Lübbecker Realschule wird zweite Notunterkunft des Kreises Monika Jäger Minden/Lübbecke (mt/mob). Schulfrei haben jetzt zwei Tage lang die Kinder der Lübbecker Jahn-Realschule. Bis zum Wochenende wird in dem Gebäude eine weitere Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. 300 Menschen sollen hier unterkommen. Der Unterricht für die Jungen und Mädchen geht ab nächster Woche in der Pestalozzi-Schule weiter. Der Schulbetrieb an der Jahn-Realschule soll bis Ende 2017 auslaufen - seit 2011 werden keine Kinder mehr in die fünfte Jahrgangsstufe aufgenommen. Zur Zeit besuchen noch 150 Kinder die Schule.Der Kreis Minden-Lübbecke nimmt die 300 Flüchtlinge zum Wochenende im Auftrag der Bezirksregierung Detmold auf, um Obdachlosigkeit zu verhindern. Bereits seit vergangener Woche seien eine ganze Reihe von möglichen Unterkünften im Kreisgebiet geprüft worden, teilt die Pressestelle mit. Jetzt habe man sich mit der Stadt Lübbecke darauf verständigt, dass die Jahn-Realschule kurzfristig Notunterkunft des Kreises Minden-Lübbecke wird. Die 300 Flüchtlinge werden im Laufe des Wochenendes erwartet. „Die sofortige Einrichtung der Notunterkunft verhindert, dass diese Menschen ansonsten obdachlos sein würden“, betont die Vertreterin der Kreisverwaltung. Da die Jahn-Realschule bis zum Wochenende zügig für die neue Nutzung hergerichtet werden muss, kann in den Räumen ab sofort kein Unterricht mehr stattfinden. Am Donnerstag und am Freitag entfällt der Unterricht. Die Eltern wurden informiert. Kreis und Stadt Lübbecke haben zudem alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die am Mittwoch, 23. September, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Lübbecke beginnt. Für die Eltern wird es darüber hinaus eine gesonderte Informationsveranstaltung am Dienstag, 22. September, um 19.30 Uhr geben. „Wir leisten mit dieser weiteren Notunterkunft angesichts der bundesweiten Entwicklung unseren Beitrag zu einer Unterbringung der großen Zahl von Flüchtlingen“, so Landrat Dr. Ralf Niermann. „Auch wenn unsere Kapazitäten hier im Kreisgebiet sicher begrenzt sind und sich nicht mit den Möglichkeiten einiger anderer Regionen vergleichen lassen, ist unser Ziel, den Menschen hier im Kreis Unterkünfte zu bieten, in denen sie Schutz und Sicherheit finden können.“ Kreisdirektorin Cornelia Schöder als Leiterin des Stabes für Flüchtlingsfragen ergänzt: .„Anders als im bereits leer stehenden Bürogebäude in Veltheim ist es hier für uns von großer Bedeutung, dass wir diesen Schritt zur Einrichtung der Notunterkunft eng mit den direkt Betroffenen absprechen.“ Alle Beteiligten begrüßten sehr, dass es bereits positive Signale zu enger Absprache mit Eltern und Lehrern gegeben habe. „Unseren Einsatzkräften macht es sehr viel Mut, wenn sie sehen, dass ihre Arbeit breite Unterstützung aus der Bevölkerung erfährt“, sagt Niermann. „Wir stehen alle vor keiner leichten Aufgabe - umso mehr danke ich allen, die uns hier unterstützen.“ Auch in Minden werden unterdessen weitere Möglichkeiten zur Unterbringung geprüft - für den Fall, dass weitere Amtshilfeersuchen an die Stadt herangetragen werden. Während die Kreisverwaltung in den kleineren Städten und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke nach Unterbringungsmöglichkeiten sucht, wird Minden jeweils direkt von der Bezirksregierung angesprochen. Bisher gebe es jedoch keine entsprechenden weiteren Anfragen, so Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz auf MT-Anfrage. Der Ausbruch von Windpocken in der Mindener Einrichtung ist inzwischen eingedämmt; die betroffene Familie sei nicht mehr ansteckend, außer dem bestätigten zweiten Verdachtsfall habe es keine weiteren Erkrankungen gegeben. Die Familie sei auch wieder in die Flüchtlingsunterkunft zurück gekehrt. Alle Kinder in der Einrichtung in Häverstädt wurden inzwischen von einer Ärztin auf Windpocken untersucht. Flyer in mehreren Sprachen wurden ebenfalls verteilt, um die Familien zu informieren. Alle Einrichtungen haben damit zu kämpfen, dass der Markt für Wohn- und Duschcontainer, Toilettenwagen und Betten leer gefegt ist. Auch Sicherheitsdienste und hauptamtliche Hilfskräfte seien kaum noch zu bekommen. Würde in Minden die Bundeswehr um Hilfe gebeten, dann ginge dieses Ersuchen von der Bezirksregierung aus. Indirekt helfen die Pioniere allerdings schon längst: Sie stellen ihre Sporthalle für den Schulsport der Käthe-Kollwitz-Schule zur Verfügung.

Lübbecker Realschule wird zweite Notunterkunft des Kreises

Demnächst Heimstätte für Flüchtlinge: Die Mensa der Jahn-Realschule in Lübbecke. © Foto: Tyler Larkin

Minden/Lübbecke (mt/mob). Schulfrei haben jetzt zwei Tage lang die Kinder der Lübbecker Jahn-Realschule. Bis zum Wochenende wird in dem Gebäude eine weitere Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. 300 Menschen sollen hier unterkommen. Der Unterricht für die Jungen und Mädchen geht ab nächster Woche in der Pestalozzi-Schule weiter. Der Schulbetrieb an der Jahn-Realschule soll bis Ende 2017 auslaufen - seit 2011 werden keine Kinder mehr in die fünfte Jahrgangsstufe aufgenommen. Zur Zeit besuchen noch 150 Kinder die Schule.

Der Kreis Minden-Lübbecke nimmt die 300 Flüchtlinge zum Wochenende im Auftrag der Bezirksregierung Detmold auf, um Obdachlosigkeit zu verhindern. Bereits seit vergangener Woche seien eine ganze Reihe von möglichen Unterkünften im Kreisgebiet geprüft worden, teilt die Pressestelle mit. Jetzt habe man sich mit der Stadt Lübbecke darauf verständigt, dass die Jahn-Realschule kurzfristig Notunterkunft des Kreises Minden-Lübbecke wird. Die 300 Flüchtlinge werden im Laufe des Wochenendes erwartet.

„Die sofortige Einrichtung der Notunterkunft verhindert, dass diese Menschen ansonsten obdachlos sein würden“, betont die Vertreterin der Kreisverwaltung. Da die Jahn-Realschule bis zum Wochenende zügig für die neue Nutzung hergerichtet werden muss, kann in den Räumen ab sofort kein Unterricht mehr stattfinden. Am Donnerstag und am Freitag entfällt der Unterricht. Die Eltern wurden informiert. Kreis und Stadt Lübbecke haben zudem alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die am Mittwoch, 23. September, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Lübbecke beginnt. Für die Eltern wird es darüber hinaus eine gesonderte Informationsveranstaltung am Dienstag, 22. September, um 19.30 Uhr geben.

 „Wir leisten mit dieser weiteren Notunterkunft angesichts der bundesweiten Entwicklung unseren Beitrag zu einer Unterbringung der großen Zahl von Flüchtlingen“, so Landrat Dr. Ralf Niermann. „Auch wenn unsere Kapazitäten hier im Kreisgebiet sicher begrenzt sind und sich nicht mit den Möglichkeiten einiger anderer Regionen vergleichen lassen, ist unser Ziel, den Menschen hier im Kreis Unterkünfte zu bieten, in denen sie Schutz und Sicherheit finden können.“

Kreisdirektorin Cornelia Schöder als Leiterin des Stabes für Flüchtlingsfragen ergänzt: .„Anders als im bereits leer stehenden Bürogebäude in Veltheim ist es hier für uns von großer Bedeutung, dass wir diesen Schritt zur Einrichtung der Notunterkunft eng mit den direkt Betroffenen absprechen.“ Alle Beteiligten begrüßten sehr, dass es bereits positive Signale zu enger Absprache mit Eltern und Lehrern gegeben habe. „Unseren Einsatzkräften macht es sehr viel Mut, wenn sie sehen, dass ihre Arbeit breite Unterstützung aus der Bevölkerung erfährt“, sagt Niermann. „Wir stehen alle vor keiner leichten Aufgabe - umso mehr danke ich allen, die uns hier unterstützen.“

Auch in Minden werden unterdessen weitere Möglichkeiten zur Unterbringung geprüft - für den Fall, dass weitere Amtshilfeersuchen an die Stadt herangetragen werden. Während die Kreisverwaltung in den kleineren Städten und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke nach Unterbringungsmöglichkeiten sucht, wird Minden jeweils direkt von der Bezirksregierung angesprochen. Bisher gebe es jedoch keine entsprechenden weiteren Anfragen, so Stadt-Pressesprecherin Susann Lewerenz auf MT-Anfrage.

Der Ausbruch von Windpocken in der Mindener Einrichtung ist inzwischen eingedämmt; die betroffene Familie sei nicht mehr ansteckend, außer dem bestätigten zweiten Verdachtsfall habe es keine weiteren Erkrankungen gegeben. Die Familie sei auch wieder in die Flüchtlingsunterkunft zurück gekehrt. Alle Kinder in der Einrichtung in Häverstädt wurden inzwischen von einer Ärztin auf Windpocken untersucht. Flyer in mehreren Sprachen wurden ebenfalls verteilt, um die Familien zu informieren.

Alle Einrichtungen haben damit zu kämpfen, dass der Markt für Wohn- und Duschcontainer, Toilettenwagen und Betten leer gefegt ist. Auch Sicherheitsdienste und hauptamtliche Hilfskräfte seien kaum noch zu bekommen. Würde in Minden die Bundeswehr um Hilfe gebeten, dann ginge dieses Ersuchen von der Bezirksregierung aus. Indirekt helfen die Pioniere allerdings schon längst: Sie stellen ihre Sporthalle für den Schulsport der Käthe-Kollwitz-Schule zur Verfügung.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales