Nach 45 Jahren ist Schluss: Intersport Soja in Lübbecke schließt die Pforten Frank Hartmann Lübbecke (nw). Wer am oberen Marktplatz in Lübbecke in diesen Tagen einen Blick durch die großen Fensterscheiben in das Sport-Fachgeschäft Soja wirft, bemerkt einige Veränderungen. Manches Regal und einige Ständer sind leer, Edda und Hans-Jürgen Soja sprechen mal hier mal dort mit den Mitarbeitern. Dazwischen ist noch eine weitere Person zu erkennen: Daniel Solzer, Projektleiter der auf Sonderverkäufe spezialisierten Firma Sigg aus Steinheim. Er unterstützt die Sojas, die ihre ursprünglichen Pläne aufgrund des anhaltenden Lockdowns aufgeben mussten und froh sind über die externe Beratung. Seit längerer Zeit schon versuchen die Sojas, mit Hilfe der Einkaufsgenossenschaft Intersport einen Nachfolger für ihr Sportgeschäft mit seiner Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern zu finden. Doch es findet sich niemand. „Spätestens in zwei Jahren wollten wir aufhören“, sagt Hans-Jürgen Soja (74) und erzählt, dass der Nachfolger die gesamte Einrichtung kostenlos dazubekommen hätte. Trotzdem tat sich nichts. „Wir würden gern handeln, aber wie? Die Ungewissheit ist zermürbend“, ergänzt seine Frau Edda (70). Beiden ist anzumerken, dass sie sich den Start ins neue Jahr völlig anders vorgestellt hatten. Weil die Kündigungsfrist ein Jahr beträgt, hat das Ehepaar im März vergangenen Jahres den Mietvertrag für das Geschäft am Markt 16 gekündigt. „Wir wollten Anfang Januar mit dem Räumungsverkauf starten“, sagt Edda Soja: „Aber wir dürfen nicht.“ Da das Geschäft bis zum 31. März geräumt sein muss, haben Sojas sich auch schon intensiv nach anderen Gewerbeimmobilien in Lübbecke umgesehen, die geeignet wären: „Es gibt hier zurzeit aber nichts Passendes. Wir planen von Monat zu Monat“, sagen die Geschäftsleute enttäuscht. Dass sie einmal in so große Schwierigkeiten geraten könnten, so „in der Luft hängen“, wie Edda Soja sagt, hätten sie und ihr Mann nicht gedacht nach all den erfolgreichen Jahren in Lübbecke. „Und wir sind dem Standort Markt immer treu geblieben“, merkt Edda Soja an. Begonnen haben die begeisterten Hobbysportler (Handball, Tennis, Ski, Marathon) ihre Selbstständigkeit am Markt 20, vor 45 Jahren zunächst auf bescheidenen 100 Quadratmetern. „Damals kamen die ersten Jogginganzüge heraus, und die Tennisschläger waren noch aus Holz“, erinnert die Chefin sich. Und daran, dass ihr Mann einen Teil des heimischen Wohnzimmers zu einer Ski-Werkstatt hergerichtet hatte. „Zum Entsetzen meiner Frau“, weiß Hans-Jürgen Soja noch. Fünf Jahre später zogen die beiden zum Markt 8 um, wo sich heute die Physiotherapie Novotergum befindet. Gleichzeitig vergrößerten sie ihre Verkaufsfläche – auch am jetzigen Standort, an den sie 1994 wechselten und den sie in etwa vier Wochen aufgeben. Gern erinnern sich Edda und Hans-Jürgen Soja an die herausragende Skirennläuferin Katja Seizinger: „Die wohnte in Lübbecke und hat bei uns ihre ersten Skier gekauft.“

Nach 45 Jahren ist Schluss: Intersport Soja in Lübbecke schließt die Pforten

Astrid Schiermeier (von links), Susanne Holle, Irene Feer, Hans-Jürgen Soja, Edda Soja, Monika Abraham und Roswitha Haake verabschieden sich von den Intersport-Soja-Kunden. Foto: Pamela Soja © PS

Lübbecke (nw). Wer am oberen Marktplatz in Lübbecke in diesen Tagen einen Blick durch die großen Fensterscheiben in das Sport-Fachgeschäft Soja wirft, bemerkt einige Veränderungen. Manches Regal und einige Ständer sind leer, Edda und Hans-Jürgen Soja sprechen mal hier mal dort mit den Mitarbeitern. Dazwischen ist noch eine weitere Person zu erkennen: Daniel Solzer, Projektleiter der auf Sonderverkäufe spezialisierten Firma Sigg aus Steinheim. Er unterstützt die Sojas, die ihre ursprünglichen Pläne aufgrund des anhaltenden Lockdowns aufgeben mussten und froh sind über die externe Beratung.

Seit längerer Zeit schon versuchen die Sojas, mit Hilfe der Einkaufsgenossenschaft Intersport einen Nachfolger für ihr Sportgeschäft mit seiner Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern zu finden. Doch es findet sich niemand. „Spätestens in zwei Jahren wollten wir aufhören“, sagt Hans-Jürgen Soja (74) und erzählt, dass der Nachfolger die gesamte Einrichtung kostenlos dazubekommen hätte. Trotzdem tat sich nichts. „Wir würden gern handeln, aber wie? Die Ungewissheit ist zermürbend“, ergänzt seine Frau Edda (70). Beiden ist anzumerken, dass sie sich den Start ins neue Jahr völlig anders vorgestellt hatten.

Weil die Kündigungsfrist ein Jahr beträgt, hat das Ehepaar im März vergangenen Jahres den Mietvertrag für das Geschäft am Markt 16 gekündigt. „Wir wollten Anfang Januar mit dem Räumungsverkauf starten“, sagt Edda Soja: „Aber wir dürfen nicht.“ Da das Geschäft bis zum 31. März geräumt sein muss, haben Sojas sich auch schon intensiv nach anderen Gewerbeimmobilien in Lübbecke umgesehen, die geeignet wären: „Es gibt hier zurzeit aber nichts Passendes. Wir planen von Monat zu Monat“, sagen die Geschäftsleute enttäuscht.

Dass sie einmal in so große Schwierigkeiten geraten könnten, so „in der Luft hängen“, wie Edda Soja sagt, hätten sie und ihr Mann nicht gedacht nach all den erfolgreichen Jahren in Lübbecke. „Und wir sind dem Standort Markt immer treu geblieben“, merkt Edda Soja an.

Begonnen haben die begeisterten Hobbysportler (Handball, Tennis, Ski, Marathon) ihre Selbstständigkeit am Markt 20, vor 45 Jahren zunächst auf bescheidenen 100 Quadratmetern. „Damals kamen die ersten Jogginganzüge heraus, und die Tennisschläger waren noch aus Holz“, erinnert die Chefin sich.

Und daran, dass ihr Mann einen Teil des heimischen Wohnzimmers zu einer Ski-Werkstatt hergerichtet hatte. „Zum Entsetzen meiner Frau“, weiß Hans-Jürgen Soja noch.

Fünf Jahre später zogen die beiden zum Markt 8 um, wo sich heute die Physiotherapie Novotergum befindet. Gleichzeitig vergrößerten sie ihre Verkaufsfläche – auch am jetzigen Standort, an den sie 1994 wechselten und den sie in etwa vier Wochen aufgeben. Gern erinnern sich Edda und Hans-Jürgen Soja an die herausragende Skirennläuferin Katja Seizinger: „Die wohnte in Lübbecke und hat bei uns ihre ersten Skier gekauft.“

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