Bad Oeynhausen Radfahrer-Unfall: 91-jähriger Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt Bad Oeynhausen. Fast vier Monate nach dem tödlichen Unfall auf dem Alten Postweg in Eidinghausen hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld nun Anklage erhoben. Sie wirft dem 91-jährigen Autofahrer, der am 29. Mai zwei Radfahrerinnen überfahren hat, fahrlässige Tötung vor. Es war einer der folgenschwersten Unfälle der vergangenen Jahre. Der Senior, der auf dem Rückweg vom Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt war, kam mit seinem Auto von der Straße ab, erfasste die beiden Radfahrerinnen und überschlug sich danach mehrfach mit seinem Renault. Eine 58-jährige Bad Oeynhausenerin verstarb noch an der Unfallstelle, eine 57-Jährige wurde schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber in eine Bielefelder Spezialklinik geflogen. Der 91-Jährige selbst hatte schon vier Wochen nach dem Unfall Konsequenzen gezogen und seinen Führerschein freiwillig bei der Polizei abgegeben. Nun muss er sich auch strafrechtlich verantworten. Und zwar wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Zeugen hatten unter anderem beobachtet, wie der Senior bereits vor dem Unfall etwas unsicher gefahren war und einige Schlenker gemacht hatte. Und genau darauf stützt sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem Senior vor, obwohl es ihm schon im Vorfeld des Unfalls nicht gut gegangen sei, trotzdem mit dem Auto losgefahren zu sein. Ihm seien seine gesundheitlichen Probleme bekannt gewesen. Durch die körperlichen Aussetzer sei es dann zu dem Unfall gekommen, bei dem er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe. Natürlich könnten gesundheitliche Probleme während jeder Fahrt auftreten - unverschuldet. Doch in diesem Fall, so der Vorwurf, sei der 91-Jährige trotz der gesundheitlichen Anzeichen ins Auto gestiegen. Verhandelt wird der Fall vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen - wenn die Anklage denn aufrecht erhalten bleibt. "Die Anklage wurde erhoben, zugestellt und nun gibt es eine Frist der anwaltlichen Stellungnahme", erklärt Amtsgerichtsdirektor Werner Meier auf Anfrage der NW. Erst danach entscheide sich, ob die Anklage aufrecht erhalten bleibe. "Einen Termin in der Sache wird es vermutlich nicht vor Ende 2020, Anfang 2021 geben."
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Radfahrer-Unfall: 91-jähriger Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Bei dem Verkehrsunfall auf dem Alten Postweg in Eidinghausen wurde eine Radfahrerin getötet. Zwei weitere Unfallbeteiligte erlitten schwere Verletzungen. © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen. Fast vier Monate nach dem tödlichen Unfall auf dem Alten Postweg in Eidinghausen hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld nun Anklage erhoben. Sie wirft dem 91-jährigen Autofahrer, der am 29. Mai zwei Radfahrerinnen überfahren hat, fahrlässige Tötung vor.

Es war einer der folgenschwersten Unfälle der vergangenen Jahre. Der Senior, der auf dem Rückweg vom Einkaufen im nahegelegenen Supermarkt war, kam mit seinem Auto von der Straße ab, erfasste die beiden Radfahrerinnen und überschlug sich danach mehrfach mit seinem Renault. Eine 58-jährige Bad Oeynhausenerin verstarb noch an der Unfallstelle, eine 57-Jährige wurde schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber in eine Bielefelder Spezialklinik geflogen.

Der 91-Jährige selbst hatte schon vier Wochen nach dem Unfall Konsequenzen gezogen und seinen Führerschein freiwillig bei der Polizei abgegeben. Nun muss er sich auch strafrechtlich verantworten. Und zwar wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Zeugen hatten unter anderem beobachtet, wie der Senior bereits vor dem Unfall etwas unsicher gefahren war und einige Schlenker gemacht hatte.

Und genau darauf stützt sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem Senior vor, obwohl es ihm schon im Vorfeld des Unfalls nicht gut gegangen sei, trotzdem mit dem Auto losgefahren zu sein. Ihm seien seine gesundheitlichen Probleme bekannt gewesen. Durch die körperlichen Aussetzer sei es dann zu dem Unfall gekommen, bei dem er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren habe. Natürlich könnten gesundheitliche Probleme während jeder Fahrt auftreten - unverschuldet. Doch in diesem Fall, so der Vorwurf, sei der 91-Jährige trotz der gesundheitlichen Anzeichen ins Auto gestiegen.

Verhandelt wird der Fall vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen - wenn die Anklage denn aufrecht erhalten bleibt. "Die Anklage wurde erhoben, zugestellt und nun gibt es eine Frist der anwaltlichen Stellungnahme", erklärt Amtsgerichtsdirektor Werner Meier auf Anfrage der NW. Erst danach entscheide sich, ob die Anklage aufrecht erhalten bleibe. "Einen Termin in der Sache wird es vermutlich nicht vor Ende 2020, Anfang 2021 geben."

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