NRW-Ministerin Scharrenbach zeichnet Lübbecker Projekt „Wohnen am Niedertor“ aus Klaus Frensing Lübbecke (nw). Viele ältere Menschen stehen vor der Herausforderung, für sich zu entscheiden, wie sie zukünftig leben wollen. Sie suchen eine Wohnung, die ihren Bedürfnissen entspricht und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Um ihnen eine Orientierung in dem großen Angebot altersgerechten Wohnens zu bieten, hat das „Kuratorium Betreutes Wohnen für ältere Menschen NRW“ ein Qualitätssiegel entwickelt. Kürzlich erhielt die GBSL Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lübbecke die Auszeichnung für ihr innovatives Objekt „Wohnen und Leben am Niedertor“. Urkunde und Siegel überreichten Alexander Rychter als Vorsitzender des Kuratoriums und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Für die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel sei die Einhaltung von Kriterien in vier Leistungsbereichen erforderlich, hob Alexander Rychter hervor. Diese Leistungsbereiche beschrieben die baulich-technische Ausstattung sowie die service- und vertragsbezogenen Leistungen und Bestimmungen. Wahlfreiheit hinsichtlich des Leistungsumfangs und der Dienstleistungserbringer sei ebenso garantiert wie eine faire und transparente Vertragsgestaltung, Gebäude und Wohnungen sollen die selbstständige Lebensführung unterstützen und die Wahrung der Privatsphäre gewährleisten. Die Wohnung soll möglichst zentral gelegen und in eine gute Infrastruktur eingebettet sein. GBSL-Vorstand Achim Grube und Architekt Dirk Stanczus stellten das Projekt vor, das 2015 „an den Start gegangen“ ist. „Nach einer langen Planungsphase“, wie Achim Grube betonte. „Unser Projekt auf dem Gelände einer ehemaligen Spedition wurde drei Jahre lang blockiert“, so Grube weiter. Vor allem gegen die Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen sei vehement ins Feld gezogen worden. Eine Tatsache, die bei Ina Scharrenbach auf Unverständnis stieß, könne doch jeder Mensch im Alter davon betroffen werden. Das Projekt „Wohnen und Leben am Niedertor“ im Zentrum von Lübbecke umfasst neben 26 barrierefreien und seniorengerechten Zwei bis Drei-Zimmer-Wohnungen des betreuten Wohnens auch eine Wohngruppe für demenzkranke Menschen. Das Grundstück des Projektes ist etwa 3.800 Quadratmeter groß und bietet einen großzügigen Außenbereich. Durch vielfältige Beratungs- und Betreuungsstrukturen, die den Bewohnern zur Verfügung stehen, werde eine selbstständige Lebensführung gefördert. Mit der PariSozial Minden-Lübbecke, die durch Prokurist Detlef Siebeking vertreten war, habe man einen starken Partner an seiner Seite, unterstrich Achim Grube. Außerdem nutzte Achim Grube die Gelegenheit, neben dem breit gefächerten Portfolio der GBSL kurz das neueste „zukunftsweisende“ Projekt der Baugenossenschaft vorzustellen. Das „Dorf im Dorf“ soll in Nettelstedt „urbanes, nachbarschaftliches und generationsübergreifendes Wohnen im ländlichen Raum“ ermöglichen. Die Projektidee der „Regionale 2022 – Das neue Stadt Land Quartier“ wurde bereits 2019 beim Kreis-Wettbewerb „Dörfer mit Ideen“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das Quartier biete bis zu 60 Wohneinheiten im alten Ortskern von Nettelstedt und soll unter der Überschrift „Jung und Alt wohnen gemeinsam – mitten im Dorf“ ein selbstbestimmtes Leben in einer aktiven Dorfgemeinschaft fördern. Das etwa 7.500 Quadratmeter umfassende Quartier mit Dorfplatz und Dorfcafé besteht aus einer Kombination von genossenschaftlichen Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Reihenhäusern, die sich um gemeinschaftlich genutzte Räume und Gärten gruppieren. Ein integriertes Pflegekonzept unterstütze die eigene Selbstständigkeit in allen Lebensphasen. Dazu zähle unter anderem eine Pflegewohngruppe und eine kleine ambulante Basisstation der Diakonie. Ganz wichtig sei das Dorfcafé, das von der Diakonie betrieben werde und als wohnortnaher Treffpunkt für alle Dorfbewohner dienen soll. „Ein Antrag auf eine 65-prozentige Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm 2021 für das Dorfcafé ist auf dem Weg“, sagte Achim Grube und bat die Ministerin um eine wohlwollende Prüfung. Man spüre derzeit noch eine gewisse Skepsis bei manchen Nettelstedtern, gestand Achim Grube. Doch würden im Moment Gespräche geführt, zeigte er sich zuversichtlich.

NRW-Ministerin Scharrenbach zeichnet Lübbecker Projekt „Wohnen am Niedertor“ aus

Alexander Rychter und Ina Scharrenbroich überreichten Achim Grube (von links) Urkunde und Qualitätssiegel. Foto: Klaus Frensing © Klaus Frensing

Lübbecke (nw). Viele ältere Menschen stehen vor der Herausforderung, für sich zu entscheiden, wie sie zukünftig leben wollen. Sie suchen eine Wohnung, die ihren Bedürfnissen entspricht und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Um ihnen eine Orientierung in dem großen Angebot altersgerechten Wohnens zu bieten, hat das „Kuratorium Betreutes Wohnen für ältere Menschen NRW“ ein Qualitätssiegel entwickelt.

Kürzlich erhielt die GBSL Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lübbecke die Auszeichnung für ihr innovatives Objekt „Wohnen und Leben am Niedertor“. Urkunde und Siegel überreichten Alexander Rychter als Vorsitzender des Kuratoriums und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Für die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel sei die Einhaltung von Kriterien in vier Leistungsbereichen erforderlich, hob Alexander Rychter hervor. Diese Leistungsbereiche beschrieben die baulich-technische Ausstattung sowie die service- und vertragsbezogenen Leistungen und Bestimmungen. Wahlfreiheit hinsichtlich des Leistungsumfangs und der Dienstleistungserbringer sei ebenso garantiert wie eine faire und transparente Vertragsgestaltung, Gebäude und Wohnungen sollen die selbstständige Lebensführung unterstützen und die Wahrung der Privatsphäre gewährleisten. Die Wohnung soll möglichst zentral gelegen und in eine gute Infrastruktur eingebettet sein.

GBSL-Vorstand Achim Grube und Architekt Dirk Stanczus stellten das Projekt vor, das 2015 „an den Start gegangen“ ist. „Nach einer langen Planungsphase“, wie Achim Grube betonte. „Unser Projekt auf dem Gelände einer ehemaligen Spedition wurde drei Jahre lang blockiert“, so Grube weiter. Vor allem gegen die Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen sei vehement ins Feld gezogen worden. Eine Tatsache, die bei Ina Scharrenbach auf Unverständnis stieß, könne doch jeder Mensch im Alter davon betroffen werden. Das Projekt „Wohnen und Leben am Niedertor“ im Zentrum von Lübbecke umfasst neben 26 barrierefreien und seniorengerechten Zwei bis Drei-Zimmer-Wohnungen des betreuten Wohnens auch eine Wohngruppe für demenzkranke Menschen.

Das Grundstück des Projektes ist etwa 3.800 Quadratmeter groß und bietet einen großzügigen Außenbereich. Durch vielfältige Beratungs- und Betreuungsstrukturen, die den Bewohnern zur Verfügung stehen, werde eine selbstständige Lebensführung gefördert. Mit der PariSozial Minden-Lübbecke, die durch Prokurist Detlef Siebeking vertreten war, habe man einen starken Partner an seiner Seite, unterstrich Achim Grube. Außerdem nutzte Achim Grube die Gelegenheit, neben dem breit gefächerten Portfolio der GBSL kurz das neueste „zukunftsweisende“ Projekt der Baugenossenschaft vorzustellen. Das „Dorf im Dorf“ soll in Nettelstedt „urbanes, nachbarschaftliches und generationsübergreifendes Wohnen im ländlichen Raum“ ermöglichen. Die Projektidee der „Regionale 2022 – Das neue Stadt Land Quartier“ wurde bereits 2019 beim Kreis-Wettbewerb „Dörfer mit Ideen“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Das Quartier biete bis zu 60 Wohneinheiten im alten Ortskern von Nettelstedt und soll unter der Überschrift „Jung und Alt wohnen gemeinsam – mitten im Dorf“ ein selbstbestimmtes Leben in einer aktiven Dorfgemeinschaft fördern. Das etwa 7.500 Quadratmeter umfassende Quartier mit Dorfplatz und Dorfcafé besteht aus einer Kombination von genossenschaftlichen Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Reihenhäusern, die sich um gemeinschaftlich genutzte Räume und Gärten gruppieren.

Ein integriertes Pflegekonzept unterstütze die eigene Selbstständigkeit in allen Lebensphasen. Dazu zähle unter anderem eine Pflegewohngruppe und eine kleine ambulante Basisstation der Diakonie. Ganz wichtig sei das Dorfcafé, das von der Diakonie betrieben werde und als wohnortnaher Treffpunkt für alle Dorfbewohner dienen soll. „Ein Antrag auf eine 65-prozentige Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm 2021 für das Dorfcafé ist auf dem Weg“, sagte Achim Grube und bat die Ministerin um eine wohlwollende Prüfung.

Man spüre derzeit noch eine gewisse Skepsis bei manchen Nettelstedtern, gestand Achim Grube. Doch würden im Moment Gespräche geführt, zeigte er sich zuversichtlich.

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