Seit Anfang Januar Labore fürchten Überlastung: Omikron in OWL dominante Corona-Variante Das Labor Krone in Bad Salzuflen testet bereits praktisch nur noch auf Omikron, das um die 90 Prozent aller Fälle ausmache. Erste Sorge um Kapazitäten macht sich breit. Björn Vahle Die hochansteckende Omikron-Variante ist bereits seit Anfang Januar für die Mehrzahl aller positiven PCR-Tests auf das Coronavirus verantwortlich. Das bestätigen unter anderem Zahlen aus dem Labor Krone in Bad Salzuflen im Kreis Lippe, wo aktuell um die 90 Prozent aller untersuchten Proben Omikron ausweisen. Bis zu 40.000 Proben in der Woche werden dort aktuell analysiert. Rein rechnerisch war Omikron laut Laborleiter Carsten Tiemann bereits am 2. Januar "dominant". Damals machte die Variante erstmals mehr als 50 Prozent der positiven Tests aus. Am 6. Januar habe der Wert bereits bei rund 80 Prozent gelegen, am 10. stieg er auf fast 90 Prozent. Tiemann geht davon aus, "dass wir in absehbarer Zeit einen Wert von 99 Prozent erreichen". Ähnliche Werte gibt das Bielefelder Labor Diamedis an, der Omikron-Anteil an den wöchentlich rund 12.000 ausgewerteten Tests lag hier einer Sprecherin zufolge zuletzt bei rund 85 Prozent. Auch hier überschritt der Anteil die 50-Prozent-Marke vor etwa zwei Wochen. Die Omikron-Welle beeinflusst auch die Art, wie die Analysten arbeiten. Im Labor Krone hatte man bis Ende des Jahres auf eine sogenannte Stufendiagnostik gesetzt. Es wurde also zunächst auf Delta getestet und erst, wenn das Ergebnis negativ war, auf Omikron. Mittlerweile würden grundsätzlich alle Proben, die eine ausreichende Virusmenge enthielten, standardmäßig auf Omikron geprüft. Das treffe auf den Großteil der eingeschickten PCR-Tests zu, erklärt Tiemann. Testkapazitäten knapp, aber noch nicht überstrapaziert Aktuell bekämen das Labor Krone und seine Partner noch alle Testergebnisse rechtzeitig an die Getesteten übermittelt. Die Belastung steige aber auch hier deutlich an, was auch am erhöhten Testvolumen in Schulen in NRW liege. Zusammengenommen sorge das für einen erheblichen Aufwand. Im Moment arbeite das Labor an der Optimierung der Abläufe, sagt Tiemann. Man müsse auch den Versorgungsauftrag für Tests beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeheimen weiter erfüllen können. Mit Blick auf die Kapazitäten bereitet Tiemann deshalb Sorge, dass die Labore künftig womöglich noch mehr Tests auswerten müssen. In Bielefeld soll es PCR-Pooltests bald nicht mehr nur an Schulen, sondern auch an Kitas geben. Er verstehe, dass man um größtmögliche Sicherheit bemüht sei, und dass das bei Kindern umso mehr gelte, sagt Tiemann. "Es gibt überall Bedarf, aber die Kapazitäten sind nun einmal endlich." Ihm zufolge würden flächendeckende Pooltests für Kita-Kinder in OWL die Labore in der aktuellen Situation überfordern. In NRW sind die Pooltests aktuell in 19 Kommunen im Einsatz. Aktuell ist das in OWL - zumindest noch - nirgends geplant. In Bielefeld starten die Pooltests zwar im Februar. Allerdings sind sie nicht verpflichtend, das wollte das Land NRW mit Blick auf die Testkapazitäten nicht anordnen. Wie viel mehr Proben die Labore auswerten müssen, ist also noch nicht final klar. Weniger werden es aber wohl eher nicht.
Seit Anfang Januar

Labore fürchten Überlastung: Omikron in OWL dominante Corona-Variante

Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor PCR-Teströhrchen in den Händen. © Uwe Anspach/dpa

Die hochansteckende Omikron-Variante ist bereits seit Anfang Januar für die Mehrzahl aller positiven PCR-Tests auf das Coronavirus verantwortlich. Das bestätigen unter anderem Zahlen aus dem Labor Krone in Bad Salzuflen im Kreis Lippe, wo aktuell um die 90 Prozent aller untersuchten Proben Omikron ausweisen.

Bis zu 40.000 Proben in der Woche werden dort aktuell analysiert. Rein rechnerisch war Omikron laut Laborleiter Carsten Tiemann bereits am 2. Januar "dominant". Damals machte die Variante erstmals mehr als 50 Prozent der positiven Tests aus. Am 6. Januar habe der Wert bereits bei rund 80 Prozent gelegen, am 10. stieg er auf fast 90 Prozent. Tiemann geht davon aus, "dass wir in absehbarer Zeit einen Wert von 99 Prozent erreichen".

Ähnliche Werte gibt das Bielefelder Labor Diamedis an, der Omikron-Anteil an den wöchentlich rund 12.000 ausgewerteten Tests lag hier einer Sprecherin zufolge zuletzt bei rund 85 Prozent. Auch hier überschritt der Anteil die 50-Prozent-Marke vor etwa zwei Wochen.

Die Omikron-Welle beeinflusst auch die Art, wie die Analysten arbeiten. Im Labor Krone hatte man bis Ende des Jahres auf eine sogenannte Stufendiagnostik gesetzt. Es wurde also zunächst auf Delta getestet und erst, wenn das Ergebnis negativ war, auf Omikron. Mittlerweile würden grundsätzlich alle Proben, die eine ausreichende Virusmenge enthielten, standardmäßig auf Omikron geprüft. Das treffe auf den Großteil der eingeschickten PCR-Tests zu, erklärt Tiemann.

Testkapazitäten knapp, aber noch nicht überstrapaziert

Aktuell bekämen das Labor Krone und seine Partner noch alle Testergebnisse rechtzeitig an die Getesteten übermittelt. Die Belastung steige aber auch hier deutlich an, was auch am erhöhten Testvolumen in Schulen in NRW liege. Zusammengenommen sorge das für einen erheblichen Aufwand. Im Moment arbeite das Labor an der Optimierung der Abläufe, sagt Tiemann. Man müsse auch den Versorgungsauftrag für Tests beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeheimen weiter erfüllen können.

Mit Blick auf die Kapazitäten bereitet Tiemann deshalb Sorge, dass die Labore künftig womöglich noch mehr Tests auswerten müssen. In Bielefeld soll es PCR-Pooltests bald nicht mehr nur an Schulen, sondern auch an Kitas geben.

Er verstehe, dass man um größtmögliche Sicherheit bemüht sei, und dass das bei Kindern umso mehr gelte, sagt Tiemann. "Es gibt überall Bedarf, aber die Kapazitäten sind nun einmal endlich." Ihm zufolge würden flächendeckende Pooltests für Kita-Kinder in OWL die Labore in der aktuellen Situation überfordern. In NRW sind die Pooltests aktuell in 19 Kommunen im Einsatz.

Aktuell ist das in OWL - zumindest noch - nirgends geplant. In Bielefeld starten die Pooltests zwar im Februar. Allerdings sind sie nicht verpflichtend, das wollte das Land NRW mit Blick auf die Testkapazitäten nicht anordnen. Wie viel mehr Proben die Labore auswerten müssen, ist also noch nicht final klar. Weniger werden es aber wohl eher nicht.

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