Krankenhaus in Stolzenau wird geschlossen Stolzenau (dh). Das Krankenhaus in Stolzenau wird geschlossen, berichtet die Nienburger Zeitung Die Harke. Die Stationen sollen nach einem Anbau in Nienburg dorthin verlegt werden. Nach Angaben von Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing sollen auch alle rund 90 Mitarbeitenden den Standort wechseln. Kündigungen soll es aufgrund des Zusammenschlusses nicht geben. Für rund 30 Millionen Euro will Helios einen zusätzlichen Flügel mit drei Etagen an das Gebäude in der Kreisstadt anbauen lassen. Das Geld soll aus Fördermitteln des Krankenhausstrukturfonds vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung kommen. Clausing zeigte sich am Dienstagnachmittag zuversichtlich, dass es spätestens im Herbst 2021 einen positiven Bescheid geben dürfte. Heute schon soll das Thema laut Helios in der Planungsbeteiligtenrunde des Ministeriums diskutiert werden. Die Eröffnung ist frühestens für 2023, realistisch eher für das Jahr 2024 vorgesehen. In Stolzenau sind mit 53 Planbetten die Bereiche Geriatrie, Innere Medizin sowie eine Schmerzklinik untergebracht. Da es den Bereich der „Inneren“ in Nienburg bereits gibt, benötigen vor allem die anderen beiden zusätzlichen Platz. Bislang verfüge der Standort Nienburg über 272 Planbetten in zehn Fachabteilungen. 60 zusätzliche Betten sollen in Nienburg nach dem Umzug stehen. „Durch die Bündelung aller medizinischen Leistungen an einem Standort ergeben sich für unsere Patienten viele Vorteile. Kürzere Wege und schnellere Abstimmungen zwischen den Spezialisten ermöglichen eine bessere Versorgung und auch eine schnellere Gesundung der Patienten“, erläutert Clausing. „Ein Großteil unserer geriatrischen Patienten wird derzeit zunächst in Nienburg aufgenommen und zur Weiterbehandlung dann in die geriatrische Abteilung nach Stolzenau weitergeleitet. Das soll sich ab 2023 ändern“, ergänzt der ärztliche Direktor Dr. Michael Stalp. Die Entscheidung sei vor allem eine Folge bundespolitischer Entscheidungen, betont Clausing. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass es für unsere Stolzenauer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anfangs nicht leicht sein wird, von ihrem gewohnten Arbeitsumfeld an einen neuen Standort zu wechseln. Wir werden versuchen, dies bestmöglich umzusetzen“, so Clausing. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Kolleginnen und Kollegen dort unserem Ruf folgen und in ihren gewohnten Teams weiterarbeiten können – nur eben in neuer Umgebung“. Und da es sich um einen Neubau handelt, werden die betreffenden Mitarbeiter auch in die Ausgestaltung der jeweiligen Bereiche mit einbezogen. Für Jens Beckmeyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser, sei das Vorhaben nach der Schließungsankündigung von Continental die zweite große negative Nachricht. Nun gelte es, gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung zu erarbeiten. Für das noch recht junge Stolzenauer Gebäude wolle sich Helios um eine Nachnutzung kümmern. „Wir arbeiten derzeit an einem Nachnutzungskonzept mit einer Pflegeeinrichtung und einer ärztlichen Versorgungsstruktur, um die medizinische Versorgung in Stolzenau auch weiterhin zu erhalten und noch weiter zu stärken“, sagt Clausing. Es könnte etwa eine Kurzzeitpflege dort unterkommen. Landrat Detlev Kohlmeier freue sich zwar: „Das Nienburger Krankenhaus erweitert seine Behandlungskapazitäten am Standort Nienburg. Es verbessert damit die medizinische Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten noch einmal deutlich.“ Klar sei aber auch, dass diese Entwicklung an anderer Stelle einen hohen Preis habe. Die Schließung des Stolzenauer Krankenhauses. Von zentraler Bedeutung sei für ihn, dass die Mitarbeitenden nicht um ihre Arbeitsplätze bangen müssten und ihnen eine Perspektive in Nienburg eröffnet werde. Er vertraue darauf, dass diese Zusagen eingehalten werden. Dass Helios zugesagt habe, ein tragfähiges Nachnutzungskonzept für die Folgenutzung des Standortes in Stolzenau aktiv zu entwickeln, sei ebenfalls positiv. Die Einrichtung von dringend benötigten Kurzzeitpflegeplätzen wären etwa ein echter Gewinn für die Bevölkerung. Aber auch andere Pflege-, Betreuungs- und Dienstleistungsangebote bis zu hin zu Praxisräumen für Ärztinnen und Ärzte seien denkbare Optionen. Was dort in ein paar Jahren tatsächlich passieren wird, sei aber noch ungewiss, Eigentümerin sei Helios. Deshalb mochte Bürgermeister Beckmeyer auch noch nicht von einem möglichen Gewinn sprechen. Zunächst gehe etwas verloren. „Stolzenau war immer Krankenhausstandort.“

Krankenhaus in Stolzenau wird geschlossen

Das Stolzenauer Krankenhaus wird bis Ende 2024 geschlossen. Foto: Reckleben-Meyer/Die Harke © Reckleben-Meyer

Stolzenau (dh). Das Krankenhaus in Stolzenau wird geschlossen, berichtet die Nienburger Zeitung Die Harke. Die Stationen sollen nach einem Anbau in Nienburg dorthin verlegt werden. Nach Angaben von Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing sollen auch alle rund 90 Mitarbeitenden den Standort wechseln. Kündigungen soll es aufgrund des Zusammenschlusses nicht geben.

Für rund 30 Millionen Euro will Helios einen zusätzlichen Flügel mit drei Etagen an das Gebäude in der Kreisstadt anbauen lassen. Das Geld soll aus Fördermitteln des Krankenhausstrukturfonds vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung kommen. Clausing zeigte sich am Dienstagnachmittag zuversichtlich, dass es spätestens im Herbst 2021 einen positiven Bescheid geben dürfte. Heute schon soll das Thema laut Helios in der Planungsbeteiligtenrunde des Ministeriums diskutiert werden. Die Eröffnung ist frühestens für 2023, realistisch eher für das Jahr 2024 vorgesehen.

- © Nikias Schmidetzki
© Nikias Schmidetzki

In Stolzenau sind mit 53 Planbetten die Bereiche Geriatrie, Innere Medizin sowie eine Schmerzklinik untergebracht. Da es den Bereich der „Inneren“ in Nienburg bereits gibt, benötigen vor allem die anderen beiden zusätzlichen Platz. Bislang verfüge der Standort Nienburg über 272 Planbetten in zehn Fachabteilungen. 60 zusätzliche Betten sollen in Nienburg nach dem Umzug stehen.

„Durch die Bündelung aller medizinischen Leistungen an einem Standort ergeben sich für unsere Patienten viele Vorteile. Kürzere Wege und schnellere Abstimmungen zwischen den Spezialisten ermöglichen eine bessere Versorgung und auch eine schnellere Gesundung der Patienten“, erläutert Clausing. „Ein Großteil unserer geriatrischen Patienten wird derzeit zunächst in Nienburg aufgenommen und zur Weiterbehandlung dann in die geriatrische Abteilung nach Stolzenau weitergeleitet. Das soll sich ab 2023 ändern“, ergänzt der ärztliche Direktor Dr. Michael Stalp.

Die Entscheidung sei vor allem eine Folge bundespolitischer Entscheidungen, betont Clausing. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass es für unsere Stolzenauer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anfangs nicht leicht sein wird, von ihrem gewohnten Arbeitsumfeld an einen neuen Standort zu wechseln. Wir werden versuchen, dies bestmöglich umzusetzen“, so Clausing. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Kolleginnen und Kollegen dort unserem Ruf folgen und in ihren gewohnten Teams weiterarbeiten können – nur eben in neuer Umgebung“. Und da es sich um einen Neubau handelt, werden die betreffenden Mitarbeiter auch in die Ausgestaltung der jeweiligen Bereiche mit einbezogen.

Für Jens Beckmeyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser, sei das Vorhaben nach der Schließungsankündigung von Continental die zweite große negative Nachricht. Nun gelte es, gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung zu erarbeiten.

Für das noch recht junge Stolzenauer Gebäude wolle sich Helios um eine Nachnutzung kümmern. „Wir arbeiten derzeit an einem Nachnutzungskonzept mit einer Pflegeeinrichtung und einer ärztlichen Versorgungsstruktur, um die medizinische Versorgung in Stolzenau auch weiterhin zu erhalten und noch weiter zu stärken“, sagt Clausing. Es könnte etwa eine Kurzzeitpflege dort unterkommen.

Landrat Detlev Kohlmeier freue sich zwar: „Das Nienburger Krankenhaus erweitert seine Behandlungskapazitäten am Standort Nienburg. Es verbessert damit die medizinische Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten noch einmal deutlich.“ Klar sei aber auch, dass diese Entwicklung an anderer Stelle einen hohen Preis habe. Die Schließung des Stolzenauer Krankenhauses. Von zentraler Bedeutung sei für ihn, dass die Mitarbeitenden nicht um ihre Arbeitsplätze bangen müssten und ihnen eine Perspektive in Nienburg eröffnet werde. Er vertraue darauf, dass diese Zusagen eingehalten werden. Dass Helios zugesagt habe, ein tragfähiges Nachnutzungskonzept für die Folgenutzung des Standortes in Stolzenau aktiv zu entwickeln, sei ebenfalls positiv. Die Einrichtung von dringend benötigten Kurzzeitpflegeplätzen wären etwa ein echter Gewinn für die Bevölkerung. Aber auch andere Pflege-, Betreuungs- und Dienstleistungsangebote bis zu hin zu Praxisräumen für Ärztinnen und Ärzte seien denkbare Optionen.

Was dort in ein paar Jahren tatsächlich passieren wird, sei aber noch ungewiss, Eigentümerin sei Helios. Deshalb mochte Bürgermeister Beckmeyer auch noch nicht von einem möglichen Gewinn sprechen. Zunächst gehe etwas verloren. „Stolzenau war immer Krankenhausstandort.“

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