Bad Oeynhausen Krankenhaus-Neubauten sollen 500 Millionen Euro kosten Die Kreisverwaltung legt eine erste Schätzung vor, mit welcher Summe für die Bauten in Bad Oeynhausen und im Lübbecker Land zu rechnen ist. Der Kreistag soll am 27. Oktober in Bad Oeynhausen dazu einen Beschluss fassen. Jörg Stuke Bad Oeynhausen. Noch immer gilt offenbar: Nichts Genaues weiß man nicht. Doch immerhin eine grobe Schätzung dessen, was die beiden Krankenhausneubauten der Mühlenkreiskliniken kosten könnten, legt die Kreisverwaltung nun für die nächste Sitzung des Kreistages vor. Der wird am Montag, 25. Oktober, in Bad Oeynhausen tagen. Das Thema Mühlenkreiskliniken (MKK) erscheint als Punkt 8 auf der Tagesordnung des Kreistages. Berichterstatterin ist laut Vorlage die Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU), die dem Kreistag vorschlägt, das vom Gutachterbüro Lohfert & Lohfert favorisierte "Szenario 1" mit Neubauten der Krankenhäuser in Bad Oeynhausen und dem Lübbecker Land zu beschließen. Entsprechend solle der Kreistag dem Verwaltungsrat der Mühlenkreiskliniken empfehlen, einen Antrag auf Förderung aus den Mitteln des "Bundesstrukturfonds II" zu stellen. Dieser Antrag muss bis zum 11. November im Gesundheitsministerium des Landes NRW vorliegen. Eine der Norm entsprechende Kostenschätzung werde es bis zu dieser Einreichungsfrist nicht geben, stellt die Kreisverwaltung in Aussicht. Doch: "Eine sehr grobe erste Schätzung lässt insgesamt Baukosten in Höhe von rund 500 Millionen Euro erwarten", heißt es in der Vorlage des Kreises. Gutachter empfehlen einen deutlich abgespeckten Bau Das entspricht exakt der Summe, die der SPD-Kreisgeschäftsführer Ulrich Pock schon im Mai in die Welt gebracht hatte, "wenn man denn in beide Standorte in Bad Oeynhausen und Lübbecke investieren will." Im Frühjahr allerdings war noch gar nicht vom Bau von gleich zwei neuen Krankenhäusern die Rede, sondern von möglichen Sanierungsmaßnahmen in Lübbecke. Die Idee des doppelten Neubaus ist öffentlich erst konkret geworden, als Lohfert & Lohfert am 6. September dem Kreistag ihr Gutachten vorlegten. Nicht nur die Gutachter empfahlen einen Neubau von Auguste-Viktoria-Klinik und Krankenhaus am Standort Wielandstraße in Bad Oeynhausen, unmittelbar neben dem Herz- und Diabeteszentrum. Auch Olaf Bornemeier und Jörg Noetzel, die Vorstände der MKK, machten sich diese Einschätzung zu eigen. Im Lübbecker Land prädestinieren sie einen Neubau für die Krankenhäuser Rahden und Lübbecke, nördlich vom jetzigen Krankenhaus gelegen. Während die Standortfrage im Lübbecker Land noch weitgehend offen ist, würde es in Bad Oeynhausen nur noch darum gehen, wo in unmittelbarer Nähe des HDZ überhaupt Platz fürs neue Krankenhaus wäre. Karin Overlack, Geschäftsführerin des HDZ, hatte gegenüber der NW erklärt, das HDZ sei bereit, das Zentrum für Forschung und Entwicklung als Baugrund für ein neues Krankenhaus zur Verfügung zu stellen. Es liegt auf der anderen Seite der Wielandstraße und ist mit dem HDZ über eine Fußgängerbrücke unmittelbar verbunden. Als Alternative denkt das HDZ auch darüber nach, den Kindergarten Rappelkiste, der im Norden unmittelbar an die Kinderherzklinik angrenzt, zu verlagern. Und womöglich würden sogar beide Flächen für ein neues Krankenhaus benötigt. Dabei empfehlen die Gutachter für Bad Oeynhausen schon einen deutlich abgespeckten Bau. Ursprünglich hatten die Mühlenkreiskliniken Fördermittel in Höhe von 210 Millionen Euro für ein 350-Betten-Haus beantragt. Die Kosten wurden auf 280 Millionen Euro veranschlagt. Der Antrag aber wurde im Mai vom Ministerium abgelehnt, weil dieser Plan zuwenig Strukturveränderung beinhalte. Nun empfehlen Lohfert & Lohfert einen Bau mit 250 Betten für Bad Oeynhausen wie für das Lübbecker Land. "Sollte der Verwaltungsrat sich für dieses Szenario aussprechen, würde ein gemeinsamer Antrag für die Vorhaben gestellt werden, da nur beide gemeinsam eine wesentliche strukturelle Veränderung darstellen, denn aus fünf Häusern würden drei Häuser gemacht und insgesamt 150 Betten abgebaut", argumentiert der Kreis. "Nicht alle Bereiche sind förderfähig" MKK-Vorstand Olaf Bornemeier hatte bereits im September erklärt, dass er eine Finanzierung von zwei Neubauten durchaus für machbar halte. Kosten von möglicherweise 500 Millionen Euro mochte Bornemeier da aber noch nicht bestätigen. Die Finanzierbarkeit, so sagte Bornemeier aber auch, sei aber auch abhängig von der Höhe der Förderung. Klar ist: Die Förderrichtlinien sehen einen Eigenanteil des Vorhabens von mindestens zehn Prozent vor. "Und nicht alle Bereiche sind förderfähig", so schränkt die Kreisverwaltung ein. So dürfte alles, was nicht zum Kernbereich des Krankenhauses gehört - also zum Beispiel ein Parkhaus - nicht in den Förderrahmen fallen.
Bad Oeynhausen

Krankenhaus-Neubauten sollen 500 Millionen Euro kosten

Der Kreistag will am 25. Oktober darüber entscheiden, ob das Krankenhaus Bad Oeynhausen neu gebaut werden soll. © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Noch immer gilt offenbar: Nichts Genaues weiß man nicht. Doch immerhin eine grobe Schätzung dessen, was die beiden Krankenhausneubauten der Mühlenkreiskliniken kosten könnten, legt die Kreisverwaltung nun für die nächste Sitzung des Kreistages vor. Der wird am Montag, 25. Oktober, in Bad Oeynhausen tagen.

Das Thema Mühlenkreiskliniken (MKK) erscheint als Punkt 8 auf der Tagesordnung des Kreistages. Berichterstatterin ist laut Vorlage die Landrätin Anna Katharina Bölling (CDU), die dem Kreistag vorschlägt, das vom Gutachterbüro Lohfert & Lohfert favorisierte "Szenario 1" mit Neubauten der Krankenhäuser in Bad Oeynhausen und dem Lübbecker Land zu beschließen. Entsprechend solle der Kreistag dem Verwaltungsrat der Mühlenkreiskliniken empfehlen, einen Antrag auf Förderung aus den Mitteln des "Bundesstrukturfonds II" zu stellen. Dieser Antrag muss bis zum 11. November im Gesundheitsministerium des Landes NRW vorliegen. Eine der Norm entsprechende Kostenschätzung werde es bis zu dieser Einreichungsfrist nicht geben, stellt die Kreisverwaltung in Aussicht. Doch: "Eine sehr grobe erste Schätzung lässt insgesamt Baukosten in Höhe von rund 500 Millionen Euro erwarten", heißt es in der Vorlage des Kreises.

Gutachter empfehlen einen deutlich abgespeckten Bau

Das entspricht exakt der Summe, die der SPD-Kreisgeschäftsführer Ulrich Pock schon im Mai in die Welt gebracht hatte, "wenn man denn in beide Standorte in Bad Oeynhausen und Lübbecke investieren will." Im Frühjahr allerdings war noch gar nicht vom Bau von gleich zwei neuen Krankenhäusern die Rede, sondern von möglichen Sanierungsmaßnahmen in Lübbecke. Die Idee des doppelten Neubaus ist öffentlich erst konkret geworden, als Lohfert & Lohfert am 6. September dem Kreistag ihr Gutachten vorlegten. Nicht nur die Gutachter empfahlen einen Neubau von Auguste-Viktoria-Klinik und Krankenhaus am Standort Wielandstraße in Bad Oeynhausen, unmittelbar neben dem Herz- und Diabeteszentrum. Auch Olaf Bornemeier und Jörg Noetzel, die Vorstände der MKK, machten sich diese Einschätzung zu eigen.

Im Lübbecker Land prädestinieren sie einen Neubau für die Krankenhäuser Rahden und Lübbecke, nördlich vom jetzigen Krankenhaus gelegen. Während die Standortfrage im Lübbecker Land noch weitgehend offen ist, würde es in Bad Oeynhausen nur noch darum gehen, wo in unmittelbarer Nähe des HDZ überhaupt Platz fürs neue Krankenhaus wäre. Karin Overlack, Geschäftsführerin des HDZ, hatte gegenüber der NW erklärt, das HDZ sei bereit, das Zentrum für Forschung und Entwicklung als Baugrund für ein neues Krankenhaus zur Verfügung zu stellen. Es liegt auf der anderen Seite der Wielandstraße und ist mit dem HDZ über eine Fußgängerbrücke unmittelbar verbunden. Als Alternative denkt das HDZ auch darüber nach, den Kindergarten Rappelkiste, der im Norden unmittelbar an die Kinderherzklinik angrenzt, zu verlagern. Und womöglich würden sogar beide Flächen für ein neues Krankenhaus benötigt.

Dabei empfehlen die Gutachter für Bad Oeynhausen schon einen deutlich abgespeckten Bau. Ursprünglich hatten die Mühlenkreiskliniken Fördermittel in Höhe von 210 Millionen Euro für ein 350-Betten-Haus beantragt. Die Kosten wurden auf 280 Millionen Euro veranschlagt. Der Antrag aber wurde im Mai vom Ministerium abgelehnt, weil dieser Plan zuwenig Strukturveränderung beinhalte. Nun empfehlen Lohfert & Lohfert einen Bau mit 250 Betten für Bad Oeynhausen wie für das Lübbecker Land. "Sollte der Verwaltungsrat sich für dieses Szenario aussprechen, würde ein gemeinsamer Antrag für die Vorhaben gestellt werden, da nur beide gemeinsam eine wesentliche strukturelle Veränderung darstellen, denn aus fünf Häusern würden drei Häuser gemacht und insgesamt 150 Betten abgebaut", argumentiert der Kreis.

"Nicht alle Bereiche sind förderfähig"

MKK-Vorstand Olaf Bornemeier hatte bereits im September erklärt, dass er eine Finanzierung von zwei Neubauten durchaus für machbar halte. Kosten von möglicherweise 500 Millionen Euro mochte Bornemeier da aber noch nicht bestätigen. Die Finanzierbarkeit, so sagte Bornemeier aber auch, sei aber auch abhängig von der Höhe der Förderung. Klar ist: Die Förderrichtlinien sehen einen Eigenanteil des Vorhabens von mindestens zehn Prozent vor. "Und nicht alle Bereiche sind förderfähig", so schränkt die Kreisverwaltung ein. So dürfte alles, was nicht zum Kernbereich des Krankenhauses gehört - also zum Beispiel ein Parkhaus - nicht in den Förderrahmen fallen.

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