Plautdietschemejale: Influencerinnen machen diese Sprache wieder cool Lena Kley Hüllhorst. Als sie sich in Nettelstedt vor 15 Jahren auf einem Dorffest getroffen hatten, hat wahrscheinlich keiner der beiden gedacht, dass sie mal gemeinsam Influencerinnen werden würden. Mittlerweile haben die Freundinnen Elena Penner (30) und Pauline Klippenstein (32) aus Hüllhorst über 10.000 Follower mit ihrem Instagram-Kanal "Plautdietschemejale". Das bedeutet übersetzt so viel wie "Plattdeutsche Mädels". Hier dreht sich alles um Plattdeutsch, die russlanddeutsche Kultur und das Privatleben der beiden Freundinnen. Als beide sich 2019 dazu entschlossen, gemeinsam einen Instagram-Kanal zu machen, wussten sie noch gar nicht, wo die Reise hingeht. "Das hat sich nach und nach entwickelt", sagt Elena. Mittlerweile haben sie sich eine starke Gemeinschaft über den Account aufgebaut. Das hat auch dazu geführt, dass viele jeden Freitag ihrem Aufruf folgen, mit ihnen Plattdeutsch sprechen. Die Videos ihrer Zuschauer teilen die beiden dann online. "Eigentlich beherrschen viele junge Menschen diese Sprache, da sie sie mit oft mit ihren Großeltern sprechen oder gesprochen haben, aber im Alltag verliert man den Bezug dazu", sagt Pauline. Sich an die eigene Geschichte zu erinnern, ist mittlerweile auch einer der Gründe, warum die beiden Frauen den Account betreiben. Mit jeder neuen Generation verschwinde die Kultur, die sie mit ihren Familien teilen, ein bisschen mehr. "Viele stehen nicht zu ihren Wurzeln", sagt Pauline. Das finden beide schade. Gemeinsam schwanger Plattdeutsch ist nicht nur ein großes Thema auf ihrem Instagram-Kanal, es hat die beiden auch vor vielen Jahren zu engen Freundinnen gemacht. Als sie erfahren hätten, dass die andere jeweils auch diese Sprache spricht, habe sie das verbunden – und unzertrennlich gemacht. "Paulines Mutter hat mich schon gefragt, wann sie Kindergeld für mich bekommt, weil ich so oft in den Sommerferien da war", sagt Elena lachend. Sie ist mittlerweile mit dem Cousin ihrer Freundin verheiratet und beide sind sogar zeitgleich schwanger gewesen. Bei Elena ist es das zweite, bei Pauline das dritte Kind. Das ist mittlerweile auch schon da. "Bei mir könnte es jeden Moment losgehen", sagt Elena und deutet auf den Babybauch. Bekannt sind die beiden auch für ihre "Russlanddeutschen Fakten", die sie auf ihrem Kanal posten. Diese beinhalten oft Situationen, mit denen sich viele identifizieren können: "Wenn man plattdeutschen Eltern auf die Nerven geht, bekommt man diese Sätze zu hören: 'Go huijn lüse' oder 'Go ente maltje'", was so viel bedeutet wie: 'Geh Hunde lausen' oder 'Geh Enten melken'. "Viele finden das witzig und die Sprüche werden in diversen Whatsapp-Gruppen weitergeschickt", sagt Elena. Selbst ihre Eltern, die eigentlich mit Instagram und Co. nicht so viel anfangen können, haben auch schon diese Sprüche zugeschickt bekommen – ohne zunächst zu wissen, dass ihre eigenen Töchter diese erstellt haben. Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram anEin Beitrag geteilt von ᑭᗩᑌᒪIᑎE & EᒪEᑎᗩ (@plautdietschemejale) Hackerangriff auf den Account Doch der Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Erst kürzlich wurde der Account der beiden Frauen gehackt – kurz bevor sie die 10.000-Follower-Marke erreicht hatten. Plötzlich waren die E-Mail, das Passwort und die Telefonnummer verändert, sie konnten nicht mehr in ihren Account. "Wir haben erst rumgeheult und dann weitergemacht", sagt Elena. Sie hatten sogar Kontakt zu dem Hacker, der in der Türkei saß. Eine Followerin hatte für sie übersetzt. Der Mann wolle selbst Influencer werden und habe dann nach dem Gespräch aber versprochen, den Kanal wieder zurückzugeben. Doch dieses Versprechen hielt er nie ein. Weil sie die Plattform Instagram selbst angeschrieben hatten, haben die beiden den Account dann schließlich noch wiederbekommen. Doch es habe sich komisch angefühlt, ihn wieder zu nutzen. "So, wie wenn jemand in dein Haus einbricht. Es fühlt sich schlecht an, dass jemand fremdes da war", sagt Elena. Die beiden hatten parallel einen neuen Account aufgemacht und versucht, ihre Fans darüber zu erreichen und darüber aufzuklaren, was passiert war. Das gelang ihnen auch: Die beiden Frauen erreichte eine Welle der Solidarität. Die Zuschauer teilten und bewarben den neuen Account so oft, dass binnen kürzester Zeit fast wieder 10.000 Nutzer dem neuen Profil folgten. Diesen nutzen die beiden noch heute.

Plautdietschemejale: Influencerinnen machen diese Sprache wieder cool

Elena Penner und Pauline Klippenstein betreiben gemeinsam den Instagram-Kanal "Plautdietschemejale". © Genri Schenk

Hüllhorst. Als sie sich in Nettelstedt vor 15 Jahren auf einem Dorffest getroffen hatten, hat wahrscheinlich keiner der beiden gedacht, dass sie mal gemeinsam Influencerinnen werden würden. Mittlerweile haben die Freundinnen Elena Penner (30) und Pauline Klippenstein (32) aus Hüllhorst über 10.000 Follower mit ihrem Instagram-Kanal "Plautdietschemejale". Das bedeutet übersetzt so viel wie "Plattdeutsche Mädels". Hier dreht sich alles um Plattdeutsch, die russlanddeutsche Kultur und das Privatleben der beiden Freundinnen.

Als beide sich 2019 dazu entschlossen, gemeinsam einen Instagram-Kanal zu machen, wussten sie noch gar nicht, wo die Reise hingeht. "Das hat sich nach und nach entwickelt", sagt Elena. Mittlerweile haben sie sich eine starke Gemeinschaft über den Account aufgebaut. Das hat auch dazu geführt, dass viele jeden Freitag ihrem Aufruf folgen, mit ihnen Plattdeutsch sprechen. Die Videos ihrer Zuschauer teilen die beiden dann online.

"Eigentlich beherrschen viele junge Menschen diese Sprache, da sie sie mit oft mit ihren Großeltern sprechen oder gesprochen haben, aber im Alltag verliert man den Bezug dazu", sagt Pauline. Sich an die eigene Geschichte zu erinnern, ist mittlerweile auch einer der Gründe, warum die beiden Frauen den Account betreiben. Mit jeder neuen Generation verschwinde die Kultur, die sie mit ihren Familien teilen, ein bisschen mehr. "Viele stehen nicht zu ihren Wurzeln", sagt Pauline. Das finden beide schade.

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Gemeinsam schwanger

Plattdeutsch ist nicht nur ein großes Thema auf ihrem Instagram-Kanal, es hat die beiden auch vor vielen Jahren zu engen Freundinnen gemacht. Als sie erfahren hätten, dass die andere jeweils auch diese Sprache spricht, habe sie das verbunden – und unzertrennlich gemacht. "Paulines Mutter hat mich schon gefragt, wann sie Kindergeld für mich bekommt, weil ich so oft in den Sommerferien da war", sagt Elena lachend. Sie ist mittlerweile mit dem Cousin ihrer Freundin verheiratet und beide sind sogar zeitgleich schwanger gewesen. Bei Elena ist es das zweite, bei Pauline das dritte Kind. Das ist mittlerweile auch schon da. "Bei mir könnte es jeden Moment losgehen", sagt Elena und deutet auf den Babybauch.

Elena Penner und Pauline Klippenstein sind gemeinsam Influencerinnen geworden. - © Lena Kley
Elena Penner und Pauline Klippenstein sind gemeinsam Influencerinnen geworden. - © Lena Kley

Bekannt sind die beiden auch für ihre "Russlanddeutschen Fakten", die sie auf ihrem Kanal posten. Diese beinhalten oft Situationen, mit denen sich viele identifizieren können: "Wenn man plattdeutschen Eltern auf die Nerven geht, bekommt man diese Sätze zu hören: 'Go huijn lüse' oder 'Go ente maltje'", was so viel bedeutet wie: 'Geh Hunde lausen' oder 'Geh Enten melken'. "Viele finden das witzig und die Sprüche werden in diversen Whatsapp-Gruppen weitergeschickt", sagt Elena. Selbst ihre Eltern, die eigentlich mit Instagram und Co. nicht so viel anfangen können, haben auch schon diese Sprüche zugeschickt bekommen – ohne zunächst zu wissen, dass ihre eigenen Töchter diese erstellt haben.

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Hackerangriff auf den Account

Doch der Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Erst kürzlich wurde der Account der beiden Frauen gehackt – kurz bevor sie die 10.000-Follower-Marke erreicht hatten. Plötzlich waren die E-Mail, das Passwort und die Telefonnummer verändert, sie konnten nicht mehr in ihren Account. "Wir haben erst rumgeheult und dann weitergemacht", sagt Elena. Sie hatten sogar Kontakt zu dem Hacker, der in der Türkei saß. Eine Followerin hatte für sie übersetzt. Der Mann wolle selbst Influencer werden und habe dann nach dem Gespräch aber versprochen, den Kanal wieder zurückzugeben. Doch dieses Versprechen hielt er nie ein.

Weil sie die Plattform Instagram selbst angeschrieben hatten, haben die beiden den Account dann schließlich noch wiederbekommen. Doch es habe sich komisch angefühlt, ihn wieder zu nutzen. "So, wie wenn jemand in dein Haus einbricht.

Oben links ist die allererste Autogrammkarte der Plautdietschemejale zu sehen, rechts oben und unten sind neuere Exemplare. - © Lena Kley
Oben links ist die allererste Autogrammkarte der Plautdietschemejale zu sehen, rechts oben und unten sind neuere Exemplare. - © Lena Kley

Es fühlt sich schlecht an, dass jemand fremdes da war", sagt Elena. Die beiden hatten parallel einen neuen Account aufgemacht und versucht, ihre Fans darüber zu erreichen und darüber aufzuklaren, was passiert war. Das gelang ihnen auch: Die beiden Frauen erreichte eine Welle der Solidarität. Die Zuschauer teilten und bewarben den neuen Account so oft, dass binnen kürzester Zeit fast wieder 10.000 Nutzer dem neuen Profil folgten. Diesen nutzen die beiden noch heute.

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