Mehrere hundert Teilnehmer bei Großdemonstration gegen Job-Abbau bei ZF Joern Spreen-Ledebur Stemwede/Diepholz (nw). Der Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau bei der ZF Friedrichshafen AG in der Dümmer-Region wächst: Hunderte Menschen waren gestern in Diepholz bei einer Kundgebung mit Autokorso der Gewerkschaft IG Metall dabei. An ihrer Seite standen auch Delegationen aus anderen ZF-Standorten, darunter Siegen-Kreuztal, Hannover und Bielefeld. Die Demonstranten forderten von der Konzernspitze den Erhalt der Arbeitsplätze und Perspektiven für die Werke in der Dümmer-Region. ZF, ein bedeutender Zulieferer der Automobil-Industrie, will vor dem Hintergrund des Wandels in der Autoindustrie und der E-Mobilität seine Werke in der Dümmer-Region umstrukturieren. Das Werk in Damme wird Ende 2023 geschlossen. Das „Electronic Interfaces“-Werk (Produktlinie Schaltung) mit seinen 500 Mitarbeitern will ZF verkaufen. Gegenüber der Redaktion hatte ZF den Abbau von Arbeitsplätzen bestätigt, aber keine Zahl genannt. Voriges Jahr hatte die Konzernspitze in Friedrichshafen angekündigt, weltweit 15.000 der insgesamt 165.000 Stellen abzubauen. Die Hälfte soll in Deutschland gestrichen werden. Friedrich Hartmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall, und sein Stellvertreter und Betriebsrats-Vize Stefan Brandt befürchten den Verlust von etwa 1.000 Jobs. Das wäre fast jeder dritte der bislang etwa 3.300 Jobs in der Dümmer-Region. Größter Standort ist Dielingen. Hier ist die Nutzfahrzeug-Sparte aktiv, hier hat die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik ihr weltweites Hauptquartier und betreibt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Inklusive 150 Azubis arbeiten am Standort Dielingen insgesamt 2.100 Menschen für ZF, sagte Brandt. Für das Jahr 2023 sehe die Stellenplanung von ZF in der Dümmer-Region 500 bis 600 Stellen weniger vor. In Dielingen sollten davon 150 Stellen entfallen. Stefan Brand und Friedrich Hartmann erinnerten an die Schließung des Werkes in Damme. Hier sind derzeit 350 Mitarbeiter tätig. ZF gebe den Mitarbeitern, die nicht in Altersteilzeit gehen, keine Perspektive, kritisieren die Gewerkschafter. In Damme hatte der chinesische TMT-Konzert 2013 Boge Elastmetall von der ZF AG gekauft. Scharfe Kritik der Gewerkschaft gibt es auch wegen des geplanten Verkaufs der Schaltungssysteme. Die Gewerkschaft ist der Überzeugung, neue Technologien sollten in Diepholz entwickelt werden – anstatt das Werk zu verkaufen. Die Ankündigung des Verkaufs sei bei den Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Konzernleitung eingeschlagen wie eine Bombe, sagten Brandt und Hartmann. Nun müsse die ZF-Leitung erst einmal Vertrauen zurückgewinnen. Hartmann: „Wir lassen uns nicht in die Irre führen.“ Die Demo mit Autokorso, an der sich mehrere 100 Menschen beteiligten, sei nach Angaben Hartmanns ein Zeichen, dass die Region sich die ZF-Pläne nicht gefallen lasse. „Es geht nicht nur um Jobs. Es geht um Menschen, Familien, Betriebe und Kaufkraft in der Region.“

Mehrere hundert Teilnehmer bei Großdemonstration gegen Job-Abbau bei ZF

Hunderte Menschen protestierten auf dem Marktplatz in Diepholz gegen den geplanten Stellenabbau bei ZF in der Dümmer-Region. Foto: Joern Spreen-Ledebur © Joern Spreen-Ledebur

Stemwede/Diepholz (nw). Der Widerstand gegen den geplanten Stellenabbau bei der ZF Friedrichshafen AG in der Dümmer-Region wächst: Hunderte Menschen waren gestern in Diepholz bei einer Kundgebung mit Autokorso der Gewerkschaft IG Metall dabei. An ihrer Seite standen auch Delegationen aus anderen ZF-Standorten, darunter Siegen-Kreuztal, Hannover und Bielefeld. Die Demonstranten forderten von der Konzernspitze den Erhalt der Arbeitsplätze und Perspektiven für die Werke in der Dümmer-Region.

ZF, ein bedeutender Zulieferer der Automobil-Industrie, will vor dem Hintergrund des Wandels in der Autoindustrie und der E-Mobilität seine Werke in der Dümmer-Region umstrukturieren. Das Werk in Damme wird Ende 2023 geschlossen.

Das „Electronic Interfaces“-Werk (Produktlinie Schaltung) mit seinen 500 Mitarbeitern will ZF verkaufen. Gegenüber der Redaktion hatte ZF den Abbau von Arbeitsplätzen bestätigt, aber keine Zahl genannt. Voriges Jahr hatte die Konzernspitze in Friedrichshafen angekündigt, weltweit 15.000 der insgesamt 165.000 Stellen abzubauen. Die Hälfte soll in Deutschland gestrichen werden.

Friedrich Hartmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall, und sein Stellvertreter und Betriebsrats-Vize Stefan Brandt befürchten den Verlust von etwa 1.000 Jobs. Das wäre fast jeder dritte der bislang etwa 3.300 Jobs in der Dümmer-Region.

Größter Standort ist Dielingen. Hier ist die Nutzfahrzeug-Sparte aktiv, hier hat die ZF-Division Pkw-Fahrwerktechnik ihr weltweites Hauptquartier und betreibt ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Inklusive 150 Azubis arbeiten am Standort Dielingen insgesamt 2.100 Menschen für ZF, sagte Brandt. Für das Jahr 2023 sehe die Stellenplanung von ZF in der Dümmer-Region 500 bis 600 Stellen weniger vor. In Dielingen sollten davon 150 Stellen entfallen.

Stefan Brand und Friedrich Hartmann erinnerten an die Schließung des Werkes in Damme. Hier sind derzeit 350 Mitarbeiter tätig. ZF gebe den Mitarbeitern, die nicht in Altersteilzeit gehen, keine Perspektive, kritisieren die Gewerkschafter. In Damme hatte der chinesische TMT-Konzert 2013 Boge Elastmetall von der ZF AG gekauft.

Scharfe Kritik der Gewerkschaft gibt es auch wegen des geplanten Verkaufs der Schaltungssysteme. Die Gewerkschaft ist der Überzeugung, neue Technologien sollten in Diepholz entwickelt werden – anstatt das Werk zu verkaufen. Die Ankündigung des Verkaufs sei bei den Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Konzernleitung eingeschlagen wie eine Bombe, sagten Brandt und Hartmann. Nun müsse die ZF-Leitung erst einmal Vertrauen zurückgewinnen. Hartmann: „Wir lassen uns nicht in die Irre führen.“

Die Demo mit Autokorso, an der sich mehrere 100 Menschen beteiligten, sei nach Angaben Hartmanns ein Zeichen, dass die Region sich die ZF-Pläne nicht gefallen lasse. „Es geht nicht nur um Jobs. Es geht um Menschen, Familien, Betriebe und Kaufkraft in der Region.“

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