Lübbecke Mutiertes Coronavirus am Krankenhaus? Was bis jetzt bekannt ist Sandra Spieker Lübbecke/Berlin. Nach dem Corona-Ausbruch auf der internistischen Station 4 West am Lübbecker Krankenhaus lassen die Mühlenkreiskliniken derzeit wie berichtet in der renommierten Berliner Charité mit ihrem Chefvirologen Christian Drosten untersuchen, ob das Ausbruchsgeschehen möglicherweise auf die neue SARS-CoV-2-Variante aus England zurückzuführen ist. Die Ergebnisse der Virus-Proben lassen aber noch auf sich warten. Denn das Berliner Labor bekommt derzeit zahlreiche Proben aus dem gesamten Bundesgebiet, die auf die mutierte Virus-Variante untersucht werden, wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, mitteilte. Eine genaue Zeitangabe aus Berlin gibt es noch nicht. "Wir hoffen, dass wir die Ergebnisse nächste Woche bekommen", so Busse. Die Virus-Mutation, die erstmals im November 2020 im Südosten Englands auffiel, hat mittlerweile Gesundheitsbehörden in ganz Europa alarmiert, weil sie als wesentlich ansteckender eingestuft wird. Für die Abklärung, ob es sich am Lübbecker Krankenhaus möglicherweise um die gefürchtete Mutation handelt, muss das Virus sequenziert werden. Das sei ein sehr aufwendiges Verfahren, das nur spezielle Labore durchführen könnten, sagt Busse. An der Charité sitzt das Referenzlabor der Mühlenkreiskliniken. Durch das Sequenzierungsverfahren kann DNA entschlüsselt werden. Sehr aufwendiges Verfahren Damit die Mühlenkreiskliniken ein solches Verfahren auch im eigenen Hause durchführen können, wurde schon Ende vergangenen Jahres ein sogenannter Sequenzierer bestellt. Sprich: Ein spezielles Gerät, das die kleinsten Bauteile des Coronavirus entschlüsseln kann. Aber auch hier ist die Nachfrage erwartungsgemäß sehr hoch. Die Geräte werden sonst zum größten Teil in der Forschung, in der Medizin lediglich im Bereich der Onkologie, verwendet. Laut Busse ist die Lieferung des Geräts für Ende Februar angekündigt. Immer mehr Labore bereiten sich vor, denn in Deutschland soll mehr sequenziert werden, wöchentlich bis zu fünf Prozent der positiven Proben. Das Bundesgesundheitsministerium hat einen entsprechenden Entwurf für eine Verordnung erarbeitet. Das sei zu schaffen, teilte der Verein der akkreditieren Labore der Medizin (ALM) kürzlich mit. Die Daten sollen beim Robert-Koch-Institut (RKI) gesammelt werden. Das soll die Verfolgung von Mutationen verbessern.
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Mutiertes Coronavirus am Krankenhaus? Was bis jetzt bekannt ist

Im Krankenhaus Lübbecke hatte es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. © Heike von Schulz

Lübbecke/Berlin. Nach dem Corona-Ausbruch auf der internistischen Station 4 West am Lübbecker Krankenhaus lassen die Mühlenkreiskliniken derzeit wie berichtet in der renommierten Berliner Charité mit ihrem Chefvirologen Christian Drosten untersuchen, ob das Ausbruchsgeschehen möglicherweise auf die neue SARS-CoV-2-Variante aus England zurückzuführen ist.

Die Ergebnisse der Virus-Proben lassen aber noch auf sich warten. Denn das Berliner Labor bekommt derzeit zahlreiche Proben aus dem gesamten Bundesgebiet, die auf die mutierte Virus-Variante untersucht werden, wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken, mitteilte. Eine genaue Zeitangabe aus Berlin gibt es noch nicht. "Wir hoffen, dass wir die Ergebnisse nächste Woche bekommen", so Busse.

Die Virus-Mutation, die erstmals im November 2020 im Südosten Englands auffiel, hat mittlerweile Gesundheitsbehörden in ganz Europa alarmiert, weil sie als wesentlich ansteckender eingestuft wird. Für die Abklärung, ob es sich am Lübbecker Krankenhaus möglicherweise um die gefürchtete Mutation handelt, muss das Virus sequenziert werden. Das sei ein sehr aufwendiges Verfahren, das nur spezielle Labore durchführen könnten, sagt Busse. An der Charité sitzt das Referenzlabor der Mühlenkreiskliniken. Durch das Sequenzierungsverfahren kann DNA entschlüsselt werden.

Sehr aufwendiges Verfahren

Damit die Mühlenkreiskliniken ein solches Verfahren auch im eigenen Hause durchführen können, wurde schon Ende vergangenen Jahres ein sogenannter Sequenzierer bestellt. Sprich: Ein spezielles Gerät, das die kleinsten Bauteile des Coronavirus entschlüsseln kann. Aber auch hier ist die Nachfrage erwartungsgemäß sehr hoch. Die Geräte werden sonst zum größten Teil in der Forschung, in der Medizin lediglich im Bereich der Onkologie, verwendet. Laut Busse ist die Lieferung des Geräts für Ende Februar angekündigt.

Immer mehr Labore bereiten sich vor, denn in Deutschland soll mehr sequenziert werden, wöchentlich bis zu fünf Prozent der positiven Proben. Das Bundesgesundheitsministerium hat einen entsprechenden Entwurf für eine Verordnung erarbeitet.

Das sei zu schaffen, teilte der Verein der akkreditieren Labore der Medizin (ALM) kürzlich mit. Die Daten sollen beim Robert-Koch-Institut (RKI) gesammelt werden. Das soll die Verfolgung von Mutationen verbessern.

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