Protest-Aktion am Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück Angela Wiese,Rainer Stephan,Lena Vanessa Niewald Rheda-Wiedenbrück (nw). In Rheda-Wiedenbrück haben mehrere Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt.  Seit etwa 4.30 Uhr läuft die Aktion. Laut Angaben der Polizei Bielefeld, die mit etlichen Einsatzkräften vor Ort ist, haben vier Aktivisten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen und weitere Anhänger des Bündnisses die Hauptzufahrtsstraße blockiert. Am Vormittag wurden die vier Aktivisten dann unter Polizeischutz vom Dach eskortiert und unten vor dem Tönnies-Werk mit Beifall von den weiteren Protestlern empfangen. Laut Informationen der Neuen Westfälischen gab es einen Deal zwischen Polizei und Aktivisten: Wenn die vier Protestler das Dach freiwillig verlassen, verzichtet die Polizei auf erkennungsdienstliche Maßnahmen. Nach Gesprächen zwischen der Polizei und den Aktivisten, halten sich diese inzwischen auf öffentlichem Gelände auf, sagt eine Sprecherin der Bielefelder Polizei. Die Protest-Aktion war nicht angemeldet, sie werde dennoch "aus Verhältnismäßigkeitsgründen" nicht aufgelöst. "Wir sehen die Lage als entspannt an", so die Sprecherin. Bündnis fordert dauerhafte Schließung Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes,der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war und die generelle Abschaffung der Tierindustrie. Die Teilnehmer entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Shut down Tierindustrie" vom Dach des Werkes. Nach Angaben eines dpa-Reporters hatten sich einige der Protestierenden mit Fahrradschlössern zusammengekettet. Die Polizei sprach von insgesamt etwa 25 Aktivisten, die Gruppe selbst von 30. "Um Arbeiter und Anwohner zu schützen, muss der Schlachthof dauerhaft geschlossen werden" „Wir sind noch mitten in der Pandemie", sagt Isa Suhr vom Bündnis. „Um Arbeiter und Anwohner zu schützen, muss der Schlachthof dauerhaft geschlossen bleiben." Die Situation der Arbeiter sei bereits vor der Corona-Krise unerträglich gewesen, so Suhr. Jetzt sei der Moment, die Industrie zu beenden." Aktivistin Maya Keller ergänzt: "Das kapitalistische Wirtschaftssystem macht wenige Menschen reich und fügt vielen enormen Schaden zu." Das Bündnis gründete sich nach eigenen Angaben 2019 und fordert die "Abschaffung der Tierindustrie". Tönnies steht unter Druck Tönnies steht nach dem massiven Corona-Ausbruch in dem Fleischbetrieb in Rheda-Wiedenbrück unter Druck. In der Folge hatte die NRW-Landesregierung einen regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt, der für den Kreis Gütersloh bis zum 7. Juli verlängert wurde. Erst am Freitag war entschieden worden, dass der Betrieb bis Mitte Juli geschlossen bleibt. +++Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.+++

Protest-Aktion am Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück

Die Aktivisten besetzten die Einfahrt der Firma Tönnies. © Rainer Stephan

Rheda-Wiedenbrück (nw). In Rheda-Wiedenbrück haben mehrere Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt.

 Seit etwa 4.30 Uhr läuft die Aktion. Laut Angaben der Polizei Bielefeld, die mit etlichen Einsatzkräften vor Ort ist, haben vier Aktivisten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen und weitere Anhänger des Bündnisses die Hauptzufahrtsstraße blockiert.

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Am Vormittag wurden die vier Aktivisten dann unter Polizeischutz vom Dach eskortiert und unten vor dem Tönnies-Werk mit Beifall von den weiteren Protestlern empfangen. Laut Informationen der Neuen Westfälischen gab es einen Deal zwischen Polizei und Aktivisten: Wenn die vier Protestler das Dach freiwillig verlassen, verzichtet die Polizei auf erkennungsdienstliche Maßnahmen.

Nach Gesprächen zwischen der Polizei und den Aktivisten, halten sich diese inzwischen auf öffentlichem Gelände auf, sagt eine Sprecherin der Bielefelder Polizei. Die Protest-Aktion war nicht angemeldet, sie werde dennoch "aus Verhältnismäßigkeitsgründen" nicht aufgelöst. "Wir sehen die Lage als entspannt an", so die Sprecherin.

Bündnis fordert dauerhafte Schließung

Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes,der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war und die generelle Abschaffung der Tierindustrie. Die Teilnehmer entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Shut down Tierindustrie" vom Dach des Werkes.

Nach Angaben eines dpa-Reporters hatten sich einige der Protestierenden mit Fahrradschlössern zusammengekettet. Die Polizei sprach von insgesamt etwa 25 Aktivisten, die Gruppe selbst von 30.

"Um Arbeiter und Anwohner zu schützen, muss der Schlachthof dauerhaft geschlossen werden"

„Wir sind noch mitten in der Pandemie", sagt Isa Suhr vom Bündnis. „Um Arbeiter und Anwohner zu schützen, muss der Schlachthof dauerhaft geschlossen bleiben." Die Situation der Arbeiter sei bereits vor der Corona-Krise unerträglich gewesen, so Suhr. Jetzt sei der Moment, die Industrie zu beenden." Aktivistin Maya Keller ergänzt: "Das kapitalistische Wirtschaftssystem macht wenige Menschen reich und fügt vielen enormen Schaden zu."

Das Bündnis gründete sich nach eigenen Angaben 2019 und fordert die "Abschaffung der Tierindustrie".

Tönnies steht unter Druck

Tönnies steht nach dem massiven Corona-Ausbruch in dem Fleischbetrieb in Rheda-Wiedenbrück unter Druck. In der Folge hatte die NRW-Landesregierung einen regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf verhängt, der für den Kreis Gütersloh bis zum 7. Juli verlängert wurde. Erst am Freitag war entschieden worden, dass der Betrieb bis Mitte Juli geschlossen bleibt.

+++Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.+++

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