Laune der Natur: Ein Grashüpfer in pinkfarbenem Gewand Nicole Bliesener Bad Oeynhausen. Als Tarnfarbe ist Pink denkbar ungeeignet. Und so scheint das Kleid dieses Grashüpfers eher eine provozierend anmutende Laune der Natur zu sein. Wissenschaftlich ausgedrückt handelt es sich hier um eine Genmutation. Das farbenfrohe Insekt hat der Bad Oeynhausener Rouven Bröer auf dem grünen Blatt einer Walderdbeere im Wiehengebirge entdeckt und fotografiert. Und er hat sich anschließend im Internet auf die Suche nach einer Erklärung für die ungewöhnliche Farbe des Grashüpfers gemacht. Am vergangenen Pfingstwochenende war der 23-Jährige zusammen mit einem Freund durchs Wiehengebirge bei Bergkirchen gewandert und hatte dabei zunächst die Ecke mit den Walderdbeeren entdeckt. "Einen Tag später bin ich dort noch mal hingegangen, weil ich ein paar Beeren pflücken wollte", erzählt Bröer. Auf der Suche nach den süßen Früchten hat er dann den seltenen Hüpfer entdeckt. "Zuerst habe ich gedacht, das könnte auch ein Nachtfalter sein, der mittlere Weinschwärmer, doch ist der nicht komplett rosa." Rosa Rochen in Australien In einem Zeitungsartikel, den Rouven Bröer im Internet fand, wurde von einem rosa Grashüpfer berichtet, den eine Familie in Texas entdeckt hat. Die Färbung sei auf eine Genmutation zurückzuführen, die als Erythrismus bezeichnet wird. Die Pigmentierung von Haut, Haaren, Federn oder des Fells erscheint dabei rötlich, pink oder rosa. Eine ähnliche Mutation ist beispielsweise auch der Albinismus. Erythrismus wurde schon bei mehreren Tieren beobachtet: 2012 sahen Touristen einen rosa-blonden Leopard in Südafrika. Im US-Bundesstaat Georgia wurde 2016 eine lachsfarbene Schlange gefunden und im australischen Great Barrier Reef wurde ein rosaroter Rochen entdeckt, heißt es in dem Artikel der Welt weiter. "Diese Tiere haben aber im Gegensatz zu dem Grashüpfer deutlich bessere Überlebenschancen", weiß Bröer. Für das Insekt ist die Farbe verhängnisvoll, sie sind so leichte Beute für Vögel. Forscherdrang schon als Grundschüler Für Insekten, Amphibien und Weichtiere hat sich Rouven Bröer bereits als Grundschüler interessiert. Er hat Schnecken, Schmetterlinge und seltene Spinnen gesammelt und als kleiner Junge ihr Verhalten studiert. Und mit seinem Forscherdrang sogar mal einen zweiten Platz beim Bundes-Naturwettbewerb belegt. Sein Hobby zum Beruf gemacht hat Bröer, der 2014 am Immanuel-Kant-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, nicht. "Nein", sagt Bröer, "Biologie ist es dann doch nicht geworden." Mittlerweile studiert er an der Uni Bielefeld Deutsch und Geschichte fürs Lehramt.

Laune der Natur: Ein Grashüpfer in pinkfarbenem Gewand

Im Wiehengebirge hat der Bad Oeynhausener Rouven Bröer diesen Grashüpfer entdeckt. Die rosa Farbe hat das Insekt einer Genmutation zu verdanken. © Rouven Bröer

Bad Oeynhausen. Als Tarnfarbe ist Pink denkbar ungeeignet. Und so scheint das Kleid dieses Grashüpfers eher eine provozierend anmutende Laune der Natur zu sein. Wissenschaftlich ausgedrückt handelt es sich hier um eine Genmutation. Das farbenfrohe Insekt hat der Bad Oeynhausener Rouven Bröer auf dem grünen Blatt einer Walderdbeere im Wiehengebirge entdeckt und fotografiert. Und er hat sich anschließend im Internet auf die Suche nach einer Erklärung für die ungewöhnliche Farbe des Grashüpfers gemacht.

Am vergangenen Pfingstwochenende war der 23-Jährige zusammen mit einem Freund durchs Wiehengebirge bei Bergkirchen gewandert und hatte dabei zunächst die Ecke mit den Walderdbeeren entdeckt. "Einen Tag später bin ich dort noch mal hingegangen, weil ich ein paar Beeren pflücken wollte", erzählt Bröer. Auf der Suche nach den süßen Früchten hat er dann den seltenen Hüpfer entdeckt. "Zuerst habe ich gedacht, das könnte auch ein Nachtfalter sein, der mittlere Weinschwärmer, doch ist der nicht komplett rosa."

Rosa Rochen in Australien

In einem Zeitungsartikel, den Rouven Bröer im Internet fand, wurde von einem rosa Grashüpfer berichtet, den eine Familie in Texas entdeckt hat. Die Färbung sei auf eine Genmutation zurückzuführen, die als Erythrismus bezeichnet wird. Die Pigmentierung von Haut, Haaren, Federn oder des Fells erscheint dabei rötlich, pink oder rosa. Eine ähnliche Mutation ist beispielsweise auch der Albinismus. Erythrismus wurde schon bei mehreren Tieren beobachtet: 2012 sahen Touristen einen rosa-blonden Leopard in Südafrika. Im US-Bundesstaat Georgia wurde 2016 eine lachsfarbene Schlange gefunden und im australischen Great Barrier Reef wurde ein rosaroter Rochen entdeckt, heißt es in dem Artikel der Welt weiter. "Diese Tiere haben aber im Gegensatz zu dem Grashüpfer deutlich bessere Überlebenschancen", weiß Bröer. Für das Insekt ist die Farbe verhängnisvoll, sie sind so leichte Beute für Vögel.

Forscherdrang schon als Grundschüler

Für Insekten, Amphibien und Weichtiere hat sich Rouven Bröer bereits als Grundschüler interessiert. Er hat Schnecken, Schmetterlinge und seltene Spinnen gesammelt und als kleiner Junge ihr Verhalten studiert. Und mit seinem Forscherdrang sogar mal einen zweiten Platz beim Bundes-Naturwettbewerb belegt. Sein Hobby zum Beruf gemacht hat Bröer, der 2014 am Immanuel-Kant-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, nicht. "Nein", sagt Bröer, "Biologie ist es dann doch nicht geworden." Mittlerweile studiert er an der Uni Bielefeld Deutsch und Geschichte fürs Lehramt.

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