Preiserhöhung zum Neustart: Bali-Therme wird zum teuren Freizeitspaß Heidi Froreich Bad Oeynhausen (nw). Für den 5. August wird im Internet die Wiedereröffnung der Bali-Therme angekündigt. Dort kann man sich auch über die neuen Preise informieren. Die sind deutlich höher als vor der coronabedingten Schließung. Künftig kostet der Badespaß für Erwachsene 35 Euro pro Tag, für Kinder werden 12,50 Euro verlangt. Ermäßigungen für Familien sind nicht vorgesehen. Bürgermeister Lars Bökenkröger freut sich, dass die Therme „endlich wieder öffnet“. Deutlich zurückhaltender fällt seine Stellungnahme auf Anfrage zur neuen Preisgestaltung für das Bad in der Stadt aus, die Familienfreundlichkeit zum erklärten Ziel ausgerufen hat. Im März hatten die Bali Therme nicht nur die Mitgliedschaft für den Bali-Health-Club gekündigt, sondern auch eine neue Tarifstruktur angekündigt. Seit der Wiedereröffnung des Bali-Health-Clubs im Juni kostet die Mitgliedschaft nicht nur fast doppelt so viel wie früher, sie ist auch mit einer deutlichen Leistungseinschränkung verbunden. Die Nutzung der Bali-Therme ist nur noch montags bis freitags- und das auch maximal nur dreimal pro Woche – im Preis enthalten. Wer wie früher ins warme Wasser möchte, muss dafür künftig tief in die Tasche greifen. Zeitlich befristete Angebote wie beispielsweise 12,50 Euro für zwei Stunden, gibt es samstags und sonntags nicht mehr – dafür nur einen Tagespass. Der kostet 35 Euro, beinhaltet aber, wie auf der Internetseite zu lesen ist, einen Verzehrgutschein in Höhe von zehn Euro. Kinder zahlen 12,50 Euro, bekommen allerdings keinen Gutschein. Von 9 bis 23 Uhr ist die Anlage geöffnet, wer erst nach 16.30 Uhr kommt, kann eine Abendkarte für immerhin auch noch 29,50 Euro (inclusive Verzehr) kaufen. Preiswerter wird der Badespaß nur für jene, die an Werktagen zwischen 9 und 12 Uhr Zeit haben: Da kostet der Eintritt 12,50 Euro. Eine Ermäßigung für Kinder und Familien ist auch in dieser Zeit nicht vorgesehen. Auch Schwerbehinderte bekommen keine zeitlichen Sonderkonditionen mehr. Wer darüber hinaus auch die Sauna nutzen will, muss 45 Euro beziehungsweise ab 16.30 Uhr 35 Euro zahlen – jeweils inclusive Verzehrgutschein. Heidi Barth hat seit mehr als zehn Jahren die Bali-Therme regelmäßig, aber nur für maximal zwei Stunden genutzt und dafür die Kurzzeittickets – bevorzugt an den Wochenenden – gekauft. „Zeit reicht völlig aus“, fasst sie ihr Programm mit halber Stunde Schwimmen, 30 Minuten Aquafitness, Duschen und Umkleiden zusammen. Sie ist berufstätig, hat vormittags keine Zeit für einen Thermenbesuch. Sie findet den Tagespass für sich völlig unpassend und hat nun nach einer Alternative gesucht und im benachbarten Bad Salzuflen auch gefunden. An allen Tagen gibt es dort im „Vitasol“ für die zweistündige Nutzung der mit Sole gefüllten Becken Tickets für 12 Euro, drei Stunden kosten 16 Euro, Kinder zahlen stets die Hälfte. Von sonntags bis donnerstags gibt es ab 19 Uhr (bis 22 Uhr) eine After-Work-Karte für 17 Euro. Für die zusätzliche Saunanutzung gibt es neben der Tageskarte für 29 Euro zeitlich befristete preiswertere Tickets. Auch aus ökologischer Sicht spricht aus Heidi Barths Sicht nichts gegen die Fahrt nach Bad Salzuflen. Bei gutem Wetter schafft sie die Strecke mit dem Rad, ansonsten nutzt sie ein E-Auto. Seit März vergangenen Jahres war die Therme coronabedingt geschlossen. „Die Wiedereröffnung ist ein gutes Signal, über das ich mich sehr freue“, sagt Bürgermeister Lars Bökenkröger. Die neue Tarifstruktur ist ihm bekannt, auch mehrere Bürger hätten ihn bereits auf die hohen Preise angesprochen und Kritik geäußert. Er selbst will sich dieser Kritik nicht anschließen. „Die Bali-Therme sind ein privates Unternehmen, das seine Preise völlig selbstständig gestalten kann“, betont der Bürgermeister im Gespräch mit der NW. Außerdem kenne er auch nicht die Kostenstruktur der Anlage, sodass er nicht beurteilen könne, ob die neuen Preise angemessen seien. Als das Staatsbad die Therme 2004 an die Brüder Stephan und Markus Theune verkaufte, wurde ihnen vom Landesgesundheitsministerium, in dessen Verantwortungsbereich damals das Staatsbad fiel, ein jährlich pauschalierter Verlustausgleich zugesichert. Bis 2014 wurden insgesamt 11,4 Millionen Euro aus Steuermitteln gezahlt. Anfang 2019 verkauften die Theunes die Therme an das in den Niederlanden ansässige Unternehmen IWR. Sie selbst sind auch weiterhin im Wellness-Geschäft, unter anderem betreiben sie die Vabali Spa in Berlin. Die ist mit 20.000 Quadratmetern und elf Saunen deutlich größer als die Bali Therme, aber kaum teurer. Das Tagesticket für Erwachsene kostet 36,50 Euro. „Die Bali-Therme ist keine städtische Einrichtung“, sagt Bökenkröger. Anders als das neue Hallen- und Freibad im Siel. Für das werde derzeit mit den Stadtwerken über eine Preisgestaltung nachgedacht. Preise stünden noch nicht fest. Bökenkröger: „Ich gehe aber davon aus, dass die Eintrittskarten deutlich günstiger als für die Bali Therme sind“.

Preiserhöhung zum Neustart: Bali-Therme wird zum teuren Freizeitspaß

Seit 15. März vergangenen Jahres ist die Bali Therme geschlossen. Vom 5. August an soll sich das ändern. Foto: Archiv © bali therme

Bad Oeynhausen (nw). Für den 5. August wird im Internet die Wiedereröffnung der Bali-Therme angekündigt. Dort kann man sich auch über die neuen Preise informieren. Die sind deutlich höher als vor der coronabedingten Schließung. Künftig kostet der Badespaß für Erwachsene 35 Euro pro Tag, für Kinder werden 12,50 Euro verlangt. Ermäßigungen für Familien sind nicht vorgesehen. Bürgermeister Lars Bökenkröger freut sich, dass die Therme „endlich wieder öffnet“. Deutlich zurückhaltender fällt seine Stellungnahme auf Anfrage zur neuen Preisgestaltung für das Bad in der Stadt aus, die Familienfreundlichkeit zum erklärten Ziel ausgerufen hat.

Im März hatten die Bali Therme nicht nur die Mitgliedschaft für den Bali-Health-Club gekündigt, sondern auch eine neue Tarifstruktur angekündigt. Seit der Wiedereröffnung des Bali-Health-Clubs im Juni kostet die Mitgliedschaft nicht nur fast doppelt so viel wie früher, sie ist auch mit einer deutlichen Leistungseinschränkung verbunden. Die Nutzung der Bali-Therme ist nur noch montags bis freitags- und das auch maximal nur dreimal pro Woche – im Preis enthalten.

Wer wie früher ins warme Wasser möchte, muss dafür künftig tief in die Tasche greifen. Zeitlich befristete Angebote wie beispielsweise 12,50 Euro für zwei Stunden, gibt es samstags und sonntags nicht mehr – dafür nur einen Tagespass. Der kostet 35 Euro, beinhaltet aber, wie auf der Internetseite zu lesen ist, einen Verzehrgutschein in Höhe von zehn Euro. Kinder zahlen 12,50 Euro, bekommen allerdings keinen Gutschein. Von 9 bis 23 Uhr ist die Anlage geöffnet, wer erst nach 16.30 Uhr kommt, kann eine Abendkarte für immerhin auch noch 29,50 Euro (inclusive Verzehr) kaufen.

Preiswerter wird der Badespaß nur für jene, die an Werktagen zwischen 9 und 12 Uhr Zeit haben: Da kostet der Eintritt 12,50 Euro. Eine Ermäßigung für Kinder und Familien ist auch in dieser Zeit nicht vorgesehen. Auch Schwerbehinderte bekommen keine zeitlichen Sonderkonditionen mehr. Wer darüber hinaus auch die Sauna nutzen will, muss 45 Euro beziehungsweise ab 16.30 Uhr 35 Euro zahlen – jeweils inclusive Verzehrgutschein.

Heidi Barth hat seit mehr als zehn Jahren die Bali-Therme regelmäßig, aber nur für maximal zwei Stunden genutzt und dafür die Kurzzeittickets – bevorzugt an den Wochenenden – gekauft. „Zeit reicht völlig aus“, fasst sie ihr Programm mit halber Stunde Schwimmen, 30 Minuten Aquafitness, Duschen und Umkleiden zusammen. Sie ist berufstätig, hat vormittags keine Zeit für einen Thermenbesuch. Sie findet den Tagespass für sich völlig unpassend und hat nun nach einer Alternative gesucht und im benachbarten Bad Salzuflen auch gefunden. An allen Tagen gibt es dort im „Vitasol“ für die zweistündige Nutzung der mit Sole gefüllten Becken Tickets für 12 Euro, drei Stunden kosten 16 Euro, Kinder zahlen stets die Hälfte. Von sonntags bis donnerstags gibt es ab 19 Uhr (bis 22 Uhr) eine After-Work-Karte für 17 Euro. Für die zusätzliche Saunanutzung gibt es neben der Tageskarte für 29 Euro zeitlich befristete preiswertere Tickets. Auch aus ökologischer Sicht spricht aus Heidi Barths Sicht nichts gegen die Fahrt nach Bad Salzuflen. Bei gutem Wetter schafft sie die Strecke mit dem Rad, ansonsten nutzt sie ein E-Auto.

Seit März vergangenen Jahres war die Therme coronabedingt geschlossen. „Die Wiedereröffnung ist ein gutes Signal, über das ich mich sehr freue“, sagt Bürgermeister Lars Bökenkröger. Die neue Tarifstruktur ist ihm bekannt, auch mehrere Bürger hätten ihn bereits auf die hohen Preise angesprochen und Kritik geäußert. Er selbst will sich dieser Kritik nicht anschließen. „Die Bali-Therme sind ein privates Unternehmen, das seine Preise völlig selbstständig gestalten kann“, betont der Bürgermeister im Gespräch mit der NW. Außerdem kenne er auch nicht die Kostenstruktur der Anlage, sodass er nicht beurteilen könne, ob die neuen Preise angemessen seien.

Als das Staatsbad die Therme 2004 an die Brüder Stephan und Markus Theune verkaufte, wurde ihnen vom Landesgesundheitsministerium, in dessen Verantwortungsbereich damals das Staatsbad fiel, ein jährlich pauschalierter Verlustausgleich zugesichert. Bis 2014 wurden insgesamt 11,4 Millionen Euro aus Steuermitteln gezahlt. Anfang 2019 verkauften die Theunes die Therme an das in den Niederlanden ansässige Unternehmen IWR. Sie selbst sind auch weiterhin im Wellness-Geschäft, unter anderem betreiben sie die Vabali Spa in Berlin. Die ist mit 20.000 Quadratmetern und elf Saunen deutlich größer als die Bali Therme, aber kaum teurer. Das Tagesticket für Erwachsene kostet 36,50 Euro.

„Die Bali-Therme ist keine städtische Einrichtung“, sagt Bökenkröger. Anders als das neue Hallen- und Freibad im Siel. Für das werde derzeit mit den Stadtwerken über eine Preisgestaltung nachgedacht. Preise stünden noch nicht fest. Bökenkröger: „Ich gehe aber davon aus, dass die Eintrittskarten deutlich günstiger als für die Bali Therme sind“.

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