Polizeieinsatz bei Neonazi-Demo: Das sind die Ergebnisse der Uni-Studie Jens Reichenbach Bielefeld. Die Umfrage des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG)  zu den Ereignissen rund um die Neonazi-Demo am 10. November in Bielefeld ist abgeschlossen. Wie die Uni Bielefeld mitteilte, spiegele sich die Kritik an der Einsatztaktik der Polizei im Umfrageergebnis wider. An der Studie haben 1.644 Personen teilgenommen. 41 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass "viel zu viele Beamte" vor Ort gewesen seien, fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fühlten sich durch das Vorgehen der Polizei sogar eingeschüchtert. Ein knappes Drittel (32 Prozent) erlebte die Polizei hingegen als neutral. Hierzu werteten die Forscher auch 462 Erfahrungsberichte aus und fanden heraus, dass am häufigsten das Einsatzkonzept und ausdrücklich nicht die Polizeibeamten kritisiert wurden. "Einige betonen Schock über die Wasserwerfer" "Teilnehmende sind sehr differenziert in ihrer Kritik", erläutert Jonas Rees, Mitglied des IKG-Forscherteams und Sohn von "Bündnis gegen Rechts"-Aktivist Klaus Rees. "Einige betonen jedoch, dass sie schockiert darüber waren, dass Wasserwerfer auf friedliche Demonstrierende und Kinder gerichtet wurden." Sehr deutlich war das Ergebnis in der Frage, ob die Polizei die Demo-Teilnehmer eingeschränkt hat. 80,3 Prozent gaben an, sich durch die Polizei "eher" oder "voll und ganz" in ihrer Demonstrationsmöglichkeit eingeschränkt gefühlt zu haben. Michael Gugat und Klaus Rees vom Bündnis gegen Rechts hatten die Polizei speziell in dieser Hinsicht nach dem Demo-Tag scharf kritisiert. Dass seine beiden Söhne  die IKG-Studie betreuen, habe der Bündnis-Mitbegründer Klaus Rees erst mit der Veröffentlichung des Aufrufs erfahren, sagt er. Hier findet man die komplette Studie des IKG.

Polizeieinsatz bei Neonazi-Demo: Das sind die Ergebnisse der Uni-Studie

Nazi-Demo: "Freiheit für Ursula Haverbeck" vs. zahlreiche Gegendemos vom Bündnis gegen Rechts. © Sarah Jonek

Bielefeld. Die Umfrage des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG)  zu den Ereignissen rund um die Neonazi-Demo am 10. November in Bielefeld ist abgeschlossen. Wie die Uni Bielefeld mitteilte, spiegele sich die Kritik an der Einsatztaktik der Polizei im Umfrageergebnis wider.

An der Studie haben 1.644 Personen teilgenommen. 41 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass "viel zu viele Beamte" vor Ort gewesen seien, fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fühlten sich durch das Vorgehen der Polizei sogar eingeschüchtert. Ein knappes Drittel (32 Prozent) erlebte die Polizei hingegen als neutral.

Hierzu werteten die Forscher auch 462 Erfahrungsberichte aus und fanden heraus, dass am häufigsten das Einsatzkonzept und ausdrücklich nicht die Polizeibeamten kritisiert wurden.

"Einige betonen Schock über die Wasserwerfer"

"Teilnehmende sind sehr differenziert in ihrer Kritik", erläutert Jonas Rees, Mitglied des IKG-Forscherteams und Sohn von "Bündnis gegen Rechts"-Aktivist Klaus Rees. "Einige betonen jedoch, dass sie schockiert darüber waren, dass Wasserwerfer auf friedliche Demonstrierende und Kinder gerichtet wurden."

Sehr deutlich war das Ergebnis in der Frage, ob die Polizei die Demo-Teilnehmer eingeschränkt hat. 80,3 Prozent gaben an, sich durch die Polizei "eher" oder "voll und ganz" in ihrer Demonstrationsmöglichkeit eingeschränkt gefühlt zu haben.

Michael Gugat und Klaus Rees vom Bündnis gegen Rechts hatten die Polizei speziell in dieser Hinsicht nach dem Demo-Tag scharf kritisiert. Dass seine beiden Söhne  die IKG-Studie betreuen, habe der Bündnis-Mitbegründer Klaus Rees erst mit der Veröffentlichung des Aufrufs erfahren, sagt er.

Hier findet man die komplette Studie des IKG.

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