Mutiertes Coronavirus? Charité untersucht Proben aus Lübbecker Krankenhaus Lübbecke. Ein massiver Corona-Ausbruch mit 23 Infizierten auf der internistischen Station 4 West am Lübbecker Krankenhaus war am Freitag gemeldet worden. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK), sagte, waren 16 der 28 auf der Station befindlichen Patienten und sieben Mitarbeiter in einer Reihentestung positiv auf den Erreger getestet worden. Das Institut für Krankenhaushygiene der MKK stehe wegen der hohen Infektions-Rate auf der Station in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises und lasse in der renommierten Berliner Charité mit ihrem Chefvirologen Christian Drosten untersuchen, ob das Ausbruchsgeschehen möglicherweise auf die neue SARS-CoV-2-Variante aus England zurückzuführen ist. Die Virus-Mutation, die erstmals im November 2020 im Südosten Englands auffiel, hat mittlerweile Gesundheitsbehörden in ganz Europa alarmiert, weil sie als wesentlich ansteckender eingestuft wird. Für die Abklärung, ob es sich am Lübbecker Krankenhaus möglicherweise um die gefürchtete Mutation handelt, muss das Virus sequenziert werden. Das sei ein sehr aufwendiges Verfahren, das nur spezielle Labore durchführen könnten, sagt Busse. Durch das Sequenzierungsverfahren kann DNA entschlüsselt werden. Ergebnisse kommen in dieser Woche Auch das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ) in Bad Oeynhausen verfügt nach Auskunft von Busse über das Verfahren genetische Bausteine zu sequenzieren, allerdings um genetisch bedingten Herzerkrankungen auf die Spur zu kommen. In Bezug auf das Coronavirus sei die Berliner Charité das Referenzlabor der Mühlenkreiskliniken. Busse geht davon aus, dass die Untersuchungsergebnisse der Rachenabstriche im Laufe dieser Woche eintreffen werden. Infektionen auf den Nachbarstationen im Lübbecker Krankenhaus seien bislang nicht festgestellt worden. Die internistische Station 4 West wurde vorsorglich geschlossen. Die Patienten seien ins Johannes-Wesling Klinikum (JWK) nach Minden verlegt worden. Das Personal der Station befinde sich in Quarantäne. Eine Verlegung der Patienten ans Mindener Klinikum sei notwendig gewesen, weil es sonst mit der Versorgung hätte schwierig werden können. Busse: "Das wäre sonst bereits die zweite Isolierstation in Lübbecke." Eine Isolierstation sei bereits für Patienten, die wegen anderer Erkrankungen in Lübbecke Krankenhaus liegen und positiv auf das Corona-Virus getestet werden, eingerichtet worden.

Mutiertes Coronavirus? Charité untersucht Proben aus Lübbecker Krankenhaus

Im Krankenhaus Lübbecke hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. © Heike von Schulz

Lübbecke. Ein massiver Corona-Ausbruch mit 23 Infizierten auf der internistischen Station 4 West am Lübbecker Krankenhaus war am Freitag gemeldet worden. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK), sagte, waren 16 der 28 auf der Station befindlichen Patienten und sieben Mitarbeiter in einer Reihentestung positiv auf den Erreger getestet worden. Das Institut für Krankenhaushygiene der MKK stehe wegen der hohen Infektions-Rate auf der Station in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises und lasse in der renommierten Berliner Charité mit ihrem Chefvirologen Christian Drosten untersuchen, ob das Ausbruchsgeschehen möglicherweise auf die neue SARS-CoV-2-Variante aus England zurückzuführen ist.

Die Virus-Mutation, die erstmals im November 2020 im Südosten Englands auffiel, hat mittlerweile Gesundheitsbehörden in ganz Europa alarmiert, weil sie als wesentlich ansteckender eingestuft wird. Für die Abklärung, ob es sich am Lübbecker Krankenhaus möglicherweise um die gefürchtete Mutation handelt, muss das Virus sequenziert werden. Das sei ein sehr aufwendiges Verfahren, das nur spezielle Labore durchführen könnten, sagt Busse. Durch das Sequenzierungsverfahren kann DNA entschlüsselt werden.

Ergebnisse kommen in dieser Woche

Auch das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ) in Bad Oeynhausen verfügt nach Auskunft von Busse über das Verfahren genetische Bausteine zu sequenzieren, allerdings um genetisch bedingten Herzerkrankungen auf die Spur zu kommen. In Bezug auf das Coronavirus sei die Berliner Charité das Referenzlabor der Mühlenkreiskliniken. Busse geht davon aus, dass die Untersuchungsergebnisse der Rachenabstriche im Laufe dieser Woche eintreffen werden.

Infektionen auf den Nachbarstationen im Lübbecker Krankenhaus seien bislang nicht festgestellt worden. Die internistische Station 4 West wurde vorsorglich geschlossen. Die Patienten seien ins Johannes-Wesling Klinikum (JWK) nach Minden verlegt worden. Das Personal der Station befinde sich in Quarantäne. Eine Verlegung der Patienten ans Mindener Klinikum sei notwendig gewesen, weil es sonst mit der Versorgung hätte schwierig werden können. Busse: "Das wäre sonst bereits die zweite Isolierstation in Lübbecke." Eine Isolierstation sei bereits für Patienten, die wegen anderer Erkrankungen in Lübbecke Krankenhaus liegen und positiv auf das Corona-Virus getestet werden, eingerichtet worden.

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