Espelkamp Kritische Corona-Lage in Espelkamp: Sorge vor komplettem Shutdown Espelkamp. Die Zahlen steigen und steigen, inzwischen auch exponentiell. Die Stadt Espelkamp insgesamt gehört inzwischen im Land NRW zusammen mit dem gesamten Kreis Minden-Lübbecke zum Corona-Krisengebiet. Dies ist umso erstaunlicher, weil lange Zeit der Mühlenkreis und insbesondere auch die Industriestadt im Grünen zu den am wenigsten betroffenen Gebieten gehörten. "Das hat sich jetzt in der zweiten Corona-Welle deutlich geändert", sagt auch Cornelia Schöder, Leiterin des Krisenstabes im Kreishaus Minden. Momentan gibt es 174 aktive Fälle in Espelkamp. "Wir haben in Espelkamp eine schwierige Situation und Gemengelage", versucht sie inzwischen mit dem Gesundheitsamt und der Stadt selbst der besonderen Situation vor Ort auf den Grund zu gehen. Auch in Pr. Oldendorf seien die Zahlen deutlich mehr als in den anderen Orten nach oben geschnellt, so Schöder. Mit den Bürgermeistern beider Städte, Henning Vieker und Marko Steiner, sei man in ständigem Kontakt. Es sei insgesamt "sehr schwierig in Espelkamp", muss die Dezernentin im Gespräch mit nw.de zugeben. Man habe ein "großes Problem mit vielen Familienangehörigen in bestimmten privaten Kreisen ". Das ziehe sich durch die ganze Stadt. Dabei handele es sich nicht unbedingt um die Situation bei Gottesdiensten in bestimmten Gemeinden. Generell habe man es mit "großen Familienstrukturen und Verbänden zu tun, wo das Virus grassiert". "Kopfzerbrechen" bereite jedoch die Tatsache, dass aktuell das Virus "in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv ist". Dies betreffe die Kindergärten und Kindertagesstätten ebnso wie viele Schulen und Unternehmen. "Wir haben hier überall viele positiv Getestete", sagt Schöder. Kreissprecherin Sabine Ohnesorge, die die Situation im Lübbecker Land und insbesondere in Espelkamp ebenfalls bereits seit einiger Zeit im Auge hat, ergänzt: "Es ist ein diffuses Ansteckungsgeschehen, viel passiert im privaten Bereich, es kommt dann bei uns alles zusammen." Natürlich sei man sowohl mit den Ordnungsämtern und Krisenstäben von Espelkamp wie auch mit Pr. Oldendorf, wo sich ähnliche Gründe finden, in ständigem Kontakt. "Wir sind dabei Möglichkeiten zu finden,wie wir dieses Geschehen stoppen können", sagt Cornelia Schöder. Natürlich sei die Glaubensfreiheit, die in der Landesverfassung eng verankert sei ein "hohes Gut", dennoch habe man jetzt für Gottesdienstbesucher aller Gemeinden und Glaubensrichtung verpflichtend den Mund-/Nasenschutz angeordnet. Dies gelte auch für die Pflicht der Nachverfolgung und anderer Hygienebestimmungen, die kontrolliert würden. Dies sei in Abstimmung mit den beiden Städten und den Ordnungsämten passiert . "Wir müssen verhindern, dass es hier einen kompletten zweien Shutdown gibt", so Cornelia Schöder. Bürgermeister Henning Vieker ist sehr besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie im Gebiet der Stadt Espelkamp. „Wir haben gegenwärtig gemessen an unserer Einwohnerzahl mit die höchsten Fallzahlen im Mühlenkreis, und die Zahl der Infizierten steigt täglich weiter an. Jetzt mussten wir auch in Espelkamp die ersten Todesfälle beklagen". Darauf wies er am Dienstag in einer Pressemitteilung hin. Das Ordnungsamt reagiere auf die angespannte Situation mir regelmäßigen Kontrollen auf die Einhaltung der geltenden Regeln. „Wir machen das im Handel ebenso wie bei Gottesdiensten oder angeordneten Quarantänen". Die Ordnungsbehörde werde dabei durch Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten Stadtverwaltung unterstützt. Verstöße würden streng geahndet, Vergehen gegen Quarantänevorschriften etwa mit Geldbußen zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Es mache die Sache nicht leichter, dass es keine Hinweise auf einen konkreten Hotspot gebe. „Das Ansteckungsgeschehen ist diffus und durch die hohe Zahl auch schwer direkt nachzuverfolgen". Henning Vieker bittet die Mitbürger daher dringend, ihre Kontakte auf das unbedingt erforderliche Minimum zu begrenzen. „Das gilt besonders auch für den privaten Bereich, in dem nachweislich die meisten Ansteckungen erfolgen". Im Alltag sei immer die bekannte AHA-Regel zu beachten: Abstand halten, Hygienemaßnahmen treffen, Alltagsmasken tragen. Grundsätzlich sei die Lage so ernst, dass weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ausgeschlossen werden könnten. „Daher ist es wichtig, dass alle ihren Beitrag leisten, vorsichtig bleiben und mit Bedacht handeln".
Espelkamp

Kritische Corona-Lage in Espelkamp: Sorge vor komplettem Shutdown

So sah de Eingangsbereich der Buchhandlung Lienstädt & Schürmann zu beginn der ersten Coronawelle aus. Zurzeit ist ds Geschäft wiede geöffnet. © Karsten Schulz

Espelkamp. Die Zahlen steigen und steigen, inzwischen auch exponentiell. Die Stadt Espelkamp insgesamt gehört inzwischen im Land NRW zusammen mit dem gesamten Kreis Minden-Lübbecke zum Corona-Krisengebiet.

Dies ist umso erstaunlicher, weil lange Zeit der Mühlenkreis und insbesondere auch die Industriestadt im Grünen zu den am wenigsten betroffenen Gebieten gehörten. "Das hat sich jetzt in der zweiten Corona-Welle deutlich geändert", sagt auch Cornelia Schöder, Leiterin des Krisenstabes im Kreishaus Minden. Momentan gibt es 174 aktive Fälle in Espelkamp.

"Wir haben in Espelkamp eine schwierige Situation und Gemengelage", versucht sie inzwischen mit dem Gesundheitsamt und der Stadt selbst der besonderen Situation vor Ort auf den Grund zu gehen. Auch in Pr. Oldendorf seien die Zahlen deutlich mehr als in den anderen Orten nach oben geschnellt, so Schöder. Mit den Bürgermeistern beider Städte, Henning Vieker und Marko Steiner, sei man in ständigem Kontakt.

Die neue Landrätin Anna Bölling und die Vorsitzende des Krisenstabes, Cornelia Schöder, begrüßten die Helfer vor dem Mindener Kreishaus. - © Kreis Minden-Lübbecke
Die neue Landrätin Anna Bölling und die Vorsitzende des Krisenstabes, Cornelia Schöder, begrüßten die Helfer vor dem Mindener Kreishaus. - © Kreis Minden-Lübbecke

Es sei insgesamt "sehr schwierig in Espelkamp", muss die Dezernentin im Gespräch mit nw.de zugeben. Man habe ein "großes Problem mit vielen Familienangehörigen in bestimmten privaten Kreisen ". Das ziehe sich durch die ganze Stadt. Dabei handele es sich nicht unbedingt um die Situation bei Gottesdiensten in bestimmten Gemeinden.

Generell habe man es mit "großen Familienstrukturen und Verbänden zu tun, wo das Virus grassiert". "Kopfzerbrechen" bereite jedoch die Tatsache, dass aktuell das Virus "in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv ist". Dies betreffe die Kindergärten und Kindertagesstätten ebnso wie viele Schulen und Unternehmen. "Wir haben hier überall viele positiv Getestete", sagt Schöder. Kreissprecherin Sabine Ohnesorge, die die Situation im Lübbecker Land und insbesondere in Espelkamp ebenfalls bereits seit einiger Zeit im Auge hat, ergänzt: "Es ist ein diffuses Ansteckungsgeschehen, viel passiert im privaten Bereich, es kommt dann bei uns alles zusammen."

Natürlich sei man sowohl mit den Ordnungsämtern und Krisenstäben von Espelkamp wie auch mit Pr. Oldendorf, wo sich ähnliche Gründe finden, in ständigem Kontakt. "Wir sind dabei Möglichkeiten zu finden,wie wir dieses Geschehen stoppen können", sagt Cornelia Schöder.

Natürlich sei die Glaubensfreiheit, die in der Landesverfassung eng verankert sei ein "hohes Gut", dennoch habe man jetzt für Gottesdienstbesucher aller Gemeinden und Glaubensrichtung verpflichtend den Mund-/Nasenschutz angeordnet. Dies gelte auch für die Pflicht der Nachverfolgung und anderer Hygienebestimmungen, die kontrolliert würden. Dies sei in Abstimmung mit den beiden Städten und den Ordnungsämten passiert . "Wir müssen verhindern, dass es hier einen kompletten zweien Shutdown gibt", so Cornelia Schöder.

Bürgermeister Henning Vieker mit vorschriftsmäßigem Mund.-und Nasenschutz bei der Abgabe seiner Stimme zur Kommunalwahl. - © Noah Brömmelhorst
Bürgermeister Henning Vieker mit vorschriftsmäßigem Mund.-und Nasenschutz bei der Abgabe seiner Stimme zur Kommunalwahl. - © Noah Brömmelhorst

Bürgermeister Henning Vieker ist sehr besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie im Gebiet der Stadt Espelkamp. „Wir haben gegenwärtig gemessen an unserer Einwohnerzahl mit die höchsten Fallzahlen im Mühlenkreis, und die Zahl der Infizierten steigt täglich weiter an. Jetzt mussten wir auch in Espelkamp die ersten Todesfälle beklagen". Darauf wies er am Dienstag in einer Pressemitteilung hin.

Das Ordnungsamt reagiere auf die angespannte Situation mir regelmäßigen Kontrollen auf die Einhaltung der geltenden Regeln. „Wir machen das im Handel ebenso wie bei Gottesdiensten oder angeordneten Quarantänen". Die Ordnungsbehörde werde dabei durch Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten Stadtverwaltung unterstützt. Verstöße würden streng geahndet, Vergehen gegen Quarantänevorschriften etwa mit Geldbußen zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Es mache die Sache nicht leichter, dass es keine Hinweise auf einen konkreten Hotspot gebe. „Das Ansteckungsgeschehen ist diffus und durch die hohe Zahl auch schwer direkt nachzuverfolgen". Henning Vieker bittet die Mitbürger daher dringend, ihre Kontakte auf das unbedingt erforderliche Minimum zu begrenzen. „Das gilt besonders auch für den privaten Bereich, in dem nachweislich die meisten Ansteckungen erfolgen". Im Alltag sei immer die bekannte AHA-Regel zu beachten: Abstand halten, Hygienemaßnahmen treffen, Alltagsmasken tragen.

Grundsätzlich sei die Lage so ernst, dass weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ausgeschlossen werden könnten. „Daher ist es wichtig, dass alle ihren Beitrag leisten, vorsichtig bleiben und mit Bedacht handeln".

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