Prozess: Pärchen soll Frau in Löhne zur Prostitution gezwungen haben Jobst Lüdeking Herford/Gütersloh (nw). Anklagen wegen Zuhälterei sind in den vergangenen Jahren wegen der geänderten Rechtslage selten gewesen. Vor dem Landgericht Bielefeld müssen sich in Kürze aber ein 37-Jähriger und seine Freundin (22) verantworten. Der in Gütersloh lebende Mann und die Mitangeklagte aus Dortmund sollen ihr Opfer zur Prostitution in einem Löhner Bordell gezwungen haben. Das Martyrium das Opfers dauerte über Jahre: Die Anklage geht davon aus, dass die Frau von 2013 bis 2015 für den 37-Jährigen der Prostitution nachging. Von Dezember 2012 bis April 2013 waren der Gütersloher ein Paar, trennten sich dann aber. "Ab August 2013 soll sich die Geschädigte auf Vorschlag des Angeklagten in Gütersloh beziehungsweise Löhne prostituiert haben, in der Hoffnung, wieder mit dem Angeklagten zusammenzukommen", so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der 37-Jährige soll dabei so getan haben, als verwende er das Geld für den gemeinsamen Haushalt. Tatsächlich soll der Angeklagte sämtliche Einnahmen zur Finanzierung seines eigenen Lebens, insbesondere seines Betäubungsmittelkonsums, aufgebraucht haben. Die Frau wurde schließlich durch Druck und Prügel dazu gezwungen, auch weiterhin der Prostitution nachzugehen. Auch soll der mutmaßliche Zuhälter sein Opfer in der Wohnung eingeschlossen haben, um deren Verfügbarkeit für Freier zu sichern. Immer wieder kam es zu körperlichen Übergriffen. So soll das Opfer vom Angeklagten nicht nur geschlagen, sondern auch vergewaltigt worden sein. Auch die mitangeklagte 22-jährige Freundin des Güterslohers soll das Opfer geschlagen haben, damit das Opfer weiterhin als Prostituierte arbeitete. Im Juli 2015 konnte das Opfer schließlich seinen Peinigern entkommen. Für das Verfahren, das am Freitag, 7. Oktober beginnt, sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

Prozess: Pärchen soll Frau in Löhne zur Prostitution gezwungen haben

Herford/Gütersloh (nw). Anklagen wegen Zuhälterei sind in den vergangenen Jahren wegen der geänderten Rechtslage selten gewesen. Vor dem Landgericht Bielefeld müssen sich in Kürze aber ein 37-Jähriger und seine Freundin (22) verantworten.

Gebäudekomplex des Landgericht Bielefeld. Hier wird der Fall um Zwangsprostitution verhandelt. - © Patrick Schlütter
Gebäudekomplex des Landgericht Bielefeld. Hier wird der Fall um Zwangsprostitution verhandelt. - © Patrick Schlütter

Der in Gütersloh lebende Mann und die Mitangeklagte aus Dortmund sollen ihr Opfer zur Prostitution in einem Löhner Bordell gezwungen haben. Das Martyrium das Opfers dauerte über Jahre: Die Anklage geht davon aus, dass die Frau von 2013 bis 2015 für den 37-Jährigen der Prostitution nachging.

Von Dezember 2012 bis April 2013 waren der Gütersloher ein Paar, trennten sich dann aber. "Ab August 2013 soll sich die Geschädigte auf Vorschlag des Angeklagten in Gütersloh beziehungsweise Löhne prostituiert haben, in der Hoffnung, wieder mit dem Angeklagten zusammenzukommen", so die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Der 37-Jährige soll dabei so getan haben, als verwende er das Geld für den gemeinsamen Haushalt. Tatsächlich soll der Angeklagte sämtliche Einnahmen zur Finanzierung seines eigenen Lebens, insbesondere seines Betäubungsmittelkonsums, aufgebraucht haben.

Die Frau wurde schließlich durch Druck und Prügel dazu gezwungen, auch weiterhin der Prostitution nachzugehen. Auch soll der mutmaßliche Zuhälter sein Opfer in der Wohnung eingeschlossen haben, um deren Verfügbarkeit für Freier zu sichern. Immer wieder kam es zu körperlichen Übergriffen. So soll das Opfer vom Angeklagten nicht nur geschlagen, sondern auch vergewaltigt worden sein. Auch die mitangeklagte 22-jährige Freundin des Güterslohers soll das Opfer geschlagen haben, damit das Opfer weiterhin als Prostituierte arbeitete.

Im Juli 2015 konnte das Opfer schließlich seinen Peinigern entkommen. Für das Verfahren, das am Freitag, 7. Oktober beginnt, sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

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