Lange Wartezeit bei Testzentren: Das sind die Gründe Heidi Froreich Bad Oeynhausen. Rainer Vinke wollte vor dem Osterbesuch auf Nummer sicher gehen, hatte sich deshalb schon Anfang letzter Woche zwei Corona-Testtermine für sich und seine Frau im Testzentrum am Werre-Park in Bad Oeynhausen im Internet gebucht. Doch als er fünf Minuten vor dem vereinbarten Termin am Ostersamstag um 10.20 Uhr eintrifft, erwartet ihn eine lange Schlange. Mehr als 100 Menschen wie er haben sich vor dem Schild "mit Termin" eingereiht. Und müssen erfahren, dass sie trotzdem mit einer etwa zweistündigen Wartezeit rechnen müssen. Auch in den Testzentren der Mühlenkreiskliniken (MKK) in Minden und auf dem Löhner Festplatz ging es für viele Testwillige trotz Anmeldung häufig deutlich langsamer als erhofft. Dafür nennt MKK-Pressesprecher Christian Busse andere Gründe als Dennis Schmidt, den Betreiber der Anlage vor dem Werre-Park. Während der Ostertage wurden allein in Minden rund 4.000 Corona-Tests durchgeführt. "Das sind deutlich mehr als an den Tagen zuvor", sagt Busse. Trotz des erhöhten Andrangs gibt es aber nur eine einzige Fahrspur, auf der sich die Testwilligen zur Anmeldung einreihen können. Auf dieser Spur stehen alle - egal ob sie zuvor per Internet einen Termin gebucht haben oder nicht. Und das wird sich auch nicht ändern. "Für eine zweite Fahrspur fehlt der Platz", bedauert Busse. Auf bis zu 45 Minuten beziffert er die zeitweisen Wartezeiten in Minden. In Löhne seien es maximal 15 Minuten gewesen. Busse: "Dort war der Andrang deutlich geringer." Abgesehen von dem Festtagsansturm habe sich so Busse, das elektronische Registrierungssystem aber bewährt: "Nahezu alle vorgebuchten Testtermine wurden pünktlich eingehalten". Das liege auch daran, dass mit der Online-Buchung auch alle erforderlichen Daten übermittelt werden, sodass es dann bei der Anmeldung ganz schnell gehen könne. Im Testzentrum am Werre-Park ist das anders. Auch dort kann man zwar online einen Termin buchen, bekommt dafür auch eine elektronische Bestätigung. "Und sogar am Tag zuvor eine Erinnerung", ergänzt Rainer Vinke. Allerdings werden die Anmeldedaten nicht ans Testzentrum übermittelt. "Derzeit dient der elektronische Terminkalender nur der Orientierung, wann mit großem Andrang zu rechnen ist. Er gibt aber keine Zeitgarantie", räumt Schmidt ein. "Jeder Testwillige muss deshalb vor Ort erst einmal die Formulare ausfüllen", bestätigt er die Schilderung Vinkes. Und das kostet für die drei Mitarbeiter, die pro Schicht im Zentrum nicht nur die Tests vornehmen, sondern auch die Formalitäten regeln, zusätzlich Zeit. 600 Tests seien allein am Ostersamstag vorgenommen worden. Schmidt: "Das war ohne lange Wartezeiten nicht zu schaffen". Er ist allerdings zuversichtlich, dass sich das "schon Ende der Woche" ändern wird und auch bei ihm eine elektronische Terminbuchung Sicherheit verschafft. "Wir werden künftig ein anderes elektronisches Verfahren einsetzen, mit dem dann auch alle Anmeldedaten sofort registriert werden". Niemand müsse dann mehr "händisch" auf Papier tätig werden und lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Rainer Vinke hat das auch nicht getan. Er hat auf seinen Test verzichtet, will dem Testzentrum am Werre-Park aber möglicherweise eine neue Chance geben. Schließlich hat Schmidt auf seine Beschwerde zeitnah reagiert und sich bei ihm für die lange Schlange entschuldigt.

Lange Wartezeit bei Testzentren: Das sind die Gründe

Wer sich am Ostersamstag im Testzentrum am Werre-Park testen lassen wollte, brauchte viel Zeit und Geduld. © privat

Bad Oeynhausen. Rainer Vinke wollte vor dem Osterbesuch auf Nummer sicher gehen, hatte sich deshalb schon Anfang letzter Woche zwei Corona-Testtermine für sich und seine Frau im Testzentrum am Werre-Park in Bad Oeynhausen im Internet gebucht. Doch als er fünf Minuten vor dem vereinbarten Termin am Ostersamstag um 10.20 Uhr eintrifft, erwartet ihn eine lange Schlange. Mehr als 100 Menschen wie er haben sich vor dem Schild "mit Termin" eingereiht.

Und müssen erfahren, dass sie trotzdem mit einer etwa zweistündigen Wartezeit rechnen müssen. Auch in den Testzentren der Mühlenkreiskliniken (MKK) in Minden und auf dem Löhner Festplatz ging es für viele Testwillige trotz Anmeldung häufig deutlich langsamer als erhofft. Dafür nennt MKK-Pressesprecher Christian Busse andere Gründe als Dennis Schmidt, den Betreiber der Anlage vor dem Werre-Park.

Während der Ostertage wurden allein in Minden rund 4.000 Corona-Tests durchgeführt. "Das sind deutlich mehr als an den Tagen zuvor", sagt Busse. Trotz des erhöhten Andrangs gibt es aber nur eine einzige Fahrspur, auf der sich die Testwilligen zur Anmeldung einreihen können.

Auf dieser Spur stehen alle - egal ob sie zuvor per Internet einen Termin gebucht haben oder nicht. Und das wird sich auch nicht ändern. "Für eine zweite Fahrspur fehlt der Platz", bedauert Busse. Auf bis zu 45 Minuten beziffert er die zeitweisen Wartezeiten in Minden. In Löhne seien es maximal 15 Minuten gewesen. Busse: "Dort war der Andrang deutlich geringer."

Abgesehen von dem Festtagsansturm habe sich so Busse, das elektronische Registrierungssystem aber bewährt: "Nahezu alle vorgebuchten Testtermine wurden pünktlich eingehalten". Das liege auch daran, dass mit der Online-Buchung auch alle erforderlichen Daten übermittelt werden, sodass es dann bei der Anmeldung ganz schnell gehen könne.

Im Testzentrum am Werre-Park ist das anders. Auch dort kann man zwar online einen Termin buchen, bekommt dafür auch eine elektronische Bestätigung. "Und sogar am Tag zuvor eine Erinnerung", ergänzt Rainer Vinke. Allerdings werden die Anmeldedaten nicht ans Testzentrum übermittelt. "Derzeit dient der elektronische Terminkalender nur der Orientierung, wann mit großem Andrang zu rechnen ist. Er gibt aber keine Zeitgarantie", räumt Schmidt ein.

"Jeder Testwillige muss deshalb vor Ort erst einmal die Formulare ausfüllen", bestätigt er die Schilderung Vinkes. Und das kostet für die drei Mitarbeiter, die pro Schicht im Zentrum nicht nur die Tests vornehmen, sondern auch die Formalitäten regeln, zusätzlich Zeit. 600 Tests seien allein am Ostersamstag vorgenommen worden. Schmidt: "Das war ohne lange Wartezeiten nicht zu schaffen".

Er ist allerdings zuversichtlich, dass sich das "schon Ende der Woche" ändern wird und auch bei ihm eine elektronische Terminbuchung Sicherheit verschafft. "Wir werden künftig ein anderes elektronisches Verfahren einsetzen, mit dem dann auch alle Anmeldedaten sofort registriert werden". Niemand müsse dann mehr "händisch" auf Papier tätig werden und lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Rainer Vinke hat das auch nicht getan.

Er hat auf seinen Test verzichtet, will dem Testzentrum am Werre-Park aber möglicherweise eine neue Chance geben. Schließlich hat Schmidt auf seine Beschwerde zeitnah reagiert und sich bei ihm für die lange Schlange entschuldigt.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales