Löhne Polizei findet Kinderpornos auf den Handys eines Ehepaars aus Löhne Ulf Hanke Löhne. Auf mehreren Handys und Tablets im Haushalt eines Löhner Ehepaars mit drei Kindern haben Ermittler der Kriminalpolizei kinder- und jugendpornographische Dateien entdeckt. Unter anderem auf dem Mobiltelefon der Frau und auf dem des Mannes. Während die schwangere Mutter den Besitz zugibt, schweigt der Ehemann beharrlich. Auch auf dem Telefon einer Zufallsbekanntschaft, die im Haushalt lebte, haben die Ermittler Dateien gefunden. Vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen hat die Ehefrau eine einfache Erklärung dafür. „Ich habe die Dateien geschickt bekommen", sagte sie. Ein Chatpartner habe ihr die Bilder übersandt. Er fragte, ob sie auf Rollenspiele steht und schickte dann ungefragt sieben kinder- und sieben jugendpornographische Fotos. „Ich war schockiert", sagte die Mutter. Das sei ein „geschmackloser Chat" gewesen. Sie sei da aber „reingezogen" worden und wollte ihren Chatpartner nicht verlieren: „Er hat mich als Mann begeistert." Offenbar kriselte es in der Beziehung zu ihrem Ehemann bereits heftig. Ihr eigenes Telefon habe sie aus Angst vor Entdeckung durch ihren Gatten „wie Fort Knox" gesichert. Der habe sich zu gleichen Zeit allerdings sehr für die zweite Frau im Haushalt interessiert, eine Zufallsbekanntschaft des Paares. Die Frau stand auf der Straße, weil der Ehemann ins Gefängnis musste. Sie fand Unterschlupf bei dem Löhner Ehepaar. Die Polizei stellte auch auf den Geräten dieser zweiten Frau Dateien sicher. Der Verteidiger des Ehemanns deutete an, dass die zweite Frau des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. War sie der Grund für die Trennung des Ehepaars? „Nicht nur, aber auch", sagte die Ehefrau. Der Gatte schweigt bisher auf Anraten seines Verteidigers zu der Anklage der Staatsanwaltschaft. Ermittler hatten eine kinder- und 25 jugendpornographische Dateien auf seinem Telefon gefunden. Wie die Bilder dorthin kamen, soll ein datenforensisches Gutachten klären. Der Verteidiger kündigte dazu einen Beweisantrag an. Der Prozess gegen den Ehemann wird vorerst vertagt. Für die Ehefrau ist der Prozess nach ihrem Geständnis vorbei. „Meine Strafe habe ich schon bekommen", sagte sie schluchzend. Ihre drei Kinder leben in Pflegefamilien. Der Staatsanwalt sah das anders und nahm ihr Geständnis in seinem Plädoyer auseinander. „Man bekommt vielleicht mal einen dummen Gag auf Whatsapp geschickt." Kinderpornographie setze jedoch Vertrauen zwischen den Chatpartnern voraus. „Das schickt man nur, wenn man sich sicher ist, dass der Partner genauso tickt." Er halte eine Freiheitsstrafe für unbedingt erforderlich. Der Verteidiger der Ehefrau schloss sich dem Staatsanwalt an. Der Richter verurteilte die Ehefrau wie gefordert zu sechs Monaten Haft, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Frau muss außerdem 1.200 Euro an die Staatskasse zahlen. Durch den Konsum solcher Bilder würden eine brutale Industrie gefördert, erklärte der Richter: „Dafür tragen sie die Verantwortung." Die Frau nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.
Löhne

Polizei findet Kinderpornos auf den Handys eines Ehepaars aus Löhne

Eine Ehepaar aus Löhne soll kinderpornografische Fotos auf ihren Smartphones gespeichert haben. Die Ehefrau sagt vor Gericht aus, der Mann schweigt. © Pixabay

Löhne. Auf mehreren Handys und Tablets im Haushalt eines Löhner Ehepaars mit drei Kindern haben Ermittler der Kriminalpolizei kinder- und jugendpornographische Dateien entdeckt. Unter anderem auf dem Mobiltelefon der Frau und auf dem des Mannes. Während die schwangere Mutter den Besitz zugibt, schweigt der Ehemann beharrlich. Auch auf dem Telefon einer Zufallsbekanntschaft, die im Haushalt lebte, haben die Ermittler Dateien gefunden.

Vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen hat die Ehefrau eine einfache Erklärung dafür. „Ich habe die Dateien geschickt bekommen", sagte sie. Ein Chatpartner habe ihr die Bilder übersandt. Er fragte, ob sie auf Rollenspiele steht und schickte dann ungefragt sieben kinder- und sieben jugendpornographische Fotos. „Ich war schockiert", sagte die Mutter. Das sei ein „geschmackloser Chat" gewesen. Sie sei da aber „reingezogen" worden und wollte ihren Chatpartner nicht verlieren: „Er hat mich als Mann begeistert."

Offenbar kriselte es in der Beziehung zu ihrem Ehemann bereits heftig. Ihr eigenes Telefon habe sie aus Angst vor Entdeckung durch ihren Gatten „wie Fort Knox" gesichert. Der habe sich zu gleichen Zeit allerdings sehr für die zweite Frau im Haushalt interessiert, eine Zufallsbekanntschaft des Paares. Die Frau stand auf der Straße, weil der Ehemann ins Gefängnis musste. Sie fand Unterschlupf bei dem Löhner Ehepaar.

Die Polizei stellte auch auf den Geräten dieser zweiten Frau Dateien sicher. Der Verteidiger des Ehemanns deutete an, dass die zweite Frau des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. War sie der Grund für die Trennung des Ehepaars? „Nicht nur, aber auch", sagte die Ehefrau.

Der Gatte schweigt bisher auf Anraten seines Verteidigers zu der Anklage der Staatsanwaltschaft. Ermittler hatten eine kinder- und 25 jugendpornographische Dateien auf seinem Telefon gefunden. Wie die Bilder dorthin kamen, soll ein datenforensisches Gutachten klären. Der Verteidiger kündigte dazu einen Beweisantrag an. Der Prozess gegen den Ehemann wird vorerst vertagt.

Für die Ehefrau ist der Prozess nach ihrem Geständnis vorbei. „Meine Strafe habe ich schon bekommen", sagte sie schluchzend. Ihre drei Kinder leben in Pflegefamilien. Der Staatsanwalt sah das anders und nahm ihr Geständnis in seinem Plädoyer auseinander. „Man bekommt vielleicht mal einen dummen Gag auf Whatsapp geschickt."

Kinderpornographie setze jedoch Vertrauen zwischen den Chatpartnern voraus. „Das schickt man nur, wenn man sich sicher ist, dass der Partner genauso tickt." Er halte eine Freiheitsstrafe für unbedingt erforderlich. Der Verteidiger der Ehefrau schloss sich dem Staatsanwalt an.

Der Richter verurteilte die Ehefrau wie gefordert zu sechs Monaten Haft, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Frau muss außerdem 1.200 Euro an die Staatskasse zahlen. Durch den Konsum solcher Bilder würden eine brutale Industrie gefördert, erklärte der Richter: „Dafür tragen sie die Verantwortung."

Die Frau nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

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