsche haben für Adine Abrams oberste Priorität. Von zuckerfrei über glutenfrei und laktosefrei bis hin zu vegan oder Bioqualität macht sie alles möglich. „Das geht nur, weil ich für jeden Kunden einzeln einkaufe.“ Bei den Zutaten setzt die Konditormeisterin auf heimische Produkte.

Etliches Obst findet sie in ihrem eigenen Garten. „Ich mag es gern fruchtig.“ Bei Schokolade schwört sie auf feine Ware aus Belgien oder Frankreich. Ihre Kreationen sind durchdacht bis hin zur Verpackung. Die Kunden finden über Mund-zu-Mund-Propaganda zur ihr.

„Pralinen sind mein Schwerpunkt, aber nur ein Teil dessen, was ich mache“, erklärt die Schokoladenversteherin. („Schokolade ist ein weibliches Wesen und hat Zicken und Macken.“). Nach und nach hat sie mehr und mehr drumherum gebaut, wie ihre Hochzeitstorten. Sie gibt aber auch Kurse über die Volkshochschule. „Das kommt gut an zum Beispiel bei Junggesellenabschieden.“

Da sich die Schokoladenkünstlerin nicht komplett auf ihre Auftragskonditorei und die Kurse verlassen möchte, fährt die 37-Jährige zweigleisig. „Ich arbeite halbtags als Chef-Patissier in einem Vier-Sterne-Hotel.“ Adine Abrams habe sich schnell und problemlos in das Team eingegliedert, freuen sich Christian Hodde und Lara Dolezik-Hodde von Tiemanns Hotel. Besonders positiv hervorzuheben sei ihr mutiges Engagement, auch neue Wege zu beschreiten und ungewöhnliche Kreationen auszuprobieren.

„Wegen Corona herrscht im Hotel Kurzarbeit. Alle meine Kurse und alle Hochzeitsfeiern sind abgesagt. Da habe ich schon eine Träne vergossen“, gibt Adine Abrams zu. Von 100 Prozent auf null ausgebremst zu werden, das sei schwer gewesen. „Ich bin kein Typ für Langeweile.“ Nach der ersten Schockstarre kam jedoch die Kreativität zurück. „Ich mache jetzt kleine 22er Törtchen mit sechs Stücken für zu Hause“, erklärt Adine Abrams, die ebenfalls das Nähen wieder für sich entdeckt hat.

Ihr neuestes „Forschungsgebiet“ sind pikante Kekse mit Rosmarin und Parmesan oder mit Pistazien und Frischkäse. „Solche Spielereien sind in einer klassischen Konditorei nicht möglich. Ich habe jetzt eine Nische gefunden, in der ich mich ausleben kann und kreativ sein darf, ohne dass mich jemand einbremst“, freut sich Adine Abrams.

Immer wieder etwas auszuprobieren, zieht sich eben durch den Lebenslauf der Rahdenerin. Soweit weg ist sie mit ihrer Auftragskonditorei gar nicht von ihrem ersten Beruf als Krankenschwester, findet sie. „Ich darf Menschen verwöhnen, jetzt mit Schokolade“, sagt Adine Abrams und schmunzelt.

OWL ist innerhalb Deutschlands eine „Konditoren-Hochburg“ bei den Meisterlehrgängen. Insgesamt ist die Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (HWK OWL) im Regierungsbezirk Detmold zuständig für Meisterprüfungen in derzeit 15 Handwerksberufen. Im Schnitt werden etwa 900 Prüfungen pro Jahr in Bielefeld abgelegt, teilt die HWK OWL mit. Etwa jeder sechste neue Meister ist eine Frau.

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