Nach den Berichten über Missstände: Seniorenheim hat neues Leitungsteam Frank Hartmann,Karsten Schulz Lübbecke/Espelkamp. Das Seniorenquartier Lübbecke an der Osnabrücker Straße, das im Frühjahr wegen zahlreicher Missstände durch Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige in die Kritik geraten war, hat ein neues Leitungs-Team. Zugleich bleibt die Einrichtung in Lübbecke weiterhin unter der Heimaufsicht des Kreises Minden-Lübbecke, die sich mittlerweile auch auf das deutlich jüngere Tochterwohnheim in Espelkamp erstreckt. Das Seniorenquartier in Espelkamp am Frotheimer Weg wird ebenfalls von der in Hamburg ansässigen Emvia Living GmbH betrieben. Es gab mehrere Bewerbungen aus der Region Seit der Betreiber sich vom damaligen Leiter des Seniorenquartiers Lübbecke wegen der schwerwiegenden Mängel getrennt hatte, wurde ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Parwis Fotuhi als Geschäftsführer bei Emvia Living zuständig für Personal, Qualität und Kommunikation, nannte im März dieses Jahres als Bedingung: Der Bezug zum Arbeitsplatz und zur Region seien enorm wichtig. Einen Monat später lagen mehrere Bewerbungen für die Einrichtungsleitung vor, auch aus der Region, wie Fotuhi sagte. Eine Vorstellung sollte in der ersten oder zweiten Juliwoche erfolgen. Da dies unterblieb, hat nw.de nachgefragt und am Dienstag vom Emvia-Geschäftsführer erfahren: „Unser neues Leitungsteam hat formal am 1. Juli den Dienst aufgenommen und befindet sich derzeit in der internen Einarbeitung, auch an anderen Standorten der Emvia-Living- Gruppe. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Reiner Meenken einen erfahrenen Einrichtungsleiter aus der Region gewinnen konnten. Die designierte Pflegedienstleiterin ist Anke Kütemeier, die diese Aufgabe aktuell als kommissarische Pflegedienstleiterin übernommen hat." Viele interne Prozesse und Abstimmungsbedarf Offiziell vorgestellt werden soll Meenken aber noch nicht. Er befinde sich noch in der Einarbeitungsphase, teilte Alexander Bätz von der Emvia-Presseabteilung auf Anfrage mit. Es gebe viele interne Prozesse und Abstimmungsbedarf, dies habe Vorrang.Zudem kann das Seniorenquartier Lübbecke nicht allein entscheiden. „Wir stimmen die Entwicklung der Einrichtung weiterhin eng mit der Heimaufsicht ab", bestätigt Parwis Fotuhi. Dies schließe die Besetzung der Leitungsfunktionen und die Aufhebung des Belegungs-Stopps ein." Allein in diesem Jahr bisher drei Mal vor Ort kontrolliert Dieser gilt nach wie vor, bestätigt der für die beim Kreis Minden-Lübbecke angesiedelte Heimaufsicht Dezernent Hans-Joerg Deichholz. Die Heimaufsicht heißt mittlerweile WTG-Behörde und ist verantwortlich für die Umsetzung des Wohn- und Teilhabegesetzes. Sie hatte es über Monate nicht geschafft, die gravierenden Mängel im Seniorenquartier Lübbecke nachhaltig abzustellen und die Verzögerung so begründet: „Im Rückblick muss festgestellt werden, dass die vorgelegten Berichte nicht zuletzt wegen der coronabedingten Mehrbelastung nicht konsequent genug geprüft und weiterverfolgt wurden".Das ist jetzt anders. Statt ein Mal im Jahr, wie üblich, sei ein Team der Heimaufsicht – eine Verwaltungsfachkraft und eine Pflegefachkraft – in diesem Jahr bereits drei Mal vor Ort in der Lübbecker Einrichtung gewesen, so Deichholz auf nw.de-Anfrage. Damit will die Aufsichtsbehörde sicherstellen, dass ihre Vorgaben umgesetzt werden. Die Kontrolleure nehmen unter anderem Einsicht in Dienstpläne, kontrollieren die Fachkraft-Quote und die Maßnahmenpläne für die Bewohner, selbst die Medikamentenvergabe. Zudem werden Bewohner in Augenschein genommen, um sicherzustellen, dass es nicht zu Fällen von Vernachlässigung und zu Pflegefehlern kommt. "Es gibt nicht genügend Fachkräfte" Zwei Punkte hebt Sozialdezernent Deichholz besonders hervor: „Es gibt nicht genügend Fachkräfte." Und auch diese Anforderung der Heimaufsicht hat das Seniorenquartier Lübbecke seinen Angaben zufolge noch nicht erfüll: „Es gibt zu wenig festangestelltes Personal."All dies gilt auch für die noch im Aufbau befindliche Emvia–Living-Schwestereinrichtung in Espelkamp, das Seniorenquartier. Die dortige Leiterin Karola Holweg hatte interimsmäßig auch die Leitung des Lübbecker Hauses mit übernommen, kann sich aber jetzt wieder voll und ganz ihrer eigentlichen Aufgabe in Espelkamp widmen, wie sie auch gestern im Gespräch mit nw.de sagte. Hans-Joerg Deichholz bestätigte, dass aktuell Mitarbeiter des Amtes in Espelkamp eine Mängelberatung vornehmen würden. Es gebe aber aktuell keine entsprechenden Fälle oder gar Missstände, weshalb man aktiv werden müsse. Es handele sich hierbei vor allem um Hilfen und eben Beratung, die man beim Aufbau von Häusern gerne anbieten würde. „Das ist alles völlig normal", sagt Deichholz. Drei neue Fachkräfte kommen allein im August Karola Holweg freute sich, dass sie allein im August drei neue Fachkräfte einstellen könne. Gleichzeitig würde in diesen Tagen der 34. Bewohner einziehen. Noch nicht so gut laufe das Zentrum für Tagesstruktur, das „wohl noch nicht so bekannt ist". Beim betreuten Wohnen konnte jetzt die fünfte Wohnung vermietet werden. Es gebe aber noch Kapazitäten, berichtet sie.Die WTG-Behörde schaue in einem neuen Haus immer vorbei. Es seien „sehr konstruktive Gespräche geführt worden". Holweg freute sich darüber, dass es „keine Beanstandungen gegeben hat". Aufgrund der Situation im neuen Haus habe man alle Bereiche überprüft. „Es hat keinerlei Probleme gegeben. und wir müssen auch nichts abarbeiten", freute sich die Einrichtungsleitern im Gespräch mit nw.de. Sie hoffe nur, dass es die Corona-Lage bald erlaube, auch Veranstaltungen im Hause anzubieten: „Wir haben da ganz viele Ideen."

Nach den Berichten über Missstände: Seniorenheim hat neues Leitungsteam

Das Seniorenquartier Lübbecke an der Osnabrücker Straße hat eine neue Leitung. © Heike von Schulz

Lübbecke/Espelkamp. Das Seniorenquartier Lübbecke an der Osnabrücker Straße, das im Frühjahr wegen zahlreicher Missstände durch Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige in die Kritik geraten war, hat ein neues Leitungs-Team.

Zugleich bleibt die Einrichtung in Lübbecke weiterhin unter der Heimaufsicht des Kreises Minden-Lübbecke, die sich mittlerweile auch auf das deutlich jüngere Tochterwohnheim in Espelkamp erstreckt. Das Seniorenquartier in Espelkamp am Frotheimer Weg wird ebenfalls von der in Hamburg ansässigen Emvia Living GmbH betrieben.

Es gab mehrere Bewerbungen aus der Region

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Seit der Betreiber sich vom damaligen Leiter des Seniorenquartiers Lübbecke wegen der schwerwiegenden Mängel getrennt hatte, wurde ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht.

Parwis Fotuhi als Geschäftsführer bei Emvia Living zuständig für Personal, Qualität und Kommunikation, nannte im März dieses Jahres als Bedingung: Der Bezug zum Arbeitsplatz und zur Region seien enorm wichtig. Einen Monat später lagen mehrere Bewerbungen für die Einrichtungsleitung vor, auch aus der Region, wie Fotuhi sagte.

Parwis Fotuhi ist Geschäftsführer der Emvia Living aus Hamburg. Sie betreibt die Seniorenquartiere in Lübbecke und Espelkamp. - © Kirsten Tirre
Parwis Fotuhi ist Geschäftsführer der Emvia Living aus Hamburg. Sie betreibt die Seniorenquartiere in Lübbecke und Espelkamp. - © Kirsten Tirre

Eine Vorstellung sollte in der ersten oder zweiten Juliwoche erfolgen. Da dies unterblieb, hat nw.de nachgefragt und am Dienstag vom Emvia-Geschäftsführer erfahren: „Unser neues Leitungsteam hat formal am 1. Juli den Dienst aufgenommen und befindet sich derzeit in der internen Einarbeitung, auch an anderen Standorten der Emvia-Living- Gruppe. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Reiner Meenken einen erfahrenen Einrichtungsleiter aus der Region gewinnen konnten. Die designierte Pflegedienstleiterin ist Anke Kütemeier, die diese Aufgabe aktuell als kommissarische Pflegedienstleiterin übernommen hat."

Viele interne Prozesse und Abstimmungsbedarf

Offiziell vorgestellt werden soll Meenken aber noch nicht. Er befinde sich noch in der Einarbeitungsphase, teilte Alexander Bätz von der Emvia-Presseabteilung auf Anfrage mit. Es gebe viele interne Prozesse und Abstimmungsbedarf, dies habe Vorrang.Zudem kann das Seniorenquartier Lübbecke nicht allein entscheiden. „Wir stimmen die Entwicklung der Einrichtung weiterhin eng mit der Heimaufsicht ab", bestätigt Parwis Fotuhi. Dies schließe die Besetzung der Leitungsfunktionen und die Aufhebung des Belegungs-Stopps ein."

Allein in diesem Jahr bisher drei Mal vor Ort kontrolliert

Dieser gilt nach wie vor, bestätigt der für die beim Kreis Minden-Lübbecke angesiedelte Heimaufsicht Dezernent Hans-Joerg Deichholz. Die Heimaufsicht heißt mittlerweile WTG-Behörde und ist verantwortlich für die Umsetzung des Wohn- und Teilhabegesetzes. Sie hatte es über Monate nicht geschafft, die gravierenden Mängel im Seniorenquartier Lübbecke nachhaltig abzustellen und die Verzögerung so begründet: „Im Rückblick muss festgestellt werden, dass die vorgelegten Berichte nicht zuletzt wegen der coronabedingten Mehrbelastung nicht konsequent genug geprüft und weiterverfolgt wurden".Das ist jetzt anders. Statt ein Mal im Jahr, wie üblich, sei ein Team der Heimaufsicht – eine Verwaltungsfachkraft und eine Pflegefachkraft – in diesem Jahr bereits drei Mal vor Ort in der Lübbecker Einrichtung gewesen, so Deichholz auf nw.de-Anfrage. Damit will die Aufsichtsbehörde sicherstellen, dass ihre Vorgaben umgesetzt werden. Die Kontrolleure nehmen unter anderem Einsicht in Dienstpläne, kontrollieren die Fachkraft-Quote und die Maßnahmenpläne für die Bewohner, selbst die Medikamentenvergabe. Zudem werden Bewohner in Augenschein genommen, um sicherzustellen, dass es nicht zu Fällen von Vernachlässigung und zu Pflegefehlern kommt.

"Es gibt nicht genügend Fachkräfte"

Zwei Punkte hebt Sozialdezernent Deichholz besonders hervor: „Es gibt nicht genügend Fachkräfte." Und auch diese Anforderung der Heimaufsicht hat das Seniorenquartier Lübbecke seinen Angaben zufolge noch nicht erfüll: „Es gibt zu wenig festangestelltes Personal."All dies gilt auch für die noch im Aufbau befindliche Emvia–Living-Schwestereinrichtung in Espelkamp, das Seniorenquartier. Die dortige Leiterin Karola Holweg hatte interimsmäßig auch die Leitung des Lübbecker Hauses mit übernommen, kann sich aber jetzt wieder voll und ganz ihrer eigentlichen Aufgabe in Espelkamp widmen, wie sie auch gestern im Gespräch mit nw.de sagte. Hans-Joerg Deichholz bestätigte, dass aktuell Mitarbeiter des Amtes in Espelkamp eine Mängelberatung vornehmen würden. Es gebe aber aktuell keine entsprechenden Fälle oder gar Missstände, weshalb man aktiv werden müsse. Es handele sich hierbei vor allem um Hilfen und eben Beratung, die man beim Aufbau von Häusern gerne anbieten würde. „Das ist alles völlig normal", sagt Deichholz.

Drei neue Fachkräfte kommen allein im August

Karola Holweg freute sich, dass sie allein im August drei neue Fachkräfte einstellen könne. Gleichzeitig würde in diesen Tagen der 34. Bewohner einziehen. Noch nicht so gut laufe das Zentrum für Tagesstruktur, das „wohl noch nicht so bekannt ist". Beim betreuten Wohnen konnte jetzt die fünfte Wohnung vermietet werden. Es gebe aber noch Kapazitäten, berichtet sie.Die WTG-Behörde schaue in einem neuen Haus immer vorbei. Es seien „sehr konstruktive Gespräche geführt worden". Holweg freute sich darüber, dass es „keine Beanstandungen gegeben hat". Aufgrund der Situation im neuen Haus habe man alle Bereiche überprüft. „Es hat keinerlei Probleme gegeben. und wir müssen auch nichts abarbeiten", freute sich die Einrichtungsleitern im Gespräch mit nw.de. Sie hoffe nur, dass es die Corona-Lage bald erlaube, auch Veranstaltungen im Hause anzubieten: „Wir haben da ganz viele Ideen."

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