Keine Ampeln für Blinde am Niederwall in Lübbecke Frank Hartmann Lübbecke (nw). Gescheitert ist im Bauauschuss eine Anregung des Behindertenbeirates. Dessen Vorsitzender Michael Biesewinkel (CDU) ist zugleich Mitglied des Bauaussschusses und wollte im Auftrag des Behindertengremiums erreichen, dass am Niederwall Lichtsignalanlagen mit akustischem Signal installiert werden. Und zwar im Bereich der geplanten neuen Bushaltestellen sowie der zuführenden Nebenstraßen. Schon bei der ersten Wortmeldung dazu, die von Karl-August Schlingmann (CDU) kam, wurde die ablehnende Haltung deutlich: „Wir tragen Lichtsignalanlagen nicht mit.“ Manfred Muth (SPD) fuhr fort, in dem er darauf hinwies, dass Ampeln an einer falschen Stelle sogar „gefährlich“ sein könnten. Muth betonte, es müssten viele Interessen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer ausgeglichen werden, was mit der bestehenden Planung gelingt: „Wir hätten uns durchaus eine Bedarfsampel über den Niederwall auf Höhe der Jahnstraße vorstellen können. Das ist aber leider nach den geltenden Vorschriften nicht möglich.“ Es sei denn, man verzichte auf die weiteren Querungsmöglichkeiten: „Das wäre aus unserer Sicht die schlechtere Alternative.“ Gerd Husemeyer (WL) sagte, am Niederwall werde es demnächst keine Ampeln mehr geben: „Neue Ampeln wären also widersinnig.“ Auch Baudezernent Ingo Ellerkamp äußerte sich. Er betonte: „Was wir bauen, entspricht den Vorschriften und ist weitestgehend barrierefrei.“ Michael Biesewinkel machte noch einmal deutlich, welche Zielgruppe der Behindertenbeirat vertritt. In seinen schriftlichen Ausführungen ist von „mangelnder Sicherheit für einige Verkehrsteilnehmer“ die Rede. Für eine sichere Querung des Niederwalls sei eine Lichtsignalanlage mit akustischem Signal „die beste Lösung“. Diese Einschätzung teile der örtliche Blinden- und Sehbehindertenverein. Am eindeutigen Abstimmungsergebnis im Ausschuss änderten die schriftlichen Ausführungen jedoch nichts.

Keine Ampeln für Blinde am Niederwall in Lübbecke

Am Niederwall soll der neue ZOB in Lübbecke entstehen. Foto: Frank Hartmann © Frank Hartmann

Lübbecke (nw). Gescheitert ist im Bauauschuss eine Anregung des Behindertenbeirates. Dessen Vorsitzender Michael Biesewinkel (CDU) ist zugleich Mitglied des Bauaussschusses und wollte im Auftrag des Behindertengremiums erreichen, dass am Niederwall Lichtsignalanlagen mit akustischem Signal installiert werden. Und zwar im Bereich der geplanten neuen Bushaltestellen sowie der zuführenden Nebenstraßen.

Schon bei der ersten Wortmeldung dazu, die von Karl-August Schlingmann (CDU) kam, wurde die ablehnende Haltung deutlich: „Wir tragen Lichtsignalanlagen nicht mit.“

Manfred Muth (SPD) fuhr fort, in dem er darauf hinwies, dass Ampeln an einer falschen Stelle sogar „gefährlich“ sein könnten. Muth betonte, es müssten viele Interessen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer ausgeglichen werden, was mit der bestehenden Planung gelingt: „Wir hätten uns durchaus eine Bedarfsampel über den Niederwall auf Höhe der Jahnstraße vorstellen können. Das ist aber leider nach den geltenden Vorschriften nicht möglich.“ Es sei denn, man verzichte auf die weiteren Querungsmöglichkeiten: „Das wäre aus unserer Sicht die schlechtere Alternative.“

Gerd Husemeyer (WL) sagte, am Niederwall werde es demnächst keine Ampeln mehr geben: „Neue Ampeln wären also widersinnig.“

Auch Baudezernent Ingo Ellerkamp äußerte sich. Er betonte: „Was wir bauen, entspricht den Vorschriften und ist weitestgehend barrierefrei.“

Michael Biesewinkel machte noch einmal deutlich, welche Zielgruppe der Behindertenbeirat vertritt. In seinen schriftlichen Ausführungen ist von „mangelnder Sicherheit für einige Verkehrsteilnehmer“ die Rede. Für eine sichere Querung des Niederwalls sei eine Lichtsignalanlage mit akustischem Signal „die beste Lösung“. Diese Einschätzung teile der örtliche Blinden- und Sehbehindertenverein. Am eindeutigen Abstimmungsergebnis im Ausschuss änderten die schriftlichen Ausführungen jedoch nichts.

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