Medizinfakultät als Privatsache Ärztekammerpräsident sucht Unterstützer Von Jens Möller und Bernhard Hänel Detmold/Bielefeld (nw). Der Druck für die Gründung einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen wächst. Sollte das Land nicht bis Ende des Jahres konkrete Schritte eingeleitet haben, stünden Sponsoren für die Finanzierung einer privaten Medizinfakultät in Bielefeld bereit, sagte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, im Regionalrat in Detmold. "Ich werde das auch mit privaten Mitteln hinkriegen", sagte Windhorst den erstaunten Regionalpolitikern. Es gebe eine Privatinitiative. "Dahinter steht jemand, der es ernst meint", konkretisierte Windhorst seine Äußerung gegenüber der Neuen Westfälischen. Ende des Jahres werde "das Gestalt annehmen, wenn vom Land nichts kommt". Nach Informationen der Zeitung organisiert der Unternehmer Bernhard von Schubert den potenten Sponsorenring. Er verfügt über hervorragende Kontakte zu finanzstarken Unternehmerpersönlichkeiten in Ostwestfalen-Lippe.Die Landesregierung plant bislang lediglich eine Kooperation der Bielefelder Universität mit der Medizinfakultät der Uni Bochum. Dort soll die Zahl der Studienplätze für angehende Mediziner um 60 aufgestockt werden. Deren praktische Ausbildung im Rahmen des "Bochumer Modells" soll in ostwestfälischen Kliniken erfolgen. Geschätzte Kosten: 2,5 Millionen Euro an Investitionen, dazu fortlaufend 15 Millionen Euro jährlich.Die Kosten einer medizinischen Vollfakultät beliefen sich auf 140 Millionen Euro Investitionskosten und weitere 45 Millionen Euro jährlich für den laufenden Betrieb. Im Regionalrat in Detmold verabschiedeten die Fraktionen einstimmig einen Appell an die Landesregierung in Düsseldorf, im Haushalt die Mittel für die Gründung einer medizinischen Fakultät in Bielefeld bereitzustellen. Auf Betreiben der Grünen wurde einmütig ein Passus ergänzt, der auch "die Verantwortung des Bundes" betone, wie die Grünen-Abgeordnete Helga Lange sagte.Die Kosten für ein Studium an einer privaten Medizin-Uni schätzt Windhorst auf 6000 Euro pro Semester. Leider sei dies ein "Studieren übers Portemonnaie".Windhorst befürwortet daher weiterhin eine Lösung an der Uni Bielefeld.Vertreter der Regierungsparteien reagierten verärgert über den Vorstoß. Der Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht sprach von einem "gewagten Unterfangen. Solche Aktivitäten sind nicht förderlich." Sigrid Beer, Grünen-Abgeordnete aus Paderborn und Fraktionsgeschäftsführerin, warnte vor Alleingängen.

Medizinfakultät als Privatsache

Detmold/Bielefeld (nw). Der Druck für die Gründung einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen wächst. Sollte das Land nicht bis Ende des Jahres konkrete Schritte eingeleitet haben, stünden Sponsoren für die Finanzierung einer privaten Medizinfakultät in Bielefeld bereit, sagte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, im Regionalrat in Detmold.

"Ich werde das auch mit privaten Mitteln hinkriegen", sagte Windhorst den erstaunten Regionalpolitikern. Es gebe eine Privatinitiative. "Dahinter steht jemand, der es ernst meint", konkretisierte Windhorst seine Äußerung gegenüber der Neuen Westfälischen. Ende des Jahres werde "das Gestalt annehmen, wenn vom Land nichts kommt". Nach Informationen der Zeitung organisiert der Unternehmer Bernhard von Schubert den potenten Sponsorenring. Er verfügt über hervorragende Kontakte zu finanzstarken Unternehmerpersönlichkeiten in Ostwestfalen-Lippe.

Die Landesregierung plant bislang lediglich eine Kooperation der Bielefelder Universität mit der Medizinfakultät der Uni Bochum. Dort soll die Zahl der Studienplätze für angehende Mediziner um 60 aufgestockt werden. Deren praktische Ausbildung im Rahmen des "Bochumer Modells" soll in ostwestfälischen Kliniken erfolgen. Geschätzte Kosten: 2,5 Millionen Euro an Investitionen, dazu fortlaufend 15 Millionen Euro jährlich.

Die Kosten einer medizinischen Vollfakultät beliefen sich auf 140 Millionen Euro Investitionskosten und weitere 45 Millionen Euro jährlich für den laufenden Betrieb. Im Regionalrat in Detmold verabschiedeten die Fraktionen einstimmig einen Appell an die Landesregierung in Düsseldorf, im Haushalt die Mittel für die Gründung einer medizinischen Fakultät in Bielefeld bereitzustellen. Auf Betreiben der Grünen wurde einmütig ein Passus ergänzt, der auch "die Verantwortung des Bundes" betone, wie die Grünen-Abgeordnete Helga Lange sagte.

Die Kosten für ein Studium an einer privaten Medizin-Uni schätzt Windhorst auf 6000 Euro pro Semester. Leider sei dies ein "Studieren übers Portemonnaie".

Windhorst befürwortet daher weiterhin eine Lösung an der Uni Bielefeld.

Vertreter der Regierungsparteien reagierten verärgert über den Vorstoß. Der Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete Günter Garbrecht sprach von einem "gewagten Unterfangen. Solche Aktivitäten sind nicht förderlich." Sigrid Beer, Grünen-Abgeordnete aus Paderborn und Fraktionsgeschäftsführerin, warnte vor Alleingängen.

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