Polizei räumt säckeweise Marihuana-Pflanzen aus Drogenplantage in Sachsenhagen Verena Gehring Sachsenhagen. In schwarzen Säcken haben Polizisten gestern die etwa 4000 Cannabis-Pflanzen aus der ehemaligen Tennishalle in Sachsenhagen getragen und in einem speziellen Lastwagen verstaut. Zeitgleich lief nur wenige Meter weiter der Unterricht in der Grundschule. Was die Beamten in den Säcken entsorgten, hat im Milieu einen Verkaufswert von etwa vier Millionen Euro. Wie berichtet, sollen fünf Männer im großen Stil auf den 2500 Quadratmetern eine Drogenplantage betrieben haben. Nach Auskunft des Landeskriminalamtes (LKA) gehört die Anlage in den Räumen an der Straße Am Ziegenbach zu den professionell betriebenen: Bewässerung, Stromversorgung sowie Be- und Entlüftung liefen nahezu vollautomatisiert. Das gesamte Dach der Tennishalle ist mit Fotovoltaik versehen. Wie berichtet, hatten die Spezialeinsatzkräfte die Drogenplantage am Donnerstagmorgen hochgenommen. Vor Ort konnten die Beamten vier Männer festnehmen, später erfolgte eine fünfte Festnahme. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 21 bis 61 Jahren. Weitere Angaben zu den Festgenommenen macht das LKA mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Die Tatverdächtigen wurden im Laufe des Freitags auf Antrag der Bückeburger Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Am Nachmittag dann entschied der Richter auf die Unterbringung in U-Haft. Er sieht den Haftgrund der Fluchtgefahr gegeben. Es besteht dringender Tatverdacht auf bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vor. Der Großeinsatz des LKA, des SEK, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen sowie der Polizei aus Hannover und Göttingen war das Thema Nummer eins am Freitag. Die Spezialfahrzeuge standen vom morgendlichen Zugriff an vor der Tennishalle. Auch gestern parkten die Einsatzfahrzeuge vor den Räumlichkeiten. Ein Blick in die Halle zeigte: Der vordere Eingangsbereich ist mit einer Leichtbauwand abgetrennt. Wie die Beamten vor Ort berichteten, ist die Plantage dahinter untergebracht. Aus diesem Grund schleppten die Einsatzkräfte die Säcke mit dem Marihuana durch die Seitentür hinaus. Die Tennishalle ist seit Langem geschlossen. Wem das Gebäude gehört und ob der Besitzer auch einer der Tatverdächtigen ist, wollte das LKA nicht sagen. Möglicherweise war es auch verpachtet. Sachsenhagens Bürgermeister Ralf Hantke, hauptberuflich Polizist, verurteilte die Tat. „Ich finde es erschreckend, dass in unserer kleinen Stadt Straftaten mit einem derartigen Ausmaß verübt werden.“ Zeitgleich habe ihn der Vorfall überrascht. Immerhin gingen an der Halle täglich Spaziergänger vorbei, Eltern bringen ihre Kinder in die dortige Kita und Grundschule. Dieser Fund zählt zu den großen in Niedersachsen. Ermittler hatten im September 2020 eine Plantage bei Nordhorn entdeckt. Damals handelte es sich ebenfalls um etwa 4000 Pflanzen. Diese hatten allerdings einen Wert von 900 000 Euro. Seinerzeit hieß es aus Ermittlungskreise, dass es sich um einen der größten Funde Niedersachsen handelte. Erst vor zwei Jahren sorgte eine ähnliche Anlage in Meerbeck für Schlagzeilen. Dort hob die Polizei ebenfalls eine Indoor-Plantage aus. In einer ehemaligen Firma stießen die Beamten im März 2019 auf 3100 Cannabis-Pflanzen, 230 000 Euro Bargeld, Schusswaffen, Munition, Schmuck und mehr. Es war eine von mehreren Razzien – auch außerhalb Schaumburgs. Später wurde eine Gruppe aus dem Rocker-Milieu verurteilt.

Polizei räumt säckeweise Marihuana-Pflanzen aus Drogenplantage in Sachsenhagen

© Foto: SN

Sachsenhagen. In schwarzen Säcken haben Polizisten gestern die etwa 4000 Cannabis-Pflanzen aus der ehemaligen Tennishalle in Sachsenhagen getragen und in einem speziellen Lastwagen verstaut. Zeitgleich lief nur wenige Meter weiter der Unterricht in der Grundschule. Was die Beamten in den Säcken entsorgten, hat im Milieu einen Verkaufswert von etwa vier Millionen Euro.

Wie berichtet, sollen fünf Männer im großen Stil auf den 2500 Quadratmetern eine Drogenplantage betrieben haben. Nach Auskunft des Landeskriminalamtes (LKA) gehört die Anlage in den Räumen an der Straße Am Ziegenbach zu den professionell betriebenen: Bewässerung, Stromversorgung sowie Be- und Entlüftung liefen nahezu vollautomatisiert. Das gesamte Dach der Tennishalle ist mit Fotovoltaik versehen.

Wie berichtet, hatten die Spezialeinsatzkräfte die Drogenplantage am Donnerstagmorgen hochgenommen. Vor Ort konnten die Beamten vier Männer festnehmen, später erfolgte eine fünfte Festnahme. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 21 bis 61 Jahren. Weitere Angaben zu den Festgenommenen macht das LKA mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Die Tatverdächtigen wurden im Laufe des Freitags auf Antrag der Bückeburger Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Am Nachmittag dann entschied der Richter auf die Unterbringung in U-Haft. Er sieht den Haftgrund der Fluchtgefahr gegeben. Es besteht dringender Tatverdacht auf bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vor.

Der Großeinsatz des LKA, des SEK, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen sowie der Polizei aus Hannover und Göttingen war das Thema Nummer eins am Freitag. Die Spezialfahrzeuge standen vom morgendlichen Zugriff an vor der Tennishalle. Auch gestern parkten die Einsatzfahrzeuge vor den Räumlichkeiten.

Ein Blick in die Halle zeigte: Der vordere Eingangsbereich ist mit einer Leichtbauwand abgetrennt. Wie die Beamten vor Ort berichteten, ist die Plantage dahinter untergebracht. Aus diesem Grund schleppten die Einsatzkräfte die Säcke mit dem Marihuana durch die Seitentür hinaus.

Die Tennishalle ist seit Langem geschlossen. Wem das Gebäude gehört und ob der Besitzer auch einer der Tatverdächtigen ist, wollte das LKA nicht sagen. Möglicherweise war es auch verpachtet.

Sachsenhagens Bürgermeister Ralf Hantke, hauptberuflich Polizist, verurteilte die Tat. „Ich finde es erschreckend, dass in unserer kleinen Stadt Straftaten mit einem derartigen Ausmaß verübt werden.“ Zeitgleich habe ihn der Vorfall überrascht. Immerhin gingen an der Halle täglich Spaziergänger vorbei, Eltern bringen ihre Kinder in die dortige Kita und Grundschule.

Dieser Fund zählt zu den großen in Niedersachsen. Ermittler hatten im September 2020 eine Plantage bei Nordhorn entdeckt. Damals handelte es sich ebenfalls um etwa 4000 Pflanzen. Diese hatten allerdings einen Wert von 900 000 Euro. Seinerzeit hieß es aus Ermittlungskreise, dass es sich um einen der größten Funde Niedersachsen handelte.

Erst vor zwei Jahren sorgte eine ähnliche Anlage in Meerbeck für Schlagzeilen. Dort hob die Polizei ebenfalls eine Indoor-Plantage aus. In einer ehemaligen Firma stießen die Beamten im März 2019 auf 3100 Cannabis-Pflanzen, 230 000 Euro Bargeld, Schusswaffen, Munition, Schmuck und mehr. Es war eine von mehreren Razzien – auch außerhalb Schaumburgs. Später wurde eine Gruppe aus dem Rocker-Milieu verurteilt.

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