Nach tödlichem Brand: Tochter der Verstorbenen erhebt massive Vorwürfe gegen die Bückeberg-Klinik Michael Werk Bad Eilsen (szlz). Bei einem nächtlichen Zimmerbrand in der Bückeberg-Klinik in Bad Eilsen ist Ende Juni eine 65-jährige Reha-Patientin ums Leben gekommen. Die Tochter der Verstorbenen erhebt deswegen massive Vorwürfe gegenüber der Klinik und dem Gesetzgeber. Vermutlich wäre ihre Mutter nicht gestorben, wäre in dem Zimmer ein Rauchmelder gewesen. „Ich bin einfach erschüttert“, sagt Christina Domeinski mit bewegter Stimme. In Privatwohnungen sei es gesetzlich Pflicht, in Schlafzimmern Rauchmelder zu installieren. Aber für Reha-Kliniken gebe es keine solche Pflicht. Und das, obwohl in den Patientenzimmern Menschen schliefen, die körperlich mitunter nicht in der Lage seien, bei einem Brand aus eigener Kraft aus den Zimmern herauszukommen. „Wie kann das erlaubt sein, dass in so einer Einrichtung kein Rauchmelder erforderlich ist?“ Schon ein einfacher Rauchmelder hätte wahrscheinlich das Leben ihrer Mutter gerettet, führt Domeinski weiter aus. Denn so ein Gerät pfeife ja „wie die Hölle“, sodass ihre Mutter davon sicher wach geworden wäre. Und dann hätte ihre Mutter das Zimmer verlassen können – trotz der Hüft-Operation, die zuvor bei ihrer Mutter durchgeführt worden sei, sei diese nämlich noch mobil gewesen. Da in dem Patientenzimmer aber kein Rauchmelder installiert war, wurde laut Domeinski erst ein Alarm ausgelöst, als der Qualm aus dem brennenden Patientenzimmer den Rauchmelder auf dem Etagenflur erreicht hatte. Doch zu dem Zeitpunkt war es ihr zufolge für das Leben ihrer Mutter bereits zu spät. Was zu der die Tochter bedrückenden, und von ihr selbst beantworteten Frage führt: „Wie lange muss es gedauert haben, bis der Rauch im Flur den Feueralarm ausgelöst hat? Da stand das Zimmer schon in Flammen.“ Wenn auch die Bückeberg-Klinik nicht verpflichtet sei, die Patientenzimmer mit Rauchmeldern auszustatten, so sehe sie die Klinik zumindest moralisch in der Pflicht, dort Rauchmelder zu installieren, sagt Domeinski. Zwar koste solch ein Gerät zwischen 50 bis 100 Euro, was sich bei rund 160 Zimmern auf bis zu circa 16.000 Euro summiere. Aber, fragt sie sich, habe ihre Mutter wirklich wegen dieser 16.000 Euro sterben müssen? Auslöser des Unglücks war laut Domeinski vermutlich ein technischer Defekt am Mobiltelefon ihrer Mutter. Denn gemäß Aussage der Feuerwehr habe das Mobiltelefon auf dem Bett gelegen, wobei dessen Akku geplatzt gewesen sei. Domeinski hat eigenen Angaben nach inzwischen einen Rechtsanwalt damit beauftragt, eine zivilrechtliche Klage gegen die Bückeberg-Klinik einzureichen und Einsicht in die amtliche Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft zu nehmen. Zudem will sie „die Mühlen mahlen lassen“: Ihr Ziel: dass Rauchmelder auch in Patientenzimmern von Reha-Kliniken gesetzlich vorgeschrieben werden.

Nach tödlichem Brand: Tochter der Verstorbenen erhebt massive Vorwürfe gegen die Bückeberg-Klinik

Ende Juni war die 65-Jährige in der Bückeburg-Klinik nach einem Brand in ihrem Zimmer gestorben. Die Tochter erhebt nun massive Vorwürfe gegen Klinik und Gesetzgeber, denn in Klinikzimmern sind Rauchmelder keine Pflicht. Foto: Archiv/szlz © szlz archiv

Bad Eilsen (szlz). Bei einem nächtlichen Zimmerbrand in der Bückeberg-Klinik in Bad Eilsen ist Ende Juni eine 65-jährige Reha-Patientin ums Leben gekommen. Die Tochter der Verstorbenen erhebt deswegen massive Vorwürfe gegenüber der Klinik und dem Gesetzgeber. Vermutlich wäre ihre Mutter nicht gestorben, wäre in dem Zimmer ein Rauchmelder gewesen.

„Ich bin einfach erschüttert“, sagt Christina Domeinski mit bewegter Stimme. In Privatwohnungen sei es gesetzlich Pflicht, in Schlafzimmern Rauchmelder zu installieren. Aber für Reha-Kliniken gebe es keine solche Pflicht. Und das, obwohl in den Patientenzimmern Menschen schliefen, die körperlich mitunter nicht in der Lage seien, bei einem Brand aus eigener Kraft aus den Zimmern herauszukommen. „Wie kann das erlaubt sein, dass in so einer Einrichtung kein Rauchmelder erforderlich ist?“

Schon ein einfacher Rauchmelder hätte wahrscheinlich das Leben ihrer Mutter gerettet, führt Domeinski weiter aus. Denn so ein Gerät pfeife ja „wie die Hölle“, sodass ihre Mutter davon sicher wach geworden wäre. Und dann hätte ihre Mutter das Zimmer verlassen können – trotz der Hüft-Operation, die zuvor bei ihrer Mutter durchgeführt worden sei, sei diese nämlich noch mobil gewesen.

Da in dem Patientenzimmer aber kein Rauchmelder installiert war, wurde laut Domeinski erst ein Alarm ausgelöst, als der Qualm aus dem brennenden Patientenzimmer den Rauchmelder auf dem Etagenflur erreicht hatte. Doch zu dem Zeitpunkt war es ihr zufolge für das Leben ihrer Mutter bereits zu spät. Was zu der die Tochter bedrückenden, und von ihr selbst beantworteten Frage führt: „Wie lange muss es gedauert haben, bis der Rauch im Flur den Feueralarm ausgelöst hat? Da stand das Zimmer schon in Flammen.“

Wenn auch die Bückeberg-Klinik nicht verpflichtet sei, die Patientenzimmer mit Rauchmeldern auszustatten, so sehe sie die Klinik zumindest moralisch in der Pflicht, dort Rauchmelder zu installieren, sagt Domeinski. Zwar koste solch ein Gerät zwischen 50 bis 100 Euro, was sich bei rund 160 Zimmern auf bis zu circa 16.000 Euro summiere. Aber, fragt sie sich, habe ihre Mutter wirklich wegen dieser 16.000 Euro sterben müssen?

Auslöser des Unglücks war laut Domeinski vermutlich ein technischer Defekt am Mobiltelefon ihrer Mutter. Denn gemäß Aussage der Feuerwehr habe das Mobiltelefon auf dem Bett gelegen, wobei dessen Akku geplatzt gewesen sei. Domeinski hat eigenen Angaben nach inzwischen einen Rechtsanwalt damit beauftragt, eine zivilrechtliche Klage gegen die Bückeberg-Klinik einzureichen und Einsicht in die amtliche Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft zu nehmen. Zudem will sie „die Mühlen mahlen lassen“: Ihr Ziel: dass Rauchmelder auch in Patientenzimmern von Reha-Kliniken gesetzlich vorgeschrieben werden.

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