Bad Oeynhausen Nach Messerstecherei: "New Orleans" in Bad Oeynhausen ist wieder geöffnet Bad Oeynhausen. Drei Tage nach der Messerstecherei auf offener Straße hat die Großgastronomie "New Orleans" wieder geöffnet. Das Flatterband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" rund ums Gebäude ist entfernt worden. Mittwoch saßen Gäste wieder draußen auf der beheizbaren Terrasse und suchten unterm Regendach Schutz vor dem Unbill der Natur. Das Geschäft geht weiter. Bis zur Coronasperrstunde. Auf der gleichen Terrasse sind am Montagvormittag, etwa 40 Minuten nach der Messerattacke, drei tatverdächtige Männer aus der Eigentümerfamilie der Gaststätte verhaftet worden. Dem Vernehmen nach tranken sie gemeinsam Kaffee, als Polizisten der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke zugriffen. Die drei Männer ließen sich offenbar widerstandslos festnehmen. Einen möglichen vierten Tatverdächtigen trafen die Beamten jedoch nicht an. Deshalb rückten am Montagmittag bewaffnete und gepanzerte Spezialkräfte (SEK) der Polizei im Gänsemarsch vor, um im Gebäude nach einem vierten Tatverdächtigen und der Stichwaffe zu suchen. Ohne Erfolg. Die Tatwaffe ist bisher nicht aufgetaucht, so Polizeipressesprecherin Hella Christoph. Auch mehrere Fährtenhunde konnten nichts erschnüffeln, was die Ermittler zum vierten Mann oder der Waffe geführt hätte. Die drei tatverdächtigen Familienmitglieder sind nach einem Tag im Gewahrsam wieder freigelassen worden. Die Familie hat sich inzwischen einen Anwalt genommen und wollte sich am Mittwoch nicht zur Messerstecherei oder den Ankündigungen des mutmaßlichen Messer-Opfers äußern. Der Anwalt der Gastronomenfamilie hat die Ermittlungsakten angefordert. Die Polizei ging zunächst von einer versuchten Tötung durch einen Messerangriff aus. Derzeit wird den drei Tatverdächtigen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der erste Verdacht ließ sich offenbar nicht erhärten. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat deshalb am Dienstag entschieden, die drei Männer frei zu entlassen und gar nicht erst dem Haftrichter vorzuführen. Die Mordkommission "Corso" besteht vorerst weiter und trägt alle Hinweise und Spuren zusammen. Die Ermittler bitten Zeugen des Geschehens, sich bei der Polizei Bielefeld unter Tel. (0 52 1) 545-0 oder jeder Polizeidienststelle zu melden. Nach der Pressekonferenz des 27-jährigen mutmaßlichen Messer-Opfers vorm Krankenhaus ist die Lage in der Bad Oeynhausener Innenstadt ruhig geblieben. "Ich habe dazu keine anderslautenden Informationen", sagte Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. Zuvor hatte die Polizei Angehörige beider Familien zur Zurückhaltung ermahnt. Streifenwagen fuhren auffällig häufig die Herforder Straße rauf und runter. Auslöser der Messerstecherei ist nach Darstellung des Bruders des Verletzten ein Streit über die Feuerwehrzufahrt zwischen der Gaststätte "New Orleans" und dem Lenné-Karree, in dem sich auch die Geschäftsstelle der Neuen Westfälischen befindet. Der Bruder des Verletzten arbeitet erst seit wenigen Wochen in einer Hausmeisterfunktion des Lenné-Karrees. Nach einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage hat er den Hinweis bekommen, die Feuerwehrzufahrt frei zu halten. In dieser Zufahrt befindet sich auch der Hausanschluss für Löschwasser. Angeblich war der Bereich durch ein Anhänger und Palmenpflanzen der Gaststätte verstellt. Das Gespräch mit dem Vater der Gastronomenfamilie am Samstag soll mit Drohungen geendet haben. Am Montag eskalierte dann der Streit beim wiederholten Aufeinandertreffen.
Bad Oeynhausen

Nach Messerstecherei: "New Orleans" in Bad Oeynhausen ist wieder geöffnet

Drei Tage nach der Messerstecherei ist die Lage in der Bad Oeynhausener Innenstadt ruhig © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen. Drei Tage nach der Messerstecherei auf offener Straße hat die Großgastronomie "New Orleans" wieder geöffnet. Das Flatterband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" rund ums Gebäude ist entfernt worden. Mittwoch saßen Gäste wieder draußen auf der beheizbaren Terrasse und suchten unterm Regendach Schutz vor dem Unbill der Natur. Das Geschäft geht weiter. Bis zur Coronasperrstunde.

Auf der gleichen Terrasse sind am Montagvormittag, etwa 40 Minuten nach der Messerattacke, drei tatverdächtige Männer aus der Eigentümerfamilie der Gaststätte verhaftet worden. Dem Vernehmen nach tranken sie gemeinsam Kaffee, als Polizisten der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke zugriffen. Die drei Männer ließen sich offenbar widerstandslos festnehmen.

Einen möglichen vierten Tatverdächtigen trafen die Beamten jedoch nicht an. Deshalb rückten am Montagmittag bewaffnete und gepanzerte Spezialkräfte (SEK) der Polizei im Gänsemarsch vor, um im Gebäude nach einem vierten Tatverdächtigen und der Stichwaffe zu suchen. Ohne Erfolg.

Die Tatwaffe ist bisher nicht aufgetaucht, so Polizeipressesprecherin Hella Christoph. Auch mehrere Fährtenhunde konnten nichts erschnüffeln, was die Ermittler zum vierten Mann oder der Waffe geführt hätte. Die drei tatverdächtigen Familienmitglieder sind nach einem Tag im Gewahrsam wieder freigelassen worden. Die Familie hat sich inzwischen einen Anwalt genommen und wollte sich am Mittwoch nicht zur Messerstecherei oder den Ankündigungen des mutmaßlichen Messer-Opfers äußern. Der Anwalt der Gastronomenfamilie hat die Ermittlungsakten angefordert.

Die Polizei ging zunächst von einer versuchten Tötung durch einen Messerangriff aus. Derzeit wird den drei Tatverdächtigen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der erste Verdacht ließ sich offenbar nicht erhärten. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat deshalb am Dienstag entschieden, die drei Männer frei zu entlassen und gar nicht erst dem Haftrichter vorzuführen.

Die Mordkommission "Corso" besteht vorerst weiter und trägt alle Hinweise und Spuren zusammen. Die Ermittler bitten Zeugen des Geschehens, sich bei der Polizei Bielefeld unter Tel. (0 52 1) 545-0 oder jeder Polizeidienststelle zu melden.

Nach der Pressekonferenz des 27-jährigen mutmaßlichen Messer-Opfers vorm Krankenhaus ist die Lage in der Bad Oeynhausener Innenstadt ruhig geblieben. "Ich habe dazu keine anderslautenden Informationen", sagte Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. Zuvor hatte die Polizei Angehörige beider Familien zur Zurückhaltung ermahnt. Streifenwagen fuhren auffällig häufig die Herforder Straße rauf und runter.

Auslöser der Messerstecherei ist nach Darstellung des Bruders des Verletzten ein Streit über die Feuerwehrzufahrt zwischen der Gaststätte "New Orleans" und dem Lenné-Karree, in dem sich auch die Geschäftsstelle der Neuen Westfälischen befindet. Der Bruder des Verletzten arbeitet erst seit wenigen Wochen in einer Hausmeisterfunktion des Lenné-Karrees. Nach einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage hat er den Hinweis bekommen, die Feuerwehrzufahrt frei zu halten.

In dieser Zufahrt befindet sich auch der Hausanschluss für Löschwasser. Angeblich war der Bereich durch ein Anhänger und Palmenpflanzen der Gaststätte verstellt. Das Gespräch mit dem Vater der Gastronomenfamilie am Samstag soll mit Drohungen geendet haben. Am Montag eskalierte dann der Streit beim wiederholten Aufeinandertreffen.

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