Gütersloh Lockdown im Kreis Gütersloh: "Gute Chancen, dass am Dienstag alles vorbei ist" Christian Geisler Gütersloh. In den sechs verschiedenen Testzentren im Kreis Gütersloh fielen bis Samstagnachmittag neun von 4.140 Testergebnissen positiv aus. "Würde man die Menschen in anderen Landkreises überprüfen, sehe das Resultat wahrscheinlich nicht anders aus", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei seinem Besuch des Drive-In-Testzentrums auf dem Gütersloher Flughafengelände an der Marienfelder Straße. Die Infektionszahlen wolle er nicht abschließend bewerten, schon gar nicht eine Tendenz abgeben, inwieweit der verhängte Lockdown im Kreisgebiet nach dem 30. Juni zurückgenommen werden könnte. Das übernahm dann Landrat Sven-Georg Adenauer: "Halten sich alle weiter an die Vorgaben, sehe ich gute Chancen, dass am Dienstag alles vorbei ist." Gleichzeitig appellierte er an die "Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein" der Bevölkerung im Kreisgebiet. Bevor eine Entscheidung über mögliche Lockerungen getroffen wird, so Laumann, tagt am Dienstag das Kabinett im Düsseldorfer Landtag. "In Absprache mit dem Landrat beraten wir dort, ob der Kreis Gütersloh weiter Auflagen benötigt. Das will ich heute nicht beurteilen. Wir haben die Zahlen im Blick." Bis dahin würden Gespräche mit Virologen geführt werden. Wichtig sei die Sicherheit darüber, dass das Virus Covid-19 von den Tönnies-Mitarbeitern nicht auf die übrige Bevölkerung übergesprungen ist. Es werde eine "verantwortungsbewusste Entscheidung" getroffen. Sowohl Laumann als auch Adenauer betonten die Unberechenbarkeit des Virus. Das Infektionsgeschehen im Schlachthof Tönnies zeige, dass die Bevölkerung nicht fahrlässig werden dürfe und noch immer gewaltige Infektionsketten möglich sind. Karl-Josef Laumann bezeichnete die Massentestungen im Kreis Gütersloh als "größte Testung, die in einem Landkreis in Deutschland jemals durchgeführt worden ist." Er lobte alle beteiligten Hilfsorganisationen, die Feuerwehr und auch die Bundeswehr. Den Helfern sei es gelungen "die Problematik beherrschbar zu halten." Er ergänzte: "Die Menschen dürfen ruhig sehen, dass der Staat aktuell auf allen Ebenen funktioniert." Laumann betonte, dass er vom massenhaften Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück "angefasst" ist. Schutzmaßnahmen seien ignoriert worden, sagte er vor laufenden Fernsehkameras. "Woran das liegt, muss aufgearbeitet werden." Fehlende Abstände oder eine eingeschränkte Entlüftungen seien mögliche Ursachen, auch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Er betonte: "Wann der Schlachthof wieder eröffnet wird, entscheidet mit Sicherheit nicht Tönnies." Zur Corona-Reiseverordnung für den Kreis Gütersloh wollte der NRW-Gesundheitsminister keine Stellung beziehen. "Das möchte ich nicht kommentieren", sagte Laumann. Nichtsdestotrotz wolle er das Wort Stigmatisierung der Gütersloher Bevölkerung in dem Zusammenhang vermeiden. "Dass die Menschen das so empfinden, kann ich verstehen." Während seines Rundgangs durch das Testzentrum auf dem Flughafengelände wurde der NRW-Gesundheitsminister nicht nur von Landrat Adenauer und Landtagspräsident André Kuper begleitet. Oberstabsärztin Andrea Herwig übernahm die Führung und erklärte Laumann alle Abläufe. "Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause", so Laumann. "Alle Beteiligten strahlen Kompetenz aus. Das ist ein gutes Angebot für die Bürger." Nach seinem Besuch im Kreis Gütersloh, fuhr Laumann weiter zu einem vergleichbaren Termin im Kreis Warendorf.
Gütersloh

Lockdown im Kreis Gütersloh: "Gute Chancen, dass am Dienstag alles vorbei ist"

NRW-Gesundheitsminitser Karl-Josef Laumann (Mitte) sucht auf dem Flughafengelände in Gütersloh das Gespräch mit Landrat Sven-Georg Adenauer. Im Hintergrund ist Landtagspräsident André Kuper zu sehen. © Andreas Frücht

Gütersloh. In den sechs verschiedenen Testzentren im Kreis Gütersloh fielen bis Samstagnachmittag neun von 4.140 Testergebnissen positiv aus. "Würde man die Menschen in anderen Landkreises überprüfen, sehe das Resultat wahrscheinlich nicht anders aus", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei seinem Besuch des Drive-In-Testzentrums auf dem Gütersloher Flughafengelände an der Marienfelder Straße.

Die Infektionszahlen wolle er nicht abschließend bewerten, schon gar nicht eine Tendenz abgeben, inwieweit der verhängte Lockdown im Kreisgebiet nach dem 30. Juni zurückgenommen werden könnte. Das übernahm dann Landrat Sven-Georg Adenauer: "Halten sich alle weiter an die Vorgaben, sehe ich gute Chancen, dass am Dienstag alles vorbei ist." Gleichzeitig appellierte er an die "Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein" der Bevölkerung im Kreisgebiet.

Bevor eine Entscheidung über mögliche Lockerungen getroffen wird, so Laumann, tagt am Dienstag das Kabinett im Düsseldorfer Landtag. "In Absprache mit dem Landrat beraten wir dort, ob der Kreis Gütersloh weiter Auflagen benötigt. Das will ich heute nicht beurteilen. Wir haben die Zahlen im Blick." Bis dahin würden Gespräche mit Virologen geführt werden. Wichtig sei die Sicherheit darüber, dass das Virus Covid-19 von den Tönnies-Mitarbeitern nicht auf die übrige Bevölkerung übergesprungen ist. Es werde eine "verantwortungsbewusste Entscheidung" getroffen. Sowohl Laumann als auch Adenauer betonten die Unberechenbarkeit des Virus. Das Infektionsgeschehen im Schlachthof Tönnies zeige, dass die Bevölkerung nicht fahrlässig werden dürfe und noch immer gewaltige Infektionsketten möglich sind.

Karl-Josef Laumann bezeichnete die Massentestungen im Kreis Gütersloh als "größte Testung, die in einem Landkreis in Deutschland jemals durchgeführt worden ist." Er lobte alle beteiligten Hilfsorganisationen, die Feuerwehr und auch die Bundeswehr. Den Helfern sei es gelungen "die Problematik beherrschbar zu halten." Er ergänzte: "Die Menschen dürfen ruhig sehen, dass der Staat aktuell auf allen Ebenen funktioniert."

Laumann betonte, dass er vom massenhaften Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück "angefasst" ist. Schutzmaßnahmen seien ignoriert worden, sagte er vor laufenden Fernsehkameras. "Woran das liegt, muss aufgearbeitet werden." Fehlende Abstände oder eine eingeschränkte Entlüftungen seien mögliche Ursachen, auch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Er betonte: "Wann der Schlachthof wieder eröffnet wird, entscheidet mit Sicherheit nicht Tönnies."

Zur Corona-Reiseverordnung für den Kreis Gütersloh wollte der NRW-Gesundheitsminister keine Stellung beziehen. "Das möchte ich nicht kommentieren", sagte Laumann. Nichtsdestotrotz wolle er das Wort Stigmatisierung der Gütersloher Bevölkerung in dem Zusammenhang vermeiden. "Dass die Menschen das so empfinden, kann ich verstehen."

Während seines Rundgangs durch das Testzentrum auf dem Flughafengelände wurde der NRW-Gesundheitsminister nicht nur von Landrat Adenauer und Landtagspräsident André Kuper begleitet. Oberstabsärztin Andrea Herwig übernahm die Führung und erklärte Laumann alle Abläufe. "Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause", so Laumann. "Alle Beteiligten strahlen Kompetenz aus. Das ist ein gutes Angebot für die Bürger." Nach seinem Besuch im Kreis Gütersloh, fuhr Laumann weiter zu einem vergleichbaren Termin im Kreis Warendorf.

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