Nacktshow nach dem Königsschießen: Stadtverwaltung verurteilt Auftritt einer Stripperin Sebastian Schwake Nienburg (harke). Der Auftritt einer Stripperin nach dem Königsschießen sorgt für Gesprächsstoff zwischen der Stadt Nienburg als Veranstalterin des Scheibenschießens und dem Offizier- und Unteroffiziercorps als für das Scheibenschießen-Programm verantwortlichen Verein. Die Stripperin hatte nach einem Königsschießen im Schützenhaus des Bürgerschützenvereins (BSV) auf dem Scheibenplatz ihren Auftritt. Gebucht worden ist sie von einer Corporalschaft für einen Auftritt anlässlich des Geburtstages eines Ausmarschierers, wie die örtliche Lokalzeitung Die Harke herausgefunden hat. Stadtverwaltung und Blaue Garde distanzieren sich von dem Auftritt der Nackttänzerin. Die Stadt ist Veranstalterin des Nienburger Scheibenschießens. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Scheibenschießen 2021 nicht im traditionellen Format, sondern in einem Ersatz-Format statt. Danach gab es für die einzelnen Corporalschaften Schießtermine am Schießsportzentrum. Die Stadt hat dieses Schießen durch den Aufbau eines Zeltes unterstützt. Organisation und Durchführung des Schießens lag in der Verantwortung des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg, teilt Sprecherin Alicia Bartels für die Stadtverwaltung mit. Die Stadtverwaltung verurteilt den Auftritt der Stripperin: „Derartige Darbietungen im Rahmen oder am Rande einer städtischen Veranstaltung sind indiskutabel und lehnen wir explizit ab“, teilt sie weiter mit. Offizier- und Unteroffiziercorps verurteilt Auftritt als moralisch verwerflich Auch beim Offizier- und Unteroffiziercorps hat der Auftritt der Nackttänzerin für schlechte Stimmung gesorgt: „Solche Auftritte sind moralisch verwerflich und nicht zu entschuldigen“, sagt 1. Capitän und neuer Scheibenkönig Dr. Ralf Weghöft. Ihn habe dieses Vorkommnis besonders betroffen gemacht, weil es seine Freude über die errungene Würde eines Scheibenkönigs geschmälert habe. Ralf Weghöft erörtert: Fünf Corporalschaften hatten an jenem Samstag im Schützenhaus um die Königswürde geschossen. Das Schießen sei nach seiner Auskunft um 21.30 Uhr beendet gewesen. Um kurz nach 22 Uhr sei schließlich die offizielle Veranstaltung beendet worden. Das Festzelt und der Getränkestand im Außenbereich seien geschlossen, den Corporalschaften und Teilnehmern aber angeboten worden, in den Räumen des BSV weiter zu feiern. Das sei aber keine offizielle Veranstaltung des Corps mehr gewesen, verdeutlicht er. Der weitere Verlauf der Feier habe privaten Charakter besessen. Am späteren Abend hatte die als Polizistin verkleidete Stripperin ihren Auftritt. „Das Offizier- und Unteroffiziercorps distanziert sich ohne jegliche Abstriche von diesem Auftritt und von solchen Veranstaltungen. Diese werden von uns verurteilt und haben mit unseren Werten und der Tradition des Volksfestes Scheibenschießen nichts zu tun“, sagt Ralf Weghöft, der ausführt, dass das Corps „diesen Vorfall sehr ernst nehmen und in den eigenen Reihen aufarbeiten“ werde. Thema soll in der Mitgliederversammlung aufgearbeitet werden Das Kommando habe in den zurückliegenden Tagen ermittelt und bedauert, dass eine „insgesamt erfolgreiche verlaufende Veranstaltung durch das verantwortungslose Handeln Einzelner in Misskredit gezogen wird. Viele Teilnehmer haben sich gefreut und in diesem Jahr zusammen ein etwas anderes Scheibenschießen im Herbst gefeiert“. Das Thema soll in der nächsten Mitgliederversammlung aufgearbeitet dort seinen Abschluss finden. „Die Mitgliederversammlung aller Corpskameraden ist hierfür der richtige Ort“, sagt er. Dass die Feier im Anschluss an das Schießen privaten Charakter gehabt habe, bestätigt auch Ulrich Runde, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins. „Wir als BSV distanzieren uns von dem Auftritt“, sagt Ulrich Runde. Stadt sieht Zeit für Zäsur und für Veränderung des Programms gekommen Die Stadtverwaltung kündigt Gespräche mit der Blauen Garde an. Darin soll es insgesamt auch um die Rolle der Frauen beim Scheibenschießen gehen: „Die Corona-Pause, die aktuellen Debatten zur Rolle der Frauen beim Nienburger Scheibenschießen und nun dieser Vorfall sollten eine Zäsur bewirken. Stadt und Blaue Garde müssen die Ausrichtung des Festes und sein traditionelles Format grundsätzlich überdenken. Nach Aufklärung des Sachverhalts wird man den Vorfall zunächst politisch und dann mit der Blauen Garde erörtern. Hierbei wird an die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kommando der Blauen Garde angeknüpft.“ 2011 hatte es schon einmal Diskussionen um einen Auftritt von leicht bekleideten Damen auf dem Scheibenplatz gegeben. Damals waren vier Go-go-Tänzerinnen mit ihrer „Die Nacht der Coyoten“-Show gebucht worden.

Nacktshow nach dem Königsschießen: Stadtverwaltung verurteilt Auftritt einer Stripperin

Symbolfoto: © imago images/BE&W

Nienburg (harke). Der Auftritt einer Stripperin nach dem Königsschießen sorgt für Gesprächsstoff zwischen der Stadt Nienburg als Veranstalterin des Scheibenschießens und dem Offizier- und Unteroffiziercorps als für das Scheibenschießen-Programm verantwortlichen Verein. Die Stripperin hatte nach einem Königsschießen im Schützenhaus des Bürgerschützenvereins (BSV) auf dem Scheibenplatz ihren Auftritt.

Gebucht worden ist sie von einer Corporalschaft für einen Auftritt anlässlich des Geburtstages eines Ausmarschierers, wie die örtliche Lokalzeitung Die Harke herausgefunden hat. Stadtverwaltung und Blaue Garde distanzieren sich von dem Auftritt der Nackttänzerin.

Die Stadt ist Veranstalterin des Nienburger Scheibenschießens. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Scheibenschießen 2021 nicht im traditionellen Format, sondern in einem Ersatz-Format statt. Danach gab es für die einzelnen Corporalschaften Schießtermine am Schießsportzentrum. Die Stadt hat dieses Schießen durch den Aufbau eines Zeltes unterstützt.

Organisation und Durchführung des Schießens lag in der Verantwortung des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg, teilt Sprecherin Alicia Bartels für die Stadtverwaltung mit. Die Stadtverwaltung verurteilt den Auftritt der Stripperin: „Derartige Darbietungen im Rahmen oder am Rande einer städtischen Veranstaltung sind indiskutabel und lehnen wir explizit ab“, teilt sie weiter mit.

Offizier- und Unteroffiziercorps verurteilt Auftritt als moralisch verwerflich

Auch beim Offizier- und Unteroffiziercorps hat der Auftritt der Nackttänzerin für schlechte Stimmung gesorgt: „Solche Auftritte sind moralisch verwerflich und nicht zu entschuldigen“, sagt 1. Capitän und neuer Scheibenkönig Dr. Ralf Weghöft. Ihn habe dieses Vorkommnis besonders betroffen gemacht, weil es seine Freude über die errungene Würde eines Scheibenkönigs geschmälert habe.

Ralf Weghöft erörtert: Fünf Corporalschaften hatten an jenem Samstag im Schützenhaus um die Königswürde geschossen. Das Schießen sei nach seiner Auskunft um 21.30 Uhr beendet gewesen. Um kurz nach 22 Uhr sei schließlich die offizielle Veranstaltung beendet worden. Das Festzelt und der Getränkestand im Außenbereich seien geschlossen, den Corporalschaften und Teilnehmern aber angeboten worden, in den Räumen des BSV weiter zu feiern. Das sei aber keine offizielle Veranstaltung des Corps mehr gewesen, verdeutlicht er.

Der weitere Verlauf der Feier habe privaten Charakter besessen. Am späteren Abend hatte die als Polizistin verkleidete Stripperin ihren Auftritt. „Das Offizier- und Unteroffiziercorps distanziert sich ohne jegliche Abstriche von diesem Auftritt und von solchen Veranstaltungen. Diese werden von uns verurteilt und haben mit unseren Werten und der Tradition des Volksfestes Scheibenschießen nichts zu tun“, sagt Ralf Weghöft, der ausführt, dass das Corps „diesen Vorfall sehr ernst nehmen und in den eigenen Reihen aufarbeiten“ werde.

Thema soll in der Mitgliederversammlung aufgearbeitet werden

Das Kommando habe in den zurückliegenden Tagen ermittelt und bedauert, dass eine „insgesamt erfolgreiche verlaufende Veranstaltung durch das verantwortungslose Handeln Einzelner in Misskredit gezogen wird. Viele Teilnehmer haben sich gefreut und in diesem Jahr zusammen ein etwas anderes Scheibenschießen im Herbst gefeiert“. Das Thema soll in der nächsten Mitgliederversammlung aufgearbeitet dort seinen Abschluss finden. „Die Mitgliederversammlung aller Corpskameraden ist hierfür der richtige Ort“, sagt er.

Dass die Feier im Anschluss an das Schießen privaten Charakter gehabt habe, bestätigt auch Ulrich Runde, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins. „Wir als BSV distanzieren uns von dem Auftritt“, sagt Ulrich Runde.

Stadt sieht Zeit für Zäsur und für Veränderung des Programms gekommen

Die Stadtverwaltung kündigt Gespräche mit der Blauen Garde an. Darin soll es insgesamt auch um die Rolle der Frauen beim Scheibenschießen gehen: „Die Corona-Pause, die aktuellen Debatten zur Rolle der Frauen beim Nienburger Scheibenschießen und nun dieser Vorfall sollten eine Zäsur bewirken. Stadt und Blaue Garde müssen die Ausrichtung des Festes und sein traditionelles Format grundsätzlich überdenken. Nach Aufklärung des Sachverhalts wird man den Vorfall zunächst politisch und dann mit der Blauen Garde erörtern. Hierbei wird an die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kommando der Blauen Garde angeknüpft.“

2011 hatte es schon einmal Diskussionen um einen Auftritt von leicht bekleideten Damen auf dem Scheibenplatz gegeben. Damals waren vier Go-go-Tänzerinnen mit ihrer „Die Nacht der Coyoten“-Show gebucht worden.

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